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Linguistische Grundlagen

Hier finden Sie den sechsten und jüngsten Bereich von mediensprache.net: basix. Er soll den anderen insofern als Basis dienen, als er die notwendigen linguistischen Grundlagen zum Gegenstand hat. Der Bereich wird – wie die anderen – sukzessive ausgebaut und besteht aus den Bereichen Phonologie/Phonetik, Morphologie, Syntax, Semantik, Semiotik und Pragmatik. Sie finden hier auch etwas über die Themen Orthografie, Sprachökonomie und E-Learning.

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Orthografie

Tipp: Der Halbmast

EU-Fahne auf halbmast

Die Angelegenheit mit dem Halbmast ist nur auf den ersten Blick kompliziert. Wenn man eine Fahne auf einen Halbmast – oder halben Masten – setzen würde, würde sie tatsächlich ganz oben geflaggt (der Mast wird halbiert, dann aufgestellt und dann beflaggt). Gemeint ist jedoch, dass sie nur auf die halbe Höhe des Mastes (engl. eindeutiger half-mast) hinaufgezogen wird. Damit kann der *Halbmast also gar nicht großgeschrieben werden, da er in dieser Form als Substantiv gekennzeichnet wäre. Vielmehr handelt es sich um ein Adverb. Wenn Sie also schon bei der Überschrift gestutzt haben, sind Sie entweder ziemlich rechtschreibfit oder womöglich Seefahrer. In der Seemannssprache (oder politisch korrekter: Seefahrersprache) ist nämlich neben halbmast auch das Wort halbstocks gebräuchlich (irisch maide ›Stock‹), das über das -s am Ende die Deutung als Adverb recht nahelegt. Folglich setzt man Fahnen auf halbmast, wenn offiziell Trauer signalisiert werden soll, und eben nicht auf Halbmast. (22.06.2020)

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Frederic Oepping beschäftigt sich in der Networx Nr. 88 mit dem Thema »Kleine Entfernung[k], großer Unterschied? Ein Vergleich der dialektalen Aussprachemerkmale zwischen Hannover und Herford«. mehr

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Kleine Entfernung[k], großer Unterschied? Ein Vergleich der dialektalen Aussprachemerkmale zwischen Hannover und Herford

Im deutschsprachigen Raum hält sich hartnäckig die Annahme, das beste Hochdeutsch würde in Hannover gesprochen. Dieser Auffassung widersprechend, widmet sich diese Arbeit der im dialektschwachen Raum Ostwestfalen liegenden Mittelstadt Herford mit der These, dass die Herforder dasselbe hochsprachliche Niveau wie die Stadt Hannover erreichen. Um dies zu überprüfen, wurde eine Vergleichsstudie mit 32 Herfordern in einem zehnminütigen Test durchgeführt. Die Studien beider Städte befassen sich mit denselben vier sprachlichen Merkmalen des Niederdeutschen. Die Probanden wurden nach Geschlecht, Alter und Schulabschluss differenziert.
Die Untersuchung zeigt, dass das hochsprachliche Niveau der beiden Städte vergleichbar ist. Bei zwei der vier Artikulationsmerkmalen zeigen die Herforder Sprecher eine geringere dialektale Realisierung auf, der Gesamtdurchschnitt weist lediglich eine Differenz von zwei Prozent zugunsten der Hannoveraner auf. Die sozialen Variablen zeigen ebenfalls eine geringe Differenz, sowohl zwischen den Städten als auch forschungsintern. Einzig beim Alter lässt sich ein signifikanter Unterschied feststellen, der aussagt, dass jüngere Sprecher weniger zur dialektalen Artikulation neigen als ältere.
Die Erhebung ist ebenfalls ein Beleg für die Annahme, dass die Hochsprachlichkeit im gesamtnorddeutschen Raum vergleichbar ist und Hannover diesbezüglich keine Sonderrolle einnimmt. Für Ostwestfalen ist dies die erste empirische Erhebung einer Stadtsprache. mehr

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Literatur

Neue Publikationen zum Thema

Oepping, Frederic (2020). »Kleine Entfernung[k], großer Unterschied? Ein Vergleich der dialektalen Aussprachemerkmale zwischen Hannover und Herford«. Nr. 88 in unserer Online-Reihe Networx. online lesbar

Schlobinski, Peterm (2019). »Berlinisch: variation and transformation processes of a city language«. Aufsatz im Sammelband The Sociolinguistic Economy of Berlin. Cosmopolitan Perspectives on Language, Diversity and Social Space. mehr

Heyd, TheresaFerdinand von MengdenBritta Schneider (Hg., 2019). The Sociolinguistic Economy of Berlin. Cosmopolitan Perspectives on Language, Diversity and Social Space. Berlin/Boston. mehr


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