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Linguistische Grundlagen

Hier finden Sie den sechsten und jüngsten Bereich von mediensprache.net: basix. Er soll den anderen insofern als Basis dienen, als er die notwendigen linguistischen Grundlagen zum Gegenstand hat. Der Bereich wird – wie die anderen – sukzessive ausgebaut und besteht aus den Bereichen Phonologie/Phonetik, Morphologie, Syntax, Semantik, Semiotik und Pragmatik. Sie finden hier auch etwas über die Themen Orthografie, Sprachökonomie und E-Learning.

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Tipp: Ernsthaft »Tschewaptschitschi«?

Ćevapčići oder Cevapcici, aber nie allein

Möchte man die serbisch-kroatische Delikatesse am Tresen bestellen oder jemandem eine Eigenherstellung anbieten, ist man fein raus. Beim Aufschreiben eines Rezeptes hingegen beginnt das Problem schon mit dem ersten Buchstaben. Wer sich auf die Regel »Schreibe, wie man spricht« verlässt, kann sich zwar auf das Duden-Fremdwörterbuch, 4. Auflage 2007, beziehen und tatsächlich Tschewaptschitschi schreiben. Doch ist dies nicht ganz unproblematisch, da man im Wörterverzeichnis des Rats für deutsche Rechtschreibung nur unter C fündig wird. Auch im offiziellen Regelwerk ist bei Fremdwörtern für [tʃ] kein ⟨tsch⟩ aufgeführt. Anders als das früher einmal zulässige *Majonäse hat es Tschewaptschitschi also womöglich niemals offiziell gegeben. Ergo bleibt nur noch Cevapcici, so man auf die Aussprachekennzeichnung (Diakritika) verzichtet. Will man diese erhalten, muss man auf ein paar Sonderzeichen zurückgreifen, um Ćevapčići zu realisieren – und zeigt sich dafür als chef de cuisine und chef de l’orthographe in einem. Wenn Sie sich übrigens fragen, a) ob das Cevapcici ein Pluralwort ist und b) wie denn ein einzelnes Röllchen heißt, haben Sie a) recht und b) die falsche Einstellung; die Röllchen sind so klein und schmackhaft, dass die singuläre Form einer einsamen Minirolle ganz und gar nicht vorstellbar ist. Zudem handelt es sich hierbei schon um die Verkleinerungsform (Diminutiv) von Ćevapi – das übrigens nicht nur klanglich zur Kebab-Familie gehört, vgl. bulgarisch кебапче (Kebabtsche). (03.08.2020)

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Kleine Entfernung[k], großer Unterschied? Ein Vergleich der dialektalen Aussprachemerkmale zwischen Hannover und Herford

Im deutschsprachigen Raum hält sich hartnäckig die Annahme, das beste Hochdeutsch würde in Hannover gesprochen. Dieser Auffassung widersprechend, widmet sich diese Arbeit der im dialektschwachen Raum Ostwestfalen liegenden Mittelstadt Herford mit der These, dass die Herforder dasselbe hochsprachliche Niveau wie die Stadt Hannover erreichen. Um dies zu überprüfen, wurde eine Vergleichsstudie mit 32 Herfordern in einem zehnminütigen Test durchgeführt. Die Studien beider Städte befassen sich mit denselben vier sprachlichen Merkmalen des Niederdeutschen. Die Probanden wurden nach Geschlecht, Alter und Schulabschluss differenziert.
Die Untersuchung zeigt, dass das hochsprachliche Niveau der beiden Städte vergleichbar ist. Bei zwei der vier Artikulationsmerkmalen zeigen die Herforder Sprecher eine geringere dialektale Realisierung auf, der Gesamtdurchschnitt weist lediglich eine Differenz von zwei Prozent zugunsten der Hannoveraner auf. Die sozialen Variablen zeigen ebenfalls eine geringe Differenz, sowohl zwischen den Städten als auch forschungsintern. Einzig beim Alter lässt sich ein signifikanter Unterschied feststellen, der aussagt, dass jüngere Sprecher weniger zur dialektalen Artikulation neigen als ältere.
Die Erhebung ist ebenfalls ein Beleg für die Annahme, dass die Hochsprachlichkeit im gesamtnorddeutschen Raum vergleichbar ist und Hannover diesbezüglich keine Sonderrolle einnimmt. Für Ostwestfalen ist dies die erste empirische Erhebung einer Stadtsprache. mehr

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Neue Publikationen zum Thema

Oepping, Frederic (2020). »Kleine Entfernung[k], großer Unterschied? Ein Vergleich der dialektalen Aussprachemerkmale zwischen Hannover und Herford«. Nr. 88 in unserer Online-Reihe Networx. online lesbar

Schlobinski, Peterm (2019). »Berlinisch: variation and transformation processes of a city language«. Aufsatz im Sammelband The Sociolinguistic Economy of Berlin. Cosmopolitan Perspectives on Language, Diversity and Social Space. mehr

Heyd, TheresaFerdinand von MengdenBritta Schneider (Hg., 2019). The Sociolinguistic Economy of Berlin. Cosmopolitan Perspectives on Language, Diversity and Social Space. Berlin/Boston. mehr


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