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Digitale Kommunikation

Anglizismen und Akronyme in Internetslang und -fachsprache

Tastentippen

Am 11.05.2010 fand um 18 Uhr an der Leibniz Universität Hannover, im Rahmen des Linguistischen Arbeitskreises Hannover (LinguA), unter Leitung von Frau Netaya Lotze, der Vortrag zum Thema "Anglizismen und Akronyme[] in Internetslang und -fachsprache", referiert von Frau Juliane Mroz (Bergische Universität Wuppertal), statt. Als Gäste waren sowohl Mitglieder des Linguistischen Arbeitskreises Hannover als auch Dozenten und Studierende aller Fachrichtungen und Interessierte aus der Öffentlichkeit geladen.

Themenschwerpunkte:

  1. Überblick und Definitionen
  2. Das Anglizismen-Übersetzungs-Problem
  3. Magisterarbeit: Nutzerinterviews und Textvergleich
  4. Dissertation: Korpusuntersuchung und Nutzerbefragung
  5. Zusammenfassung und Ausblick


Zu 1.: Die Hypothese für Juliane Mroz's Ausführungen ist, dass Anglizismen und Akronyme aus der Internetfachsprache und -slang auch verstanden und verwendet werden können, wenn deren Übersetzungen nicht bekannt sind. Außerdem würden Übersetzungen nicht zwangsläufig das Textverständnis fördern. Im Folgenden klärt sie die Begriffe Internetfachsprache, Internetslang, Anglizismus, Kurzwort und Akronym und verdeutlicht diese an Beispielen aus ihrer Untersuchung.

Zu 2.: Das Anglizismen-Übersetzungs-Problem veranschaulicht Juliane Mroz anhand von ausgewählten Übersetzungsvorschlägen aus dem Anglizismenindex des Vereins Deutsche Sprache vom Jahre 2010. Sie übergibt die Frage um das Verständnis der Übersetzungen an das Publikum und lässt dieses die Übertragungen ins Deutsche zurück in die Internetfachsprache übersetzen.

Zu 3.: Die Referentin bezieht sich anschließend auf zwei Studien im Rahmen ihrer Magisterarbeit. Mittels Nutzerinterviews untersucht Juliane Mroz wie Internetnutzer Anglizismen und Kurzwörter verstehen, anwenden und deren Übersetzungen ins Deutsche bewerten. Durch verschiedene Interviewgruppen und Fragemethoden kommt sie zu dem vorläufigen Ergebnis, dass nahezu alle Befragten mit der Internetfachsprache umgehen können, Übersetzungen nicht zwangsläufig das Textverständnis verbessern würden und die Selbsteinschätzung der Probanden stark von ihren Englischkenntnissen und Internetfähigkeiten abhingen. Ein Textvergleich mit Artikeln aus Computerfachzeitschriften zeige auch, dass Anglizismen mit nur 5-6,6% Anteil am Gesamttext vertreten sind.

Zu 4.: Thematisch an ihre Magisterarbeit anknüpfend erläutert Juliane Mroz, dass sie in ihrer Dissertation die bisherigen Ergebnisse ihrer Arbeit durch empirische Studien, Korpusuntersuchungen und Nutzerbefragungen verifizieren möchte. Die These, dass die Verständlichkeit der Anglizismen für die Nutzer stark vom Grad ihrer Integration in der Alltagssprache abhinge und Übersetzungen nicht notwendig sein, belegt die Referentin durch die Korpusuntersuchung verschiedener Textarten aus dem Internet. Dazu untersucht sie sowohl die Frequentierung der Internetfachwörter in diesen Texten und erweitert diese Beobachtung durch Studien zur Integration der Anglizismen in der deutschen Sprache. Die These ebenfalls unterstützend, zieht sie zusätzlich eine Nutzerbefragung zu ihrer Arbeit hinzu, mit Hilfe welcher sie den empirischen Beleg ihrer Arbeitshypothesen und -ergebnisse aufbringt.

Zu 5.: Abschließend erklärt die Doktorandin, dass sie mit ihren Untersuchungen nicht nur ihre eigenen Thesen erklären und belegen möchte, sondern die daraus resultierenden Ergebnisse auch in anderen anglizismenreichen Fachsprachen Anwendung finden könnten. Sie stelle außerdem dazu ein Glossar in Aussicht, das sie auch über ihre Dissertation hinaus pflegen wird.

 

Anne Zimmer

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