Aus der Presse

Alexa, Siri, Cortana könnten #MeToo twittern

Digitale Assistentinnen sollen als ›Frauen‹ Abwehrmechanismen und Erziehungsmaßnahmen gegen sexuelle Belästigungen erhalten.

Bots und Assistenten haben es nicht leicht. Schon zu Beginn der Erfolgsgeschichte digitaler Assistenten vor rund 15 Jahren mussten Programmierer in den Interaktionsprotokollen feststellen, dass ihre Zöglinge beschimpft und beleidigt werden – nicht nur bei schlecht empfundener Funktionsweise. Schon damals wurden Reaktionsweisen implementiert, die dem betreffenden Nutzer zeigten, dass sein Verhalten unangemessen ist. Die zentrale Frage lautete weniger, ob man mit einem Algorithmus derart umgehen dürfe, sondern vielmehr: »Überträgt der Nutzer dieses Verhalten auf Menschen?«. Inzwischen werden nicht nur öffentlich unangemessene Umgangsformen geächtet, insbesondere seit der #MeToo-Welle, sondern eine Verstärkung der Gegenwehr gefordert: eine Korrektur durch KI (s. etwa https://www.thepetitionsite.com/de-de/246/134/290/). So hat etwa Alexa infolge der öffentlichen Diskussion eine Erweiterung erhalten, die sie mit einem (wenig) resoluten »Darauf werde ich nicht antworten« oder »Ich weiß nicht, welche Antwort du darauf erwartest« antworten lässt – beispielsweise auf eine Aussage wie »Alexa, du bist ein Miststück«. Aber das geht in vielen Augen nicht weit genug. Der sogenannte »Disengagement-Modus« soll laut Heather Zorn, Direktorin des »Amazon Alexa Engagement«-Teams, anhaltende negative Stereotypen gegenüber Frauen abbauen helfen. Angemessen schiene vielen eher ein Hinweis wie »Es ist nicht okay, so etwas zu mir zu sagen«. Eine andere Frage ist, warum Assistenten denn überhaupt ein Geschlecht erhalten. Und wieso wird ihnen nicht eine Stimme verliehen, deren Frequenz zwischen denen beider Geschlechter liegt? Studien haben ergeben, dass Menschen positiver auf weibliche Agenten reagieren, was natürlich mit der historischen Rolle der Frau zusammenhängt; es liegt also noch ein langer Weg vor uns. [23.01.2018, 09:58 Uhr]

Artikel mit Darstellung einer Untersuchung zu unangemessenem Verhalten (extern)

Torsten Siever

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