Aus der Presse

»Respektrente« ist Wort des Jahres 2019

Diese Entscheidung traf am Mittwoch eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden.

Das Wort bezeichnet die Einführung einer Grundrente für Personen, die 35 Jahre erwerbstätig waren und dennoch eine Rente unterhalb des Existenzminimums beziehen. Aus sprachlicher Sicht handelt es sich um die Neubildung eines Hochwertwortes in der politischen Debatte, die der Selbstaufwertung durch Fremdaufwertung dient. Es gehe bei dem Projekt nicht ausschließlich um einen Beitrag zur Bekämpfung von Altersarmut, so der Bundesarbeitsminister, sondern vor allem um Respekt, die »Anerkennung der Lebensleistung«.

Auf Platz 2 wählte die Jury Rollerchaos. Thematisiert wurde mit diesem Wort die 2019 erfolgte Zulassung von mietbaren E-Rollern. Diese entwickelten sich in vielen deutschen Städten rasch zu einem Problem, da sie häufig rücksichtslos und verkehrswidrig benutzt und unkontrolliert überall abgestellt werden. Der Anglizismus Fridays for Future (Platz 3), ein Wort im weiteren Sinne, steht wie kein anderer Ausdruck für eine junge Generation, die bereit ist, für ihre Zukunft auf die Straße zu gehen. Die vielerorts freitags zur Schulzeit stattfindenden Demonstrationen, hauptsächlich mit dem Ziel, auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam zu machen, waren eines der beherrschenden Themen des Jahres 2019.

Die weiteren Platzierten sind: 4. Schaulästige, 5. Donut-Effekt, 6. brexitmüde, 7.gegengoogeln 8. Bienensterben, 9. Oligarchennichte, 10. Geordnete-Rückkehr-Gesetz. [29.11.2019, 10:19 Uhr, Quelle: GfdS; Foto: GfdS, CC0]

Torsten Siever

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