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Networx 92: alle Daten im Überblick

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Networx Nr. 92
Artifizielle Partner: An der Schnittstelle von Mensch und Maschine
Autor(in)Zülli, Florina
Jahr2021
Ort(e)Hannover Zürich
Sprachedeutsch
AbstractLiebespuppen, Hologram-Girlfriends und Sexroboter, kurz: artifizielle Partner, sorgen zwar für hitzige Debatten in der Ethik, der Soziologie und der Robotik; in linguistischer Hinsicht besteht diesbezüglich aber immer noch ein grosses Desiderat. Insbesondere in Anbetracht dessen, dass Beziehungskonstitution stets über Sprache bzw. Kommunikation erfolgt, wirft dies die Frage auf, weshalb der Mensch-Maschine-Kommunikation in diesem spezifischen Bereich bislang nicht mehr Bedeutung zugemessen wurde. Der vorliegende Beitrag hat zum Ziel, diese Lücke zu schliessen; präsentiert wird im Folgenden also ein sprachwissenschaftlicher Zugang zum Thema artifizielle Partner. Dies schliesst die Frage nach der Semantik des ‚Partner‘-Begriffs und den Unterschieden und Gemeinsamkeiten in der Paarsprache zwischen Mensch und Mensch und Mensch und künstlichem Partner ein.

Um der Transdisziplinarität des Gegenstands Genüge zu tun, wird im ersten Teil zunächst detailliert erläutert, was künstliche Partner sind und wie sie sich ontologisch als Partner-Äquivalent konstituieren und in die Gesellschaft einfügen lassen. Anschliessend werden die wichtigsten Kontroversen rund um diese Thematik erörtert. Am Ende dieses ersten Teils wird eine eigene Studie mit 319 Personen präsentiert, die zum Thema artifizielle Partner befragt wurden. Bei dieser Untersuchung zeigte sich, wie wichtig die Sprache für die Beziehungsetablierung ist: Nur 6,9% der Befragten gaben an, sie würden einen künstlichen Partner bevorzugen, der nicht spricht. Im zweiten Teil steht die linguistische Perspektive im Fokus: Begonnen wird mit der Frage, wie sich die Interaktion zwischen Robotern und Menschen gestaltet und welche Rolle dabei Gender, Affordanzen und das Design des Roboters spielen. Dann folgt eine Auseinandersetzung mit Fragen der Sprachproduktion und Rezeption bei Robotern und der Art und Weise der Mensch-Maschine-Kommunikation. Anschliessend wird zum Thema Paarsprache übergeleitet, und es werden vorhandene Konzepte aus der linguistischen und psychologischen Paarforschung dazu genutzt, ein eigenes Modell der Paarsprache für Mensch und Maschine zu erstellen, mithilfe dessen eruiert werden kann, ob sich zwischen der Paarsprache von menschlichen und menschlich/künstlichen Partnern Ähnlichkeiten finden lassen. Als Untersuchungsgegenstand dienen dazu das japanische Hologram-Girlfriend Azuma Hikari und der Sexroboter Harmony von ReallDollx. Den Abschluss bildet ein Interview mit Matthew McMullen, Gründer und CEO von ReallDollx, in welchem er sich persönlich dazu äussert, auf welche Weise seine Roboter Sprache dazu nutzen, Nähe zu ihren Partnern herzustellen.

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Persistent IDDOI 10.15488/11334
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