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Marterer, Julia Johanna (2007). Sprache und neue Medien: Analyse des Sprachgebrauchs in den Kommunikationsformen E-Mail und Chat. Saarbrücken : VDM Verlag.

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Abstract: Dass sich der Computer als Kommunikationsmedium im gesellschaftlichen Alltag etablieren würde, war früh absehbar – ebenso, wie sich spezifische Erwartungen, Annahmen und auch Befürchtungen an diese Entwicklung knüpfen sollten. Von einer Verdrängung herkömmlicher Kommunikationsformen durch computervermittelte Kommunikation kann aktuell nicht die Rede sein. Im Vergleich zu den herkömmlichen Medien sind sprachliche, kulturelle und kommunikative Gebrauchsnormen bei der computervermittelten Kommunikation jedoch deutlich verändert. Die Auffälligkeiten im Sprachgebrauch der neuen Kommunikationsformen sind auf die folgenden drei Aspekte zurückzuführen: erstens, die technischen Möglichkeiten der Kommunikationsform, zweitens die darin transportierten Inhalte (der Kommunikationsgegenstand) und drittens die Rolle der Nutzer in diesem Kommunikationsprozess. Dabei entstehen in computervermittelter Kommunikation schriftliche Produkte, die eine Diskrepanz zwischen den Ansprüchen der Nutzer und deren tatsächlichem Sprachgebrauch aufweisen. Sowohl für das Schreiben herkömmlicher Briefe als auch für das von E-Mails und Chats gilt: wer schreibt, arbeitet an seinen Gedanken. Der Unterschied beim Verfassen konventioneller und „neuer“ Medientexte liegt zunächst im technisch bedingten „Schreibwerkzeug“. Während konventionelle schriftliche Texte endgültig sind, lassen sich elektronisch verfasste Texte nach Belieben verändern. Diese Tatsache und auch jene, dass die Texte meist nicht in eine materielle Form gebracht, d.h. gedruckt werden, gibt den elektronisch verfassten computervermittelten Texten eine Vorläufigkeit, welche die Verfasser dazu verleitet, über Normverletzungen und Fehler hinweg zu sehen. Durch die Interaktivität Neuer Medien ist die Distanz zwischen den Kommunizierenden grundsätzlich geringer, was mit sich bringt, dass gängige Schreibkonventionen und Umgangsnormen weniger beachtet werden als in der Briefkommunikation. Die vorgelegte Dissertation stellt den Versuch dar, anhand der Analyse von Briefen, E-Mails, Chats und einer Nutzerbefragung, das Verhältnis von Sprachgebrauch und Nutzer zu erfassen und mögliche Zusammenhänge genauer abzugrenzen. Dies geschieht vor einem multifaktoriellen Hintergrund: Neben der reinen Textanalyse werden die individuellen Einstellungen der Nutzer und verschiedene kategoriale Kommunikationskontexte in die Untersuchung einbezogen und als zusätzliche Bestimmungsstücke im Kommunikationsprozess methodisch berücksichtigt. Die Arbeit verdeutlicht, dass sich keine pauschalen Aussagen zum Sprachgebrauch in E-Mails und Chats treffen lassen und so weder von der prototypischen Mail, noch dem prototypischen Chat die Rede sein kann – so dass Aussagen zum Sprachgebrauch in den Neuen Medien immer unter Berücksichtigung der spezifischen Kontextfaktoren zu differenzieren sind.

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