Mediensprache

Mediensprache-Wettbewerb – Die Story

Pokal

Man hatte ihm nicht geglaubt. Nun war es zu spät. Der Mond war heute, am 24. Dezember 2103, vor genau 4 Stunden, 26 Minuten und 17 Sekunden auf der Erde eingeschlagen und hatte aus dem einst reich belebten, blauen Planeten eine wahre Hölle gemacht. Die Ozeane hatten weite Teile der Kontinente überflutet und waren auf die aus unzähligen Vulkanen sprudelnden Lavamassen getroffen. Der Kampf dieser aufeinander prallenden Naturgewalten war noch lange nicht ausgefochten, aber schon jetzt hatten unglaubliche Mengen von Staub und Wasserdampf den Himmel verdunkelt. Es war Nacht auf der ganzen Erde, todbringende Nacht. Er hatte überlebt. Professor Anton Kuaretschew, ehemaliger Leiter der größten Sternwarte des eurasischen Staatenbundes. Er hatte dieses Inferno schon vor 8 Jahren vorhergesagt und genau auf den heutigen Tag datiert. Lediglich um 13 Minuten und 7 Sekunden wich seine Berechnung vom tatsächlichen Einschlagszeitpunkt ab.

Acht lange Jahre hatte Kuaretschew mit allen Mitteln versucht, die Welt vor der bevorstehenden Katastrophe zu warnen, aber weder der Senat des eurasischen Staatenbundes noch die Machthaber der anderen Kontinente hatten ihm Glauben geschenkt. Vor 6 Jahren hatte man ihn seines Postens enthoben und in ein unbedeutendes Forschungsinstitut auf Island versetzt. Alle weiteren Bemühungen die Menschheit aufzurütteln, waren völlig erfolglos geblieben. Der technische Fortschritt der letzten hundert Jahre, gegen den sich einst weltbewegende Erfindungen wie das Auto und der Computer ausnahmen wie Kinderspielzeuge, hatte die gesamte Menschheit vollends verblendet. Wie konnte eine Naturgewalt dieses technische Potenzial aufhalten?

Jetzt war die überhebliche Menschheit ausgelöscht. Nur Anton Kuaretschew hatte überlebt. Wenige Stunden nach der Vernichtung seiner Heimat saß er in einem kleinen Raumgleiter, der mit anderthalbfacher Lichtgeschwindigkeit auf den Mars zuraste. Der Professor würde den Rest seines Lebens in der neu geschaffenen, noch unbemannten Marsstation verbringen – allein. Niedergeschlagen durchkramte Kuaretschew sinn- und ziellos die Taschen seines Raumanzuges und entdeckte sein Global-Handy. Bislang hätte er damit theoretisch zu jeder Zeit, an jedem Punkt der Erde, mit jedem Menschen problemlos Kontakt aufnehmen können. Und jetzt? Mit wem sollte er jemals wieder sprechen? Kuaretschew lachte verzweifelt auf. „Diese Narren !“ Er holte aus und wollte das Gerät gerade wütend in die nächstbeste Ecke werfen, als es völlig unerwartet piepte. Perplex starrte der Professor auf die auf dem Display blinkende Textzeile: NEUE NACHRICHT! Einen Tastendruck später konnte er folgende Nachricht lesen:

to be continued...

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