Mediensprache

Buchvorstellung: Berlinerisch

Die Vielfalt des Berlinerischen, sein Wortwitz, sein Reichtum an Redewendungen – das alles gepaart mit der Schlagfertigkeit der Hauptstadtbewohner haben dieser Mundart den Ruf der berühmt-berüchtigten "Berliner-Schnauze" eingebracht. Das Langenscheidt Wörterbuch gibt mit rund 5000 Stichwörtern und Wendungen auf amüsante und originelle Weise Auskunft über alles Wissenswerte rund um das Berlinerische.

Leseprobe – Wörterbuch

Knochenkalle der dünner Mensch, Skelett
Knochenmühle die schwere, anstrengende Arbeit aber auch allgemein für Arbeitsplatz
Knopp der Mensch je nach Alter des Bezeichneten mit positiver oder negativer Bewertung: kiek mal der kleene Knopp sieh mal, der niedliche kleine Junge; wat is'n dit for'n oller Knopp was für ein unfreundlicher alter Mann
knorke dufte, prima, großartig: knorke is dreimal so dufte wie schnaffte
Knösel der Tabakpfeife
Knote der ungehobelter Mensch
Knubben der Astknoten
knülle stark betrunken
Knülsch der Kerl
Knüppel der längliches schmales Weißbrötchen (im Gegensatz zur Schrippe mit Milch anstatt mit Wasser zubereitet)
knüppeldicke voll sturzbetrunken sein
knüppern knoten, binden
koddern rummanschen: kodder da nich mit deine Finger drin rum (vermatsch das nicht)
Kodderschnauze die negative Bezeichnung für die "Berliner-Schnauze"
Kofferheule die Radio
Kohlblätter die Ohren
Kölner Kotze die italienischer Salat, (vgl.) Moppelkotze
Kommfranzundjeh Ansager, Conférencier
Kommunistenschaukel die (ostberl.) tschechische Wagenmarke "Tatra"
Kondom gehen übereinstimmen, gleicher Meinung sein (von "konform gehen"): mit deine Meinung geh' ick Kondom deiner Meinung stimme ich zu

Leseprobe – Glossen

Die Berliner Schnauze ergreift selbst die Kinder in frühestem Alter. So erzählt man sich von einem Jungen namens Moritz, der aus dem ausgebombten Berlin 1944 in eine ausgesprochen fromme Missonsschule ins Rheinland evakuiert wurde. Die dortigen Schwestern führten trotz der harten Zeit ein strenges und gottesfürchtiges Regiment. So kommt es, dass Moritz nach sechs Wochen im Naturkundeunterricht gefragt wird: "Moritz, sag mal, was ist das: es ist klein und braun, und hat einen großen buschigen Schwanz. Es hüpft von Ast zu Ast und knabbert sehr gern Nüsse?" Darauf hin antwortet der schlagfertige Junge: "Also normalerweise würd' ick ja sagen, dit is'n Eichhörnchen. Aba wie ick den Laden hier kenn', kann et ooch unsa kleinet, liebet Jesukindlein sein!"

Noch mehr Berlinerisch

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Torsten Siever

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