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Orthografie

Tipps für korrekte Rechtschreibung

Vermaiden Sie Fehla! Unsere Rechtschreibexperten Christina und Torsten Siever (correctura.com) räumen häufige Rechtschreibfehler auf leichte Weise aus und klären über typische Zweifelsfälle auf. – Sie haben eine Frage zur Orthografie? Schreiben Sie ihr an orthografie@mediensprache.net.

  • Osteria
    TaverneNein, Ostern hat natürlich nichts mit dem Ausdruck Osteria zu tun, aber passend ist es dennoch, sich dieses Wortes zu Ostern anzunehmen. Denn mit dem Osterfest kommt das Fastenbrechen und mit diesem bekanntlich das Ende von 40 Tagen Entbehrung, die weder mit Beere noch mit Bär in Verbindung steht (von althochdt. inberan über mittelhochdt. enbern ›nicht tragen‹). Eine Osteria (von ital. oster ›Wirt‹) ist eine kleine Wirtschaft, in der vor allem Wein und kleine Speisen gereicht werden. Anders als im Ristorante steht nicht das Speisen, sondern – neben dem Wein – das Gesellige im Vordergrund. Daneben gibt es noch die Trattoria als kleine, familiäre Speisestätte mit kleiner Karte sowie die eher kleinen Pizzerien mit entsprechender Karte. Alle Gasthäuser haben ihre Betonung auf i und ihr Plural lässt sich (im Deutschen) mit -s oder -en ausdrücken. (05.04.2021)
  • Rat rügt Hochschulen
    Rat für deutsche Rechtschreibung (Logo)Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung und Pressemitteilung vom 26.03.2021 die Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies sei allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden könne. Vor diesem Hintergrund würde die Aufnahme von Asterisk (»Gender-Stern«), Unterstrich (»Gender-Gap«), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen. Begründet wird dies mit einer Kriterienliste, zu der etwa auch gehört, dass geschlechtergerechte Schreibung nicht das Erlernen der geschriebenen deutschen Sprache erschweren darf (Lernbarkeit). Rücksicht zu nehmen sei auch auf die mehr als 12 Prozent aller Erwachsenen mit geringer Literalität, die nicht in der Lage seien, auch nur einfache Texte zu lesen und zu schreiben.
    Damit hat der Rat dem Vorstoß vor allem von Kommunen und Hochschulen eine Absage erteilt und deutlich gemacht, dass dies nicht dem Amtlichen Regelwerk entspricht. Eine eindeutige Rüge erteilte er den Hochschulen, die den Studierenden vorschreiben, vor allem den Gender-Stern zu verwenden: »Hochschulen und Lehrende haben die Freiheit des Studiums nicht nur bei der Wahl von Lehrveranstaltungen, sondern auch bei der Erarbeitung und Äußerung wissenschaftlicher Meinungen der Studierenden zu beachten und zu schützen.« (29.03.2021)

    zur Pressemitteilung des Rats
  • Händeln oder handeln, händelbar oder handelbar?
    Das umgangssprachliche Verb Handeln kann man mit Wertpapieren, man kann jedoch auch Probleme und Angelegenheiten handeln. Handelbar bedeutet also, dass Wertpapiere im Handel erhältlich sind. Doch es wird seit einiger Zeit auch in einer weiteren Bedeutung gebraucht: Wenn etwas handelbar ist, ist es so beschaffen, dass es sich gut handeln lässt. Handeln stammt in diesem Fall vom englischen to handle ab, zu Deutsch bedeutet dies ›bewältigen‹, ›handhaben‹ oder ›gebrauchen‹. Im Duden findet man den umgangssprachlichen Anglizismus unter »handeln« bzw. »händeln«, zumal die Lautung wie in der englischen Aussprache der Variante mit Umlaut entspricht. »Handelbar« oder »händelbar« im Sinne von »handhabbar« oder »bewältigbar« sucht man allerdings im Duden noch vergeblich, obwohl sich in der Sprache diverse Belege dafür finden lassen. (22.03.2021)

    Das umgangssprachliche Verb handeln im Duden.
  • Lerche oder Lärche?
    Lerche versus Lärche, Vogel und BaumLerche und Lärche sind Homofone, also Wörter, die gleich ausgesprochen werden, aber etwas anderes bedeuten. Es sind jedoch keine Homografen, d. h. die Schreibung unterscheidet sich. Doch wie kann man sich nun merken, welches Wort einen Vogel und welches einen Baum bezeichnet? Die Lärche ist ein Nadelbaum, über das a kann man sich also das ä merken. Die Lerche dahingegen bezeichnet einen Vogel, zudem bezeichnet man umgangssprachlich damit auch Frühaufsteher, die also frühmorgens ihr Bett verlassen. Wer es sich trotzdem nicht merken kann: Für das Spiel Teekesselchen kann man das Wortpaar dennoch prima verwenden! (15.03.2021)

    Bildquelle Nr. 2
  • Bleiben Sie gesund!
    Porträt von Mona Lisa mit MaskeBleiben Sie gesund! ist zu einer bekannten Corona-Floskel geworden, man hört und liest diesen Imperativ tagtäglich. Doch was ist das für eine Grußformel? Ein nett gemeinter Wunsch im Sinne von Passen Sie gut auf sich auf!, oder wie man im Englischen sagt: Take care!? Rein sprachlich drückt der Imperativ einen Befehl oder auf jeden Fall eine Erwartung aus, der Ausdruck kann als Aufforderung und Ermahnung verstanden werden, etwa im Sinne von Halten Sie Abstand! Die Formel erinnert auch stark an die vor allem 2020 viel genutzte Floskel Bleiben Sie zu Hause! (oder aber hipper auf Englisch: Stay [at] home!), es wird also an die moralische Verpflichtung appelliert. Doch was ist mit Menschen, die zum Beispiel chronisch krank sind und weder gesund bleiben noch gesund werden können? Stigmatisiert man mit der Formel nicht auch Menschen, die trotz aller Vorsicht an COVID-19 erkranken? Wir sehen, rein von der Orthografie her ist hier nichts strittig, abgesehen davon vielleicht, dass das Pronomen der Höflichkeit gelegentlich fälschlicherweise kleingeschrieben wird. Vielmehr stellt sich die Frage nach dem semantischen Gehalt und dem Stil. Seien Sie also sprachkritisch und überlegen Sie es sich gut, ob Sie ihren Wunsch des Gesundbleibens nicht anders und individueller ausdrücken möchten, statt auf die Floskel zurückzugreifen. (08.03.2021)

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