Orthografie

So ist es richtig!

Unsere Rechtschreibexpertin Christina Siever (correctura.com) gibt Tipps zur richtigen Schreibung. – Sie haben eine Frage zur Orthografie? Schreiben Sie ihr an orthografie@mediensprache.net.

  • Touristen und die Verhinderung von Schlimmerem (auf dem Steg)
    Betreten des Steg[']s[,] verbotenÜber die Funktion eines Verbotsschildes muss in der Regel nicht lange diskutiert werden. Dass allerdings auch die Orthografie zur Abschreckung eingesetzt wird, gehört nicht zum Standardrepertoire eines Ordnungshüters. Der Apostroph springt als Erstes ins Auge (auch weil er typografisch keiner ist), aber es handelt sich mal nicht um einen sogenannten Deppen-Apostroph. Warum nicht? Beim Deppen-Apostroph wird nichts ausgelassen (*Ulli’s Frittenbude), aber beim Genitiv (und Dativ) kann in vielen Fällen ein e stehen oder eben auch weggelassen werden – da ist die deutsche Sprache mal ziemlich liberal: des Stegs/Steges. Es ist nicht korrekter, das e zu realisieren, weshalb es (anders als bei hab’s) keine Reduktion darstellt und deshalb ein »Fehlen« auch nicht angezeigt werden muss.

    Jetzt aber zum Komma, das die meisten auch noch entdeckt haben dürften. Auch wenn das Subjekt ein bisschen komplexer ist (Das Betreten von X/Y), wird dahinter trotzdem kein Komma gesetzt, da es keinen Einschub oder Nebensatzattribut gibt (aber: Das Betreten […] der Boote, die durchaus dazu einladen mögen, ist …). Wer sich noch immer nicht an die See sehnt, dem sei versichert: Ein Komma muss auch hinter der (etwas längeren) Phrase

    Das Betreten des Anlegestegs im Olgahafen am Dümmer und aller der dort im Sommer liegenden schönen Boote ist …

    nicht stehen. Abseits der Orthografie ist da noch ein anderer Umstand merkwürdig: Zuerst werden Worte an die Gäste gerichtet und diese erst dann begrüßt. Das ist sicherlich nicht die Ursache für den überschaubaren Tourismus am Dümmer, aber eine Umstellung wäre dennoch treffender. (12.08.2019; Foto: T. Siever)

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