Orthografie

So ist es richtig!

Unsere Rechtschreibexpertin Christina Siever (correctura.com) gibt Tipps zur richtigen Schreibung. – Sie haben eine Frage zur Orthografie? Schreiben Sie ihr an orthografie@mediensprache.net.

  • Geschlechter(un)gerechtigkeit
    Geschlechtergerechte Sprache? - Weit gefehlt.Nichts bringt die Geschlechterungerechtigkeit und die verzweifelten Bemühungen, die deutsche Sprache »gendergerecht« zu gestalten, besser auf den Punkt als Stellenanzeigen. Da ist gesetzeskonform von (m/w/d) zu lesen, gesucht wird aber ein(e) Sachbearbeiter/-in (auch gefunden: eine Erzieherin (m/w/d)). Es ist nicht an uns zu sagen, ob und wie man gendern sollte, aber ob man überhaupt nur könnte, das ist etwas, das uns beschäftigt. Unzählige Texte, die wir lektorieren, enthalten »Studierende«, die zeitgleich von »Professoren« betreut werden. Doch selbst wenn das Urteil des EU-Gerichtshofes befolgt würde: Wie könnte man die zu »weiblich« und »männlich« hinzugefügte Kategorie sprachlich (akzeptabel) abbilden? Die deutsche Sprache – so viel steht fest – bietet hier gewisse Schwierigkeiten. Die Schweden haben dafür ein grammatisch neutrales Geschlecht eingeführt, weil sie es konnten (das Neutrum gab es schlichtweg noch nicht), doch im Deutschen gibt es das Es bereits – fatalerweise übrigens auch für weibliche Personen (Mädchen). Wäre ein viertes Genus eine Option – mit dem Umstand, dass ein neues Flexionsparadigma geschaffen werden müsste? Oder sollten wir gar einen einheitlichen Artikel einführen, wie dies die englische Sprache kennt: the man/woman/child? Wie auch immer der Weg beschritten wird: Aktuelle Stellenanzeigen folgen zwar der Rechtsprechung, aber nicht konsequenter Umsetzung (oder gar Logik). Schon hier zeigt sich Unsicherheit: Doppelnennung (Prüferin/Prüfer) vs. Ellipsenschreibung (Sachbearbeiter/in). Wäre zumindest für dieses Problem das Gendersternchen für alle *Sprachbewusst*innen ein Ausweg? Aber viel wichtiger: Wo ist jetzt unser Tipp? Hier kommt er: Wofür immer Sie sich entscheiden: Handeln Sie bitte einheitlich. (29.07.2019)

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