Orthografie

Tipps für korrekte Rechtschreibung

Vermaiden Sie Fehla! Unsere Rechtschreibexpertin Christina Siever (correctura.com) räumt häufige Rechtschreibfehler auf leichte Weise aus und klärt über typische Zweifelsfälle auf. – Sie haben eine Frage zur Orthografie? Schreiben Sie ihr an orthografie@mediensprache.net.

  • Henri oder Henry
    Auch ein Henry (mit y)Mohammed ist in drei Bundesländern in den Top 10 der Vornamen vertreten. Nun hat es auch Henry geschafft – sogar in die Gesamtliste der am häufigsten vergebenen Vornamen aus dem Jahr 2018: Laut Datenbank der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) befindet sich Henry auf Platz 9 – oder Henri? Das Gute: Die Schreibung können sich die Eltern aussuchen, was sie auch immer häufiger tun. So steht Henry neben Henri und beide Schreibweisen werden für die Rangliste natürlich zusammengefasst. Wer die englische Variante des Namens bevorzugt, wählt die Schreibvariante mit y, daneben existiert aber auch die französische Schreibweise mit i. Beantragte Namen wie Champagna, Popo, Satan oder Gastritis (kein Scherz!) sind übrigens, egal in welcher Schreibung, unzulässig – zum Schutz des Kindes. (20.05.2019)

    Informationen zum Fehler
  • Ausrufe des Erstaunens
    Silhouette einer Person mit Megafon und weißen AusrufezeichenDas Deutsche kennt viele Ausrufe des Erstaunens. Die folgenden Interjektionen, die stilistisch alle als »salopp« einzuordnen sind, werden sämtlich großgeschrieben: Mann!, Mannomann!, Manometer! Manch einer mag nun sagen: »Mannomann, das ist doch unlogisch! Mann schreibt man mit Doppel-n, Manometer nicht?! Menno, ist das kompliziert!« Mann ist ein Ausruf des Staunens, des Erschreckens oder der Bewunderung ohne persönlichen Bezug, d. h., auch Frauen können es verwenden oder sich dadurch angesprochen fühlen: »Mann, hast du einen schicken Bikini!« Alternativ könnte man natürlich »Mensch, hast du einen schicken Bikini!« sagen, doch etymologisch betrachtet ist Mensch ebenfalls von Mann abgeleitet. Mannomann ist eine verstärkte Form davon – sie ist zusammengezogen aus »Mann, o Mann«. Auch Manometer ist sicherlich von Mann abgeleitet, doch unglücklicherweise wird mit demselben Wort auch ein Druckmesser für Gase und Flüssigkeiten bezeichnet, dessen Bezeichnung auf das griechische Wort manós für ›dünn, locker‹ zurückgeht; daher wird auch der Ausruf Manometer! nur mit einem n geschrieben. Mann, Mann, Mann! (13.05.2019)
  • Mund-zu-Mund-Propaganda
    viele Münder in Rot-Tönen mit ZähnenWer jemanden mündlich weiterempfiehlt, betreibt Mund-zu-Mund-Propaganda. Informationen werden im persönlichen Gespräch »von Mund zu Mund« weitergegeben, sodass sie nach kurzer Zeit »in aller Munde« sind. Mund-zu-Mund-Propaganda muss zwingend mit Bindestrichen geschrieben werden. Wem dies nicht zusagt, der kann auf die kürzere Form Mundpropaganda zurückgreifen, die dieselbe Bedeutung hat, oder auf die obige Paraphrase. Übrigens: In manchen anderen Sprachen heißt es ebenfalls »Mund-zu-Mund«, so im Spanischen (propaganda de boca en boca) oder im Niederländischen (mond-tot-mondreclame); im Französischen hingegen ist die Rede von »Mund-zu-Ohr« (bouche à oreille), was im ersten Moment logischer erscheint – aber eben auch nur im ersten (da es ja auch wieder vom entsprechenden Mund weitergetragen werden muss). Der Schritt des Ohrs muss bei »Mund-zu-Mund« also gedanklich ergänzt werden, zudem auch die empfehlenden »Worte«, die eben von Mund zu Mund gehen. Im Englischen und Italienischen ist dies jeweils realisiert: »word-of-mouth recommendation« bzw. »il passaparola«. (06.05.2019)
  • Extase oder Ekstase?
    bunte Pillen, gefüllt mit BastelmaterialDas aus dem Griechischen stammende Fremdwort »Ekstase« wird nicht wie Fremdwörter aus dem Lateinischen, die mit der Silbe »ex« beginnen, geschrieben. Die wörtliche Bedeutung des griechischen ékstasis lautet zwar ›Aus-sich-Heraustreten‹, d. h. von der Bedeutung her würde das lateinische »ex« für ›aus ... heraus‹ passen, aber der Ursprung des Wortes liegt im Griechischen, wo das Wort zudem die Bedeutung ›Begeisterung, Verzückung‹ hatte. Im Englischen heißt das Substantiv »ecstasy«, seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist dies zugleich die allgemeine Bezeichnung für die synthetische Droge. Auch dafür findet man öfters einmal wie auch bei »Extase« die falsche Schreibung »Extasy«. (29.04.2019)
  • Loser oder Looser?
    rotes Fragezeichen und blaues Ausrufezeichen, von Händen gehaltenNatürlich möchte niemand ein Loser sein. Das aus dem Englischen stammende Wort »Loser« bedeutet nämlich so viel wie Versager oder Verlierer. Und wer »Looser« schreibt, hat tatsächlich verloren: Der Laut /u:/ wird im Englischen meist mit »u« (»July« Juli) oder mit zwei »oo« (»spoon« Löffel) wiedergegeben. »Loser« gehört zu den seltenen Fällen, bei denen ein einfaches »o« für den genannten Laut steht. Im Deutschen haben sich neben dem Substantiv in der Umgangssprache auch die Verben »losen« und »ablosen« etabliert; nicht zu verwechseln mit dem Verb »losen«, das in Süddeutschland, in Österreich und der Schweiz so viel wie horchen oder zuhören bedeutet. (22.04.2019)

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