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»Probleme der deutschen Sprache«

Porträt Otto Ludwig (2015)

Miszellen von Prof. Dr. Otto Ludwig† zu den »Problemen der deutschen Sprache« – alle 14 Tage ein neuer Beitrag.


  • Ein unmöglicher Superlativ (25.05.2020)
    Ein bekanntes Sprichwort besagt, dass »nicht sein kann, was nicht sein darf«. Im alltäglichen Leben mag es so sein, wenn auch Zweifel angebracht sind. In der Sprache jedoch gelten andere Regeln. Hier ist etwas durchaus üblich, auch dann, wenn es eigentlich nicht sein dürfte. Das Adjektiv einzig bezeichnet eine Eigenschaft, die nur einmal vorhanden ist. [...] mehr
  • Die ganzen Anschlusszüge (11.05.2020)
    Ich erinnere mich an unsere letzte Urlaubsreise von Hannover nach Toblach in Italien. Zweimal mussten wir umsteigen, einmal in München und ein anderes Mal in Franzensfeste. Der Zugwechsel in München war unproblematisch, aber der in Franzensfeste stand auf dem Spiel: Unser Zug hatte sich erheblich verspätet. In dieser Situation ertappte ich mich bei dem Satz: »Wenn der Zug weiter so bummelt, kriegen wir die ganzen Anschlusszüge nicht mehr. [...] mehr
  • Was die Birkenblätter tun? (27.04.2020)
    »Ich werde ins Grab sinken, ohne zu wissen, was die Birkenblätter tun. Ich weiß es, aber ich kann es nicht sagen. Der Wind weht durch die jungen Birken; ihre Blätter zittern so schnell hin und her, daß sie ... was? Flirren? Nein, auf ihnen flirrt das Licht; man kann vielleicht allenfalls sagen: die Blätter flimmern ... aber es ist nicht das. Es ist eine nervöse Bewegung, aber was ist es? [...] mehr
  • Wo uns die Worte fehlen (13.04.2020)
    Der Bedarf an neuen Wörtern ist riesengroß. In einer so schnelllebigen Welt wie der unsrigen kann die Sprache kaum noch Schritt halten mit der Entwicklung neuer Dinge, neuer Technologien und neuer Ideen. Aber nicht nur die neuen Entwicklungen setzen uns unter Druck. Auch im vorhandenen Wortschatz finden sich allenthalben Lücken. Ich habe mein Leben lang im Bereich der geschriebenen Sprache gearbeitet und hatte meine liebe Not, eine für das Lesen entsprechende Bezeichnung für das Mündliche zu finden. [...] mehr
  • Kohle machen, sammeln und anderes (30.03.2020)
    Auf glühenden Kohlen sitzen Wer auf glühenden Kohlen sitzt, dem rennt die Zeit davon. Er wartet auf etwas, das nicht eintritt, obwohl es schon längst hätte eintreten müssen. Das macht ihn ungeduldig und besorgt, weil es, wenn es nicht mehr eintreten sollte, unangenehme Folgen haben könnte: »Beim Wahltag saßen wir alle wie auf glühenden Kohlen und warteten auf die erste Hochrechnung. [...] mehr
  • Hat »Anmut« etwas mit »Mut« zu tun? (16.03.2020)
    In einem Leserbrief bin ich gefragt worden, was Anmut mit Mut zu tun habe. Dem Leserbriefschreiber möchte ich mit einem ganzen Artikel antworten. Der Artikel besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil lautet die Antwort: nichts, im zweiten: sehr viel. Die Bedeutungen heute Schaut man nur auf die Bedeutungen, die heute Gültigkeit haben, dann fällt die Antwort negativ aus. [...] mehr
  • Willkommenskultur (02.03.2020)
    Ich muss gestehen, irgendetwas stört mich an diesem Wort. Ich gebrauche es nicht. Ist es eine Assoziation, die mir nicht gefällt? Oder passt das eine nicht zum anderen? Kann man überhaupt aus einem Willkommen eine Kultur machen? Ich weiß es nicht, möchte es aber gerne wissen. Der Begriff der Kultur ist im Deutschen nicht eindeutig. [...] mehr

Otto Ludwig

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