Lexikon

Kleines linguistisches Wörterbuch

Es konnten insgesamt folgende 59 Einträge zu dem von Ihnen gewählten Wortanfang f gefunden werden:

Face-to-face-Interaktion,
s. auch → Face-to-face-Kommunikation

Face-to-face-Kommunikation (auch: Face-to-face-Interaktion), Gespräch von Angesicht zu Angesicht, also Gespräche mit unmittelbarem Kontakt zwischen (mindestens) zwei Sprechern.
s. auch → Code

Fachsprache (auch: Expertensprache), die in einem Fachgebiet verwendeten sprachlichen Besonderheiten oder die Gesamtheit der dort genutzten sprachlichen Mittel.

Fakultativ, nicht verbindlich: einerseits Regeln, die nicht unbedingt befolgt werden müssen, andererseits in der Phonologie Varianten eines Phonems, die ohne Bedeutungsveränderung gegeneinander ausgetauscht werden können (zum Beispiel: Zungenspitzen-[r] oder Zäpfchen-[R] in "Rose".

false friend, engl. f. 'falscher Freund', bezeichnet ein Lexem, das in unterschiedlichen Sprachen vorkommt, jedoch eine jeweils andere Bedeutung hat. Beispiel: engl. mail (Post) vs. dt. Mail (elektronische Post); actually (tatsächlich) vs. dt. aktuell (derzeit)
s. auch → Paronymie, → faux-ami

False friends (auch: Falsche Freunde), sprachliche Ausdrücke, Wendungen, Wörter unterschiedlicher Sprachen, die sich scheinbar entsprechen oder ähneln, aber unterschiedliche Bedeutung haben. Beispiel: französisch: figure (Gesicht) - deutsch: Figur

Faux-ami (auch: Fauxami), frz. f. 'falscher Freund', bezeichnet ein Lexem, das in unterschiedlichen Sprachen vorkommt, jedoch eine jeweils andere Bedeutung hat. Beispiel: engl. mail (Post) vs. dt. Mail (elektronische Post); actually (tatsächlich) vs. dt. aktuell (derzeit) (von Torsten Siever)
s. auch → Paronymie, → false friend

Feldforschung, empirische Form der Datenerhebung über eine soziale Einheit (Feld), die durch Sammeln wissenschaftlicher Sachverhalte an Ort und Stelle Auskunft über die Realität gibt.

Femininum, kurz F., bezeichnet ein Substantiv mit weiblichem Geschlecht. Beispiel: die Katze (von AnnZie)
s. auch → Maskulinum, → Genus

feministische Linguistik (auch: linguistische Geschlechterforschung, feministische Geschlechterforschung), Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Sprache/Sprachverhalten und Geschlecht.
s. auch → Frauensprache

Finalsatz (auch: Absichtsatz, Zwecksatz), Nebensatz, mit dem ein Zweck, eine Absicht, ein Motiv angegeben wird. Im Deutschen mit "damit", "auf dass" oder "um ... zu" eingeleitet. Beispiel: 'Else erfreut Rainer, indem sie ihn einlädt', 'Karina lebt, um zu arbeiten'

finit, verbale Flexionsformen (finites Verb), die nach Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus verbi bestimmt sind.
s. auch → Finites Verb

finites Verb, kurz Vf (auch: Finitum, Verbum finitum, Personalform), Verb, das im Gegnsatz zum infiniten Verb nach Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus verbi bestimmt ist. Beispiel: er geht (finit) - gehen (infinit)
s. auch → Finit

Finitheit, finite Verben wie 'kommst' sind nach Numerus und Person konjugiert, infinite (Infinitive, Partizipien) nicht. Beispiel: infinit: "schlafen" finit: "er schläft"

Finitum (auch: finites Verb, Verbum finitum, Personalform), Verb, das im Gegensatz zum infiniten Verb nach Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus verbi bestimmt ist. Beispiel: er geht (finit) - gehen (infinit)
s. auch → Finit

Flektierbare, alle deklinierbaren (Adjektive, Artikel, Pronomen und Substantive) und konjugierbaren (Verben) Wortarten.
s. auch → Deklination, → Konjugation

flektierende Sprache (auch: Fusionierende Sprache), Sprachtyp, in dem es eine sehr enge, zur Verschmelzung neigende Verbindung zwischen Wortstamm und Affixen gibt, wobei im Gegensatz zu agglutinierenden Sprachen sich beide häufig in ihrer Form gegenseitig beeinflussen und die Flexionsmorpheme in der Regel mehr als nur eine grammatische Kategorie bezeichnen.
s. auch → Agglutinierende Sprache

Flexion, morphologische Markierung grammatischer Kategorien direkt am Wort zum Beispiel bei der Konjugation und Deklination (vor allem durch Suffigierung). Die Flexion ist zu unterscheiden von der Derivation (Wortbildung durch Ableitung). Beispiel: der Bauer'(Nom,sg.) 'dem Bauern'(Dat.sg.) , 'den Bauern' (Dat., Akk., pl.)
s. auch → Flexionsart, → Deklination, → Konjugation

Flexionsart, Deklination, Konjugation und Komparation sind die Flexionsarten.

Flexionsparadigma, die Gesamtheit aller möglichen Wortformen eines Lexems. So kann im Deutschen das Verb in der Regel 144 Flexionsformen bilden (6 Tempora, 3 Personen, 2 Numeri, 2 Modi, 2 Diathesen + Partizipien, Imperative, Infinitive und anderes).
s. auch → Flexion, → Flexionsart, → Konjugation, → Deklination

Flexionsstammform, das der Flexion zugrunde liegende lexikalische Morphem. Beispiel: "lern" in "lernen", "sieh" in "siehst"
s. auch → Flexion, → Flexionsart, → Morphem

Flexionstyp, Die vier nach Kasus- und Numerusendung unterschiedenen Flexionstypen sind: starke Maskulina und Neutra, schwache Maskulina, gemischte Maskulina uns Neutra und Feminina. Beispiel: lern in lernen oder sieh in siehst
s. auch → Flexion, → Flexionsart, → Neutrum, → Femininum, → Maskulinum

Flexiv (auch: Flexionsmorphem), Morphem mit rein grammatischer Bedeutung, also ein Flexionsmorphem im Unterschied zu Wortbildungsmorphemen.
s. auch → Flexion

Fokus, der akzentuierte Teil eines Satzes, der den höchsten Informationswert enthält und intonativ oder durch Markierung hervorgehoben wird.
s. auch → Fokusoperator, → Fokussierung

Fokusoperator, hervorgehobenes Element eines Satzes (Fokus), das die inhaltliche Beziehung zur Alternative bestimmt. Beispiel: "immer" = nicht manchmal; "Helga liest den Spiegel" gegenüber von "Helga liest immer den Spiegel"
s. auch → Fokus

Fokuspartikel (auch: Gradpartikel), Fokusoperatoren, die ein Bezugswort hervorheben. Beispiel: ""Auch" Else will ein Auto", ""Lediglich" Tim will keins"
s. auch → Fokus, → Fokusoperator, → Gradpartikel

Fokussierung, das Setzen eines Informationsschwerpunktes im Satz mittels sprachlicher Mittel wie Wortstellung, Betonung und Ähnlichem.
s. auch → Fokus

formales Subjekt (auch: Unpersönliches Subjekt), Konstruktionstyp wie in "es wird getreikt", bei dem das grammatische Subjekt (hier: "es") nicht das logische Subjekt ist.
s. auch → Unpersönliche Verben

Formant, feststellbare Frequenzbereiche, die jeweils bestimmten Tönen zugeordnet werden können.

Formativ, [1] Wortbildungsmorphem, das nicht alleine stehen kann, [2] Flexionsmorphem mit rein grammatischen Inhalt, [3] in Transformationsgrammatik: kleinste lineare Einheit mit syntaktischer Funktion (lexikalisch als Wort/Lexem, grammatisch als grammatische Kategorie ("Präsens", "Plural").

Fortis, unterscheidendes Merkmal, das aussagt, dass ein konsonantischer Laut (Verschluss- oder Reibelaut) mit großer Intensität, starkem Luftdruck ausgesprochen wird (im Unterschied hierzu: Lenis).
s. auch → Lenis

Frage, Sprachhandlung, um von einem anderen zu einem Sachverhalt oder Ähnlichem eine Antwort zu erhalten.
s. auch → Fragesatz

Frageadverb (auch: Interrogativadverb), Adverb, das einen Fragesatz einleitet, nicht deklinierbar ist und nach bestimmten Umständen wie Zeit, Ort oder Gründen fragt. Beispiel: Wann? Weshalb? Weswegen? Wie?
s. auch → Adverb, → Fragepronomen

Fragepronomen (auch: Fragewort, Interrogativpronomen, Fragefürwort, fragendes Fürwort), W-Fragewörter wie 'Wer?', 'Was?', 'Welcher?' und so weiter. Häufig wird zwischen deklinierbaren Fragepronomen und undeklinierbaren Frageadverbien unterschieden.
s. auch → Frageadverb, → Pronomen

Fragesatz (auch: Interrogativsatz), Satztyp zum Vollzug von Fragehandlungen, um über einen nicht geklärten Sachverhalt von jemandem anderen Auskunft, also eine Antwort, zu erhalten.
s. auch → Frage

Fragewort, Frageadverbien und Fragepronomen sind Frageworte. Gemeinsam ist ihnen der W-Anlaut und die paradigmatische Opposition zu D-Wörtern: 'Weshalb?' - 'Deshalb' oder 'Wer?' - 'Der' und anderes mehr.
s. auch → Frageadverb, → Fragepronomen

Frame (auch: Rahmen), Schema oder Muster, das beispielsweise die subjektive Beteiligung der Teilnehmer an sozialen Ereignissen bestimmt, indem es eine stillschweigende Orientierung bietet, auf der Erwartungen ausgebildet und Handlungen interpretiert werden.

Frauensprache, die Sprache oder die Sprechweise/das Sprechverhalten von Frauen, insofern sie/es sich von der Ausdrucksweise der Männer unterscheidet.
s. auch → Feministische Linguistik

Frege-Prinzip (auch: Kompositionsregularität, Kompositionsprinzip, Fregesches Prinzip der Bedeutung), nach dem deutschen Logiker Frege benanntes Prinzip, wonach die Bedeutung eines komplexen Ausdrucks sich aus der Summe der Bedeutungen seiner Teile und der Art, wie diese zusammengefügt sind, rekonstruieren lasse.

freie Angabe, jedes beliebig hinzufügbare und weglassbare, also nicht notwendige Element in einem Satz, das die Grammatikalität des Satzes nicht zu beeinflussen vermag. Beispiel: Die [kluge] Helene kocht [mit eifriger Freude] ein Ei.

freier Dativ, nicht vom Verb regierter Dativ. Dies sind eindeutig nur der Dativus ethicus und judicantis. Beispiel: Das ist mir zu schwierig.
s. auch → Dativ, → freie Angabe

freies Morphem, Morphem, das allein stehen kann wie zum Beispiel 'Baum' oder 'Wald'. Beispiel: Fuß, Ball, Vogel, Bild
s. auch → gebundenes Morphem, → Simplizia, → Morphem

freies Prädikativ (auch: Subjektsprädikativ), auch Subjektprädikativ genannt, ein Adverbial, die gemeinsam mit Kopulaverben wie 'sein, werden, bleiben' und andere das Prädikat eines Satzes bilden und sich auf das Subjekt beziehen wie in 'Sie ist/bleibt/wird [jung/Lehrerin]'.
s. auch → Adverbial

Fremdpräfix, Präfix, das aus einer anderen Sprache kommt und noch nicht vollständig in Schreibweise und Lautung angepasst ist. Beispiel: hyper-, poly-
s. auch → Präfix

Fremdsuffix, Suffix, das einer Fremdsprache entlehnt ist. Beispiel: Bandage

Fremdwort, Wort, das aus einer anderen Sprache übernommen wurde und das sich in Lautstand, Betonung oder Schreibung der Zielsprache (noch) nicht angepasst hat/ist. Beispiel: Exot, Galaxis, Thriller, Computer

Frequentativ (auch: Iterativ, Habituativ, Multiplikativ, Repetitiv), Aktionsart von Verben, die ausdrückt, dass sich etwas ständig oder regelmäßig wiederholt.
s. auch → Aktionsart

Frikativ (auch: Reibelaut, Spirant, Engelaut), Artikulationsart eines Lautes. Bei der Artikulation von Frikativen, auch Reibelaute, Engelaute oder Spiranten genannt, verbleibt ein Spalt zwischen den beteiligten Artikulatoren, sodass der austretende Luftstrom ein Reibegeräusch hervorruft. Diese Engebildung kann an nahezu allen Artikulationsorten auftreten. Beispiel: [f] in "Feuerwehr", [v] in "Wild", [s] am Ende von ""Kuss", [z] in "Sud"
s. auch → Spirant

Frühneuhochdeutsch, zwischen dem Mitteldeutschen und dem jetzigem Deutsch (Neuhochdeutschem) angesiedelte Sprachstufe des Deutschen, zeitlich ungefähr zwischen 1350 und 1650 gelegen, in deren Zeit sich allmählich die niederhochdeutsche Schriftsprache entwickelte.
s. auch → Mitteldeutsch, → Oberdeutsch, → Niederdeutsch, → Hochdeutsch

Fuge (auch: Wortfuge), diejenige Stelle in einem aus zwei Wörtern zusammengesetzten Wort (Komposita), an der die beiden Wörter aneinander grenzen und gegebenenfalls ein Fugenlaut eingefügt ist. Beispiel: Einheitsbrei
s. auch → Fugenelement

Fugenelement, in der Wortbildung zwischen zwei Morphemen als Bindeglied auftretende Lautfolgen, die diachronisch gesehen auf Flexionsendungen zurückzuführen sind, heute diese Funktion aber verloren haben. Beispiel: Tag-es-zeit (Zeit des Tages.
s. auch → Bindevokal

Funktiolekt (auch: Zwecksprache, Fachsprache, Register), von einer bestimmten Gruppe benutzte, fachspezifische Sprache deren Anwendung einen schnelleren Austausch fachspezifischen Wissens verspricht. Dieses Ziel wird über den gestärkten Funktionsaspekt der Sprache (Qualität, Fachspezifik und Schnelligkeit) erreicht. Der Funktiolekt verwendet keine rhetorischen Mittel. Die Verwendung von Fach- und Fremdwörtern zur Vermeidung von Umschreibungen kennzeichnet ihn hingegen.
s. auch → Dialekt, → Fachsprache

funktionale Satzperspektive (auch: Thema-Rhema-Gliederung, kommunikative Gliederung, kommunikative Organisation, aktuelle Gliederung), die Thema-Rhema-Gliederung eines Satzes, also seine kommunikative Organisation, gegliedert nach Thema (über das etwas gesagt wird = der Ausgangspunkt des Satzes) und dem Rhema (das, was über das Thema gesagt wird = die neue Information zum Thema).

Funktionsverb, Verb, das in einem Kontext genutzt wird, in dem es primär dazu dient Tempus-, Modus-, Genus-, eventuell auch Aspekt- oder Aktionsartmerkmale auszudrücken und seine lexikalische Bedeutung als Vollverb fast ganz verloren hat. Beispiel: bringen, kommen
s. auch → Funktionsverbgefüge

Funktionsverbgefüge, kurz FVG (auch: Schwellform, Streckform), eine aus einem präpositionalen Objekt und einem Funktionsverb bestehende syntaktische Konstruktion (Beispiel: 'er bringt mich zum Lachen') , in der die Bedeutung des Nomens von zentraler Bedeutung ist, wohingegen die lexikalische Bedeutung des Funktionsverbs, die dieses als Vollverb hatte, zugunsten der Aspekt- und Aktionsartmerkmale 'verblasst' ist. Beispiel: Er gab seine Einwilligung - Er willigte ein.

Funktor, Ausdrücke wie "nicht" (Negation), "und" (Konjunktion), "oder" (Disjunktion), "wenn - dann" (Implikation), "genau dann, wenn" (Äquivalenz), die Aussagen miteinander in Beziehung setzen oder einen anderen Ausdruck näher bestimmen.

Fusion, bezeichnet eine Verbindung zweier Morpheme, die mit lautlichen Veränderungen einhergehen. Beispiel: 'Baum' > 'Bäum-chen'

Fußbildung, Verschmelzung/Verbindung von mindestens zwei Silben mehrsilbiger Wörter, von denen die eine Silbe den Akzent für die andere trägt, somit also den Fuß stellt, auf dem die andere Silbe steht wie in 'Mannschaf[t-en]' (Vergleiche im Unterschied hierzu 'Mannschaft'). Beispiel:

Futur (auch: Zukunft), Zeitstufe der Zukunft. Beispiel: "Er wird kommen."

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Kommentare zu dieser Seite

Ich bin Schülerin der 6. Klasse in MV, un dbin enttäuscht das es auf dieser Seite GENAUE DEFINITION gibt die ERKÄRT was FLEKTIERBAR ist!
Montag, 14. Juni 2010 Gast