Lexikon

Kleines linguistisches Wörterbuch

Es konnten insgesamt folgende 40 Einträge zu dem von Ihnen gewählten Wortanfang e gefunden werden:

Echofrage (auch: Wann kochst du? - Wann ich koche?), Frage, die eine Gegenfrage zu einer zuvor gestellten Frage bildet, deren Wortlaut und Kontext sie aufnimmt.

effiziertes Objekt, semantische Interpretation der Prädikat-Objekt-Relation im Satz: Hier speziell die semantische Relation zwischen transitivem Verb und Objektnominalphrase, letztere wird dann als effiziertes Objekt bezeichnet, wenn die durch das Objekt bezeichnete Sache erst durch die im Verb genannte Handlung erschaffen wird. Beispiel: "Karl baut ein Haus", "Karl schreibt einen Roman"
s. auch → Affiziertes Objekt

Egressiv, [1] als Aktionsart: das Ende eines Geschehens ausdrückend; [2] in der Phonetik, Bezeichnung für die Lautproduktion (Phonation) durch das Ausatmen. Beispiel: als Aktionsart: verblühen, entloben

Eigenname, Substantive, die immer nur eine bestimmte, genau identifizierbare Person, Familie, Stadt, einzelne geografische Erscheinung (Ort, Fluss, Gebirge), Volksgruppe (Land) und so weiter benennen. Beispiel: Fritz, Schulze, Hannover; Harz, Nordsee

Einschubsequenz, kommt während der Kommunikation vor. Es geht hier um den Einbau von Paarsequenzen, die der Klärung von Voraussetzungen dienen, die der Sprecher zur Realisierung des zweiten Paarsequenzteils benötigt. Beispiel: A: Willst du das noch essen? {B: Hat Peter schon gegessen? A:Ja, schon vorher.} B: Dann nehme ich mir das da noch.
s. auch → Paarsequenz

elaboriert, komplexe Sprachvarietät mit variantenreichen Wortschatz und kontextunabhängig erschließbarem Inhalt (elaborierter Code).

Elativ, [1] Form des Adjektivs, die wie der Superlativ gebildet ist, aber nicht den höchsten, sondern einen sehr hohen Grad bezeichnet, [2] ein Kasus zum Beispiel in finnougrischen Sprachen mit der Bedeutung "aus ... heraus". Beispiel: "mit "größtem" Bedauern", ""zutiefst" enttäuscht"

Elision, Wegfall/Weglassen eines Lautes, besonders eines Endvokals vor Vokalanlaut, aus Gründen des Wohlklangs (beziehungsweise artikulatorischer Aufwandsverringerung). Beispiel: Freud' und Leid

Ellipse (auch: Auslassung), Tilgung von Wörtern in einem Satz, häufig das Prädikat {(Ute geht einkaufen und Uwe [geht] zum Sport) oder Subjektpronomen (Bin gleich da), in bestimmten Varietäten wie dem Kiezdeutschen etwa auch Präpositionen (Ich gehe Schwimmbad). Im engeren Sinn sind Ellipsen rekonstruierbar, alle anderen Formen Satzfragmente (Ausfahrt). (von Torsten Siever)
s. auch → Varietät, → Kiezdeutsch, → Rekonstruktion

Emphase, [1] besondere Betonung einer kommunikativen Absicht mittels Prosodie, Wortwahl, Wortstellung. [2] Daneben veraltete (ungenaue) Bezeichnung für einige Laute in semitischen Sprachen (zum Beispiel Arabisch, Hebräisch), für deren Artikulation - zusätzlich zur Lautbildung im Gaumen- und Lippenbereich - der Rachen verengt wird.

Empraktisch, Sprachgebrauch/Wortgebrauch, der nur aus der Situation heraus verstehbar ist. Beispiel: "Ein Helles!": Bestellung enes Biers in einer Kneipe; "Der Niere geht's nicht gut" (Gespräch unter Krankenhauspersonal)

endozentrische Konstruktion, nach Bloomfield eine (syntaktische) Konstruktion, die im Unterschied zur exozentrischen Konstruktion unter ihren unmittelbaren Konstituenten mindestens eine hat, die von der gleichen Kategorie ist wie die Konstruktion selbst. Ist nur eine Konstituente wie die Konstruktion, so spricht man von subordinativ endozentrisch, sind es mehrere Konstituenten, so spricht man von koordinierend (beiordnend) endozentrisch. Beispiel: "Er sah [Fritz und Paul]: [Fritz und Paul] = koordinierend endozentrisch, "Er kauft sich [ein grünes Fahhrad]": [ein grünes Fahhrad] = subordinativ endozentrisch
s. auch → Exozentrische Konstruktion

Endsilbe (auch: Ultima), die letzte Silbe in einem Wort.

Enklise, Anlehnung eines betonungs- und bedeutungsschwächeren Wortes an das vorausgehende, stärker betonte und bedeutungsstärkere Wort ("gibt's" statt "gibt es").
s. auch → Proklise

Enklitikon, schwachtöniges (unbetontes) Element, das sich (häufig in reduzierter Form) an ein vorangehendes betonteres Wort anlehnt. Beispiel: "haste" ("hast Du")
s. auch → Enklise

Enkodierung (auch: Kodierung), die Übersetzung kognitiver und/oder emotionaler Vorgänge in eine Mitteilung und deren Umsetzung in einen sprachlichen Ausdruck.

Entlehnung (auch: Transformation), Prozess und Resultat der Übernahme/Eingliederung von sprachlichen Ausdrücken einer fremden Sprache in eine andere, sowohl lexikalisch als auch grammatisch.

Entrundung (auch: Delabialisierung, Delabialisation, Entlabialisierung), Wegfall der Lippenrundung bei ehemals rund ausgesprochenen Vokalen, die sich zu einfacheren, weniger markierten Vokalen wandeln.

Entscheidungsfrage, Fragesatz, der sich mit 'ja' oder 'nein' beantworten lässt. Beispiel: Willst Du wirklich nicht mitkommen?
s. auch → Alternativfrage

Epenthese (auch: Lauteinschaltung, Lauteinschub), Einfügung von (Gleit)lauten ohne etymologische Motivation zur Erleichterung der Aussprache. Sie werden meist zwischen zwei Konsonanten eingeschoben, mitunter aber auch zur Vermeidung eines Hiatus. Beispiel: afrika-n-isch, hoffen-t-lich, (nicht grafisch realisiertes) t in übrigen[t]s (von Torsten Siever)
s. auch → Hiatus, → Konsonant

Epiglottis, der Kehldeckel, eine Verschlusseinrichtung am Kehlkopf.

Epistemisch, Erkenntnisstatus im Sinne von: es wird geglaubt, angenommen, vermutet. In der epistemischen Logik wird mit den Begriffen Glauben, Für-möglich-halten, Überzeugt-sein und Wissen gearbeit und nicht mit dem Begriff der Wahrheit.

EQUI-NP-Deletion, in Generativer Transformationsgrammatik Tilgungstransformation, die vollzogen werden kann, wenn das Subjekt eines eingebetteten Satzes mit dem Subjekt oder Objekt des einbettenden/übergeordneten Satzes identisch ist. Beispiel: [Karl hofft [Karl gewinnt]] - [Karl hofft [zu gewinnen]]

Erbwort (auch: einheimisches Wort, indigenes Wort), ein über die verschiedenen Sprachstufen erhaltenes Wort, das zum Grundwortschatz einer Sprache gehört und Aufschluss über die Abstammung der Sprache geben kann. Beispiel: Pferd, Haus, Hand
s. auch → Erbwortschatz

Literatur: einsehen

Erbwortschatz, bezeichnet die geschichtlichen Wortschatz einer Sprache, der aus keiner anderen entlehnt wurde. Dabei gibt er Aufschluss über die Abstammung von Sprache. (von AnnZie)
s. auch → Erbwort, → Lehnwort

Ergativ, Kasus in Ergativsprachen zur Bezeichnung des Handlungsträgers bei transitiven Verben.
s. auch → Ergativsprache, → Absolutiv

Ergativsprache (auch: Absolutivsprache), Sprachtyp, mit dem Grundkasus Absolutiv, der das Subjekt intransitiver und das Objekt transitiver Verben markiert, als Agens von transitiven Verben fungiert der Ergativ. Beispiel: Baskisch, viele kaukasische Sprachen, Paschtu (in Afghanistan), Hindi, Kurdisch, Tibetisch
s. auch → Akkusativsprache, → Aktivsprache, → Ergativ, → Absolutiv

Essiv, Kasus, zum Beispiel in finnougrischen Sprachen, mit der Bedeutung "Vorhandensein als", "Existieren als".
s. auch → Kasus

Ethnomethodologie, Untersuchung von denjenigen Wissensbeständen einer Gesellschaft, die beim alltäglichen Handeln herangezogen werden müssen, um den Alltag geregelt gestalten zu können.

Etymologie, Wissenschaft von der Herkunft, der Ursprungsbedeutung, der zeitlichen Entwicklung von Wörtern, ihrer Verwandtschaft sowie ihrem Bezug zu Wörtern anderer Sprache.

Euphemismus, Worte/Formulierungen, die einen Sachverhalt mildernd, beschönigend oder verschleiernd ausdrücken. Beispiel: entschlafen (für sterben), Sondermüll (für Giftmüll)

Exhortativ (auch: Kohortativ), nicht eindeutig auf Verb- oder Satzmodus festgelegter Modus des Ermahnens, Ermutigens, Vorschlagens.

Exklusiv, Umstand, dass in manchen Sprachen mit dem Personalpronomen der ersten Person Plural nur der Sprecher und eine oder mehrere dritte Personen gemeint sein können, nicht aber der Angesprochene (im Unterschied zu inklusiv).
s. auch → Inklusiv

Exophorisch, Wort/Pronomen, das auf ein Objekt außerhalb eines Textes verweist.

exozentrische Konstruktion, Nach Bloomfield eine Konstruktion, in der keine der Konstituenten allein die Funktion der Gesamtkonstruktion übernehmen kann, sondern sie nur Miteinander ihre syntaktische Aufgabe erfüllen können. Beispiel: "im Sommer": weder "im" noch "Sommer" können im Satz allein stehen
s. auch → endozentrische Konstruktion

Expiratorisch, Lauterzeugung durch Ausatmen.

explizite Wiederaufnahme, ein Wort oder eine Wortgruppe werden im weiteren Verlauf des Textes durch andere referenzidentische (beziehungsgleiche) Ausdrücke wiederaufgenommen. Beispiel: [Eine Frau] steht an einer Ecke. [Sie] lacht vor sich hin und pfeift. [Die Frau] heißt Heide.
s. auch → implizite Wiederaufnahme, → Wiederaufnahme

Expressiv, (in besonderem Maße) Gefühle und Empfindungen des Sprechers ausdrückend.

Extension, Objekt/Entität (Ausdruck, Denotat), auf das/die mit einem sprachlichen Ausdruck refereriert wird. Beispiel: Individuum, auf das die Ausdrücke Superman und Clark Kent verweisen; Venus für Morgenstern und Abendstern (von Torsten Siever)
s. auch → Intension

Extrasilbisch, Konsonant oder Segement, der/das zu keiner Silbe gehört. Beispiel: /s/ in Spaß, /sts/ in Herbsts

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