Lexikon

Berlinisch-Wörterbuch

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Sabberliese, 1. tratschende Frau und 2. unsauberes Kind.

Sabbermaul, auch Sabberfritze Quatschkopf.

sabbern, sabbeln, dummes Zeug reden. Iterativbildung zu mnd. sabben = geifern, speicheln.

Sachsengesocks, Schimpfwort für die Sachsen.

sachte, sachteken, behutsam, ruhig. »Immer sachte mit die jungen Pferde.«

Sack, wie in vielen anderen Dialekten ein beliebtes Schimpfwort, das in zahlreichen Wendungen vorkommt: »Du oller Sack«, Sacksülze, Sackgesichte, Saftsack usw.

Säcke, »Sach mal, haste Säcke vor de Türe?«, ironische Frage an jemanden, der eine Tür offen läßt.

saftig, derb. »’n saft’jer Preis« ist ein hoher Preis.

Saftladen, Bezeichnung für eine miese Kneipe oder einen schlecht geführten Laden. Ursprünglich für eine Apotheke wegen des Verkaufs von Kräutersäften.

Salat, »Da ham wa den Salat!«, da haben wir die Bescherung.

Salzhase, eingesalzener Hering.

Salzketer, Salzkuchen. »-keter« ist die entrundete Form von »Köter«, Hund.
s. auch → Salzkuchen

Salzkuchen, Brötchen aus Roggen- und Weizenmehl, Schusterjunge.
s. auch → Schusterjunge

Sammelsurium, (hd. sammeln und nd. sur = sauer und lat. Endung) Durcheinander, Mischmasch. In Anlehnung zu nd. ›Sammelsur‹, ein aus Speiseresten bestehendes, säuerlich schmeckendes Gericht. Scherzhafte Bildung aus der Studentensprache des 17. Jhs.

Sankristei, Sakristei.

Sardellen, Haare. Ursprünglich für spärliche Haarstränen.

Sargnagel, Zigaretten. Vgl. engl. coffin-nail.

Satansbraten, 1. für Bulette. 2. frecher Junge, Hallodri.
s. auch → Bulette

Sau, wie in Bayern auch ein beliebtes Schimpfwort: Saukerl, Sauladen, Saubande, olle Sau, etc. »Unter aller Sau«, ist unter aller Kritik, wer »wie ’ne jesengte Sau rennt«, der ist in höchster Eile, während jemanden »zur Sau machen« meint, ihn in Grund und Boden zu stampfen.

sauer, »Dit wird dir sauer uffstoß’n.«, schlecht bekommen. »Dit kannste dir sauer kochen.«, das kannst du für dich behalten. »Uff den bin ick janz schön sauer.«, böse, wütend.

Sauerkohlstampfer, oder auch Sauerkohlstampen dicke, plumpe, Beine.

Saunickel, schmutziger Mensch.

Saures, »Jib ihm Saures!«, Aufmunterung bei Prügeleien.

Sause, »’ne Sause machen«, zechen, einen trinken gehen.

Schacht, (nordd.) Keile, Prügel.

Schachtel, »’ne olle Schachtel« ist eine alte und/oder häßliche Frau. Wohl nach frühnhd. schattel = weibliche Scham.

Schafsscheiße mit Speckkrabben, unschmackhaftes Essen.

Schale, wer sich »in Schale schmeißt«, der hat sich feingemacht, schick angezogen.

schalen gehen, Mülltonnen nach verwertbaren Abfällen durchsehen.

Schallee, Gelee.

Schamsel, (frz. mamselle) liederlich aussehendes Frauenzimmer.

Schamster, Freund einer Frau.

Schandschnauze, freches Mundwerk.

Schandtat, wer »zu allen Schandtaten bereit ist«, der macht gern alles mit, der ist zu allem bereit.

schappern, tanzen.

Schappipuffer, für Bulette.
s. auch → Bulette

scharf, »uff wat scharf sein », auf etwas gierig sein.

scharmieren, (frz. charmer) liebkosen.

scharwenzeln, schmeicheln. Vom tschech. Hasardkartenspiel Straschak eingedrungen. Wenzel = bube, von cervey = rot.

schauderös, schauerlich.

schauern, scheuern.

schaukeln, »Wir werd’n dit Kind schon schaukeln.«, die Sache schon machen.

Schaukelpferd, wer »’n Jemüt wie’n Schaukelpferd hat«, der ist gutmütig.

Schaute, (jidd. schoteh = Narr) im 19. Jh. eine Vogelscheuche, ein häßlicher Mensch; heute für einen charakterlosen Menschen.

scheckig, »sich scheckig lachen«, sich krumm lachen.

Scheese, 1. (frz. port-chaise = Sänfte) schlechtes Auto und 2. Kinderwagen. Schesen schnell laufen, jagen, vielleicht von engl. to chase. auch Cheese.
s. auch → Cheese

Scheibenkleister, Umschreibung für Scheiße. »So’n Scheibenkleister!«, Ausruf der Verärgerung.

Scheich Ahmed, reicher Mann.

Schein, 100-Mark-Schein. Eine halber Schein ist ein 50-Mark-Schein.

Scheiß, (mask.) »So’n Scheiß!«, so ein Mist. Entstanden aus hd. Femininum »die Scheiße« und der nd. maskulinen Form »der Schiet«. Produktiv in vielen Zusammensetzungen, z. B.. Scheißangst, Scheißtyp, Scheißarsch, u.s.w.

Scheiße mit Reis, unschmackhaftes Essen.

Scheißständer, Beine.

scherbeln, veraltet für tanzen.

scheuern, 1. tanzen, feiern und 2. jemanden ohrfeigen. »Ick scheuer dir gleich ’n paar!«

Scheuerratte, Mädchen, das ständig tanzen geht, also eine ›Tanzmaus‹ ist.

Scheunendrescher, »essen wie’n Scheunendrescher«, viel essen.

schick, sehr gut, wie dufte.
s. auch → dufte

schicker, (jidd.) betrunken.

Schickse, verächtlich für eine junge Frau. Von jidd. schekez = Gaul; ursprünglich bezogen auf christliche Frauen, die mit einem jüdischen Mann befreundet waren.

schieben, gehen, machen. »Schieb ab!«, hau ab.

schiel, schielend.

Schieleisen, Brille.

Schiepchen, Freund.

Schiepel, im 19. Jh. alter Hut.

schikanös, schikanierend.

Schillebold, Libelle.

Schimmer, Ahnung. »Der hat ja keen’ Schimmer!«

Schimpfe, Schelte. »Mutter, jibt’s Schimpfe, wenn ick zu spät komme?«

Schippe, Schaufel. Jemanden »uff de Schippe nehm’n«, ihn veralbern. »’ne Schippe ziehen«, den Mund verziehen als Ausdruck des Gekränktseins.

schiskojenno, (poln.) gleichgültig, egal.

Schißlaweng,
s. auch → Cislaweng

Schlaaks, hochgeschossener, meist ungeschickter Mensch. Von nd. slak = nachlässig, träge.

Schlabbertutti, oder Schlabbertutsch süße, weichliche Speisen.

Schlaffi, (jgdsprl.) schlapper Typ.

Schlafittchen, jemanden »bei’t Schlafittchen kriejen«, ihn (am Rockkragen) festhalten, ihn packen, meist mit der Absicht, ihm die Leviten zu lesen.

schlagen, »Da schlag einer lang hin!«, Ausruf des Erstaunens.

Schlamassel, (jidd. masol = Glück), verfahrene, schwierige Situation. Wie Bredullje. »Da ham wa wieder den Schlamassel!«
s. auch → Bredullje

Schlammschieter, bzw. Schlammscheißer Schimpfwort auf eine Person.
s. auch → Scheiß

Schlampampe, (mnd. slampampen) 1. unordentliche, nachlässige Frau. 2. Unordentlichkeit.

Schlangenfraß, schlechtes Essen.

Schlapper, »Jib ma mal de Schlapper rüber.«, die Hausschuhe. Nordd. ›Schlappen‹, von nd. slappen = hängen lassen.

Schlappschwanz, Schwächling. Abgeleitet von »schlaffer Schwanz«, nicht erigierter Penis.

Schlappschwanz, bezeichnet eine schwache Person. (von AnnZie)
s. auch → feiger Hund

Schlauch, wer »auf dem Schlauch steht«, ist völlig erschöpft oder pleite.

schleierhaft, rätselhaft.

Schleimscheißer, Kriecher, Schmeichler.

Schlenki, (ostberl.) für den Bus der Öffentlichen Verkehrsbetriebe, der aus zwei durch ein Gelenk verbundene Wagen besteht.

Schlesinger, Schlesier.

Schlidderbahn, Rodelbahn.

schliepig, wässrig in bezug auf Kartoffeln.

Schlimme Oogenwurst, Fleischwurst.

Schlitten, 1. Motorrad und 2. großes Auto. 3. Als Drohung: »Mit dem wer’ ick Schlitten fahr’n!«

Schlodderpamps, weiche Masse. Aus nd. sluddern = schlottern und Pamps (nd. pamps) = Brei. auch Pampe.
s. auch → Pampe

Schlorndorf, Berlin-Charlottenburg.

Schlorren, (nordd., ostpr.) Hausschuhe.

Schlössertöle, »Er heult wie ’ne Schlössertöle.«, wie ein Schloßhund, also ununterbrochen und heftig.

Schluckspecht, jemand, der viel trinkt bzw. viel trinken kann.

Schlummerkopp, Mensch ohne Energie.

Schlummerorgel, Radio.

Schlummerrolle, Geliebte, Freundin.

Schlumpe, (nordd.) Schlampe. Von schlumpen = schlaff herabhängen, Nebenform zu ›schlampen‹.

Schlung, Schlund.

Schlunze, wie Schlumpe.
s. auch → Schlumpe

Schmackedutzie, Rohrkolben (Pflanze)

Schmalzamor, verliebter dicker Mann.

Schmalzlerche, Pfannkuchen.

Schmalzstulle, »Immer rüber mit de Schmalzstullen.«, immer her mit dem Geld. auch Stulle.
s. auch → Stulle

Schmalzstullentheater, billiges Boulevardtheater.

Schmatzipuffer, Liebling.

schmeißen, 1. werfen, geben. »Schmeiß ma mal de Kassette rüber.« 2. starten, anzünden. »Schmeiß mal den Ofen/Wagen an.«

schmettern, trinken.

Schmierage, Geschmiere.

Schmook, im 19. Jh. für eine verbotene Übersetzung. Vgl. engl. ›smoke‹ und ›smog‹.

Schmu, (rotwelsch schmuh = Profit, Gewinn) »Schmu machen«, betrügen.

schmuddelig, (nd. smuddelig) schmutzig.

schmuddlig, dreckig (von AnnZie)
s. auch → verschmaddern, → beschmuddeln

schmulen, 1. verstohlen blicken. 2. in der Schule abgucken.

schmurgeln, brutzeln, braten.

schnabbelieren, mit Behagen speisen, schnabulieren.

Schnabberliese (auch: Schnatterliese), bezeichnet ein Mädchen oder eine Frau, die sehr viel redet. Auch: Schnatterliese (von AnnZie)
s. auch → schnabbern

schnabbern, viel sprechen, wie quasseln. So auch Schnabberliese.
s. auch → Schnabberliese

Schnabus, Schnaps.

schnafte, ausgezeichnet, sehr gut.

Schnalle, 1. Bruder, 2. Freundin und 3. Kumpel.

schnallen, verstehen. »Inner Schule hab ick heut wieder ja nischt jeschnallt.«

Schnäpperken, ein Glas Schnaps. Von schnäppern = ein Glas Schnaps trinken. Substantivierung durch die nd. Endung -ken.

Schnapsdrossel, Trunkenbold. Dem Namen der Wacholderdrossel nachgeahmt.

schnarzig, besonders gut.

schnasseln, (jidd. schasjenen) trinken.

Schnauze, wie in anderen Dialekten auch ein häufig benutztes Schimpfwort. »Ick polier’ dir gleich de Schnauze!« Eine frisierte Schnauze bezeichnet eine gewollt vornehme Sprechweise.

Schnauzenschaber, oder auch Schnauzenschinder Herrenfriseur.

Schneemann, Verkehrspolizist.

schneen, schneien.

Schneiderkarpfen, ironisch für Hering. Was dem Reichen der Karpfen, ist dem armen Schneider der Hering.

Schnelle, »uff de Schnelle«, schnell.

Schneppe, Schnepfe, Hure.

schnieke, (nd. snigger, snicker = munter, hübsch, zierlich) fein, elegant, schmuck, schneidig; überhaupt Ausdruck des Wohlgefallens.

Schniepel, 1. Frack, inbesondere im 19. Jh., und 2. für den Penis eines kleinen Jungen. Von nd. sniepeln = abschneiden.

schnippern, mit der Schere schneiden, schnippeln.

Schnittloch, Schnittlauch. auch Knobloch.
s. auch → Knobloch

schnobbern, schlummern.

Schnodderschnauze, vorlautes Mundwerk.

schnoddrig, (nd. snodder = Nasenschleim) frech, vorlaut. Bezeichnet jemanden, dem es noch gar nicht zukommt, mitzureden; der noch so jung ist, daß ihm der Nasenschleim aus der Nase läuft. Nd. ene snoddrige Näse = eine Nase voller Schleim.

schnorren, betteln, bei jemanden auf geschickte Art und Weise etwas abstauben.

Schnösel, sich vornehm gebender Mann bzw. vorlauter Junge. Abgeleitet von Schnodder, schnoddrig.
s. auch → schnoddrig

schnudd(e)lig, nett, liebenswert. Gehört zu Schnute und ist parallel zu schnoddrig.
s. auch → Schnute, → schnoddrig

schnuddlig, heißt so viel wie besonders fein/ lecker (von AnnZie)
s. auch → schnulle

schnulle, wie schnuddlig und davon abgeleitet.
s. auch → schnuddlig

schnuppe, gleichgültig, egal, einerlei. »Dit is’ ma schnuppe!« Von Berlin aus in der 2. Hälfte des 19. Jhs. verbreitet und heute umgs.

schnurz, wie schnuppe. »Dit is ma schnurz und piepe.«, das ist völlig gleichgültig. Abgeleitet von nordd. Snart, Snurt = Furz.
s. auch → schnuppe

Schnute, Mund. »’ne Schnute ziehen«, schmollen. Nd. Entsprechung zu hd. ›Schnauze.‹

schocken, bezahlen. Von jidd. schuck = Mark, Geldstück.

schoflig, (jidd. schophol = niedrig, schlecht) gemein.

Scholli, (vielleicht frz. joli = niedlich) »Mein lieber Scholli!«, Drohung, insbesondere von Eltern gegenüber ihren Kindern.

Schorftörtchen,
s. auch → Bulette

Schornsteinfegerhelm, im 19. Jh. für Zylinder.

Schote, 1. Ohrfeige und 2. eine außergewöhnliche, meist nicht ganz korrekte Situation. »’ne Schote abzieh’n«, etwas tun, was nicht ganz korrekt ist.

Schotterlotte, betuchte Freundin. Fußt auf umgs. Schotter = Geld, analog zu Kies.
s. auch → Kies

schräg, jemanden »schräg ankieken«, schief angucken.

Schreckschraube, »’ne olle Schreckschraube« bezeichnet eine meckernde Frau oder eine alte Jungfer.

Schreibebrief, offizieller Brief.

Schreiberholz, Bleistift.

Schreifritz, Freischütz.

Schrippe, Berliner Brötchenspezialität. Während eine verzauberte oder gebratene Schrippe die Bulette ebenso bezeichnet wie Schrippe im eigenen Saft, bezieht sich »’ne olle Schrippe« mitunter auf eine Frau. Vgl. frühneuhd. ›schripfen‹.
s. auch → Bulette

Schrippenarchitekt, Bäcker.

Schrippenpuffer, für Bulette.
s. auch → Bulette

Schrulle, alte Frau.

schrumplig, runzlig. Von schrumpeln, nd. und md. Variante zu schrumpfen.

schubbern, 1. reiben, scheuern, 2. tanzen und 3. arbeiten. Von schubben, nd. und md. Varianten zu hd. ›schieben‹.

Schubjack, Geizhals. Vgl. nl. schobbejak, nordd. Schubb(e)jack; aus nd. schobben = kratzen und die verküzte Nebenform Jack aus Jacob.

schuchteln, tanzen oder auch einen Einkaufsbummel machen.

Schudder, Schauder.

Schuhsohlen putzen, tanzen gehen.

Schumm, (jidd. schemen = Fett) Rausch. Der Anfangslaut wird in der Regel gesprochen wie frz. ›j‹ in jardin. Von daher findet sich wohl auch die Aussprache Jum, mit deutschem ›j‹.

Schuß, »Dit war’n Schuß in die Hose.«, das war nicht gelungen. Wer »’nen Schuß weg hat«, der ist nicht ganz richtig im Kopf.

schusselig, (omd.) fahrig.

Schusterjunge, Roggenmehlbrötchen. »Es regnet Schusterjungen.«, sehr stark.

Schusterpunsch, normaler Kaffee.

Schüttelroste, »uff de Schüttelroste gehen«, tanzen gehen.

schwach, »Du bist wohl momentan schwach uff de Brust.«, hast wohl kein Geld mehr.

Schwadilje, früher für alte Jungfer.

Schwangere Auster, Spitzname für die Berliner Kongreßhalle.

schwarz, »warten, bis de schwarz wirst«, lange warten.

Schwefel, Streichholz.

Schwein, Schimpfwort. »Ick gloob mein Schwein feift!«, ich glaube, ich spinne. (Ausruf des Erstaunens)

Schweinebacke, oder auch Schweinepriester Schimpfwort für eine Person.

Schweinezucht, große Unordnung.

Schwelle, Schwester.

Schwenzelpfennige, heimlich gespartes Wirtschaftsgeld.

schwer schief geladen, stark betrunken.

Schwiegerpaul, Schwiegervater.

schwiemeln, ein liederliches Leben führen. Von nd. swimen = schweben.

schwiemlig, schwindlig. Von schwiemeln.
s. auch → schwiemeln

schwierige Geburt, »Dit war ’ne schwierige Geburt.«, eine nicht einfach zu bewerkstelligende Sache.

Schwindeljule, Bezeichnung für ein kleines Mädchen.

Schwindelpost, Als »Schwindelpost« bezeichnete man im Jahre 1870 die zahlreichen Extrablätter, die den Verlauf des Krieges nicht gerade wahrheitsgemäß berichteten.

schwoofen, tanzen. »uff’n Schwoof gehen« heute für tanzen gehen, im 19. Jh. auf einen öffentlichen Ball gehen. Von omd. Schwof = Dorftanz, was an mhd. sweif = schwingende Bewegung anknüpft.

Schwuchtel, Tunte, feminin wirkender Homosexueller.

schwuchteln gehen, tanzen gehen. Zu mundartlich schwuchten = schwanken, schaukeln.

Schwulitäten, »in Schwulitäten geraten«, in Schwierigkeiten kommen. Fußt auf nd. swul = drückend, ängstlich, beklommen.

Schwupper, Fehler, Versehen. Von umgs. Schwupp = kleine herausschwappende Menge.

Sechser, 5-Pfennig-Stück. Leitet sich ab von einer Münze, die früher sechs Pfenige wert hatte.

SED, (ostberl.) Selten etwas dran.

Seechbomme, Nachttopf.

Seelenziepen, Liebeskummer.
s. auch → ziepen

Seifensieder, »Mir jeht’n Seifensieder uff.«, mir geht ein Licht auf. Seifensieder = Kerze.

Selbstgestrickter, ein langhaariger Hund.

selbstgewachsen, »Die Blume is selbstjewachsen.«, sagt man, um ihre Qualität hervorzuheben.

selten, ungewöhnlich.

Semmeltörtchen, für Bulette.
s. auch → Bulette

Senfschnuller, Bockwurst.

Senge, Schläge, eine Tracht Prügel.

Senkel, Schnürsenkel. »nich alle uff’n Senkel ham« = verrückt sein.

Senkelhalter, Schuhe.

senkrecht, aufrecht.

Sesselpuper, Beamte(r).

setzen, »Es setzt gleich Keile!«, es gibt gleich Prügel.

Siebenklepper, Kind.

Siebenköpfige Raupe, »essen wie eine siebenköpfige Raupe«, viel essen.

Sieke, Musik. Abkürzung aus dem Liedvers »In Rixdorf is Musike...«

simelieren, nachsinnen.

Singepedemie, Singakademie.

sittlich, »Dit hat keenen sittlichen Wert.«, das nützt nichts.

Sitzkissen, türkisches Fladenbrot.

Sitzung haben, »’ne Sitzung haben«, zur Toilette gehen.

Snob, (engl. snob) feiner Herr.

Socken, wer »vonne Socken is«, der ist überrascht, vielleicht so stark, daß er wegrennt, »daß de Socken qualm’n.« Als Beleidigung: »Du mieser Eimer Socken!« Siehe auch rote Socke.
s. auch → rote Socke

Soff, Getränk, Gesöff.

Sohle, »’ne Sohle uff’t Parkett lejen«, »’ne kesse Sohle dreh’n«, tanzen.

Sohlen, Schuhe.

Sohnemann, freundliche Anrede für »mein Sohn«.

Soße, »Is allet eene Soße.«, ist alles dasselbe.

spachteln, auch einspachteln viel und mit Genuß essen.

spack, (nd. = ausgedörrt, ausgetrocknet) schmal, elend, dünn.

Spaghettis, 1. Italiener und 2. Haare.

Span, »Mach ma keene Späne!«, mach kein Theater, zier dich nicht so.

Spekuliereisen, Brille.

Sperenzken, zögernde Einwände, Umstände. Von lat. sperantia = Hoffnung und nd. -ken in Analogie zu umgs. Sperenzchen und nd., md. Speranzen.

Spickaal, »Nu sagen se bloß noch Spickaal, dann hau ick Ihnen eene runter.«, Antwort auf eine Aufzählung leckerer Speisen, mit denen einem der Mund wässrig gemacht wird. Albert Hopf gibt dem Helden in seinem Stück »Spickaal als Beherrscher der Mosquito-Küste und die Emancipierten unter den Wilden« (1846) denselbigen Namen. Nd. Spikkaal = geräucherter Aal, mnd. spikherinc = getrockneter Hering.

spillerig, dürr, dünn, hoch aufgeschossen.

Spinne mit Ei, Spinat mit Ei.

spinös, schwierig, spitzzüngig.

spitz, 1. krank und 2. geil.

Spohn, Span.

Spree-Athen, Beiname für Berlin.

Spreewasser, »wer mit Spreewasser jetauft is«, der ist ein »echter« Berliner.

springen lassen, »Läßte wat springen?«, spendierst du was?

Spritschleuder, U.S.-Auto.

Spucke, wem »die Spucke wegbleibt«, der ist sprachlos.

Spuk, »Endlich is der janze Spuk vorbei.«, ist die unangenehme Sache vorbei.

spulerig, dünn, mager. Von rotw. spulen = essen.

Sputnik, (ostberl.) Bezeichnung für die Vorortzüge auf dem Berliner Außenring. Ein kleiner Sputnik ist ein neuer Erdenbürger und »’ne Molle und een Sputnik« meint ein Bier und einen Schnaps.

Stampe, (frz. estaminet) Kneipe.

Stamper, Beine. Fußt auf stampfen.

Stänkerfritze, zänkischer Mensch.

statiös, stattlich.

steckerig, holzig. Fußt auf mhd., mnl. stecke = Pfahl. Als Verb steckern = herumstochern.

Steckerling, Stichling.

steif, »Den laß ick am steifen Arm verhungern.«, der soll sich vorsehen.

steiler Zahn, hübsches Mädchen.

Steintal, (ostberl.) für das Nebengebiet Marzahn.

Stellage, Gestell.

Stelzen, Beine.

Stemmzeug, Messer und Gabel.

Steppke, kesser, kleiner Junge. Fußt entweder auf der nd. Verkleinerungsbildung zu hd. Stopf, Stopfen = Korken oder auf der nd. Form zu hd. Stiftchen = Knabenpenis.

stibitzen, stehlen. Vielleicht Einfluß von nd. stippen = sich eine Sache aneignen und mundartlich st(r)iezen = stehlen.

Stiebel, Stiefel.

stiek, langsam.

stieke, ruhig, still.

Stiesel, unhöflicher Mensch.

stiller Portier, Tafel im Hausflur mit den Namen der Mieter.

Stimmungsgemüse, Blumen.

Stinkadores, schlechte, stinkende Zigarren.

Stinkstiebel, Schimpfwort auf eine Person.

stippen, (nordd.) eintunken. Nebenform zu steppen = nähen.

Stippi, kleiner Junge.

Stoffel, früher für einen groben, derben, beschränkten Menschen, heute allgemein für einen schweigsamen, nicht kommunikativen Menschen.

Stoppelhopser, im 19. Jh. für den Soldaten bei der Infanterie.

Storch, »Na, nu brat mir eener ’n Storch.«, Ausdruck der Verwunderung.

Stoß, »Der hat’n Stoß jehabt bei de Weiber.«, der hat Erfolg gehabt. Deutliche sexuelle Anspielung.

stoßen, jemanden »aus’m Anzug stoßen«, verprügeln.

stramm, 1. straff, 2. fest, ungeniert und 3. gehaltvoll. Wer »stramm inner Weste is’«, der ist beleibt. Ein strammer Grog ist ein starker, gehaltvoller Grog. Wer »stramm uff de Achtzig zujeht«, steht kurz vor der Vollendung des 80. Lebensjahres.

Stremel, Gewohnheit. »Er jeht immer nach seinem alten Stremel.« Nach Stremel = kleines Wegstück, von nd. Striemen = Streifen.

stremplich, (in irgendeiner Weise) nicht in Ordnung.

Stretsch, Streß.

Strich, »Den hab ick uff’n Strich.«, auf den habe ich eine Wut. Wer »uff’n Strich jeht«, der prostituiert sich. »Den hab ick nach Strich und Faden verbleut!«

Strick, übermütiges, ungezogenes Kind. Verkürzung aus Galgenstrick.

striezen, oder auch stritzen stehlen.

Strippe, 1. Bindfaden und 2. Telefon. Im 19. Jh. für den Kümmelbranntwein zum Bier. Obs. Strüppe, von mnd. strippe = Riemen, Schlaufe, Schlinge.

Strippenzieher, Elektriker.

Stroh, »Da kommt Stroh druff.«, das ist schon längst vergessen. Wer »Stroh im Kopp hat«, ist dumm.

Strolch, 1. kleiner Gauner und 2. kleines Kind. Vielleicht von alem. strollen = ziellos umherstreifen.

Strumpf, »Machen se mal ’nen netten Strumpf draus.«, eine gute Geschichte daraus.

Strunze, (nordd.) abwertende Bezeichnung für Frau. Von ›stronzen‹, das Intensivum zu ›strotzen‹ ist.

Stubenpisser, Beamter.

stuckern, holpernde, polternde Bewegung beim Fahren eines Wagens z. B. über Kopfsteinpflaster.

stuken, stauchen, verhauen.

stuken, (nd.) jem. stoßem, stauchen. Auch jem. ein- oder runterstuken = ins Wasser stoßen, untertauchen.

Stulle, ursprünglich ein kleiner Brotlaib, heute für eine Schnitte Brot. Eine Klappstulle bezeichnet zwei aufeinandergelegte Stullen. Die erste Berliner Laubenkolonie bekam den Namen Trockene Stulle. Stulle fußt auf nl. stul = Brocken, Stück, Kloß Butter. Bemme und vgl. auch Stollen.
s. auch → Bemme

Stumpen, unteres Reststück, insbesondere einer Zigarre. Nd. Form für Stumpf.

Stumpfbock, ein langweiliger Mensch.

stundenlang, »Dem könnt’ ick stundenlang inne Fresse hau’n.«, unentwegt, ohne Unterbrechung.

Stunk, Zank, Unsinn. »Dit jibt Stunk.«, das gibt Ärger. Nebenform zu Stank, vgl. auch stänkern.

Sturmsäcke, Windbeutel.

Stuß, (jidd. schtus = Narrheit, Torheit) Unsinn, blödsinniges Zeug.

Suffkopp, Säufer, Trunkenbold.

sülzen, nörgeln, maulen, jemandem in den Ohren liegen.

Sülzneese, Nörgler.

Sums, viel Aufhebens. »Mach bloß nich so’n Summs dadraus!« Von ›sumsen‹, Intensivum zu summen.

Superhammer, Knüller.

Suppenschmiede, Kantine.

Suppenschüsseln, dicke Brillengläser.

susig, dumm. Heute meistens transusig.
s. auch → transusig

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