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Berlinisch-Wörterbuch

Es konnten insgesamt folgende 193 Einträge zu dem von Ihnen gewählten Wortanfang p gefunden werden:

Pachulke, (poln. pacholek) grober, ungeschlachter Mensch. Im Mittelalter wurden im polnischen Raum die von der Stadt bezahlten Söldner ›pacholkowie‹ genannt. Später als verächtliche Bezeichnung für die in Lehndiensten stehenden Bauern. Interessanterweise werden in Polen die moskautreuen Kommunisten von der Bevölkerung ›pacholkowie Moskwy‹, also die Pachulken Moskaus genannt.

Pack, Gruppe von Menschen, die man verachtet; Gesindel. Von mnd. pak = Pack, Bündel, Gepäck.

Package, (frz. bagage = Gepäck) Gesindel. auch Pack.
s. auch → Pack

Padde, im 19. Jh. für Frosch, heute allgemeiner für eine Person, die sich im Wasser tummelt, insbesondere ein Kind. Im 12. Jh. aus dem Ndl. übernommen.

Paddenpuper, Ausflugsdampfer. Basiert auf nd. padden = treten, schreiten, von dem ›paddeln‹ abgeleitet ist, und umgs. ›pupen‹.

Pallazo Prozzo, bezeichnet im Volksmund den Palast der Republik oder Ballast der Republik (von AnnZie)
s. auch → Ballast der Republik

Pallazzo Prozzo, (ostberl.) spöttisch für den Palast der Republik in Berlin-Ost. auch Ballast der Republik.
s. auch → Ballast der Republik

Palme, »Der is ja mächtig uff de Palme.«, sehr aufgeregt. »Der bringt mich uff de Palme.«, der macht mich verrückt.

Pamel, Brot.

Pampe, (nd. Pamp = Brei, Modder) im 19. Jh. für schlechtes Essen, heute allgemein für eine weiche, breiartige Masse.

pampig, 1. frech, auftrumpfend, anmaßend. 2. breiig, weich. Abgeleitet von Pampe.
s. auch → Pampe

Pampu(t)schen, Schuhe. Abgeleitet von umgs. Babuschen = Hausschuhe, Filzpantoffeln, was auf frz. babouche = türkischer Schuh fußt, was wiederum auf türkisch ›pabutschi‹ zurückgeht.

Panne, »Der hat vielleicht ’ne Panne.«, der ist nicht ganz richtig im Kopf. Von frz. panne = Funktionsstörungen bei Maschinen, Motoren; vgl. auch être dans la panne = in der Patsche, Klemme sitzen.

Panoramablick, jemand, der »’n Panoramablick hat«, der schielt.

Pantinen, (nd. Pantine = Holzschuh, Pantoffel) »Kipp nich aus de Pantinen, wenn de die Nachricht hörst.«, brich nicht zusammen, fall nicht um. Pantinenkintopp hingegen bezeichnet das Filzlatschenkino.
s. auch → Filzlatschenkino

Panzerplatte, für Bulette. Fußt auf umgs. Panzerplatte = Scheibe Hartwurst.
s. auch → Bulette

Pappchinese, alberner Mensch.

Pappdiskus, Pizza. Bestandteile wie Pappe und Form eines Diskus.

Pappe, wenn man »die Pappe hat«, nämlich den Führerschein, » is dit nich von Pappe«, nicht schlecht. Ob man das Gleiche von der »Pappe«, dem Trabbi, sagen kann, sei dem Leser überlassen.

Pappenstiel, »Dit is keen Pappenstiel.«, das ist nicht wenig, ist nicht gering zu veranschlagen.

par Order di Mufti, auf höheren Befehl.

Parteitagssprudel, (ostberl.) Springbrunnen auf dem Straußberger Platz.

partu, (frz. partout) durchaus. »Sie will partu nich mitjeh’n.«

Päsentierteller, »Ick sitz hier wie uff’m Präsentierteller.«, allen Blicken preisgegeben. Wer Gästen vorgestellt wird, wird »uff’m Präsentierteller jereicht«.

passen, gefallen. »Dit paßt ma jar nich, daß de noch nich jefrühstückt hast.«

patent, begabt, geschickt, in Ordnung. »Is ’n, janz patenter Kerl.«, was für ein Patentekel nicht gerade gilt. Ein Patentfatzke ist ein eingebildeter Mensch.

Patsche, Straßenschmutz. Im Pl. Hände. »In der Patsche sitzen«, keinen Ausweg finden, in Bredullje sein. Abgeleitet von der lautmalenden Interjektion ›patsch‹.
s. auch → Bredullje

Patz-Eule, Schimpwort für jemanden, der etwas verpatzt hat.

patzig, frech, unhöflich, vorlaut.

Pauke, 1. Schule, 2. Bauch. Ein Pauker oder auch Arschpauker ist ein Lehrer. Wer »ordentlich een’ uff ’de Pauke haut«, der macht einen drauf und ist im Geldausgeben sehr freizügig. Wer »mit der Pauke jepiekt is’«, der ist nicht recht bei Verstand.

Pechhengst, im 19. Jh. für Schuster.

pechös, mißlich, unglücklich.

Pedalenstiege, Fahrrad.

Pede, 1. Quecke, 2. Unkraut und 3. Haare. Ndl. Herkunft.

peesen, rennen, laufen.
s. auch → pesen

Pelle, (lat. pella, ndl. pel) Haut. »Jeh ma bloß vonne Pelle.«, laß mich in Ruhe. »Der sitzt ma uff der Pelle!«, der läßt mich nicht in Ruhe. Berliner Spezialität: Pellkartoffeln mit Leinöl. Verbreitung des Substantivs durch niederländische Siedler in der Mark.

pellen, jemandem eine Ohrfeige verpassen.

Penne, (lat. penna = Schreibfeder) 1. Schule, 2. Bett und 3. für eine liederliche Frau.

Penunse, (poln.) Geld.

per Tallje gehen, ohne Mantel gehen.

Persilschein haben, alles machen dürfen, wenn jemand »nich sauber tickt.« Früher in Anwendung auf die Personen, die nach 1945 entnazifiziert wurden, somit also reingewaschen waren (Persil = Bezeichnung einer Waschmittelmarke).

pesen, (lat. pes = Fuß) schnell laufen, rennen.

pet(t)ern, herumstochern.

Peter Lehmann, Petroleum.

petzen, anschwärzen. anpetzen. Von rotw. petzen = bei der Polizei anschwärzen. Seit Ende des 18. Jhs. stud. belegt.
s. auch → anpetzen

Pfanne, jemanden »in de Pfanne hau’n«, bedeutet, ihn entweder körperlich oder in einem Wortgefecht niedermachen.

Pfannkuchen, Gebäck, das außerhalb Berlins als »Berliner« bekannt ist. Ein »Pfannkuchen mit Beene« ist ein kleiner, dicker Mensch.

pfeffern, werfen. »Ich pfeffer dir gleich ’n paar!«, ich hau’ dir gleich ein paar runter.

Pfefferzimmer, Abstellraum, in den man alles »reinpfeffert«.

Pfeife, Idiot. »Wem die Pfeife ausjejang’n is«, der hat kein Geld oder keine Kraft mehr.

pfeifen, trinken. »Jeh’n wa noch een pfeifen?« Abgeleitet von der soldatischen Sitte, die Menge der Flüssigkeit in einer Feldflasche dadurch zu prüfen, indem man in die Flasche bläst.

Pfeifenheini, ist wie Pfeifenkopp ein Schimpfwort gegenüber einer körperlich unterlegenen Person.

Pferd, »Ick gloob, mich tritt ’n Ferd!«, Ausruf des Erstaunens, der Verwunderung. »Der Apfel fällt nicht weit vom Pferd.«

Pferdekur, Kur à la Dr. Eisenbart.

Pfiff, Kunstgriff.

Pfingstochse, nach Trachsel (1873) ein »überreich mit Schmucksachen beladener Geck.« Heute allgemein für einen dummen Menschen.

Pflanze, gesungen mit der Melodie des ›Petersburger Marsches‹:

»Denkste denn, denkste denn,
Du Berliner Pflanze,
Denkste denn, ick liebe dir,
Nur weil ick mit dir tanze?«

Pflasterstein, ein harter Pfefferkuchen. Übertragbar auf alle zu hart gewordenen Gegenstände.

Pflaume, auch Pflaumenaugust oder Pflaumenede Versager, Nichtskönner. Aber auch Ball, Fußball. »Spielste mit Fußball?« - »Aber nich mit der Flaume, die de da inner Hand hast.«

Pforzmolle, Bett.

Pfote, auch Pote gesprochen Hand bzw. Fuß.

Pfund, 1. oft als verstärkendes Element in Komposita: Pfundskerl, Pfundswetter, Pfundssache, etc. 2. Zwanzig Mark.

pfuschen, 1. schludrig arbeiten und 2. schwarz arbeiten.

picheln, (nd., omd.) stark trinken. Ursprünglich nach Pegeln (Eichzeichen) trinken, vgl. nd. ›enen goden Pegel supen‹.

Piefke, kleiner Junge, nach dem preußischen Musikmeister Piefke, der 1864 den Düppeler Sturmmarsch komponierte. Einfluß von nordd. Piefke = Pfeifchen im Sinne von kleiner Penis (des Knaben) ist nicht auszuschließen.

Piejatz, im 19. Jh. für Zigarre.

Pieke, »von der Pieke auf lernen«, von Anfang an und gründlich. (Picke = Spitzhacke)

piekfein, sehr fein, auserlesen. Leitet sich nicht - wie allgemein behauptet wird - aus dem Jidd. ab, sondern von der nd. Bezeichnung ›puk, pük‹, ursprünglich für eine feine niederländische Tuchsorte. Hat sich dann als Gütebezeichnung allgemein herausgebildet und ist schließlich zum anerkennenden Ausdruck geworden.

Piep, »Er kann nich mehr Piep sagen.«, keinen Ton mehr herausbringen. »Der hat’n Piep.«, der hat einen Vogel, der spinnt.

Piepe, (nd.) ursprünglich für eine Halm- oder Weidenpfeife, heute allgemein für Pfeife. »Dit is ma piepe.«, das ist mir völlig egal.

piepegal, völlig gleichgültig. Zusammensetzung aus piepe und egal.
s. auch → Piepe

Piepel, 1. kleiner Junge und 2. Penis. »Kinderschokolade biegt den Piepel gerade.« auch Piepe.
s. auch → Piepe

Piepen, Geld. »Viel Arbeet und wenig Piepen.« Verkürzt aus Piepmatz.
s. auch → Piepmatz

Piepmatz, Vogel, eigentlich Adler auf der Münze. »Wer ’nen Piepmatz hat«, der ist verrückt.

Pieps, »’n Pieps«, ganz wenig.

piesacken, quälen, peinigen, aber auch abgeschwächt für ärgern. Von nd. pisakken = schlagen, quälen, was sich ableitet von nd. Pessek = Ochsenziemer, eigentlich Geschlechtsglied des Stieres.

Piesepampel, charakterschwacher, ungeschickter Mensch. Vielleicht aus bammeln = schlaff herabhängen und Piesel = Penis, in Analogie zu Schlappschwanz.
s. auch → Schlappschwanz

pietschen, trinken. Von poln. pic oder tschech. pici = Blechkanne.

Pilli, ein Glas Pils.

Pimpelfritze, bzw. Pimpelliese, -lotte jemand, der schnell friert.

pimpeln, frieren, empfindlich sein.

Pimperlinge, kleine Geldstücke, Geld.

pimpern, Petting ausüben. Von nd. pümpeln = stoßen.

Pinguin, wandelnder, Nonne.

Pinke, oder Pinkepinke (nordd., md.) Geld. Gleichbedeutend mit Penunse mit Bezug auf jidd. pinka = Geldbüchse und wahrscheinlich aus poln. pieniadze = Geld hervorgegangen.
s. auch → Penunse

Pinkel, »ein feiner Pinkel«, ein eleganter und arroganter Mann. auch Pinke und pinkeln.
s. auch → Pinke, → pinkeln

pinkeln, urinieren. Vgl. auch nd. Pink = Penis, eigentlich kleiner Finger.

Pinne, 1. kleiner Nagel, Stift, 2. Lüge. Auch als Verb: »Pinn uns nich wat vor.« Graf Pinne ist ein Sinnbild für den Schlemmer.

Pinscher, »Sie Pinscher!«, beschimpfende Anrede.

Pinsel, wie Pinkel.
s. auch → Pinkel

Pinsel-Heinrich, Spitzname für Heinrich Zille (1858-1929), durch dessen kritisch-satirische Bilder das »Milljöh« zeichnerisch und fotografisch dargestellt wurde.

Pinselschwinger, Maler.

Pinte, Kneipe. Von lat. pincta = Gemaltes, wohl das gemalte Eichzeichen. Ursprünglich Flüssigkeitsmaß, später dann Wirtshauszeichen.

Pionöse, (ostberl.) spöttisch für Pionierleiterin. Aus ›Pionierin‹ und ›Baletteuse‹.

Pip(p)ifax, »Is doch allet Pippifax.«, alles Quatsch. Ferner in der Bedeutung für kleiner Junge.

pirseln, 1. urinieren und 2. eine Tätigkeit langsam (tröpfelnd!?) tun.

Pißkiste, Kinderwagen.

Pißnelke, Schimpfwort.

Pißtopf, Nachttopf.

Pladautz, lautmalerische Bezeichnung für das durch das Fallen eines Gegenstandes hervorgebrachte Geräusch. Bereits im 19. Jh. vermerkt. »Pladautz, da flog er hin.«

pladdern, stark regnen. Von nd. pladdern, pleddern = plätschern, in Strömen regnen.

Plansch, Regen, Nässe.

plärren, (frz. pleurer, nd. blarren) weinen, schreien. Plärrliese weinendes Kind.

Plastenerz, (ostberl.) Regenmantel.

Plastepanzer, (ostberl.) Auto der Marke Trabant. auch Asphaltblase.
s. auch → Asphaltblase

Plastikschüssel, (ostberl.) wie Plastepanzer.
s. auch → Plastepanzer

Platschpampe, Schneematsch. Aus lautmalend platsch und Pampe.
s. auch → Pampe

platt, verblüfft.«Da biste platt, wa?«, da staunst du?

Platze, »Da kann man sich ja die Platze ärgern!«, sich ärgern, bis man platzt. Rückbildung zu platzen = vor Wut, Zorn außer sich geraten.

Plau(t)ze, (sorb. pluca = Lunge) Bauch. »Sich die Plauze vollhau’n« meint viel essen.

Pleite, (jidd. plejte = Flucht, Rettung) Bankrott.

Plempe, 1. dünne Suppe, 2. Revolver und 3. Polizei.

plemplem, verrückt, irre.

Plerre, auch Plörre 1. dünner Kaffee. 2. Allgemein für gehaltlose Flüssigkeiten.

Pli, (frz.) eigentlich Falte, hat die Bedeutung von Gewandtheit, Mutterwitz. Vgl. frz. prendre un pli = eine Gewohnheit annehmen.

plieren, (nordd.) schielen. Plieroogen.

plinsen, früher blinzeln, heute weinen.

plötrich, (frz. pleutre = Lump) kümmerlich, schäbig.

plümerant,
s. auch → blümerant

Plumpe, früher für Straßen-, Schwengelbrunnen. Bezeichnet den Stadtteil Gesundbrunnen im Bezirk Wedding.

plundrig, schäbig.

Plutz uff’n Plutz, plötzlich, unerwartet.

Pocke, (nd. Blatter, Pustel) Fußball.

Pojatz, Faxenmacher, man denke an Bajazzo.

Pöker, Gesäß.

Polenshop, (ostberl.) für das ehemalige Warenhaus Centrum am Alex.
s. auch → Alex

Polente, Polizei.

Polier, nicht nur Maurerpolier, sondern auch (frz. parler = sprechen) Sprecher.

Politunten-Express, Polizeiwagen mit Politessen.

polken, Verwickeltes mit den Fingern hervorholen.

Polterkopp, gereizter, lauter Mensch.

Polyp, Polizist.

pomade, pomadig, (pol. pomal) langsam.

Pomadenhengst, im 19. Jh. für Stutzer. Heute wie umgs. Pomadenbengel.

Pomperbüdel, Stoffhandtasche. Anlehnung an Pompadour = Euter; formähnlich mit der beutelförmigen Damenhandtasche.

Pomuchelskopp, Dickkopf.

Popelfahne, Taschentuch.

Popeline, kleines Mädchen, das in der Nase bohrt. Von frz. popeline = festes Gewand aus Garnen; nicht frz. ausgesprochen.

poplig, armselig, sehr klein. »Wat is’n dit für’n poplijet Auto?«

Popo, (ostberl.) Politische Polizei.

Portierzwiebel, kleiner Haarknoten, wie er früher von Portierfrauen getragen wurde.

Portjeesche, Hauswartsfrau.

Portjuchhe, Portemonnaie. Aus frz. ›portemonaie‹ und umgs. ›juchhe‹.

Porzellanpuppe, junges, hübsches Mädchen.

Posemuckel, 1. abgelegenes Dorf oder Kleinstadt. Geht zurück auf den Namen eines kleinen Dorfes im Kreis Bomst (Posen) Ende des 19. Jhs. 2. kleines Kind.

Posen, (nordd.) Federn. »Inne Posen jeh’n.«, ins Bett gehen. Von Pose = Federkiel, Schreibfeder, Bettfeder.

Pote, (nd.) Pfote, Hand.

Potsdamer, nach Trachsel (1873) ein beschränkter Mensch.

Potsdorf, Potsdam.

pover, gesprochen mit einem w, (frz. pauvre) arm.

Prä, Vorrecht.

Prachtschinken, für Bulette.
s. auch → Bulette

prahtschen, prahlerisch auftreten.

Pranken, große Hände.

präpeln, essen. »vor sich hinpräpeln«, etwas vor sich hintun.

Prenzelberg, (ostberl.) für den Bezirk Prenzlauer Berg.

preschen, rennen, eilen. Entstanden aus pirschen = jagen.

Presley-Verschnitt, (jgdsprl.) Möchtegern-Elvis.

priemen, langsam arbeiten. Von nd. Priem = Pfriem, Ahle.

Primeltopp, einfältiger Mensch.

Proletarier-Eisbein, Rollmops. auch Eisbein.
s. auch → Eisbein

Proletenbagger, Paternosteraufzug.

Proli, (jgdsprl.) Prolet, abfällig für jeden Durchschnittsbürger.

Propeller, 1. Kragenfliege, 2. Ohren.

Proppen, Propfen. Wer »uff’n Proppen sitzt«, ist in Verlegenheit.

Pröppke, »wie Pröppke« dasitzen, behaglich sitzen.

Prothese, »Du brauchst ja nich deine Prothese zu fletschen!«, du brauchst nicht zu lachen.

Protz, Angeber. Übertragung von Protu, Brotz = Kröte; sich aufblasen wir ein Frosch. Tritt in zahlreichen Zusammensetzungen auf, z. B.. Muskelprotz oder Geldprotz.

Protzkeule, (ostberl.) Fernsehturm in Berlin-Mitte.

Publikus, (Pl. Publikümer) Publikum; maskuline Form von lat. publicum.

Puckel, Buckel, Rücken. »Sie könn’ ma ’n Puckel runterrutschen.« »Lieber ’n Bauch vom Saufen als ’n Puckel vom Arbeeten.«

puckeln, sich, etwas Schweres tragen, sich abmühen.

puckern, rhythmisches Klopfen. »Et puckert und muckert.«, etwas, das sich in regelmäßigen Abständen bemerkbar macht und ausbrechen will, z. B. Kopfschmerzen.

puffern, tanzen. »Wir jeh’n heut puffern.«

pulen, herumfingern.

Pulle, (lat. ampulla) Flasche. »’ne Pulle eindreh’n«, eine Flasche Schnaps trinken.

pullern, oder pullo pullo machen 1. urinieren und 2. stark regnen.

Pupe, 1. früher für den Wächter im Park, 2. für einen Homosexuellen und 3. für ein abgestandenes Bier.

pupen, prahlen. Wer »aus der Schnauze pupt«, der stößt auf.

puplau, lauwarm.

Puppenlappen, Stofflappen und Flicken zum Spielen. »Dir hau ick zu Puppenlappen!«, jem. schlagen, daß seine Kleidung in Fetzen hängt. Wer »zu Puppenlappen friert«, der zittert vor Kälte.

Puschel, fixe Idee, merkwürdige Angewohnheit.

Puseratze, Geld. »Ick hab keene Puseratze mehr.«, von etwas nichts mehr haben. Mit Bezug auf Ratz = Siebenschläfer oder frz. raté = das Versagen.

Pussel, nettes Mädchen, kleines Wesen. Vielleicht von pussen = küssen oder Puß = Katze.

Pusselfritze, jemand, der sich mit Kleinigkeiten abgibt.

pusseln, sich mit Kleinigkeiten beschäftigen. Nd. und ostd. Nebenform von ›bosseln‹.

Pusteblume, Dolde des Löwenzahn.

Pustekuchen, im Sinne von denkste, starke Verneinung, Ausdruck der Ablehnung.
s. auch → denkste

Pusterohr, Blasrohr.

Putelje, (frz. bouteille) Flasche.

Putenjunker, im 19. Jh. für einen jungen adligen Offizier vom Lande, der noch wenig Stadtschliff besaß.

Putenrennen, 1. Damenwahl beim Tanz. 2. (ostberl.) Frauentagsfeier.

Puttputt, Geld. Leitet sich ab von der Fingerbewegung beim Locken der ›Putthühner‹, die der Fingerbewegung beim Geldzählen gleich ist.

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