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Berlinisch-Wörterbuch

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Kabache, niedriges, primitives Haus, auch für eine Kneipe zweifelhaften Charakters. Anfang omd. und nordd., aufgekommen im 19. Jh.

kabbeln, sich, (nd.) zanken, streiten. Als Substantiv Kabbelei.

Kabolzschießen, einen Purzelbaum schlagen. Man denke an einen Kobold. Von daher auch umgs. Kabolzwasser für einen Schnaps, der einen umzuwerfen droht.

Kabrusche, (jidd. chawrusso = Gesellschaft, Genossenschaft) »Kabrusche machen«, ein Geschäft machen.

Kabuffe, (mnd. Kabuse) Verschlag, kleine Kammer. Auch Kabuffken.

Kackständer, Beine. Analog zu Kackstelzen.

Kaderwelsch, (ostberl., aus Kauderwelsch und Kader) unverständlicher Funktionärsjargon.

Kaff, Kleinstadt, Dorf. Im Prinzip jede Stadt in Deutschland außer Berlin.

Kaffee, »Dit is doch allet kalter Kaffee.«, ist eine Reaktion auf eine ›Neuigkeit’, die dem Angesprochenen bereits bekannt ist. »Dit jeht dir ’n kalten Kaffee an!« meint »Das geht dich gar nichts an!«

Kaffer, (jidd. kapher = Bauer) ungebildeter Mensch, einfältiger Tölpel, Provinzler.

kahle Atter, Glatze.

kajolen, jagen, eilen; mal hier sein, mal da sein.

Kalabreser, Hut.

Kaleika, (poln. kolejka = Reihenfolge) 1. Spaß, Unsinn. 2. Aufhebens, Umstände. Erstmals 1845 in Brandenburg bezeugt.

Kalitte, (aus Kolwite) Kohlweißling.

Kalkmütze, Verkehrspolizist.

Kalle, (jidd. kallah) 1. Braut und 2. auch für Bruder.

Kalüppe, Bruchbude.

Kamelogramm, Schimpfwort im Sinne von »du altes Kamel«.

Kameruner, Schmalzgebäck vergleichbar dem Pfannkuchen, aber in Form einer Acht.
s. auch → Pfannkuchen

Kampfbrötchen, für Bulette.
s. auch → Bulette

Kamurke, (slaw. komorka) kleine, elende Stube.

Kanake, sehr frühzeitig im Berliner Wortschatz und gebraucht wie Hanake, heute allgemein abfällig für Gastarbeiter.
s. auch → Hanake

kandideln, Als Adj. lustig, als Verb »sich eenen ankandideln«, sich betrinken. Wer »überkandidelt« ist, spinnt ein bißchen, handelt übertrieben.

Kanone, »Dit Stück is unter aller Kanone.«, »unter aller Sau«, d.h. unter aller Kritik. Von lat. sub omni canone, wobei »Kanon« die Richtschnur, den Bewertungsmaßstab (von Schülern) bezeichnet.

Kanonenstöpsel, dicke Person.

Kante, 1. »Hat die ’ne Kante!«, hat die einen Busen, eine Brust. 2. Wer »Jeld uff de hohe Kante legt«, der spart.

Kanten, Ende des Brotlaibs.
s. auch → Knust

Kanthaken, jemanden »am Kanthaken nehm’n«, ihn am Schlafittchen nehmen. Vermutlich abgeleitet von Kammhaken, dem Kamm des Hahns.

Kanzelstürmer, Pfarrer.

kapee, »schwer von kapee sein«, schwer von Begriff sein. (kapieren)

kapores, (jidd. Sühneopfer) entzwei, ruiniert. Am Vorabend des Versöhnungstages wurden Hühner als Sühneopfer »kapora« geschlagen.

Kappes, (frz. cabus = Kohlkopf) »Dit is ja alles kappes.«, Blödsinn, Unfug.

kariert, quatschen Unfug daherreden, dumm rumquasseln.

Karnalje, (frz. canaille) Schurke, Schlingel. Auch Karnaljenvogel anstelle von Kanarienvogel.

Karnickel, im Sinne von ›der Schuldige, der Sündenbock‹. Eine Karnickelneese hingegen bezeichnet eine etwas von der Norm abweichende Nase.

Karo einfach, trocken Brot, einfaches Essen. Vermutlich dem Skatspielerausdruck nachgebildet.

Karotte, »’ne jungsche Karotte«, ein junger, unerfahrener Mensch.

Kartoffel, 1. Taschenuhr. 2. »Rin inne Kartoffeln, raus aus de Kartoffeln.«, etwas tun, und dann wieder rückgängig machen, etwas Überflüssiges tun. »Wat soll’n dit? Erst rin inne Kartoffeln, dann raus aus de Kartoffeln. Kannst da nich entscheid’n?«

Kartoffelsaft, Wodka.

Kaschemme, Kneipe. Von rotw. Katschemme, das von slaw. Formen hergeleitet ist, vgl. sorb. korcma, poln. karczma.

Kaschube, bäurischer Mensch. Abgeleitet von den Kassuben im ehemaligen Pommern und Westpreußen.

Käseblatt, Zeitung.

Käsekopp, Dummkopf. Seit dem späten 19. Jh. von Berlin ausgegangen.

Käsemauken, Beine, Schweißfüße.

Kasperlesekt, Selters.

Kastrolle, Kasserolle.

Katzenkopp, kurzer, leichter Schlag auf den Hinterkopf.

Kaufe, heilige, Weihnachtseinkäufe

Keife, abschätzig für Frau.

Keile, Schläge, Prügel, Hiebe. Eine Keilerei ist eine Prügelei.

Keks, Kopf. »Du jehst ma uff’n Keks.«, auf die Nerven, auf den Geist. Vielleicht mit Bezug auf jidd. gag = Dach.

kellnerieren, kellnern, bedienen.

keß, (jidd. chochom = Kluger, Weiser) keck, mutig. Bekannt ist die »kesse Jöhre«.

Keule, Bruder, Kumpel. Verkürzt aus Briezkeule ( Brieze).
s. auch → Brieze, Briezkeule

keulen, schnell laufen.

Keulen schwingen, 1. tanzen gehen und 2. beeilen: »Schwing mal deine Keulen!« Keule = Bein.

Kie(t)z, bezeichnet typische Berliner Viertel mit »Miljöh«. Bereits 1249 als Siedlungsname bezeugt. Ursprünglich ärmliche Fischersiedlung, später Ortsteil und Stadtteil.

kiebig, frech, zänkisch.

kieken, gucken. Wer kiekdoof ist, der ist kurzsichtig.

Kieker, jemanden »uff’n Kieker ham«, ihn beobachten, um ihn einer Sache zu überführen.

Kien, »uff’n Kien sein«, helle sein, vorsichtig sein, auf der Hut sein. Geht entweder auf frz. ›quine‹ mit der Bedeutung unverhoffter Vorteil zurück oder auf engl. ›keen‹, scharf, im Sinne von ›acute of mind‹ oder jidd. kiwen = aufmerksam, geschäftig. Aufgekommen zur Zeit der französischen Besetzung (1806-08).

Kienappel, Kiefernzapfen.

Kies, Geld. Wer »in den Kies pupt«, geht leer aus. Geht zurück auf entweder jidd. kis = (Geld)beutel oder rotw. Kies, Kiesel = Stein mit Beziehung zu rotw. Steiner = Münzgeld.

kiesätig, mäkelig (von sabine wiedebusch)

kiesetig, (ahd. kiosan = kiesen, prüfen, wählen) mäklig.

Kievief, oder Kiewief (frz. Qui vive?, früher Ausruf der Wache) »uff’m Kievief sein«, aufpassen.

Kiewief (auch: Kiwief), ein helles Köpfchen, jmd. besonders schlaues Beispiel: op'n Kiewief sein (von AnnZie)
s. auch → Zack

Kindersärge, (über)große Schuhe. Vermutlich bei Berliner Soldaten 1813/14 entstanden.

Kinderschaukel, 1. Kinderwagen und 2. Motorrad mit Beiwagen.

Kinkerlitzken, eigentlich wertlose Kleinigkeiten, Kurzwaren. »Mach keene Kinkerlitzken.«, komm zur Sache. Von frz. quincaillerie oder aus Kanker = Spinne und Litze (=Faden eines Gewebes), also Wertloses wie ein Spinnengewebe. Die Endsilbe -ken ist nd. das Diminutiv -chen; so hört man auch Kinkerlitzchen.

Kintopp, Kino. 1906 aufgekommen mit Bezug auf Kinematographiethater am Kottbusser Damm, dessen Besitzer Topp hieß.

Kippe, (mnd. Spitze, Kante) 1. Zigarettenstummel und 2. »steht etwas uff der Kippe«, was zweifelhaft ist.

Kirchenmaus, Pfarrer. Von daher auch »arm sein wie ’ne Kirchenmaus.«

Kirste, meistens gesprochen mit gerundetem i: Kürste. Brotkruste.

Kiste, »’ne faule Kiste«, ist eine faule Sache; die Kiste bezeichnet sowohl den Fernseher als auch das Auto wie auch den Sarg.

Klabafti, Schnaps.

Kladderadatsch, lautmalerisch für etwas, das zerbricht; erweitert aus klatsch und kladatsch. ›Kladderadatsch‹ war auch der Titel des bekanntesten deutschen Satireblattes, das am 7. Mai 1848 erstmals erschien.

Kladerage, Kleidung.

Klaferze, Homosexueller.

Klafte, nörgelnde Frau.

klaften gehen, (mhd. Klaft = Geschwätz) 1. einkaufen gehen. 2. tratschen.

Klamauk, Krach, ausgelassenes Vergnügen, aber auch negativ für einen plumpen Spaß. Ein Film mit billigen Witzen ist ein Klamaukfilm. Wahrscheinlich nicht abgeleitet von frz. clameur = Geschrei, sondern lautnachahmenden Ursprungs.

klamm, (mnd. klam = eng, vor Kälte erstarrt) vor Kälte unbeweglich. Von daher auch »klamm sein«, schlecht bei Kasse sein, weil die Bewegung des Geldzählens nicht mehr gemacht werden kann.

Klammerbeutel, »Dir ham se wohl mit’m Klammerbeutel jepudert.«, du spinnst wohl, du bist wohl doof.
s. auch → doof

Klammerbraut, Beifahrerin auf dem Motorrad.

Klamotten, im engeren Sinne für heruntergekommene Kleidungsstücke, verallgemeinernd für allerlei wertloses Kramzeug. Entstammt dem Berliner Gaunerjargon um 1900, die Herkunft ist jedoch unklar.

Klamottenkiste, Kino.

Klappe, 1. Mund und 2. Bett. Von nd. klappen = schallen, klatschen.

Klapperkasten, 1. Klavier und 2. ein klappriges Auto.

Klappmatismus, oder auch Klapparatismus Mechanismus.

Klappstulle, Doppelschnitte Brot.
s. auch → Stulle

Klapsmühle, Nervenheilanstalt, wie z. B. Bonnies Ranch (Karl-Bonhoeffer-Anstalten), Berlins größte Nervenheilanstalt.
s. auch → Bonnies Ranch

klasse, toll, besonders gut.

Klatschjule, auch Klatschmaul, Klatschrieke tratschende Frau. Von klatschen = schwatzen, über Abwesende reden.

Klaue, schlechte Handschrift. Mit Bezug auf Klaue = Hand und klauen = abschreiben.

kleben, jemandem »eine kleben«, ihm eine runterhauen.

Kleedage, im 19. Jh. für vornehme Bekleidung, heute allgemein für Kleidung, Garderobe.

Klemme, Verlegenheit. »Ick sitz janz schön inne Klemme.«

klieren, unsauber schreiben.

Klietsch, nicht richtig aufgegangener Kuchen. Auch Klietschkuchen.

Klimperkasten, Klavier.

Klinkerschrippe, für Schrippe.
s. auch → Schrippe

Klippschule, im 19. Jh. für Privatschule, heute allgemein für eine Schule, in der die Anforderungen an die Schüler gering sind.

Klitsche, kleines Häuschen, Geschäft oder Büro. Vielleicht aus poln. kleí = Lehmhaus.

Kloppe, (mnd. kloppen = klopfen) Schläge, in erster Linie auf Kinder bezogen. Hier taucht auch die berühmte Hyperkorrektur wie in Apfrikose auf, und zwarvon Leuten, die ihr Berlinisch zu meiden suchen: »Ich versteh das jar nich, warum die Kinder sich immer klopfen müssen.«
s. auch → Apfrikose

Klops mit Beene, dicklicher Junge. Klops = Kloß aus Hackfleisch.

Klopsbrummer, für Bulette.
s. auch → Bulette

Kloßbrühe, »Dit is klar wie Kloßbrühe.«, also völlig verständlich.

Kloßkopp, Schwachkopf.

Klöten, Hoden. Von nd. Kloot = Kloß, Kugel, Ball.

Klötenkorn, Eierlikör.

klotzig, plump. Im adv. Gebrauch auch verstärkend im Sinne von ›sehr, äußerst, irre‹: »klotzig teuer«.

Kluft, (von jidd. keliphas = Schale, über die Gaunersprache ›klaffot‹) Kleidung, wenn jemand ›sich in Schale geworfen‹ hat, so ist er »fein« angezogen.

Klump, (nordd.) Klotz.

Klumpatsch, Quatsch, unnötiger Aufwand. Aus Klump und patschen = laut zusammenfallen.
s. auch → blöde

Klunker, abschätzig für Schmuck. Von mhd. glunkern = baumeln, schlenkern. Von daher auch klunkerig = unordentlich, zerlumpt.

Klunte, Mädchen. Im Pl. Kleidung.

Knaatsch, Ärger. Vielleicht von nd. Gnatz = übelgelaunter Mensch.

Knackarsch, erotisierende Hinteransicht einer Person.

Knacker, oller, alter Mann.

Knacki, bezeichnet einen Insassen eines Gefängnisses. (von AnnZie)
s. auch → Knast

Knall, »Du hast wohl ’n Knall?«, du bist wohl verrückt.

knallig, »knallige Farben« sind stark auffallende Farben.

Knallkopp, Dummkopf.

Knallschote, Ohrfeige, ›a Watschen‹.

Knalltüte, Blödmann, Spinner.

knapp, (mnd. knap(pe) = eng, rar, spärlich) 1. »Jib ma mal ’n Stück Fleisch, aber nich zu knapp.«, nicht zu wenig, sprich: besonders viel. 2. eng anliegend, z. B. »Die Hose is zu knapp.«

knapsen, sparen. Verwandt mit knappen = sich einschränken.

Knarre, Revolver, Gewehr.

Knast, (jidd. knas = Geldstrafe) Gefängnis. Ein Insasse heißt Knasti oder Knastbruder. auch Knacki. Wer ›Knast hat‹, der hat Hunger.
s. auch → Knacki

Knautschke, Früher Name für ein Nilpferd im Berliner Zoo. Von knautschen = zusammendrücken, knittern.

Knautschkommode, Zieharmonika. auch Quetschkommode.
s. auch → Quetschkommode

Kneipe, typische Berliner Gastwirtschaft, Trinklokal. Der Besitzer wird Kneipier genannt.

kneisten, blinzeln.

Knete, Geld.

Knief, (frz. canif) Taschenmesser.

Knies, Streit.

Knilch, unsympathischer Mensch.

Knobländer, 1. Knoblauchwürste und 2. Hände: »Jeh mit deine Knobländer da weg!« Abgeleitet von Knobel = (Finger)-Knöchel, im Plural auch »Faust«.

Knobloch, Knoblauch.

Knochenkalle, dünner Mensch, Skelett.

Knochenmühle, 1. schwere, anstrengende Arbeit und 2. Arbeitsstätte.

knochentrocken, äußerst trocken.

knödeln, Fußball spielen.

knöken, (nd. Knöken = Knochen) 1. schlagen und 2. koten.

Knolle, Nase.

Knopp, Mensch. In der Regel mit negativer Konnotation: »’n oller Knopp«, ein unfreundlicher alter Mann. Ein »kleiner Knopp« ist hingegen ein kleiner, niedlicher Junge.

knorke, früher für prima, dufte, großartig. »Knorke ist dreimal so dufte wie schnafte.« Vielleicht entstanden als Reimwort zu Lorke oder aus knorrig = kraftvoll, widerstandsfähig und der nd. Verkleinerungssilbe -ke. Eine dritte Erklärung besteht in der Ableitung aus der Posse »Die Familie Knorke« des Varietékomikers Rudolf Melzer.
s. auch → Lorke

Knösel, Tabakspfeife.

Knubben, auch Knubbel (nd.) Astknoten. knubbelig ist knotig, knollig.

Knuddel, Knäuel.

knülle, völlig betrunken.

Knülsch, (nord.) Kerl. Vielleicht aus rotw. knollig = bäuerisch, grob.

Knüppel, schmales Weißbrötchen, im Gegensatz zur Schrippe mit Milch anstatt Wasser zubereitet.
s. auch → Schrippe

knüppeldicke voll, stockbetrunken.

knüppern, knoten, binden.

Knust, wie Kanten.
s. auch → Kanten

koddern, rummanschen. »Kodder da nich mit dein unejalen Finger drin rum!« Von mnd. Kod(d)er = Schleim, Rotz.

Kodderschnauze, negative Bezeichnung für die berühmt-berüchtigte »Berliner Schnauze«.

Koffer, »einen Koffer in Berlin haben«, Anlaß zur Rückkehr nach Berlin haben. Geht zurück auf den Schlager »Ich hab noch einen Koffer in Berlin«.

Kofferheule, Radio.

Kohl, »Dit macht den Kohl ooch nich fett.«, das macht auch nichts weiter aus. »Red doch nich so’n Kohl.«, rede doch nicht solchen Stuß, Blödsinn.

Kohlblätter, Ohren.

Kohldampf schieben, Hunger haben. Rotw. Koller sowie Dampf meint »Hunger«.

Kohle, Geld. »Die Kohlen locker machen«, bezahlen.

Kohlenkarte, Gehaltsabrechnung.

kokeln, (nordd., omd.) mit Feuer spielen.

Koks, 1. Geld. 2. In der Szene-Sprache für Kokain. 3. »Red’ bloß keen’ Koks!«, rede bloß keinen Unsinn. auch Graf Koks von der Gasanstalt. Abgeleitet von Koks = steifer Herrenhut, was auf William Coke zurückgeht, der den Hut populär machte.
s. auch → Graf Koks (von der Gasanstalt)

Kölner Kotze (auch: Mobbelkotze), Italienischer Salat. auch Mobbelkotze.
s. auch → Moppel

Kommfranzundjeh, Conférencier, Ansager.

Kommunistenschaukel, (ostberl.) für den Wagen der tschechischen Marke »Tatra«.

Kompott, etwas, das als »Kompott hinten noch mit dranne hängt«, muß noch erledigt werden.

Kompottschalen, extrem dicke Brillengläser.

Konfusionsrat, konfuser Mensch.

Koofmich, Kaufmann, Materialist, Mensch mit konsumistisch-hedonistischer Lebenseinstellung. Entweder entstanden aus berl. koofen und Michel, in Anlehnung an den »Deutschen Michel«, oder aus »Kauf (Koof) mich!«.

Kopf, Der Kopf spielt in zahlreichen Schimpfwörtern eine wichtige Rolle: Knallkopp, Döskopp, Doofkopp, Scheißkopp. Wer hingegen »nich uff’n Kopp jefall’n is«, der ist pfiffig und »weeß ’ne Menge aus’n Kopp«, d.h. auswendig. Was man allerdings »nich im Koppe hat, muß man inne Beene ham«, wenn man dann vielleicht auch »nich weeß, wo einem der Koppe steht.«

Kopfschuster, im 19. Jh. für Hutmacher.

Korinthenkacker, oder auch Krümelkacker für einen überkorrekten Menschen.

koscher, (jidd.) rein. »Ick weeß nich, aber der Typ kommt ma nich janz koscher vor.«

Kosthappen, Kostprobe von Nahrungsmitteln.

Köter, (nd.) abfällig für Hund.

kotzen, sich erbrechen. Bereits Mitte des 18. Jh. als »verächtliches Pöbelwort« charakterisiert. Wenn man etwas »zum Kotzen findet«, dann ist es widerlich, hängt einem zum Halse raus. So Max Liebermann über die Nazi-Zeit: »Man kann nicht soviel fressen, wie man kotzen möchte.« Ein Kotzbalken bezeichnet eine schlechte Zigarre, ein Kotzbrocken oder auch Kotzproppen einen widerlichen, unsympathischen Menschen.

Krabbe, (mnd. krabbe = krabbelndes Tier) kleines, niedliches Kind bzw. Mädchen.

Kragenweite, »Dit is nich meine Kragenweite.«, die Sache ist eine Nummer zu groß für mich; ist mir nicht angenehm.

Krakel, Streit, Lärm; krakehlen, Krakehler. Entweder von frz. querelle = Streit oder von mnd. krackel(e), das auf westflämisch Kreel = Lärm zurückgeht.

Krakelpfoten, unsaubere Schrift. Mnd. kraken, Kroken = falten.

kramig, unordentlich. Von Kram = Krempel, wertloses Zeug.

Kramme, Krampe, U-förmig gebogener Metallhaken, auch Papierhaken, wenn Schüler mit einem »Schießgummi« Krammen schießen.

Kränke, Krankheit.

Kranz, »Koof dir’n Kranz und wart’ uff’n Friedhof, bis de begraben wirst.«

Krauter, 1. ein »oller Krauter« ist ein Sonderling. 2. Besitzer einer Werkstatt oder eines Ladens. Verstärkend ein kleiner Krauter.

krebsen, bzw. rumkrebsen nicht richtig vorankommen, trödeln.

krepeln, dahinvegetieren. Bei Trachsel (1873) fortkrepeln in der Bedeutung von ›kümmerlich fortleben‹.

Krepierseite, wer »uff de Krepierseite liegt«, hat nicht mehr lange zu leben.

kreuzfidel, munter, heiter, sehr froh.

kribbelig, reizbar, nervös, unruhig.

Kriere, (jidd.) Kälte.

krimitiv, Verschmelzung aus kriminell und primitiv.

Krips, Kehlkopf. Abgeleitet von Grips = Kerngehäuse, auch Griebsch
s. auch → Griepsch

krisselig, von leicht gekräuselter Oberfläche.

Kronsohn, Sohn, wobei die enge Beziehung zwischen Vater und Sohn hervorgehoben wird.

Kroppzeug, (mnd. kropp = Kleinvieh) 1. Gesindel und 2. kleine Kinder.

Kröte, Sowohl als Schimpfwort als auch liebevoll zu einem Kind. Im Plural in der Bedeutung von Geld, adjektivisch im Sinne von kratzbürstig, gereizt.

Krücke, unsympathischer Mensch.

kruke machen, schlapp machen. Eine Kruke ist eine seltsame Person, ein Sonderling.

Krümelkacker,
s. auch → Korinthenkacker

Kts, (ostberl.) für Kaffeesahne, abgekürzt aus Kuhtittensaft.

kübeln, trinken.

Kuddelmuddel, (aus nd. koddeln = flüchtig waschen und modder = Schmutz) Durcheinander, Wirrwarr. Um die Mitte des 19. Jhs. von Berlin aus verbreitet.

Kuhbleke (auch: Kuhblöke), winzige, abgelegene Ortschaft, in der nichts los ist

Kuhfuß, im 19. Jh. für Gewehr.

Kujon, (frz. couillon) Schurke, Schuft.

kujonieren, jemanden ärgern, quälen, schikanieren.

Kule, (nordd., mnd. kule = runder, verdickter Gegenstand) 1. Vertiefung im Boden, z. B. Sandkule. 2. Brot.

Kulleraugen, große, runde Augen. »Mach doch nich solche Kulleroogen.«, schau mich nicht so erwartungsvoll an.

Kulör, (frz. coleur) Farbe. Im übertragenen Sinne: »Die Kulör kenn ick.«, die Personen kenne ich, die taugen allesamt nichts.

Kulturpickel, (ostberl.) Kongreßhalle in Berlin-Ost.

Kümmel hauen, Faustschlag auf einen Muskel geben.

kümmeln, einen Schnaps (Kümmelkorn) trinken.

Kümmeltürke, eigentlich ein altes Studentenwort aus der Zeit des Corpsgeistes: »Er sauft wie’n Kümmeltürke«. Heute ein Schimpfwort auf die türkischen Mitbürger. Aber auch allgemein für einen Gemüsehändler.

Kunde, »’n fauler Kunde«, ist ein zahlungsunfähiger Mensch, jemand, mit dem irgend etwas nicht in Ordnung ist.

Kunkel fassen, zu allerlei Ausflüchten greifen, um die Wahrheit zu verheimlichen. Kunkeln bzw. umgs. kungeln wie mauscheln.
s. auch → mauscheln

künstlich, »Nu reg’ da nich künstlich auf.«, grundlos auf.

Kürbis, Kopf.

kuschki machen, nachsitzen.

Kute, Grube.

Kutte, 1. Jacke und 2. für Kurt.

KWV, (jgdsprl., ostberl.) Kaputt-wüst-verrottet = Kommunale Wohnungsverwaltung

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