Lexikon

Berlinisch-Wörterbuch

Es konnten insgesamt folgende 58 Einträge zu dem von Ihnen gewählten Wortanfang e gefunden werden:

Eau de Mief, Parfum.

Ecke, nicht weiter definierte Entfernungsangabe: »Von hier bis zum Koofmann is ’ne janz schöne Ecke.«

Eckensteher, (Nante) früher für Dienstmann. Nach der Titelfigur einer 1832 uraufgeführten Posse.

Ede, Abkürzung von Eduard. Bezeichnung für Kumpel, Bruder, aber auch für leicht kriminelle Typen.

Eecks, Ausruf des Abscheus.

Ehestandslokomotive, Kinderwagen.

Ehrensäbel, Ehrensache.

ehrlich, wirklich, ungelogen. »Ick hab ehrlich wat zu tun.«

ehrpusselig, (nordd.) spöttische Bezeichnung für ehrbares, sittsames, lobenswertes Verhalten. Ironisierung von ehrpusslig = sittsam, prüde, abgeleitet von pusseln = eine Arbeit geduldig verrichten.

Ei, »Der sieht aus wie aus’m Ei jepellt.«, besonders schick, elegant. Jemanden »wie’n rohet Ei behandeln«, meint, ihn vorsichtig behandeln. Im Plural für Hoden: »Dir polier ick gleich de Eier!«, eine ernstzunehmende Androhung von Gewalt. Aber auch in der Bedeutung von Geld: »Ick hab nur noch zwanzich Eier.« Eine Eierkiste ist ein Auto, ein Eierkopp entweder ein nicht gerade rund geformter Kopf oder jemand, der schwer von Begriff ist. Eierpampe ist die Bezeichnung für mit Wasser vermischten Sand, wie ihn Kinder oftmals zum Schrecken ihrer Eltern in allerlei Hinsicht gebrauchen.

eildieweil, für hd. weil (oft mit Hauptsatzstellung im Nebensatz). Wahrscheinlich entstanden aus »alldieweil« und »Eile mit Weile«.

Einbildung, »Einbildung is ooch ’ne Bildung.«

eine drauf machen, tanzen, feiern.

einfuchsen, jemand, der eine Sache besonders gut kann, »is daruff besonders jut einjefuchst.« Aus der Studentensprache des 19. Jhs.

Eingemachtes, »an’s Einjemachte jehen«, an die Reserven gehen.

eingespundert, eingesperrt. Fußt wahrscheinlich auf mnd. Spinde = Schrank, Vorratsbehälter.

einhandeln, etwas Unangenehmes bekommen. »Du handelst dir gleich ’ne Ohrfeige ein!«

einkacheln, viel oder hastig essen.

Einkriegezeck, Fangspiel.

einleiern, etwas vorbereiten. »Dit hat der mir einjeleiert.«

Einnehme, Kellnerin, Kassiererin.

einnehmen, »Er hat ’n einnehmendet Wesen.«, d.h., er nimmt gern viel Geld ein, jemand »vom Stabe Nimm«.

einpfeifen, essen oder auch trinken.

einpummeln, sich, sich stark einhüllen, sich einwickeln, sich warm anziehen. auch anpummeln.
s. auch → anpummeln, sich

einrühren, etwas anrichten, einbrocken. »Da haste mir war einjerührt!«

einstippen, (mnd. stippen = eintauchen) Brot in Milch eintauchen bzw. Schrippe oder Kekse in Kaffee.
s. auch → Schrippe

einstuken,
s. auch → stuken

Eisbein, mit Erbspüree, Berliner Nationalgericht, in Bayern »Haxen« genannt. Aber natürlich auch die Bezeichnung für kalte Füße. In letzterer Bedeutung auch in der Drohung »Dem knick ick die Eisbeene!« Eisbein mit Lenkstange = Rollmops.

Eisenbahn, »Et is höchste Eisenbahn.«, es ist höchste Zeit. Nach Glaßbrenner (1847): »Es ist die allerhöchste Eisenbahn, die Zeit ist schon von drei Stunden angekommen.«

Eisente, prüde Frau.

Ekel, (ostf. ekelen = verdrießen) widerwärtiger Mensch. Noch verstärkend: Ekelpaket. Man denke an den leicht berlinernden Alfred Tetzlaff aus der Fernsehserie »Ein Herz und eine Seele«.

Elbkähne, große Schuhe.

Ella, oder Elle Braut, Freundin, Schwester.

Elsterauge, Hühnerauge.

Eltern, »Dit is nich von schlechten Eltern.«, es ist hervorragend, besonders gut. »Eltern mit Pillenknick« sind kinderlos.

Em, Mark, im Plural auch Emmchen.

Embüdel, auch Embiedel Freund.

Emmer, bei Glaßbrenner für Eimer.

Emton, in der Regel mit dem Possessivpronomen »mein« verbunden. Wird für Personen gebraucht, die man kritisieren will, denen man etwas androht, die man aber gern hat und nicht weiter verletzen will. »Paß mal uff, mein Emton!«

Ende, »Da is ja dit Ende von weg!«, Redensart, die als Ausdruck des Erstaunens gebraucht wird.

ent oder weder, entweder - oder.

Ente oder Trente, wie ent oder weder.
s. auch → ent oder weder

entfernt, »Dit macht sich von weiten sehr entfernt.« Von weitem betrachtet sieht das sehr gut aus (,aber eben nicht von nah).

entrenanu, (frz. entre nous) unter uns.entschuldigen »Können Se nich uffpassen?« - »Entschuld’jen Se, daß ick jebor’n bin.« Erstmalig 1845 in Berlin.

Erbbegräbnis, Geschäft, Restaurant, das schon mehrfach bankrott gegangen ist oder seit langem nicht mehr blüht.

Erholungsheim, Gefängnis. Früher Ausruf der Schaffner am Gefängnis Tegel: »Erholungsheim - will jemand aussteigen?«

Ersatzspiel, Hasardspiel.

erschossesein, erschöpft sein. »Ick fühl ma heute wie erschossen.«

erstensmal zweetensmal..., zum ersten, u.s.w., beim Anführen von Gründen.

erzählen, 1. beauftragen. 2. einreden, weismachen: »Mir könn’ Se nüscht erzähl’n!«

Eskimoflip, Wasser. Fuß auf umgs. Eskimo = hochprozentiges alkoholisches Getränk.

Essig, »Damit is Essig!«, damit ist es vorbei, mit dieser Hoffnung ist es aus.

etepetete, pedantisch genau, zimperlich. Fußt wahrscheinlich nicht auf frz. etre peut-etre ›im Zweifel sein‹, wie oftmals angenommen, sondern auf nd. öt(e), entrundet ete, ›geziert, zärtlich, überfein‹, das ironisierend verdoppelt wurde.

Eternitplätzchen, für Bulette.
s. auch → Bulette

Eule, 1. häßliche Frau, 2. Bruder, 3. Kopf.

Eumel, Kopf, aber auch als Schimpfwort gebraucht im Sinne von Dummkopf: »Du alter Eumel, du!«

Extramuros, im 19. Jh. für Zigarre. Von lat. extra muros = außerhalb der Zimmerwände.

Extrawurst, etwas Besonderes. »Ick hab keene Lust, dir ’ne Extrawurscht zu braten.« Auch aus der ›Reihe tanzen‹.

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