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Lexikon

Berlinisch-Wörterbuch

Es konnten insgesamt folgende 1915 Einträge zu dem von Ihnen gewählten Wortanfang e gefunden werden:

aalen, sich, (umgs.) sich rekeln, sich genüßlich ausruhen. »Inne Ferien wer’ ick ma richtich ausaal’n.«

aasen, seit dem 19. Jh. im Sinne von verschwenden, vergeuden. Mutter zu ihrem Kind: »Aas nich so mit der Marmelade rum.« Auch: veraasen.

abäschern, sich, sich sehr bemühen, sich übermäßig anstrengen.

abbeißen, einen, einen Schnaps trinken.

abblitzen, zurückgewiesen werden, einen Korb bekommen.

abbrummen, eine Strafe absitzen.

abbumsen, (ostberl.) ironisch für abkindern.
s. auch → abkindern

abdrehen, weglaufen, flüchten.

aber fett, etwas bestätigen, anstelle von ›aber sicher‹.

abfahren, 1. hinauswerfen. 2. »Ick fahr’ uff die voll ab.«, jemanden oder etwas toll finden.

abfallen, mißglücken, zurückgewiesen werden. Passivisch mit lassen: jemanden schlecht behandeln.

abgeben, sich, sich befassen mit, schlechten Umgang haben mit. »Jib da bloß nich mit dem ab!«

abgebrannt, pleite, blank, ohne Geld. Ursprünglich bezogen auf denjenigen, der sein Haus durch eine Feuersbrunst verloren hat.

abgebrochener Riese, kleiner Mensch. Metaphorisch auch für jemanden, der hoch hinaus wollte, es aber nicht geschafft hat.

abgebrüht, kaltschnäuzig, gewissenlos, verschlagen, durchtrieben. Von nd. brüen = necken plagen.

abgehalftert, heruntergekommen. »Seit der keene Arbeet mehr hat, is er janz schön abjehalftert.« Abgeleitet von abhalftern = müde werden.

abgehen, losgehen. Insbesondere in der jugendsprachlichen Wendung »Da jeht die Post ab«, was meint: »Das geht echt geil los.«

abgemeldet, erledigt sein. »Der is bei mir abjemeldet«, der ist für mich erledigt, mit dem will ich nichts mehr zu tun haben.

Abgewöhnen, zum, Ausdruck der Abscheu oder der Verachtung. »Der Typ ist echt zum Abjewöhn’.« Auch als Entschuldigung: »Na, noch een Schnaps zum Abjewöhn’.« Auch jugdsprl. ’ne Abjewöhne = ein unsympathisches Mädchen.

abhauen, sich davon machen, das Weite suchen. Als Drohung in der bekannten Redewendung: »Mensch, hau ab oder ick verjeß ma.«

abjachern, sich, bis zur Atemlosigkeit, zur Erschöpfung laufen, hetzen. Auch: abjachtern.

abkindern, (ostberl.) einen Staatskredit durch weitere Kinder ablösen. abbumsen.
s. auch → abbumsen

abklappern, absuchen. Verteiler von Werbeprospekten müssen »die janze Jejend bzw. die Briefkästen abklappern«.

abklavieren, abzählen. »Woher weeßt’n dit?« - »Dit kann man sich doch an fünf Finger abklavier’n.«

abknöpfen, auch abknöppen Geld beim Spiel abluxen.
s. auch → abluxen

abkratzen, sterben.

abkurven, weglaufen, flüchten.

abladen, (rotw.) das Geld abladen/hergeben.

ablaufen, sich, einer Sache hinterherlaufen. »Bis de dit Jeld hast, kannste dir de Hacken abloof’n.«

ablegen, bezahlen.

Ableger, eigenes Kind. Bildliche Erweiterung (Personifizierung) des Ablegers einer Pflanze.

ableuchten, überprüfen.

abluxen, etwas auf schlaue Weise an sich bringen, jemandem Geld auf unredliche Weise, besonders beim Spiel, wegnehmen.

abmachen, aus dem Sinn schlagen. »Mach dir dit ja ab!«

abmurksen, ermorden, töten.

abnehmen lassen, sich, anstelle von sich aufnehmen lassen, im Sinne von fotografieren lassen.

abnibbeln, sterben.

abplastern, abblättern. »Kaum ham se dit Haus jestrichen, schon plastert die Farbe wieder ab.«

abprachern, erbetteln.

abrabbeln, sich, oder abrappeln sich abarbeiten. auch aufrappeln.
s. auch → abrabbeln, sich

abrackern, sich, sich abarbeiten, sich schinden.

Abreibung, Tracht Prügel. Drohend: »Willst wohl ’ne Abreibung ham, wa?«

abreißen, 1. eine Gefängnisstrafe absitzen (um 1900 aufgekommen). 2. Nur in der Negation im Sinne von ›es hört nicht auf‹: »Dit Rejenwetter reißt aber ooch ja nich ab.« Beruht auf dem Sinnbild des nicht reißenden Fadens.

abrocken, (jgdsprl.) tanzen.

abrubbeln, abreiben.

abschieben, verschwinden. »Schieb ab!« Abgeleitet von der im 18. Jh. belegten Bedeutungsvariante »weggehen, flüchten«.

abschrammen, fortgehen, fliehen.

Abspeckzuber, Badewanne.

abstinken, mißglücken, zurückgewiesen werden.

abwackeln, 1. tanzen und 2. weggehen.

abwaschen, »Dit wäscht dir keen Rejen ab.«, das hilft dir alles nichts.

abzocken, jem. Geld abnehmen, betrügen. Von zocken ,Glücksspiel betreiben', basiert auf jidd. zchoken = spielen und ist in Berlin seit dem späten 19. Jh. geläufig.

acheln, (jidd.) essen.

Achtgroschenjunge, früher für Polizeispitzel, heute für Stricher. Die Berliner Polizei zahlte im späten 18. Jh. dem Spitzel acht Groschen für jede Anzeige.
s. auch → Groschen

Ackerlotte, ursprünglich Mädchen aus der Ackerstraße (Berlin-Wedding), heute für Mädchen mit schlechtem Benehmen.

ackern, arbeiten.

Affe, Bereits im 19. Jh. belegt, u. z. in der Wendung »Er hat sich ’nen Affen jekooft.«, er ist betrunken. Heute ein häufig benutztes Schimpfwort in zahlreichen Komposita: Affenarsch, du alter Affe etc. Eine Affenjacke ist eine zu kurze Jacke (Anfang des 19. Jhs. von engl. monkey-jacket), unter Affentheater versteht man ein wirres Durcheinander. Eine Affenschleuder ist eine Schaukel, während Affenschaukel nicht eine Schaukel bezeichnet, sondern ironisch die Straße ›Adlergestell‹ Eine besondere Schmach ist eine Affenschande (nd. apenbare Schanne »offenbare Schande«), ein Lackaffe ist ein eitler Mensch. Wer beim Sitzen eine komische Haltung einnimmt »sitzt wie’n Affe uff’m Schleifstein«. Jemand, der perplex ist, sagt: »Ich gloob, mich laust’n Affe.« An einem besonders heißen Tag ist ’ne Affenhitze. Folge: »Ick schwitz wie’n Affe.« Bleibt noch die Frage: »Du bist wohl vom Affen jebiss’n?«

Affenschaukel, Zopf-Frisur, beliebt bei kleinen Mädchen

Akedemie, auch Akemie ironisch für Akademie.

Aletebaby, Bezeichnung für Willy Brandt Anfang der 60er Jahre. (Alete = Markenname einer Kindernahrung)

Alex, Alexanderplatz in Berlin-Mitte.

alle, 1. zu Ende. »Der Kaffee is alle.« 2. alle werden = aufhören, sterben. »Davon wirste doch nich alle.«, d. h. das schadet dir nicht. 3. jem. alle machen jemanden fertig machen. 4. «Ick bin völlig alle«, völlig k. o. 5. «Wer’n se alle!« - Verschwinden sie!

Alsche, Frau, Mutter, Alte. Nordd. seit dem 19. Jh.

Alter, Alte, Bruder, Partner, Vater, Freundin, Ehefrau, Mutter, Partnerin.

Alumücke, Düsenjäger.

Amateuse, Prostituierte ohne »Gewerbeschein«.

Amerikaner, rundes Gebäck mit Zuckerguß.

amüsieren, »Ick hab ma amüsiert wie Bolle uff’n Milchwagen.«, also hervorragend.

Amüsiertablette, Glatze.

anblaffen, jem. anmeckern. Von blaffen »schreien, schimpfen«, bereits im 15. Jh. belegt.

anblasen, jem. anmeckern, zur Rede stellen.

andudeln, sich eenen, sich betrinken. »Jestern abend hat er sich janz schön eenen anjedudelt.« Übertragen von im 19. Jh. dudeln = schlecht singen; wer viel getrunken hat, singt schlecht. Auch umgs. dudeln = kräftig trinken.

angeäthert, betrunken.

angeben, prahlen. »Der jibt an wie ’ne Lore Affen.«

angebufft, 1. angestoßen. »Bist wohl anjebufft?«, spinnst wohl? 2. geschwängert, seit dem späten 19. Jh.

angenüchtert, angetrunken.

angesäuselt, angetrunken.

Angstmacher, Messer.

Angströhre, Im 19. Jh. für Zylinderhut (engl. anxiety hat = Angsthut); heute für eine enge Hose, insbesondere Jeans.

anhauchen, jem. grob anfahren.

ankesen, narren, foppen.

anknabbern, »Dit Mädchen is ja zum Anknabbern.«, zum Liebhaben, zum Gernhaben.

anknippern, (mnd. knüppen = knüpfen) verknoten, mit einem Knoten anbinden.

ankohlen, scherzhaft anschwindeln.

ankratzen, sich einen Mann angeln.

anlabern, belästigen, ansprechen.
s. auch → labern

anlachen, eine Bekanntschaft machen. »War ick inna Disco, hab ick ma den Typen anjelacht.«

anlegen, sich mit jemandem Streit suchen, sich entzweien.

anmachen, sich jemandem nähern mit dem Ziel, mit ihm in’s Bett zu gehen. auch anquatschen, anwichsen.
s. auch → anquatschen, → anwichsen

anmeiern, sich, 1. sich bei sozial Höherstehenden beliebt zu machen suchen. 2. schwindeln und 3. jemanden anschmieren. 4. in Nachteil geraten: »Da biste anjemeiert.«
s. auch → anschmieren

anmerken, an jem. etwas bemerken: »Dat hajik’n gleich anjemerkt« - das ist mir gleich an ihm aufgefallen.

anmotzen, (jgdsprl.) anmeckern, beschimpfen.

anno dunnemals,
s. auch → dunnemals

Anodenwumme, Kofferradio.

anpeesen, schnell angelaufen kommen.

anpetzen, anzeigen.
s. auch → petzen

anpflaumen, jem. anmachen, beschimpfen.

anpummeln, sich, sich warm anziehen.
s. auch → Klamotten

anpusten, (mhd. anbusten = blasend anfachen) grob anreden.

anquatschen, anreden, anmachen.
s. auch → anmachen

Anreißer, früher Ausrufer vor Verkaufsbuden, auch Portier von Vergnügungslokalen, heute umgs. für die Berufsbezeichnung ›Propagandist(in)‹.

anschmieren, 1. jemanden reinlegen und 2. sich aufdrängen.

anstehen, zusagen, gefallen. Bei Glaßbrenner: »Kann ick Ihnen anstehen, oder haben Sie sonst ein Verhältnis.«

anstreichen, vergelten. »Dit vergeß’ ick nich, dit werd’ ick dir anstreich’n.«

antalpschen, oder auch betasten, mit dem Finger berühren
s. auch → talp(s)chen

antanzen, ankommen. »Jetz kommt der schon wieder anjetanzt.«

antrudeln, (md., nd. trudeln = rollen, sich wälzen) gemächlich daherkommen oder auch ankommen, sein Ziel erreichen.

anwackeln, wie antrudeln.
s. auch → antrudeln

anwichsen, 1. jemanden anmachen. 2. jemanden bedrohen.
s. auch → anmachen

AOK-Chopper, Rollstuhl (AOK = Allgemeine Ortskrankenkasse).

Apfrikose, ist eine Hyperkorrektur eines Sprechers, der weiß, dass Appel im Hochdeutschen Apfel heißt. (von AnnZie)
s. auch → Kloppe

Appelfatzke, Steigerung von Fatzke.
s. auch → Fatzke

Äppelfrau, Obstfrau.

Äppelkahn, 1. kleines Boot, 2. große Füße, 3. große Schuhe.

Arbeiterbrause, Sekt.

Arbeiterdenkmal, Arbeiter, der sich auf seinem Werkzeug, z. B. einer Schaufel, ausruht. Jemand, der nach dem Motto handelt: »Die Arbeet jacht ma, aber ick bin schneller.« Entstanden mit Bezug auf das 1900 auf dem Andreasplatz zu Berlin errichtete Arbeiterdenkmal.

Arbeitereisbein, Rollmops. auch Eisbein.
s. auch → Eisbein

Armkasse, Armenkasse. »Es jibt gleich wat aus de Armkasse.«, Androhung von Prügel.

Armleuchter, dummer Mensch.

Asche, 1. Geld (frz. acheter). 2. Unsinn. Um 1800 stand in einem Lokal in der Elsässer Straße:
Hast Du Draht, so laß dich nieder,
Sag’, womit ich dienen kann,
Ohne Asche - drück’ Dich wieder
Setze keinen Gastwirt an!

aschingern, zu Aschinger (früher stadtbekannte Volksgaststätten, zuletzt noch nahe Bahnhof Zoo) gehen. Nach den Brüdern Aschinger, die, aus Bayern kommend, das Restaurant gründeten.

Asphaltblase, (ostberl.) Trabant. Plastikschüssel, Plastepanzer. Vgl. auch amerikanisch ›bubble car‹.
s. auch → Plastikschüssel, → Plastepanzer

asten, unter schwerer Last gehen.

astrein, einwandfrei, hervorragend. »Der Film is astrein.« Entstanden durch Bezug auf astlochfreies Holz, das wertvoller als Holz mit Astlöchern ist.

Atze, 1. Schwester oder Bruder. »Wo ist denn dein Bruder?« - »Meene Atze is draußen.«, 2. Kosename für Arthur.

Au Backe, Ausruf der Bewunderung oder der Betroffenheit.

au wacker, au weia. Sicherlich mit Anspielung auf den Berliner Fußballklub Wacker 04.

auffallend, »Stimmt uffallend.«, stimmt genau.

aufgabeln, jemanden treffen, eine Frau aufreißen. »Wo hast ’n die uffjejabelt.« Im 17. Jh. belegt im Sinne von »auf eine Gabel spießen« und wohl von daher abgeleitet.
s. auch → aufreißen

aufgehen, dick werden. »Meine Olle jeht uff wie’n Fannkuchen.«

aufmotzen, sich, (mhd. aufmutzen) jemanden, etwas auffällig kleiden, herrichten. »Den Laden ham se janz schön aufjemotzt.«, schick gemacht.

aufmucken, sich widersetzen. Von mnd. mucken = halblaut murmeln.

aufplustern, sich, sich aufblasen, sich empören. »Bloß wejen die paar Mark hat der sich uffjeplustert!« Von mnd. plustern = zersausen, wie es das Federvieh tut, wenn es mit dem Schnabel im Gefieder herumwühlt.

aufpuckeln, jemandem Arbeit aufladen. »Die Scheißarbeit krieg’ immer ick uffjepuckelt!« Abgeleitet von ›buckeln, einen Buckel machen‹.

aufrappeln, sich, (nd. rappeln = sich aufraffen, bewegen) gesund werden. »Der stand schon mit een Been inna Kiste, denn hat er sich aber wieder uffjerappelt.« Wer sich in der Schule aufrappelt, erbringt bessere Leistungen.

aufreißen, jemanden erfolgreich anmachen, »’ne kesse Biene uffreißen.«
s. auch → anmachen

aufsteckern, aufstören. Wahrscheinlich abgeleitet von ahd. stecken »anheften, annageln«.

ausbaldowern, auskundschaften. Über die Gaunersprache aus dem Jiddischen baal = Mann und dowor = Sache, Wert.

ausbleeken, die Zunge rausstrecken Beispiel: Du sollst mir nicht immer die Zunge ausbleeken. (von petra-sieg@gmx.de)
s. auch → Bleeker

auseinanderpolken, entwirren, Verwickeltes auseinandersetzen.
s. auch → polken

auseinanderposamentieren, wie auseinanderpolken.
s. auch → auseinanderpolken

ausfressen, eine strafbare Handlung begehen. »Junge, wat haste wieder ausjefressen?«

ausgekocht, (jidd. kochem = weise) raffiniert, pfiffig, verschlagen, durchtrieben sein.

ausglitschen, ausrutschen. Intensivbildung zu (aus)gleiten.

ausklamüsern, (nd. Klamüser = Grübler, spitzfindiger Geselle) herausfinden, herausbekommen.

ausklinken, (mnl. clinken = erschallen, hell tönen) 1. aufregen und 2. gebären.

auskneifen, (nd. knipen = davonlaufen) fliehen, ausrücken.

ausknobeln, wie ausbaldowern. Abgeleitet von knobeln, erstmalig 1813 in der Studentensprache belegt.
s. auch → ausbaldowern

auskratzen, weglaufen, fliehen.

ausmähren, eine Tätigkeit langsam, ›im Zeitlupentempo› ausführen, was oftmals Anlaß zu der Äußerung gibt: »Mensch, hat der sich wieder ausjemährt!« Vielleicht zurückzuführen auf Mähre = klappriges Pferd.

auspellen, entkleiden. Abgeleitet von pellen = schälen.
s. auch → Pelle

Auspuffmieze, Beifahrerin auf dem Motorrad. Mieze = Kosebezeichnung für Katze.

ausquatschen, sich, sich aussprechen.

ausreißen, verschwinden, sich aus dem Staub machen. Negierend: sich nicht so viele Umstände machen. »Nu reißen sich ma’ keen Been aus.«

aussehen, bezweifeln, in der Wendung »So siehste aus!«.

Außerhalbscher, Nichtberliner.

Auster, Qualster, ausgespieener Schleim.

austutschen, austrinken.

ausverschämt, unverschämt.

auswachsen, »Dit is zum Auswachsen!«, Ausruf der Ungeduld.

Aweck, (von frz. avec = mit) mit Leichtigkeit, mit Esprit, mit Eleganz. »Der macht seine Arbeit mit’n jewissen

Baa-Affe, im 19. Jh. für ein neugierig zuschauendes Kind.

Babyschubsen, Teenagertanz.

Backbeere, Backbirne.

Backe, Drohung: »Dir hau ick den Putz vonna Backe!«

Bäckerbraten, Frikadelle.

Backpfeifengesicht, »Der hat’n richt’jet Backfeifenjesicht.«, im erweiterten Sinne ein dümmlicher Gesichtsausdruck.

baden, »Dir ham se wohl als Kind zu heiß jebadet?«, du bist wohl verrückt?

baden gehen, scheitern, untergehen.

Balbier, Barbier. Als Verb ›rasieren‹. »Jemand über’n Löffel balbieren.«, d. h. jemanden betrügen.

baletti machen, etwas ordentlich machen. Von umgs. ›paletti‹.

Ballast der Republik, (ostberl.) ironisch für den Palast der Republik. auch Pallazo Prozzo.
s. auch → Pallazo Prozzo

ballern, schießen.

Bammel, Furcht. Rückbildung und Übertragung von bammeln = sich schaukeln, hin und her bewegen. An der Dahme, einem Nebenfluß der Spree, gibt es bei Grünau eine Stelle, vor der Segler aufgrund der Strömungen »Bammel haben«, weswegen diese Stelle Bammelecke genannt wird.

Bammelage, (frz. ausgesprochen) Alles, was runterhängt oder runterbaumelt, z. B. Ohrringe. Adjektivisch bammelig für schlecht sitzende Kleider.

Banane, »Die Banane ist geschält.«, der Fall ist abgeschlossen, die Sache ist gelaufen.

Bange, Furcht, Angst. »Bange machen jilt nich.« »Hab mal keene Bange.«

Bärenführer, Fremdenführer durch Berlin (Bärlin). Die Wortbildung erklärt sich aus dem Berliner Wappentier, dem Bären.

Bärenlina, ironische Bezeichnung für die Berolina, das berühmte Denkmal, das von 1895-1944 auf dem ?? Alex stand.
s. auch → Alex

Bärme, Hefe. Ironisch für einen groß gewachsenen Menschen: »Dem ham se Bärme unter die Beene jelegt.« Auch: »Wat nachkommt, is Bärme.«, was nachkommt, taugt nichts mehr.

barmen, (nordd. und omd.) jammern, bitten.

Bauklötze staunen, äußerst verwundert sein. Klötzer vielleicht in Analogie zu Glotzen = Augen. Um 1900 in Berlin aufgekommen.

Beamtenbutter, Senf.

beaten, (jgdsprl.; engl. to beat = den Takt, die Trommel schlagen) tanzen.

beboomölen, »Dit is zum Beboomölen!«, das ist zum Verrücktwerden.

beboomölen, Das ist zum Totlachen. Beispiel: Det is ssum Beboomölen.

bedeppert, eingeschüchtert, aber auch betrübt, ratlos.

bedient sein, von etwas genug haben, einer Sache überdrüssig sein. »Ick bin bedient.«

Bedrullje,
s. auch → Bredullje

beduddeln, bezahlen.

Been,
s. auch → Bein

Beenbruch, »Dit is doch keen Beenbruch.«, es ist nicht weiter schlimm.

Beerblanc, Beure blanc, eine weiche Birnenart mit gelber Schale.

Beerdigung, »Der wird erst bei seine Beerdigung nüchtern sein« sagt man über einen Schluckspecht.
s. auch → Schluckspecht

Beergrin, Beure gris, eine ähnliche Birnenart wie Beerblanc mit grauer und grüner Schale.
s. auch → Beerblanc

Beesinge, Heidelbeere, von goth. basi, die Beere.

befizelt, betrunken.

befummeln, (nd. fummeln = suchend umhertasten) betasten, befühlen. Klage eines Teenies: »Mußte ma gleich befummeln?« Auch in der Bedeutung ›bewerkstelligen, zustande bringen‹ gebraucht.

begraben, Kritik an einer schlechten Leistung: »Laß da begraben.«

begrapschen, betasten, befummeln
s. auch → befummeln

beharkt, dumm, nicht bei Verstand.

beibleiben, fortfahren, weitermachen.

beibringen, lehren. Androhung von Schlägen: »Dir werd’ick de Flötentöne beibringen.«

Bei-mir-Wendungen, die vor allem in den 20er Jahren aufkamen. »Bei mir - Taschenuhr« = »Dich kann ich alle Tage aufziehen!« oder auch »Du kannst mir gestohlen bleiben!«

Bein, tritt in zahlreichen Redewendungen auf. Bereits im 19. Jh. »Dir werd’ ick Beene machen«, dir werde ich auf die Sprünge helfen. »Nimm die Beene in die Hand!« ist eine Aufforderung zur Eile bzw. zur Flucht, jemand, der sich nicht überarbeitet, »reißt sich keen Been aus.« Ein dicker Mensch wird als »Pfannkuchen mit Beene« bezeichnet, eine Mahnung kann umschrieben werden mit »Den müssen wa uff de Beene treten!«, hingegen sagt man über jemanden, der eifrig ist: »Der is mit beede Beene rinjesprungen.« Die Jebrüder Beeneken meint die Füße.

bekaspern, (jidd. kaswen = lügen) etwas bereden.

bekaufen, sich ungünstig einkaufen.

bekloppt, dumm, schwer von Begriff. Abgeleitet von Schläge (Kloppe) auf den Kopf bekommen.
s. auch → Kloppe

beknackt, verrückt, dumm. Von frühnhd. knacken = einen Sprung, Riß bekommen.

bekotzt, »Der macht heut wieder ’n janz Bekotzten.«, er macht auf vornehm.

belatschern, jemandem etwas aufschwätzen, jemanden rumkriegen, etwas zu tun, jemanden vollquatschen.

Bellermann, Hund.

Bemme, (sächs.) selten für Brotschnitte. auch Stulle. Bei Luther 1532 als ›butterbam‹ belegt.
s. auch → Stulle

bemogeln, jem. betrügen.

Bengel, frecher Junge.

Benim, bzw. Benimmse Benehmen, Anstand. »Der hat ja überhaupt keen Benimm.«

beölen, »Ick könnt ma beölen.«, kaputt lachen. Mit Bezug auf ölen = harnen.

beräbbeln, bezahlen, abgeleitet von berappen.
s. auch → berappen

berappen, bezahlen. Abgeleitet vom Rappen, einer älteren Münze, deren Adlerkopf als Rappe (= Rabe) verspottet wurde. Auch substantivisch Berappung: »Jetz kommt ’ne schöne Berappungsarie«, es muß noch ganz schön was bezahlt werden.

Berg, »über den Berg gehen«, früher nach Spandau ins Gefängnis kommen. Bezog sich auf den Berg bei Charlottenburg zwischen Berlin und Spandau. Wer heute »über’n Berg is«, ist soweit genesen, daß das Schlimmste überstanden ist.

Berolina (auch: Bärolina), bezeichnet die Personifikation der Stadt Berlin.
s. auch → Bärenlina

berühmt, »Dit is nich berühmt«, das ist nichts Besonderes, nichts Gutes.

berumpsen, betrügen.

Bescheid stoßen, »Den werd’ ick Bescheid stoßen.«, den werde ich zurechtweisen, ihm mit Nachdruck meine Meinung sagen.

bescheuert, dumm, bekloppt.
s. auch → bekloppt

beschickert, (jidd.) leicht angetrunken. Auch angeschickert.

beschlafen, überlegen. »Dit muß ick ma’ noch beschlafen!«

beschmuddeln, (nd. smuddelig = schmutzig) beschmutzen.

beschnuppern, beriechen, jemanden näher kennenlernen.

beschnurgelt, betrunken.

beschummeln, betrügen.

beschupsen, betrügen, besonders beim Kartenspiel.

beschwipp(s)t, im 19. Jh. für betrunken.

Besen, »Ick fress’n Besen!« Ausruf des Erstaunens.

besengt, (ahd. bisengen = an-, verbrennen) verrückt.

bestellen, »Der sieht aus wie bestellt und nich abjeholt.«, wie verloren aussehen.

Besuchsbesen, Blumenstrauß

betalpschen, betasten.

betäuben, betrügen.

Betteltanz, Lärm. »Jetz fängt der Betteltanz schon wieder an!«

Bettflunder, Wanze.

bezähmen, sich einen trinken.

bibbern, 1. frieren, zittern. 2. sich auf den Weg machen.

Biene, flottes, hübsches Mädchen.

Bierbaß, grobe Baßstimme, tiefe Stimmlage durch häufiges Betrinken.

Bierbauch, dicker Bauch.

Biergeld, Trinkgeld.

Biertante, weibliche Bedienung in einer Kneipe.
s. auch → Kneipe

Bimse, Prügel. Vorwiegend gebraucht als Verb verbimsen. »Den ham wa ordentlich verbimst.« Abgeleitet von bimsen = schinden, drillen, das in der Soldatensprache des 19. Jhs. in dieser Bedeutung belegt ist.

Binde, für Halsbinde. »sich eenen hinter die Binde kippen«, sich betrinken. Um 1800 aufgekommen, als Kragen noch unbekannt waren.

Binsen, »in de Binsen geh’n«, verlorengehen, kaputt gehen. Abgeleitet aus der Jägersprache vom Wild, das im Binsengebüsch verschwunden ist.

Birne, Kopf. »Dit riecht hier so nach Obst, hat eener vielleicht ’ne matsch’je Birne?«

Bisse, keifiges Weib.

blaffen, schimpfen, meckern.

Blaffke, spöttisch für ›feiner Herr‹.

Blaken, Kinder.

blamieren, (frz. blâmer = tadeln) »Der blamiert die janze Innung.«, all seine Freunde und Kollegen.

Blanker, (ostberl.) reines Benzin/Super statt Benzin-Öl-Gemisch. Vgl. auch frz. ›blanc‹ in der Bedeutung ›sauber, rein‹.

Blase, »Die janze Blase«, die ganze Gesellschaft, die ganze Verwandtschaft. Generell für eine Ansammlung unerwünschter oder unsympathischer Menschen. Stammt aus der Studentensprache des 19. Jhs. und war ein Scheltwort für eine lose Studentenverbindung.

Blech, Unsinn. »Red’ doch keen Blech!«

blechen, (stud. 18. Jh.) bezahlen.

Blechkremser, Nostalgische Bezeichnung für die nicht mehr vorhandene Straßenbahn. Mit Bezug auf den Kremser, einem Pferdewagen, benannt nach dem Berliner Hofrat Kremser, der Anfang des 19. Jhs. die Erlaubnis erhielt, am Brandenburger Tor die Wagen zu vermieten und fahren zu lassen.

Blechmesse, Autoausstellung.

Bleeker, Zunge Beispiel: Die streckt mir immer ihren Bleeker raus. Steck deinen Bleeker wieder rein!

Blei, (schülsprl. seit dem 19. Jh.) Bleistift. Anstelle von zum Beispiel sagt man auch zum Bleistift.

Blindenwasser, Wodka.

blöde, dumm. Für Personen: Blödhammel, Blödmann, Blödian. »Dit is’n Blödian.«, der hat keine Ahnung. Um eine Aussage zu verstärken: »Dit is blödsinnig teuer.«

Blonde, »eine kühle Blonde«, eine Glas Berliner Weißbier. Vielleicht in Nachahmung von frz. ›une bière blonde‹.

Blubberfritze, Jemand, der undeutlich spricht. Aber auch jemand, der immerzu rummeckert. Zusammensetzung aus umgs. blubbern = hastig und unüberlegt sprechen und Fritze.
s. auch → Fritze

Blubberkopp, wie Blubberfritze.
s. auch → Blubberfritze

Blümchenkaffee, »schwarzer Kaffee«, der so durchsichtig ist, daß die auf dem Boden der Tasse gemalten Blumen zu sehen sind.

Blumentopp, »Da kannste kenn Blumentopp jewinn’.«, da kannst du nichts erreichen. Basiert auf Jahrmarktsverlosungen mit Blumentopfgewinn.

blümerant, (frz. bleu mourant, mattblau) unwohl, matt. »Ick fühl ma janz blümerant.« Im 19. Jh. nach der Farbe, die Ohnmächtige zeigen, umgedeutet.

Blutblase, (ostberl.) rote Mütze der Bahnsteigaufsicht.

Bockschein, gesundheitspolizeiliche Bescheinigung für Prostituierte.

Bodenäpfel, Kartoffeln. Vgl. frz. pommes de terres.

Bohne, »Der hat ja nich die Bohne Ahnung.«, nicht die geringste Ahnung haben.

Bohnenbrühe, Kaffee.

Bohnenstange, hagere Person, dünner Mensch.

bölken, rulpsen. Wahrscheinlich abgeleitet aus ›blöken‹.

Bolle, 1. Zwiebel (lat. cibolla, mnd. sibbolle). Auch für 2. Armbanduhr, 3. Kartoffel und 4. Loch im Strumpf. »Leck’ mir die Bollen!«, laß mich in Ruhe. »Sich freuen wie Bolle uff’m Milchwagen« leitet sich von den Kutschern der früheren Berliner Molkerei ab, die auf Pferdewagen laut bimmelnd die Milch brachten und als volkstümliche Figuren populär waren. »Sich wie Bolle amüsieren« fußt auf dem Berliner Lied mit dem Kehrreim: »Aber dennoch hat sich Bolle janz köstlich amüsiert«.

Bollenpiepen, Lauch.

bolzen, lärmen, sich prügeln, aber ebenso für regelwidrig Fußball spielen.

Bombenschmeißer, im 19. Jh. sarkastisch für Artillerieoffizier.

Bommel, 1. Ohrring, 2. Troddel und 3. Quaste.

Bonnies Ranch, im Volksmund die Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik. (von AnnZie)
s. auch → Klapsmühle

Bonnje, (sorb. banja = Kopf) Kopf. Eine »kahle Bonnje mit Spielwiese« ist eine Glatze mit Haarkranz.

Bonzenheber, Fahrstuhl.

Bonzenschleuder, (ostberl.) PKW-Wolga aus sowjetischer Produktion.

Boofke, (nd. buff = flegelhaft) ursprünglich Schifferknecht, heute für einen ungehobelten Kerl mit Geld, aber ohne Manieren.

botten, laufen, traben. Insbesondere losbotten. Substantivisch für Stiefel, Schuhe (frz. botte).

Boulette,
s. auch → Bulette

Bowel, Ramsch.

brabbeln, undeutlich sprechen, insbesondere »in seinen Bart brabbeln.«

Bräsicke, wer »wie Bräsicke dasitzt«, der fühlt sich wohl.

braten, »Nu brat’ mir eener ’n Storch!« - Ausdruck des Erstaunens. Den Braten riechen, etwas merken. Jemandem »eene braten«, ihm eine runterhauen. Mit einer Frau, die »nen Braten inner Röhre hat«, wird nicht unbedingt eine Frau bezeichnet, die gerade einen Braten zubereitet, sondern die schwanger ist. »Keen Hemd uff’m Arsch, aber schon ’n Braten inna Röhre!«

Bratenrock, Festkleid.

Bratenstipper, Frack.

Bratkartoffelverhältnis, Liebesverhältnis ohne Eheversprechen.

Bratschleiche, häßliche Frau.

Braunbier, »Er sieht aus wie Braunbier mit Spucke.«, blaß, krank.

Braunschweiger Fensterkitt, Kot.

Brechmittel, »Der ist dit reine Brechmittel.«, der ist ein widerwärtiger Mensch.

Bredullje, oder Bedrullje Schwierigkeit (frz. être breduillé in Schwierigkeiten sein). »Jetz sitzen wa janz schön inner Bredullje.«

Bregenpanne, »Der hat ’ne Bregenpanne.«, der ist verrückt. Auch bregenklüterich.
s. auch → bekloppt

breitschlagen, überreden.

Bremsklotz, für Bulette.
s. auch → Bulette

Briefmarke, »Dein Kopp uff der Briefmarke, und die Post jeht Pleite.«

Brieze, Briezkeule, Bruder, Schwester (vgl. obs. Brizel Junge). Seit 1850.

Brüsche, Beule am Kopf. Jemand, der übereifrig ist, »läuft sich Brüschen«.

bubbern, pochen, klopfen.

Buchte, Bett. Mnd. neben ›Biegung‹ auch ›Stall, Pferch‹.

Buckel einziehen, sich zurückziehen, kneifen.

Bucker, 1. große Murmel. »’nen Bucker schieben« gleich »’ne ruhige Kugel schieben«, was meint langsam und ruhig arbeiten. 2. Kopf, 3. großes Ding und 4. Brüste der Frau.

Buddel, (frz. bouteille) Flasche.

buddeln, graben. Das Substantiv Buddelei bezeichnet Arbeiten beim Straßenbau. Wenn Kinder buddeln, spielen sie mit Sand. Vgl. engl. to paddle.

Bude, (md.) Laden, Zimmer, Wohnung.

Budike, (frz. boutique) Laden, Kneipe. Heute kaum noch gebräuchlich.

buffen, (mhd. puff = Stoß) herumstoßen, anstoßen.

Bügelbrett, flachbrüstige Frau.

Bulette, 1. Frikadelle. Ob Ketchup oder Curry dazugehört, sei dahingestellt. Eines aber ist gewiß: ob Arbeiter, Angestellter oder Professor - jeder hat sie schon mal gegessen, und jeder Berliner kennt ihren Namen. Das Wahrzeichen der Berliner Speisekarte ist allen bekannt, weniger jedoch ihr hochdeutscher Name. Wahrscheinlich wurde die Bulette von den Hugenotten mitgebracht, auf jeden Fall leitet sich ihr Name von boulette, d. h. Fleischkügelchen, ab. Einen hohen Fleischgehalt der Bulette scheinen die Berliner allerdings zu bezweifeln, warum sonst hätte die Bulette Spitznamen wie Bäckerbraten, Semmeltörtchen oder Kampfbrötchen. 2. ironisch für Polizistin und 3. Frauenbrust.
s. auch → Bäckerbraten, → Semmeltörtchen, → Kampfbrötchen

Bulle, 1. Polizist. Ein Streifenwagen heißt folgerichtig Bullentaxe. 2. Bulette und 3. Elektrolok der Industriebahn in Schöneweide.
s. auch → Bulette

Bullenwinkel, allgemein für FKK-Strand, abgeleitet vom Berliner FKK-Strand namens Bullenwinkel.

Bullerkopp, aufgeregter Mensch, Choleriker.

bullern, 1. meckern. 2. Wenn der Ofen bullert, dann verströmt er eine starke Wärme. Variante zu ›poltern‹, frühnhd. bollern.

bummern, mit den Fäusten trommeln, z. B. gegen die Tür.

Bumskeule, früher Bezeichnung für die Frucht der Rohrkolbe, heute für Kopf.

büschen, ein Kind schaukeln. Bei Glaßbrenner: »Er soll man blos die Kleene en bisken büschen.«

Butter, »Allet in Butter!«, alles in Ordnung.

Butterblume, für Löwenzahn.

Butterbrot, »für’n Butterbrot verkoof’n«, etwas billig verkaufen, vgl. frz. pour un morceau de pain. Gleich »für’n Appel und ’n Ei verkoof’n.«

Butterfritze, Butterverkäufer. auch Fritze.
s. auch → Fritze

Butterstullen schmeißen, einen flachen Stein so über das Wasser werfen, daß er in mehreren Sprüngen über das Wasser hüpft.

Butze, (nd. butt = stumpf, plump) 1. dummes Mädchen und 2. eine Frau, die mit jemandem ein Verhältnis hat, der sie nicht heiraten will.

Cavalleriker, im 19. Jh. für Cavallerie-Offizier.

Chamberjarniste, Untermieter (frz. chambre garnie). Glaßbrenner: »Der Eene wohnt Chamber und der Andre Jarnie.«

Champagnerweiße, Weißbier.
s. auch → Weiße

Chansonettenbrüstchen, ironisch für Bulette.
s. auch → Bulette

Charlottenburger, Nase ohne Taschentuch mit einem kräftigen Schneuzer entleeren. Soll auf die als rohe Kerle bekannten Fuhrleute zurückgehen, die vom Brandenburger Tor nach Charlottenburg fuhren.

Cheese, (frz. chaise = Stuhl) Auto. »Der fährt ’ne alte Eiercheese.«

Cislaweng, gesprochen »Schißlaweng« (von frz. ainsi cela vint = so ging das vor sich). Wer etwas »mit einem Cislaweng« tut, der macht es mit Schwung, mit einem Griff, mit Leichtigkeit, mit verblüffender Schnelligkeit.

Cognacpumpe, Herz

dabehalten, bei sich behalten. »Soll ick den Köter dabehalten?«

Dachpappe, Klopapier.

Dachrinne, »Der is so lang, daß er aus de Dachrinne saufen kann.«

Dachstübchen, Kopf. »Der tickt ja nich richtig im Dachstübchen.«

Däderädä, Lautwort für DDR.

Daffke, (jidd. dawko = gewiß, durchaus) etwas »aus Daffke machen«, etwas aus Eigensinn oder Trotz tun bzw. nicht tun. »Aus reinem Daffke bin ick nich mitjekomm’.«

Dalles, (jidd. dallus Armut) Geldmangel.

Damendiesel, Parfum.

Dampfschornstein, im 19. Jh. für Zylinderhut.

dancen, tanzen. Heute wohl jugsprl. Anglizismus, aber auch bereits im 19. Jh. belegt und über die nd. Aussprache des anlautenden ›t‹ zu erklären.

danke, gut. »Und sonst jeht’s danke?«

Deckel, im 19. Jh. für Zylinderhut, heute allgemein für Hut. Drohend: »Krist gleich een’s uff’n Deckel.«

Deez, (frz. tête) Kopf. Taucht häufig in Form einer Drohung auf: »Dir hau ick een’s uff’n Deez, daß de aus de Rippen kiekst wie’n Affe durch’t Jitter.«

Deibel, (nd.) Teufel. In vielen Redewendungen: »Den Deibel nochmal!«, »Dit is ’n Deibel!«, »Da kommste in Deibels Küche.«, etc.

Demse, stickige, drückende Luft. Aus dem Obs. nach 1945.

Denkmurmel, Kopf.

Denkste, »Denkste!«, da hast du falsch gedacht (zurückweisende Antwort). Verschleifung von »Denkst du!« Auch: »Dit is ’n typischer Fall von Denkste.«, ein typischer Fall dafür, daß sich jemand geirrt hat.

Destille, früher für Kneipe. Abgeleitet von der Destillationsanstalt. Ein geflügeltes Wort, als Zille noch sein Stammlokal »Zur quietschvergnügten Drehorgel« besuchte: »Ejal, wo der Berliner mit eenem Oooge hinkiekt - mit’s andre kiekta inne Destille.«

det, das

dick(e) haben, etwas satt haben, von etwas genug haben, einer Sache überdrüssig sein. »Dit hab ick jetz endgültig dicke!«

Dienstbolzen, Dienstmädchen, Dienstbote.

Diensteid, trinken. »Eenen uff’n Diensteid nehmen.«

Dienstpote, Dienstbote. Wortspiel, das sich vermutlich aus »Dienstpfote« mit nd. gesprochenem ›p‹ ableitet.

dieselig, schwindelig.

direkt, geradezu, wirklich. »Dit is direkt schade.«

direkt(e)mang, wie direkt.
s. auch → direkt

Direx, schulspl. für Direktor.

dit (auch: ditte), das; Synonym "ditte" zur Verstärkung. Beispiel: Dit is mir ejal. Dann mach ick dit och noch.

Literatur: einsehen

Dividendenjauche, helles Bier. Um im Jahre 1870 an der Börse Gewinne zu machen, erhöhte man die Dividende, was zu einem sog. Aktienbier führte, einem Bier minderer Qualität.

Dohle, früher Zylinderhut, heute allgemein für Hut.

doktern, sich mit etwas intensiv beschäftigen, aber mit leicht negativem Beigeschmack. »Der muß immer war herumdoktern.! = »Der hat immer etwas zu tun.«

Dollarbrägen, Draufgänger.

Donnerlittch, Donnerlitken, Ausruf des Erstaunens. Die Endung -littchen ist eine Variante zu Lüchtig = Blitz.

Donnerlittchen, Ausruf des Erstaunens. (von AnnZie)
s. auch → Dunnerwettsteen

doppelt, Ein weißer Schimmel ist sozusagen »doppelt jemoppelt«. Aber beim Trinken gilt: »Uff een Been kann man nich stehen, doppelt hält besser.«

Dösel, Dummkopf.

Drahthexe, Beschimpfung einer Frau.

Draufgeld, Bei Glaßbrenner als Unterpfand für einen abgeschlossenen Handel.

Dreck, starke Ablehnung für sehr wenig, gar nichts. Glaßbrenner: »Da hat mir der Staat en Dreck zu sagen.« Oder: »Da kümmer ick ma ’n Dreck drum.«

Dreckbuddel, 1. Person, die im Dreck buddelt, im Schmutz wühlt; von daher auch für Putzfrau. 2. allgemein für jemanden, der schmutzig ist.

Dreckliese, schmutziges Kind oder erwachsene Person.

Dreckpatsche, im 19. Jh. für Infanterieoffizier.

Dreckschleuder, Bezeichnung für jemanden, der sich gern übler Nachrede ergibt. Früher auch für Baggermaschine.

Dreckschwalbe, früher umgs. für Maurer, heute als Schimpfwort für Frau.

Drehbücher, Toilettenpapier-Rollen.

drehen, »Dit wer’n wa schon drehen.«, hinkriegen, eine Sache schon machen.

Drehhahnbräu, für ein Glas Leitungswasser bei Tisch.

dreidoppelt, dreifach.

Dreikäsehoch, kleiner Junge.

dreist, 1. wirklich, 2. frech, 3. zuversichtlich und 4. unverschämt. »Laß den man dreist kommen.«, laß ihn mal ruhig kommen. »Dit is ja wirklich dreist von dem.«, unverschämt.

Dremmel, 1. Furcht. 2. Drang. Jemand, »der ’n Dremmel hat«, muß dringend auf’s Klo. Abgeleitet von dremmeln = drängen.

Dresche, Prügel, Schläge. Substantivierung von Getreide dreschen.

drippeln, tröpfeln, leicht regnen. Wenn es aus dem Wasserhahn tropft, heißt es drippen.

dröhnen, jemanden ein paar knallen.

Dröhnung haben, betrunken sein. Von umgs. dröhnen = sich betrinken, im Rausch sein.

drömmeln gehen, zur Toilette gehen.
s. auch → Dremmel

Drückeberger, jemand, der die Arbeit scheut, im 19. Jh. für jemand, der sich verkriecht.

drucksen, mühsam herausbringen. Intensivbildung zu drucken = drücken. Auch herumdrucksen = nicht die Wahrheit sagen wollen.

drum rumkommen, davonkommen. »Da sind wa ja nochmal drum rumjekomm’.«

druselig, (nordd.) schläfrig, müde. Als Verb drusseln oder auch eindrusseln, gesprochen mit stimmhaftem s.

dufte, (jidd. toffte) großartig, prima. Wird heute gebraucht für die früheren Bezeichnungen knorke und schnafte.
s. auch → knorke, → schnafte

Dummerjahn, Dummkopf.

dünne machen, sich, sich verkrümeln, sich zurückziehen.

dunnemals, damals. »Von anno dunnemals.« Von nd. dunn = damals.

Dunnerwettsteen, Bei Glaßbrenner als Ausruf des Erstaunens. Wie Donnerlittchen.
s. auch → Donnerlittchen

Dunstkiepe, im 19. Jh. für einen Herrenhut mit hohem Boden.

durchplumpsen, durchfallen.

durchwachsen, mittelmäßig. Krankenschwester: »Na, wie jeht’s denn heut?« - Patient: »Na, so durchwachsen.«

durchwutschen, entwischen. Von umgs. durchwitchen.

durschten, »Mir durschtet.« = Ich bin durstig.

Dusel, Glück. »Mensch, da haste aber ’n Dusel jehabt.« Weiterentwicklung von nd. Dusel = Schlaf, Halbschlaf.

dusemang, (frz. doucement) sacht, behutsam, leise, gesprochen mit stimmhaftem ›s‹ und natürlich dem typisch berlinischen Nasal, der jedem Südfranzosen das Herz höher schlagen läßt.

Düsenklipper, Flugzeug.

Dussel, (nordd.) dummer Mensch, Dummkopf. Dusel. Adj. dusselig.
s. auch → Dusel

dusselig, dumm (von AnnZie)
s. auch → dumm, → doof

duster, dunkel, finster. Trachsel schreibt 1873: »›der dustere Keller‹, eine bekannte Kneipe am Fuße des Kreuzberges. In den Kunsthandlungen sah man vor einigen Jahren ein ganz schwarzes längliches Viereck, gedruckt auf weißem Papier mit der Inschrift: ›Berlin bei Nacht, vom dusteren Keller aus gesehen‹.«

Eau de Mief, Parfum.

Ecke, nicht weiter definierte Entfernungsangabe: »Von hier bis zum Koofmann is ’ne janz schöne Ecke.«

Eckensteher, (Nante) früher für Dienstmann. Nach der Titelfigur einer 1832 uraufgeführten Posse.

Ede, Abkürzung von Eduard. Bezeichnung für Kumpel, Bruder, aber auch für leicht kriminelle Typen.

Eecks, Ausruf des Abscheus.

Ehestandslokomotive, Kinderwagen.

Ehrensäbel, Ehrensache.

ehrlich, wirklich, ungelogen. »Ick hab ehrlich wat zu tun.«

ehrpusselig, (nordd.) spöttische Bezeichnung für ehrbares, sittsames, lobenswertes Verhalten. Ironisierung von ehrpusslig = sittsam, prüde, abgeleitet von pusseln = eine Arbeit geduldig verrichten.

Ei, »Der sieht aus wie aus’m Ei jepellt.«, besonders schick, elegant. Jemanden »wie’n rohet Ei behandeln«, meint, ihn vorsichtig behandeln. Im Plural für Hoden: »Dir polier ick gleich de Eier!«, eine ernstzunehmende Androhung von Gewalt. Aber auch in der Bedeutung von Geld: »Ick hab nur noch zwanzich Eier.« Eine Eierkiste ist ein Auto, ein Eierkopp entweder ein nicht gerade rund geformter Kopf oder jemand, der schwer von Begriff ist. Eierpampe ist die Bezeichnung für mit Wasser vermischten Sand, wie ihn Kinder oftmals zum Schrecken ihrer Eltern in allerlei Hinsicht gebrauchen.

eildieweil, für hd. weil (oft mit Hauptsatzstellung im Nebensatz). Wahrscheinlich entstanden aus »alldieweil« und »Eile mit Weile«.

Einbildung, »Einbildung is ooch ’ne Bildung.«

eine drauf machen, tanzen, feiern.

einfuchsen, jemand, der eine Sache besonders gut kann, »is daruff besonders jut einjefuchst.« Aus der Studentensprache des 19. Jhs.

Eingemachtes, »an’s Einjemachte jehen«, an die Reserven gehen.

eingespundert, eingesperrt. Fußt wahrscheinlich auf mnd. Spinde = Schrank, Vorratsbehälter.

einhandeln, etwas Unangenehmes bekommen. »Du handelst dir gleich ’ne Ohrfeige ein!«

einkacheln, viel oder hastig essen.

Einkriegezeck, Fangspiel.

einleiern, etwas vorbereiten. »Dit hat der mir einjeleiert.«

Einnehme, Kellnerin, Kassiererin.

einnehmen, »Er hat ’n einnehmendet Wesen.«, d.h., er nimmt gern viel Geld ein, jemand »vom Stabe Nimm«.

einpfeifen, essen oder auch trinken.

einpummeln, sich, sich stark einhüllen, sich einwickeln, sich warm anziehen. auch anpummeln.
s. auch → anpummeln, sich

einrühren, etwas anrichten, einbrocken. »Da haste mir war einjerührt!«

einstippen, (mnd. stippen = eintauchen) Brot in Milch eintauchen bzw. Schrippe oder Kekse in Kaffee.
s. auch → Schrippe

einstuken,
s. auch → stuken

Eisbein, mit Erbspüree, Berliner Nationalgericht, in Bayern »Haxen« genannt. Aber natürlich auch die Bezeichnung für kalte Füße. In letzterer Bedeutung auch in der Drohung »Dem knick ick die Eisbeene!« Eisbein mit Lenkstange = Rollmops.

Eisenbahn, »Et is höchste Eisenbahn.«, es ist höchste Zeit. Nach Glaßbrenner (1847): »Es ist die allerhöchste Eisenbahn, die Zeit ist schon von drei Stunden angekommen.«

Eisente, prüde Frau.

Ekel, (ostf. ekelen = verdrießen) widerwärtiger Mensch. Noch verstärkend: Ekelpaket. Man denke an den leicht berlinernden Alfred Tetzlaff aus der Fernsehserie »Ein Herz und eine Seele«.

Elbkähne, große Schuhe.

Ella, oder Elle Braut, Freundin, Schwester.

Elsterauge, Hühnerauge.

Eltern, »Dit is nich von schlechten Eltern.«, es ist hervorragend, besonders gut. »Eltern mit Pillenknick« sind kinderlos.

Em, Mark, im Plural auch Emmchen.

Embüdel, auch Embiedel Freund.

Emmer, bei Glaßbrenner für Eimer.

Emton, in der Regel mit dem Possessivpronomen »mein« verbunden. Wird für Personen gebraucht, die man kritisieren will, denen man etwas androht, die man aber gern hat und nicht weiter verletzen will. »Paß mal uff, mein Emton!«

Ende, »Da is ja dit Ende von weg!«, Redensart, die als Ausdruck des Erstaunens gebraucht wird.

ent oder weder, entweder - oder.

Ente oder Trente, wie ent oder weder.
s. auch → ent oder weder

entfernt, »Dit macht sich von weiten sehr entfernt.« Von weitem betrachtet sieht das sehr gut aus (,aber eben nicht von nah).

entrenanu, (frz. entre nous) unter uns.entschuldigen »Können Se nich uffpassen?« - »Entschuld’jen Se, daß ick jebor’n bin.« Erstmalig 1845 in Berlin.

Erbbegräbnis, Geschäft, Restaurant, das schon mehrfach bankrott gegangen ist oder seit langem nicht mehr blüht.

Erholungsheim, Gefängnis. Früher Ausruf der Schaffner am Gefängnis Tegel: »Erholungsheim - will jemand aussteigen?«

Ersatzspiel, Hasardspiel.

erschossesein, erschöpft sein. »Ick fühl ma heute wie erschossen.«

erstensmal zweetensmal..., zum ersten, u.s.w., beim Anführen von Gründen.

erzählen, 1. beauftragen. 2. einreden, weismachen: »Mir könn’ Se nüscht erzähl’n!«

Eskimoflip, Wasser. Fuß auf umgs. Eskimo = hochprozentiges alkoholisches Getränk.

Essig, »Damit is Essig!«, damit ist es vorbei, mit dieser Hoffnung ist es aus.

etepetete, pedantisch genau, zimperlich. Fußt wahrscheinlich nicht auf frz. etre peut-etre ›im Zweifel sein‹, wie oftmals angenommen, sondern auf nd. öt(e), entrundet ete, ›geziert, zärtlich, überfein‹, das ironisierend verdoppelt wurde.

Eternitplätzchen, für Bulette.
s. auch → Bulette

Eule, 1. häßliche Frau, 2. Bruder, 3. Kopf.

Eumel, Kopf, aber auch als Schimpfwort gebraucht im Sinne von Dummkopf: »Du alter Eumel, du!«

Extramuros, im 19. Jh. für Zigarre. Von lat. extra muros = außerhalb der Zimmerwände.

Extrawurst, etwas Besonderes. »Ick hab keene Lust, dir ’ne Extrawurscht zu braten.« Auch aus der ›Reihe tanzen‹.

fackeln, zögern. »Fackeln Se nich so lange«.

Fahrschein verlangen, die Rechnung verlangen. Aus dem Straßenbahnerjargon übernommen: »Noch jemand ohne Fahrschein?« im Sinne von »Noch einen Wunsch?«

Falle, Bett. »Ab in die Falle!« Vermutlich verkürzt aus Wanzenfalle.

Familienknicker, spöttisch für einen großen Regenschirm.

Fangeisen, Ehering.

Fantaska aus der Bodenluke, Bezeichnung für Frau.

Faßbrause, Apfelbrause von Faß. Nur in Berlin erhältlich und äußerst köstlich und erfrischend.

Fatzen, Stück Frühstücksbrot.

Fatzke, eitler, aufgeblasener Mensch. »Sie oller Fatzke!« Auch Appelfatzke und Hannefatzke. Wahrscheinlich nicht abgeleitet von frühnhd. fatzen = spotten und nd. Endung -ken, sondern auf den Vokativ des poln. Vornamens Wacek, was auf tschech. Václav zurückgeht. Man vgl. auch scharwenzeln = übereifrig den Hof machen.

Faulfieber, Trägheit. Ursprünglich umgs. geheuchelte Krankheit fauler Schüler und Arbeitsscheuer.

Faxen, Gesten, Gebärden, um bei anderen Lachen zu erregen. Im übertragenen Sinne auch »dumme Späße«. Hat man von etwas genug, sagt man: »Jetz hab ick aber die Faxen dicke!« Entweder entstanden aus mundartlich fickfacken = hin- und herlaufen oder fatzen = spotten.

Federball, »uff’n Federball jeh’n«, zu Bett gehen.

Feez, (frz. fête = Fest, Feier) Vergnügen, Spaß, Unsinn. »Mach doch nich so ’nen Feez.« ( Fete).
s. auch → Fete

fegen, schnell laufen. »Da kommt er anjefecht.« Ein Feger ist nicht nur ein Handfeger, sondern bezeichnet eine Frau, die außerordentlich gut aussieht («ein irrer Fejer«).

Feierabend, »Nu is Feierabend!«, jetzt reicht es.

feierlich, »Mir is heut ja nich feierlich zumute.«, ich fühle mich in diser Situation nicht wohl.

feiger Hund, Schwächling, Schlappschwanz.
s. auch → Schlappschwanz

feixen, dumm, verstohlen oder albern lachen. Nordd. Feix = Dümmling.

Fell, Haut. Drohend: »Dem zieh’ ick dit Fell über die Ohren.« »Der hat’n dicket Fell.«, er ist unempfindlich, daher belastbar. Aus dem Jargon der Abdecker des 17. Jhs.

Ferkeltaxe, (ostberl.) Schienenbus mit Gangschaltung.

fertig, 1. imstande sein, etwas zu tun: »Dit kriegt der fertig!« 2. müde, erledigt sein: »Ick bin (fix und) fertig.«

feste, kräftig, ordentlich. »Immer feste druff!« Von Berliner Soldaten im Kampf gegen Napoleon (1813) stammt die Wendung: »Immer feste auf die Weste!«

Festessen, ironisch für Vergnügen: »Es war mir ein Festessen.«

Fete, (jgdsprl., von frz. fête = Fest, Feier) für Fest, Party. Von daher auch ›feten‹ für ›tanzen‹.

Fett, im negativen Sinne für Lohn. »Der hat sein Fett weg bekommen.«

Fettlebe, »Heut machen wa eenen uff Fettlebe.«, heute lassen wir es uns gut ergehen.

Fettsack, Schimpfwort für extrem fette Menschen.

fetzen, (frz. fête, Fete, Feez) »Dit fetzt!«, jgdsprl. ›das haut rein‹, ›das ist stark‹. Im 19. Jh. allerdings bereits als alltagssprachlich verzeichnet. Davon abgeleitet fetzig.
s. auch → Fete, → Feez

Fetzen, Stück. »Dir hau ick in Fetzen!« Von spätmhd. vetze = Lumpen, abgerissenes Kleidungsstück.

Feuermelder, rote Nase.

fiepen, 1. winseln, 2. leise pfeifen

fies, (mnd. vis) ekelhaft, widerlich, abstoßend. Ein Fiesling ist ein Mensch mit miesem Charakter.

Fiesbiedelhoppsack, Peitsche.

Fiesematenten, unnötige Umstände, Streiche, Schikanen. Drohend: »Mach bloß keene Fiesematenten.«

fiestlau, lauwarm, wie umgs. pupwarm. Basiert auf nordd. Fiest = leise entweichender Darmwind.

Filzlatschenkino, Fernseher.

Fimmel, »Der hat doch ’n Fimmel!«, der leidet an Größenwahn, der spinnt. Wahrscheinlich abgeleitet von fummeln, fimmeln = suchend herumtasten, umhertappen.

fingern, erreichen. »Wir wer’n dit Ding schon fingern.« = Wir werden die Sache schon schaukeln. »Finger da nich mit deine unejalen Hände rum.« = Laß die Finger weg!

Finkennapp, kleines Gefäß, insbesondere kleines Glas oder Tasse.

Firlefanz, etwas Überflüssiges, Unfug, Blödsinn. »Wat is’n dit für ’n Firlefanz?« Aus mhd. firlifanz = eine Art Tanz.

Fischköppe, (westberl.) spöttische Bezeichnung für die Bewohner der norddeutschen Küstengegenden, (ostberl.) für die Mecklenburger.

fistern, hinauswerfen. Bei Trachsel 1873: »Ick werd dir jleich rausfistern« (= mach, daß du wegkommst).

Flamme, 1. Freundin und 2. Streichholz.

Flappe, mürrisch verzogener Mund. »Zieh doch nich so’ne Flappe.« Im Nd. Flabbe = herunterhängende Unterlippe. Vgl. engl. to flap = lose herunterhängen, schlagen.

Flattermann, Brathähnchen. Einen Flattermann kriejen meint »Angst bekommen«. Abwandlung von »einen Flattermann haben«, das heißt Händezittern, Liderzucken o.ä. haben.

Fleck, »Machen Se sich mal nich ’n Fleck uff’t Hemde.«, haben/zieren Sie sich nicht so.

Fleckfieber, für Personen, die einem lästig werden, weil sie einen nicht in Ruhe lassen. Insbesondere für Kinder, die (immer wieder) einem die Ruhe stehlen.

Fleischbeschauung, FKK-Strand-Besucher »jeh’n zur Fleischbeschauung.«

flennen, weinen Beispiel: Jetzt hör doch uff zu flennen! warum flennst de denn schon wieder? (von petra-sieg@gmx.de)

Flez, wie Flegel, auch als Verb. Wer sich irgendwo hinfle(t)zt, der lümmelt sich hin, breitet sich aus.

Fliege, »’ne Flieje machen«, flüchten.

fliegen, eilen. »Ick flieje ja schon!«

fliegende Untertasse, Nonne.

flippen, (jgdsprl., engl. to flip = schnipsen, schnellen) ausgelassen tanzen, ausgelassen sein. auch rumflippen.
s. auch → rumflippen

Flitz haben, verrückt sein. Von mnd. flitse = Pfeil.

Flitzpiepe, 1. ein nicht ernstzunehmener Mensch, 2. Penis.
s. auch → Pfeife

Flocke, »’ne Flocke machen«, verschwinden. Fußt auf dem Bild einer im Schnee verschwindenden Schneeflocke.

Flohkiste, Bett.

Flohleiter, Laufmasche.

Flosse, Hand. »Wenn man ›juten Tach‹ sacht, denn jibt man die Flosse.« Übertragen von den Fischflossen.

flötengehen, verlorengehen. »Jestern war ick uff ’ner Fete, da is ma dit Portemonnaie flöten jejangen.« Wahrscheinlich von mnd. vlöten = fließen, schwimmen, treiben.

Flötentöne, Drohend: »Dir werd’ ick die Flötentöne beibringen!«

Flunder, (mnd. vlunder) Eine Frau, die »platt wie ’ne Flunder is«, ist flachbrüstig. »Bei mir Flunder.« = Ich bin platt vor Staunen.

Flunken, Hände.

flüstern, sagen. Euphemistischer Gebrauch in der Drohung: »Dit eene kann ick dir flüstern...«

Flüstertüte, Megaphon.

flutschen, 1. eine Arbeit, die rasch vorwärts, die rasch von der Hand geht. Bei Trachsel 1873 in diesem Sinne unter fluschen als Pommerscher Dialekt vermerkt. 2. entwischen. Von flutschen mnd. sich hastig bewegen und/oder omd. von der Hand gehen, vorankommen.

forschieren, im 19. Jh. für zwingen. Von forsch.
s. auch → forsch

fortkrepeln,
s. auch → krepeln

Forzmolle, Bett, auch Molle.
s. auch → Molle

Fratze, Gesicht.

frech, »Frech wie Oskar.« Anstelle von »Ich bin so frei!« sagt der Berliner auch »Ick bin so frech!«

Freimaurerzigarre, im 19. Jh. für Zigarre.

Fressalien, Essen.

Fresse, Mund. Insbesondere in Drohungen gebraucht: »Halt die Fresse!« »Dem könnt ick stundenlang inne Fresse hau’n.« »’ne Fresse ziehen« meint schmollen, der Ausruf »Meine Fresse!« drückt maßloses Erstaunen aus.

Fressen, »Dit is ’n jefundenet Fressen für mich.«, das kommt mir gerade recht/zupaß.

Fress-Ex, (ostberl.) für die Exquisitläden, in denen ein reichhaltiges Warenangebot zur Verfügung stand, das allerdings nur gegen extrem hohe Preise vom DDR-Bürger genutzt werden konnte.

Friedhofsgemüse, 1. ironisch für welke Blumen und 2. für eine Gruppe von Menschen, deren Schicksal unausweichlich erscheint. 3. jgdsprl. für alte Menschen.

Friedrich Wilhelm, Unterschrift. »Da muß ick noch meinen Friedrich Wilhelm runtersetzen.« Beruht auf den in Preußen häufig vorkommenden Königsnamen.

Fritze, produktives Element in zahlreichen Zusammensetzungen für Händler, Verkäufer und Handwerker: Zijarrenfritze ist der Verkäufer in einem Tabakladen bzw. der Tabakladen an sich. In diesem Sinne auch: Jemüsefritze, Eierfritze, etc. Fritz war ein beliebter Vorname im 19. Jh. und wurde/wird in Berlin in der Ausrufeform mit einem -e versehen, z.B. »Hallo Fritze!«.

Frontlader, Gabelstapler.

Früchtchen, 1. freches Kind und 2. krimineller Erwachsener.

fuhrwerken, sich einmischen. »Fuhrwerk ma da nich dazwischen.« Bei Glaßbrenner im Sinne von hantieren: »Nu stund unjlicklijer Weise der Emmer hinter dissen Stuhl, un wie er nu mit ’n Kopp rinfuhrwerkte, fuul der Emmer um...«

funken, Wenn es zwischen zweien »jefunkt hat«, dann haben sie sich gefunden. Die Äußerung: »Jetz’ funkt’s aber!«, ist eine Androhung von Schlägen.

Furzkruke, schwache, nicht wirklich ernst gemeinte Beleidigung, für klein gewachsene Person, Widerling.

Fußbodendompteus, auch Fußbodenmasseuse, Fußbodenkosmetikerin spöttisch für Raumpflegerin. Wer sauber machen geht, der »jeht uff Fußbodenmaniküre.«

Fusseln, im 19. Jh. für Geld. »sich das Maul fusselig reden«, ohne Erfolg reden.

Fußlappen mit Flöhe, unschmackhaftes Essen. Fußt auf umgs. ›Fußlappen‹ für ein Essen mit großen Kohlstücken.

Futschen, Hausschuhe.

Futterage, (vermutlich fußend auf frz. fourage) Eßwaren.

Futterluke, Mund. Abgeleitet von der Öffnung.

fuzelig, im 19. Jh. für betrunken.

fuzzelig, äußerst klein.

Gardinenstange, flachbrüstige Frau.

Gärtnerwurst, grüne Gurke, die im Garten des Kleingärtners wächst.

gebacken, »So wie wir jebacken sind.«, so wie wir gebaut, beschaffen sind.

geblaßmeiert, angeschmiert.

gebont, »Dit is jebont!«, abgemacht, wird erledigt. Hergenommen von Kassenbon.

Geborene, »ne Jeborene von und zu« ist eine Adlige.

Gebratene Schrippe, für Bulette.
s. auch → Bulette

gebumfiedelt, Wer sich geschmeichelt vorkommt, der fühlt sich »jebumfiedelt«.

Gedächtniswärmer, Baskenmütze.

Gedrängte Wochenübersicht, scherzhaft für Bulette, weil - so die Annahme - Reste von Mittagsgerichten einer Woche verarbeitet werden.
s. auch → Bulette

gefällig, drohend: »Da is wat jefällig!«, da passiert gleich etwas.

geforben, gefärbt.

gefressen, weder kulinarisch noch kannibalistisch gemeint, sondern wenn man von jemandem sagt: »Den hab ick jefressen!«, meint dies, daß man diese Person nicht ausstehen kann.

Gegend, »’ne schöne Jejend is dit hier.« Gegend bezeichnet in diesem Falle unwirtliche Orte, Plätze etc. sowie Gegenden außerhalb Berlins. Die Redensart geht zurück auf Glaßbrenner. »Weit und breit nüscht wie Jejend!«, d. h. nur Landschaft.

Gegenteil, wird als Verneinung gebraucht mit leicht ironischem Unterton. »Haste Hunger?« - »Janz im Jejenteil.«

gehörig, stark, sehr. »Dit war ’ne janz jehör’je Portion Eisbeen.«

Geist, »Du jehst ma uff’n Jeist!«, du gehst mir auf die Nerven. Ein geistiger Kleingärtner oder Kleinrentner ist geistig obdachlos, d. h. schlicht und einfach ein Dummkopf.

Geizhammel, geiziger Mensch.

Gelaber, Geschwätz. labern.
s. auch → labern

gelacht, lachhaft. »Wär ja jelacht, wenn wa dit nich schaffen würden.«

gelackmeiert, angeschmiert. Wenn jemand den Kürzeren zieht, ist er der Jelackmeierte. Aus lackieren im Sinne von »hereinlegen , betrügen« und meiern = foppen, täuschen.

geladen, 1. »Der hat schwer jeladen heut.«, er hat viel Alkohol getrunken. 2. »Warum bist ’n so jeladen?«, so aggressiv, wütend.

gelernt, »Jelernt is jelernt.«, d. h., man beherrscht eine Sache perfekt.

gelitten, geläutet.

gelungen, originell, merkwürdig.

gemacht, »Is jemacht!«, wird erledigt.

gemischt, ordinär, anstößig.

Gemüse, junges, Kinder, junge Leute.

Gemüseathlet, krasser Egoist.

Gemüte führen, sich etwas zu, trinken.

Gemütsathlet, herzloser Mensch, der ein Jemüt wie’n Schaukelpferd hat.

genau, »Nüscht Jenauet is nich raus.«, etwas Genaues weiß man nicht.

genehmigen, sich einen, trinken.

genormt latschen, tanzen.

genügen, »›Dit jenücht‹, sagt der Staatsanwalt.«, abschließende Kommentierung einer Handlung. Übernommen aus einer Gerichtsszene von Albert Hopf (1845).

gerammelt, sehr, äußerst. »Die Küche war jerammelt voll.«

gerieben, schlau, hinterlistig. »Dit is ’n janz jerieb’nes Bürschchen.«

geringst (auch: gar nicht), »Im jeringsten janich.«, nicht im geringsten. auch gar nicht.
s. auch → nischt

gerissen, schlau.

geritzt, »Is jeritzt!«, die Sache ist erledigt, in Ordnung.

Gesabber, Geschwätz (von »Sabber« Speichel, nd. sabbeln). »Hör doch mal uff mit dem Jesabber.«

gescheit, ordentlich, brauchbar. Beim Skat: »Jib ma mal jescheite Karten!«

geschenkt, »Dit nehm ick nich jeschenkt!«, das nehme ich nicht. Verstärkung der Negation.

Geschichte, 1. Umstände, 2. etwas Kompliziertes. »Wat hast’n?« - »So’ne Blinddarmjeschichte.«

Geschmadder, unsaubere Schrift, Geschmiere.

geschmiert, »Dit jeht ja wie jeschmiert.«, das geht hervorragend, läuft wie ein gut geschmiertes Wagenrad.

geschnitten, »Da haste dich aber jeschnitten.«, verkalkuliert.

geschwollen, jemand, der »jeschwollen daherredet«, redet mit Pathos oder bemüht sich um eine ›feine‹ Sprechweise.

Geseier, (jidd. gesera = Bestimmung, Verordnung) Klagen, weinerliches Herumreden.

Gesichte, »Mach nicht so’n Jesichte.«, schau nicht so mürrisch oder auch traurig drein.

Gesichtserker, Nase.

Gesockse, Schimpfwort für die Sachsen nach 1945. Von daher auch Sachsengesocks. Heute allgemein abwertende Bezeichnung für einzelne Gruppen von Menschen. Früher für arme Leute, Leute die keine Socken, kein Schuhwerk besaßen.

Gestell, »Mensch, ist dit’n Jestell!«, ist das ein hagerer Mensch.

gestohlen, »Der kann ma jestohl’n bleiben.«, sagt der Berliner über jemanden, der bleiben kann, wo der Pfeffer wächst.

gesund, schlau, praktisch.

gesundstoßen, sich an etwas, Wohlstand erlangen, Profite machen. Aufgekommen im 19. Jh. im Zusammenhang mit Aktienschiebereien.

gewaschen, Eine »Ohrfeige, die sich jewaschen hat«, ist das Gegenteil eines zarten Klapses. Wer »mit allen Wassern jewasch’n is«, der ist raffiniert, geschickt, weiß überall Bescheid, so daß er überall durchkommt.

gewieft, (mhd. wifen = schwingen) schlau, raffiniert.

Gewitterflinte, Regenschirm.

Gewittertüte, Regenkapuze.

Gewitterziege, oder auch Gewitterzicke, Gewitterhexe Bezeichnung für eine zänkische, übel gelaunte oder auch meckernde Frau.

gewöhniglich, gewöhnlich.

Gichtlatte, dünne Person.

Gierschlund, bezeichnet eine Person, die gierig das Essen herunterschlingt.

giften, sich, sich ärgern.

Giftnudel, im 19. Jh. für Zigarre, bezeichnet heute jemanden, der über andere schlecht spricht.

Gipsflügel, gebrochener, eingegipster Arm.

Glatzenschneider, Friseur bzw. für neudeutsch Intercoiffeur.

glibberich, glatt und wackelig wie Wackelpeter. Von nordd. glippen = gleiten, unfest sein.
s. auch → Wackelpeter

Glipperpudding, Götterspeise.
s. auch → glibberich

glitschen, gleiten. Als Adjektiv glatt, schlüpfrig, bei Eis und Schnee.

glotzen, große Augen machen. Aus dem Mhd. für schimmern, glänzen. Bereits bevor es die Glotze (= Fernseher) gab sind die Wörter Glotzpaule und Glotzooge belegt.

Glubsche, (nd.) Brille. Im 19. Jh. ist glubschen für mürrisch, von unten aufwärts blicken belegt. Wer immer »gleich so glubsch ist«, der ist beleidigt.

Gnatschke, Italienischer Salat. auch gnietschig.
s. auch → gnietschig

gnatzen, weinen, wimmern, verstimmt sein. Ein Gnatzkopp ist ein mürrischer Mensch.

gnauen, im 19. Jh. wie gnatzen.
s. auch → gnatzen

gnedderig, verdrießlich.

gnietschig, im 19. Jh. geizig . Heute für mürrisch, meist in der Form gnatschig. Eine Gnietsche ist eine übellaunige, mißvergnügte Person ebenso wie Gnietschkatze oder Gnietschpeter.

gnurpsen, ein knarrendes Geräusch von sich geben.

Gold-Else, Figur auf der Siegessäule.

Gondel, Kopf.

Göre, Im Nd. seit dem 17. Jh. in der Beziehung auf Menschen nachweisbar. Wird gewöhnlich im Femininum gebraucht und steht im Singular eher für Mädchen, im Plural allgemein für Kinder, die unerzogen, frech sind. Vielleicht von mhd. gorec = gering, armselig.

gottsjämmerlich, sehr schlecht. »Mir is jottsjämmerlich (Lautvariation zu kotzjämmerlich) zumute.«

Graf Koks (von der Gasanstalt), bezeichnet einen »feinen Pinkel« ebenso wie die anderen Vertreter des Berliner Adels: Graf Rotz von der Popelsburg und Graf Kacke.
s. auch → Pinkel

Granatenbutze, Bezeichnung für Frau.

grapschen, greifen. Vielleicht von poln. grabic = raffen, rauben.

Grieben, sind nicht nur die gebräunten Fettrückstände beim Auslassen von Schweine- oder Gänseschmalz, sondern auch ein Ausschlag am Mund (Herpes), der in der Regel durch zu fettes Essen hervorgerufen wird. Von mhd. griebe = ausgelassener Fettwürfel.

Griepsch (auch: Griebsch, Griepsch, Kriepsch, Äppelkriepsch, Appelkriepsch, Apfelgriebs, Birnengriebs, Butz), (mhd., obs.) Appelgriepsch = Kerngehäuse des Apfels.

Griffel, Finger.

grölen, (mnd. gralen lärmen) schreien, herumsingen. In einer Beschreibung Berlins aus dem Jahre 1792 steht, daß bei Hochzeiten die Kurrende »während dem Essen erscheint und einige bekannte Kirchengesänge hergrölet.«

Groschen, (mhd. grosse = Dickpfennig, lat. grossus = dick) Zehnpfennigstück.

Großer Gelber, Doppeldeckbus.

Großmutter, »Dit kannste deine Großmutter erzähl’n, aber nich mir.«, das glaube ich nicht.

Großschnauze, jemand, der die Schnauze weit aufreißt, der prahlt.

Grüne Minna, Polizeiwagen.

Grüneberger, saurer Wein, ursprünglich der Wein aus Grünberg.

Grütze, (frühneuhd. Kritz) Verstand. »Der hat Grütze im Kopp!«

Gummiadler, (ostberl.) für Broiler, die Bezeichnung für Brathähnchen im DDR-Wortschatz. Bereits stud. in den 50er Jahren belegt.

Gummifinger, (ostberl.) Bratwurst mit Kunstdarm.

Gummihacken, für Bulette. Ebenso Gummimuffe und Gummipuck.
s. auch → Bulette

Gummipuppe, dickliches Mädchen, dicklicher Teeny.

Haaseken, Freund, auch Häseken.
s. auch → Häseken

haben, sich, sich zieren, sich aufregen. »Nu ham Se sich doch nich so!«, regen sie sich doch nicht so auf, seien sie nicht beleidigt.

Hacke, 1. Ferse, Hacken. Wer sich »die Hacken ablooft«, der ist vergeblich unterwegs. 2. Kopf. »Wer ’n Ding anna Hacke hat«, der »hat ’n Ding am Kopp«.

hacken, ankleben, festsitzen.

Hackenporsche, Bezeichnung für den Rentnerkarren, einem kleinen Einkaufswagen.
s. auch → Rentnerkarren

Hackepeter, gehacktes Schweinefleisch mit Pfeffer und Zwiebeln. Drohung: »Aus dir mack ick Hackepeter!«

Hadscheeh, Abschiedsgruß, Verschmelzung aus Hatschi und Adieu bzw. Atschö.
s. auch → Atschö

Häkelhaken, dünne Beine.

Halber, »’nen Halben, bitte!«, ein Glas Bier mit 0.4 l.

Hallelujah-Staude, Weihnachtsbaum.

hallweje, wie halblang.
s. auch → halblang

Halsweite, »Dit is nich meine Halsweite.«, das ist eine Nummer zu groß für mich.

Hambutten, Hagebutten.

Hämeken, (mhd. ham = Haut, Hülle, Kleid und dem nd. Diminutiv -ken) kleiner, bemitleidenswert unauffälliger, kleiner Mann.

Hammelbeene, untere Extremitäten. Drohend: »Dir werd’ ick de Hammelbeene langzieh’n.« Mit Bezug auf die Kastration des Schafbockes: Um die Hoden erreichen zu können, zieht man dem Tier die Beine lang.

Hamster melken, Toilette aufsuchen. Ausruf des Erstaunens: »Ick gloob meen Hamster bohnert.«

Hanake, wie Kanake ein Schimpfwort. Die Hanaken sind eine tschechische Ethnie in Mähren.
s. auch → Kanake

Handschuhe, »Das ist meinem Vater ganz recht, warum kooft er mir keene Handschuhe.« Nach Trachsel (1873) eine aus einer Gerichtsverhandlung ins Volk übergegangene Redensart, mit der der Berliner seine Gleichgültigkeit über einen ihm gemachten Vorwurf ausdrückt.

Hängebauchschwein, wer dick ist, »sieht aus wie’n Hängebauchschwein.«

Hängsel, Schlaufe am Rock.

Hanne, Schwächling, schwächlicher Charakter. In diesem Sinne auch Hannefatzke, Hannepampe, Hannepiepe, die auch in der Bedeutung von ›Kaspar‹ gebraucht werden.

happenpappen, essen. Als Substantiv Speise, Bissen. Von mhd. peppe = Speise und nd. happen = schnappen, verschlingen.

Harke, »Dir werd’ ick zeigen, wat ’ne Harke ist.« (Drohung) Geht wohl nicht - wie immer wieder behauptet - auf die Liebe der Berliner zu ihren Kleingärten zurück, sondern auf die strafende germanische Göttin Harke, die auch als Frau Holle das Böse straft und das Gute belohnt, oder auf die Drohung, man wolle seinem Opponenten das Gesicht mit dem »Rechenzinken«, der Hand, zerkratzen.

hartleibig, hartherzig. Beim Geizigen ist nicht nur das Herz, sondern auch der Stuhl verhärtet.

Häseken, Kosename für kleine Mädchen oder eine Freundin. auch Haaseken.
s. auch → Haaseken

Hasenbrot, ist jenes Brot, das z. B. von Kindern aus der Schule wieder mit nach Hause gebracht wird. Geht entweder auf den in Norddeutschland verbreiteten Glauben zurück, daß der Hase Brot bringt, oder darauf, daß nicht mehr frisches Brot als Kaninchenfutter verwendet wird.

Hasenjacht, »Dit is ja schneller als uff de Hasenjacht!«, das geht äußerst schnell.

Haue, Prügel, Schläge.

Hauer, großer Zahn. Eigentlich die großen Eckzähne des Ebers.

Hausbiene, Wanze.

Hausfrauenblick, schielender Blick. Wer einen Hausfrauenblick hat, »der schielt links nach de Wäsche und rechts nach de Klammern«.

Hausknochen, Hausschlüssel.

Hausknüppel, wie Hausknochen.
s. auch → Hausknochen

heben, einen, »Komm, wir jeh’n een’ heben!«, wir gehen einen trinken.

Hecht, dichter Tabaksqualm im Zimmer. Substantiviert von nd. hecht = dicht.

Hechtsuppe, »Dit zieht wie Hechtsuppe.«, es zieht sehr stark. Nach einer Lesart Anspielung darauf, daß eine Fischsuppe lange ziehen muß. Andere Quellen verweisen auf Jiddisch ,hech suppa = wie eine Windsbraut, wie ein Orkan'.

Heckmeck, Durcheinander, Unsinn. »Mach nich so’n Heckmeck!« Vielleicht beeinflußt von meck, dem Laut der Ziege, vgl. meckern; mnd. hak unde mak.

heftig, unverschämt, überteuert.

Heiden, ... Verstärkung: Heidengeld, Heidenlärm, also viel Geld und riesiger Lärm.

heideritzken, schnell.

heidi, (nordd.) »Ab heidi!«, mit Betonung auf der zweiten Silbe, jetzt schnell ins Bett.

heien, das Heu wenden, einsammeln. Im 19. Jh. als Charlottenburger Dialekt vermerkt.

heiern, 1. schlafen und 2. schlagen.

Heini, verächtliche Bezeichnung für Personen, die man nicht mag.

heiße Schrippe, für Bulette.
s. auch → Bulette

heißen, »Dit heißt nich »heeßt«, sondern heißt »heißt«. Ironische Verspottung derjenigen, die berlinern.

heiter, »Dit kann ja noch heiter werden!«, ironisch für »das kann ja noch interessant, amüsant werden.«

helle, klug.

Helles, kleines, kleines helles Bier.

hellicht, hell.

Helmut, Polizist. Abgeleitet von Helmhut, der Pickelhaube aus der Kaiserzeit. Von 1918 bis Anfang der 50er Jahre nur noch Tschako.
s. auch → Tschako

Henkel, »Du hast wohl nich mehr alle Henkel anner Kanne!«, du spinnst wohl, du hast sie wohl nicht mehr alle.

Heringsbändiger, im 19. Jh. für einen Diener im Kolonialwarenladen, heute abwertend für einen Verkäufer im Tante-Emma-Laden.

Heringsfritze,
s. auch → Fritze

Herreninfektionsgeschäft, Bordell.

Heuboden, nannte man die Galerie im Sportpalast.

Heulboje, Sänger.

Heule, Radio.

Heuler, »der letzte Heuler«, abfällige Bemerkung über eine Sache oder eine Person.

Heulsuse, 1. plärrendes Kind und allgemein für Menschen, die ständig jammern. 2. Schimpfwort.

hier, »Du bist wohl nich von hier?«, wohl nicht gescheit?

hille hille, (ostberl.) schnell.

Himmelszicke, Schimpfwort für eine Frau, ebenso wie Himmelsziege.

hindämeln, schlendern.

hinhunzen, etwas verschleißen, kaputt machen. Auch verhunzen.

hinschlagen, »Da schlag eena lang hin!« (Ausdruck des Erstaunens). Häufig mit dem Zusatz: »...und steh’ kurz wieder uff.«

Hinterhofpflanze, bezeichnet eine Person »aus’m Milljöh«.

Hirnschale, Kopf.

Hohler Zahn, Spitzname für die Turmruine der alten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

hohnecken, verhöhnen. Im Berliner Vertragsbuch heißt es 1542 in Beilegung eines Beleidigungsprozesses: »welcher des ein dem andern mehr mit Worten würde auffwerffen oder hohnecken ... der sol dem Rate ... zu Straffe verfallen sein...«.

hohnepiepeln, verulken, verhöhnen. auch die häufig vorkommende Form verhohnepiepeln.
s. auch → verhohnepiepeln

hojappen, gähnen.

holzen, sich, sich schlagen. Wer beim Fußball »holzt«, spielt unfair.

Hopfenkaltschale, Bier.

Hoppelpoppel, 1. ironisch für Bauernfrühstück. 2. wüstes Durcheinander. 3. Eollmops.

hops gehen, »Der is hops jejangen.«, der ist gestorben oder er ist bankrott gegangen oder er ist aufgeflogen. Von hopsen = hüpfen.

Hopskäse, 1. für Person mit unstetem Lebenswandel. 2. kleiner Junge.

Horchlappen, oder auch Horchlöffel Ohren.

Horchlöffel, Ohren (von AnnZie)
s. auch → Löffel

Hörnerbrause, Bockbier.

Hoscher, etwas Großes, z. B. bewundernd zu einem rasanten Sportwagen: »Is dit’n Hoscher!«

Hosenmatz, kleines Kind.

Hotte, oder Hottehü-Pferd liebkosende Bezeichnung für ein Haustier. Hotte ist ebenfalls die Berliner Form für den Namen Horst. Hottehüh mit Bäckerzusatz = Bulette.

hotten, (jgdsprl., engl. hot = heiß) tanzen.

Hucke, Tragekorb für den Rücken, auf dem Bau zum Transportieren von Mauersteinen. Von daher »jemandem die Hucke vollhauen.«, ihn prügeln.

Huddern, Hände. »Wat hast du ’n wieder mang de Huddern jehabt.«

Hufnagel, für Bulette.
s. auch → Bulette

Hullerdibuller, Holterdipolter.

Humpen, Bierkrug. Zuerst omd., dann wohl durch die Studentensprache verbreitet; nd. Hump(e) = Teil, Stück, Ecke.

Hungerharke, auch Hungerkralle Luftbrückendenkmal in Berlin-Tempelhof, dessen Form an eine verkehrt in den Boden gesteckte Harke erinnert.

Husche, heftiger, aber kurzer Platzregen. Abgeleitet von der lautmalenden Interjektion husch.

husten, »Ick werd’ da wat husten!«, ich denke gar nicht daran.

Hutsche, oder Rutsche ist eine kleine Fußbank.

Ille, Stock, Knüppel.«Deine Keule hat meine Brieze mit de Ille vor de Omme jeknökt.« auch Brieze, Keule, Omme.
s. auch → Brieze, Briezkeule, → Omme

illuminiert, betrunken.

immer, »Dit war’t schon immer!«, nachdrückliche Feststellung.

Institut für Knastologie, Moabiter Kriminalgericht.

Ische, (jidd. ischa = Frau) mit langem i, Frau, Freundin, Geliebte, Partnerin.

Istanbul-Express, auch Orient-Express abschätzig für die U-Bahnlinie von Spandau zum Schlesischen Tor in Berlin-Kreuzberg, da in Kreuzberg ein Großteil der türkischen Bevölkerung wohnt.

itzen, stehlen.

jachtern, wild spielen, sich abhetzen. Abgeleitet von jagen.

jagen, »Damit könn’ se ma jagen!«, das mag ich nicht.

Jammerholz, Klavier.

Jammerlappen, wehleidiger Mensch.

jampeln, sich unruhig verhalten. Kinder, die nicht still sitzen können, »jampeln herum«.

japsen, nach Luft schnappen. Von jappen = mühsam atmen, den Mund aufsperren.

Jardingarten, gespr. »Jardinjarten«, von frz. ›jardin‹, Garten.

jiepern, gierig sein nach etwas. Abgeleitet von der nd. Form ›giepe(r)n‹ bzw. der entsprechend hd. ›gaffen‹, also mit offenem Mund nach etwas blicken. Auch als Substantiv: »Ick hab ’nen Jieper uff ’ne Weiße!«.

Juchtel-Fuchtel, »auf die Juchtel-Fuchtel jeh’n«, tanzen oder auch einkaufen, schlendern gehen.

Kabache, niedriges, primitives Haus, auch für eine Kneipe zweifelhaften Charakters. Anfang omd. und nordd., aufgekommen im 19. Jh.

kabbeln, sich, (nd.) zanken, streiten. Als Substantiv Kabbelei.

Kabolzschießen, einen Purzelbaum schlagen. Man denke an einen Kobold. Von daher auch umgs. Kabolzwasser für einen Schnaps, der einen umzuwerfen droht.

Kabrusche, (jidd. chawrusso = Gesellschaft, Genossenschaft) »Kabrusche machen«, ein Geschäft machen.

Kabuffe, (mnd. Kabuse) Verschlag, kleine Kammer. Auch Kabuffken.

Kackständer, Beine. Analog zu Kackstelzen.

Kaderwelsch, (ostberl., aus Kauderwelsch und Kader) unverständlicher Funktionärsjargon.

Kaffee, »Dit is doch allet kalter Kaffee.«, ist eine Reaktion auf eine ›Neuigkeit’, die dem Angesprochenen bereits bekannt ist. »Dit jeht dir ’n kalten Kaffee an!« meint »Das geht dich gar nichts an!«

Kaffer, (jidd. kapher = Bauer) ungebildeter Mensch, einfältiger Tölpel, Provinzler.

kahle Atter, Glatze.

kajolen, jagen, eilen; mal hier sein, mal da sein.

Kalabreser, Hut.

Kaleika, (poln. kolejka = Reihenfolge) 1. Spaß, Unsinn. 2. Aufhebens, Umstände. Erstmals 1845 in Brandenburg bezeugt.

Kalitte, (aus Kolwite) Kohlweißling.

Kalkmütze, Verkehrspolizist.

Kalle, (jidd. kallah) 1. Braut und 2. auch für Bruder.

Kalüppe, Bruchbude.

Kamelogramm, Schimpfwort im Sinne von »du altes Kamel«.

Kameruner, Schmalzgebäck vergleichbar dem Pfannkuchen, aber in Form einer Acht.
s. auch → Pfannkuchen

Kampfbrötchen, für Bulette.
s. auch → Bulette

Kamurke, (slaw. komorka) kleine, elende Stube.

Kanake, sehr frühzeitig im Berliner Wortschatz und gebraucht wie Hanake, heute allgemein abfällig für Gastarbeiter.
s. auch → Hanake

kandideln, Als Adj. lustig, als Verb »sich eenen ankandideln«, sich betrinken. Wer »überkandidelt« ist, spinnt ein bißchen, handelt übertrieben.

Kanone, »Dit Stück is unter aller Kanone.«, »unter aller Sau«, d.h. unter aller Kritik. Von lat. sub omni canone, wobei »Kanon« die Richtschnur, den Bewertungsmaßstab (von Schülern) bezeichnet.

Kanonenstöpsel, dicke Person.

Kante, 1. »Hat die ’ne Kante!«, hat die einen Busen, eine Brust. 2. Wer »Jeld uff de hohe Kante legt«, der spart.

Kanten, Ende des Brotlaibs.
s. auch → Knust

Kanthaken, jemanden »am Kanthaken nehm’n«, ihn am Schlafittchen nehmen. Vermutlich abgeleitet von Kammhaken, dem Kamm des Hahns.

Kanzelstürmer, Pfarrer.

kapee, »schwer von kapee sein«, schwer von Begriff sein. (kapieren)

kapores, (jidd. Sühneopfer) entzwei, ruiniert. Am Vorabend des Versöhnungstages wurden Hühner als Sühneopfer »kapora« geschlagen.

Kappes, (frz. cabus = Kohlkopf) »Dit is ja alles kappes.«, Blödsinn, Unfug.

kariert, quatschen Unfug daherreden, dumm rumquasseln.

Karnalje, (frz. canaille) Schurke, Schlingel. Auch Karnaljenvogel anstelle von Kanarienvogel.

Karnickel, im Sinne von ›der Schuldige, der Sündenbock‹. Eine Karnickelneese hingegen bezeichnet eine etwas von der Norm abweichende Nase.

Karo einfach, trocken Brot, einfaches Essen. Vermutlich dem Skatspielerausdruck nachgebildet.

Karotte, »’ne jungsche Karotte«, ein junger, unerfahrener Mensch.

Kartoffel, 1. Taschenuhr. 2. »Rin inne Kartoffeln, raus aus de Kartoffeln.«, etwas tun, und dann wieder rückgängig machen, etwas Überflüssiges tun. »Wat soll’n dit? Erst rin inne Kartoffeln, dann raus aus de Kartoffeln. Kannst da nich entscheid’n?«

Kartoffelsaft, Wodka.

Kaschemme, Kneipe. Von rotw. Katschemme, das von slaw. Formen hergeleitet ist, vgl. sorb. korcma, poln. karczma.

Kaschube, bäurischer Mensch. Abgeleitet von den Kassuben im ehemaligen Pommern und Westpreußen.

Käseblatt, Zeitung.

Käsekopp, Dummkopf. Seit dem späten 19. Jh. von Berlin ausgegangen.

Käsemauken, Beine, Schweißfüße.

Kasperlesekt, Selters.

Kastrolle, Kasserolle.

Katzenkopp, kurzer, leichter Schlag auf den Hinterkopf.

Kaufe, heilige, Weihnachtseinkäufe

Keife, abschätzig für Frau.

Keile, Schläge, Prügel, Hiebe. Eine Keilerei ist eine Prügelei.

Keks, Kopf. »Du jehst ma uff’n Keks.«, auf die Nerven, auf den Geist. Vielleicht mit Bezug auf jidd. gag = Dach.

kellnerieren, kellnern, bedienen.

keß, (jidd. chochom = Kluger, Weiser) keck, mutig. Bekannt ist die »kesse Jöhre«.

Keule, Bruder, Kumpel. Verkürzt aus Briezkeule ( Brieze).
s. auch → Brieze, Briezkeule

keulen, schnell laufen.

Keulen schwingen, 1. tanzen gehen und 2. beeilen: »Schwing mal deine Keulen!« Keule = Bein.

Kie(t)z, bezeichnet typische Berliner Viertel mit »Miljöh«. Bereits 1249 als Siedlungsname bezeugt. Ursprünglich ärmliche Fischersiedlung, später Ortsteil und Stadtteil.

kiebig, frech, zänkisch.

kieken, gucken. Wer kiekdoof ist, der ist kurzsichtig.

Kieker, jemanden »uff’n Kieker ham«, ihn beobachten, um ihn einer Sache zu überführen.

Kien, »uff’n Kien sein«, helle sein, vorsichtig sein, auf der Hut sein. Geht entweder auf frz. ›quine‹ mit der Bedeutung unverhoffter Vorteil zurück oder auf engl. ›keen‹, scharf, im Sinne von ›acute of mind‹ oder jidd. kiwen = aufmerksam, geschäftig. Aufgekommen zur Zeit der französischen Besetzung (1806-08).

Kienappel, Kiefernzapfen.

Kies, Geld. Wer »in den Kies pupt«, geht leer aus. Geht zurück auf entweder jidd. kis = (Geld)beutel oder rotw. Kies, Kiesel = Stein mit Beziehung zu rotw. Steiner = Münzgeld.

kiesätig, mäkelig (von sabine wiedebusch)

kiesetig, (ahd. kiosan = kiesen, prüfen, wählen) mäklig.

Kievief, oder Kiewief (frz. Qui vive?, früher Ausruf der Wache) »uff’m Kievief sein«, aufpassen.

Kiewief (auch: Kiwief), ein helles Köpfchen, jmd. besonders schlaues Beispiel: op'n Kiewief sein (von AnnZie)
s. auch → Zack

Kindersärge, (über)große Schuhe. Vermutlich bei Berliner Soldaten 1813/14 entstanden.

Kinderschaukel, 1. Kinderwagen und 2. Motorrad mit Beiwagen.

Kinkerlitzken, eigentlich wertlose Kleinigkeiten, Kurzwaren. »Mach keene Kinkerlitzken.«, komm zur Sache. Von frz. quincaillerie oder aus Kanker = Spinne und Litze (=Faden eines Gewebes), also Wertloses wie ein Spinnengewebe. Die Endsilbe -ken ist nd. das Diminutiv -chen; so hört man auch Kinkerlitzchen.

Kippe, (mnd. Spitze, Kante) 1. Zigarettenstummel und 2. »steht etwas uff der Kippe«, was zweifelhaft ist.

Kirchenmaus, Pfarrer. Von daher auch »arm sein wie ’ne Kirchenmaus.«

Kirste, meistens gesprochen mit gerundetem i: Kürste. Brotkruste.

Kiste, »’ne faule Kiste«, ist eine faule Sache; die Kiste bezeichnet sowohl den Fernseher als auch das Auto wie auch den Sarg.

Kladderadatsch, lautmalerisch für etwas, das zerbricht; erweitert aus klatsch und kladatsch. ›Kladderadatsch‹ war auch der Titel des bekanntesten deutschen Satireblattes, das am 7. Mai 1848 erstmals erschien.

Kladerage, Kleidung.

Klaferze, Homosexueller.

Klafte, nörgelnde Frau.

klaften gehen, (mhd. Klaft = Geschwätz) 1. einkaufen gehen. 2. tratschen.

Klammerbeutel, »Dir ham se wohl mit’m Klammerbeutel jepudert.«, du spinnst wohl, du bist wohl doof.
s. auch → doof

Klammerbraut, Beifahrerin auf dem Motorrad.

Klamotten, im engeren Sinne für heruntergekommene Kleidungsstücke, verallgemeinernd für allerlei wertloses Kramzeug. Entstammt dem Berliner Gaunerjargon um 1900, die Herkunft ist jedoch unklar.

Klamottenkiste, Kino.

Klappe, 1. Mund und 2. Bett. Von nd. klappen = schallen, klatschen.

Klapperkasten, 1. Klavier und 2. ein klappriges Auto.

Klappstulle, Doppelschnitte Brot.
s. auch → Stulle

Klapsmühle, Nervenheilanstalt, wie z. B. Bonnies Ranch (Karl-Bonhoeffer-Anstalten), Berlins größte Nervenheilanstalt.
s. auch → Bonnies Ranch

klasse, toll, besonders gut.

Klatschjule, auch Klatschmaul, Klatschrieke tratschende Frau. Von klatschen = schwatzen, über Abwesende reden.

Klaue, schlechte Handschrift. Mit Bezug auf Klaue = Hand und klauen = abschreiben.

kleben, jemandem »eine kleben«, ihm eine runterhauen.

Kleedage, im 19. Jh. für vornehme Bekleidung, heute allgemein für Kleidung, Garderobe.

Klemme, Verlegenheit. »Ick sitz janz schön inne Klemme.«

klieren, unsauber schreiben.

Klietsch, nicht richtig aufgegangener Kuchen. Auch Klietschkuchen.

Klimperkasten, Klavier.

Klinkerschrippe, für Schrippe.
s. auch → Schrippe

Klippschule, im 19. Jh. für Privatschule, heute allgemein für eine Schule, in der die Anforderungen an die Schüler gering sind.

Klitsche, kleines Häuschen, Geschäft oder Büro. Vielleicht aus poln. kleí = Lehmhaus.

Kloppe, (mnd. kloppen = klopfen) Schläge, in erster Linie auf Kinder bezogen. Hier taucht auch die berühmte Hyperkorrektur wie in Apfrikose auf, und zwarvon Leuten, die ihr Berlinisch zu meiden suchen: »Ich versteh das jar nich, warum die Kinder sich immer klopfen müssen.«
s. auch → Apfrikose

Klops mit Beene, dicklicher Junge. Klops = Kloß aus Hackfleisch.

Klopsbrummer, für Bulette.
s. auch → Bulette

Kloßbrühe, »Dit is klar wie Kloßbrühe.«, also völlig verständlich.

Klöten, Hoden. Von nd. Kloot = Kloß, Kugel, Ball.

Klötenkorn, Eierlikör.

Klunker, abschätzig für Schmuck. Von mhd. glunkern = baumeln, schlenkern. Von daher auch klunkerig = unordentlich, zerlumpt.

Klunte, Mädchen. Im Pl. Kleidung.

Knacker, oller, alter Mann.

Knallschote, Ohrfeige, ›a Watschen‹.

Knalltüte, Blödmann, Spinner.

knapsen, sparen. Verwandt mit knappen = sich einschränken.

Knarre, Revolver, Gewehr.

Knautschke, Früher Name für ein Nilpferd im Berliner Zoo. Von knautschen = zusammendrücken, knittern.

Knautschkommode, Zieharmonika. auch Quetschkommode.
s. auch → Quetschkommode

Kneipe, typische Berliner Gastwirtschaft, Trinklokal. Der Besitzer wird Kneipier genannt.

kneisten, blinzeln.

Knete, Geld.

Knief, (frz. canif) Taschenmesser.

Knies, Streit.

Knobländer, 1. Knoblauchwürste und 2. Hände: »Jeh mit deine Knobländer da weg!« Abgeleitet von Knobel = (Finger)-Knöchel, im Plural auch »Faust«.

Knochenkalle, dünner Mensch, Skelett.

Knochenmühle, 1. schwere, anstrengende Arbeit und 2. Arbeitsstätte.

knochentrocken, äußerst trocken.

knödeln, Fußball spielen.

knöken, (nd. Knöken = Knochen) 1. schlagen und 2. koten.

Knolle, Nase.

knorke, früher für prima, dufte, großartig. »Knorke ist dreimal so dufte wie schnafte.« Vielleicht entstanden als Reimwort zu Lorke oder aus knorrig = kraftvoll, widerstandsfähig und der nd. Verkleinerungssilbe -ke. Eine dritte Erklärung besteht in der Ableitung aus der Posse »Die Familie Knorke« des Varietékomikers Rudolf Melzer.
s. auch → Lorke

Knösel, Tabakspfeife.

Knubben, auch Knubbel (nd.) Astknoten. knubbelig ist knotig, knollig.

Knuddel, Knäuel.

knülle, völlig betrunken.

Knüppel, schmales Weißbrötchen, im Gegensatz zur Schrippe mit Milch anstatt Wasser zubereitet.
s. auch → Schrippe

knüppeldicke voll, stockbetrunken.

knüppern, knoten, binden.

koddern, rummanschen. »Kodder da nich mit dein unejalen Finger drin rum!« Von mnd. Kod(d)er = Schleim, Rotz.

Kodderschnauze, negative Bezeichnung für die berühmt-berüchtigte »Berliner Schnauze«.

Koffer, »einen Koffer in Berlin haben«, Anlaß zur Rückkehr nach Berlin haben. Geht zurück auf den Schlager »Ich hab noch einen Koffer in Berlin«.

Kofferheule, Radio.

Kohlblätter, Ohren.

Kohldampf schieben, Hunger haben. Rotw. Koller sowie Dampf meint »Hunger«.

Kohle, Geld. »Die Kohlen locker machen«, bezahlen.

Kohlenkarte, Gehaltsabrechnung.

kokeln, (nordd., omd.) mit Feuer spielen.

Kölner Kotze (auch: Mobbelkotze), Italienischer Salat. auch Mobbelkotze.
s. auch → Moppel

Kommfranzundjeh, Conférencier, Ansager.

Kommunistenschaukel, (ostberl.) für den Wagen der tschechischen Marke »Tatra«.

Kompottschalen, extrem dicke Brillengläser.

Kopfschuster, im 19. Jh. für Hutmacher.

Korinthenkacker, oder auch Krümelkacker für einen überkorrekten Menschen.

koscher, (jidd.) rein. »Ick weeß nich, aber der Typ kommt ma nich janz koscher vor.«

Kosthappen, Kostprobe von Nahrungsmitteln.

Köter, (nd.) abfällig für Hund.

kotzen, sich erbrechen. Bereits Mitte des 18. Jh. als »verächtliches Pöbelwort« charakterisiert. Wenn man etwas »zum Kotzen findet«, dann ist es widerlich, hängt einem zum Halse raus. So Max Liebermann über die Nazi-Zeit: »Man kann nicht soviel fressen, wie man kotzen möchte.« Ein Kotzbalken bezeichnet eine schlechte Zigarre, ein Kotzbrocken oder auch Kotzproppen einen widerlichen, unsympathischen Menschen.

Krabbe, (mnd. krabbe = krabbelndes Tier) kleines, niedliches Kind bzw. Mädchen.

Kragenweite, »Dit is nich meine Kragenweite.«, die Sache ist eine Nummer zu groß für mich; ist mir nicht angenehm.

Krakel, Streit, Lärm; krakehlen, Krakehler. Entweder von frz. querelle = Streit oder von mnd. krackel(e), das auf westflämisch Kreel = Lärm zurückgeht.

Krakelpfoten, unsaubere Schrift. Mnd. kraken, Kroken = falten.

Kramme, Krampe, U-förmig gebogener Metallhaken, auch Papierhaken, wenn Schüler mit einem »Schießgummi« Krammen schießen.

Kränke, Krankheit.

Krauter, 1. ein »oller Krauter« ist ein Sonderling. 2. Besitzer einer Werkstatt oder eines Ladens. Verstärkend ein kleiner Krauter.

krebsen, bzw. rumkrebsen nicht richtig vorankommen, trödeln.

krepeln, dahinvegetieren. Bei Trachsel (1873) fortkrepeln in der Bedeutung von ›kümmerlich fortleben‹.

Krepierseite, wer »uff de Krepierseite liegt«, hat nicht mehr lange zu leben.

kreuzfidel, munter, heiter, sehr froh.

kribbelig, reizbar, nervös, unruhig.

Kriere, (jidd.) Kälte.

krisselig, von leicht gekräuselter Oberfläche.

Kroppzeug, (mnd. kropp = Kleinvieh) 1. Gesindel und 2. kleine Kinder.

Kröte, Sowohl als Schimpfwort als auch liebevoll zu einem Kind. Im Plural in der Bedeutung von Geld, adjektivisch im Sinne von kratzbürstig, gereizt.

Krücke, unsympathischer Mensch.

kruke machen, schlapp machen. Eine Kruke ist eine seltsame Person, ein Sonderling.

Krümelkacker,
s. auch → Korinthenkacker

kübeln, trinken.

Kuddelmuddel, (aus nd. koddeln = flüchtig waschen und modder = Schmutz) Durcheinander, Wirrwarr. Um die Mitte des 19. Jhs. von Berlin aus verbreitet.

Kuhbleke (auch: Kuhblöke), winzige, abgelegene Ortschaft, in der nichts los ist

kujonieren, jemanden ärgern, quälen, schikanieren.

Kule, (nordd., mnd. kule = runder, verdickter Gegenstand) 1. Vertiefung im Boden, z. B. Sandkule. 2. Brot.

Kulleraugen, große, runde Augen. »Mach doch nich solche Kulleroogen.«, schau mich nicht so erwartungsvoll an.

Kulturpickel, (ostberl.) Kongreßhalle in Berlin-Ost.

Kümmel hauen, Faustschlag auf einen Muskel geben.

kümmeln, einen Schnaps (Kümmelkorn) trinken.

Kümmeltürke, eigentlich ein altes Studentenwort aus der Zeit des Corpsgeistes: »Er sauft wie’n Kümmeltürke«. Heute ein Schimpfwort auf die türkischen Mitbürger. Aber auch allgemein für einen Gemüsehändler.

Kunde, »’n fauler Kunde«, ist ein zahlungsunfähiger Mensch, jemand, mit dem irgend etwas nicht in Ordnung ist.

Kunkel fassen, zu allerlei Ausflüchten greifen, um die Wahrheit zu verheimlichen. Kunkeln bzw. umgs. kungeln wie mauscheln.
s. auch → mauscheln

kuschki machen, nachsitzen.

Kute, Grube.

Kutte, 1. Jacke und 2. für Kurt.

Labbe, (nd. lappen = schlaff herunterhängen) 1. eitler Nichtskönner. 2. Lippe, Mund.

labberig, unangenehm weichlich (von Speisen).

labern, dummes Zeug reden, schwätzen. Fußt auf Labbe.
s. auch → Labbe

Labommel, durchtriebener Kerl (Schimpfwort).

Lackaffe, eitler Fratz, wie Fatzke. Basiert auf lackierter (= geschniegelter, eingebildeter) Affe.
s. auch → Fatzke

lackieren, betrügen.

Ladenschwengel, abwertend für Kaufmannsgehilfe.

Lakenball, »zum Lakenball jeh’n«, ins Bett gehen.

Lamberkeng, auch Lamberkäng (frz. lambrequin) Fensterquerbehang. »’ne Stulle mit Lamberkengs«, eine Brotschnitte, deren Belag an den Rändern ›überhängt‹.

Lampe, »einen auf die Lampe gießen«, trinken, sich betrinken. Vermutlich nicht von frz. la lampée = tüchtiger Schluck, sondern von umgs. »Öl auf die Lampe gießen« = trinken, was eigentlich meint, die Lampe mit Öl füllen.

Landei, Mädchen vom Lande.

Landpom(m)eranze, wie Landei. (Pomeranze = Bitterorange)
s. auch → Landei

längelang, der Länge nach.

langen, 1. reichen, ausreichen. »Jetz langt’s ma aber!« 2. hauen. »Wenn de nich still bist, dann lang’ ick dir eene.« »Ick lang’ mal gleich rüber.«

langstielig, langweilig.

Lästerschwein, ironisch für Schwesterlein.

Laternenpfahl, ein »Wink mit’n Laternenpfahl« ist ein überaus deutlicher Wink.

Latichte, 1. Laterne, 2. Licht und 3. Blickfeld. Verschmelzung aus Laterne und Licht. »Woll’n se ma nich aus de Latichte jeh’n!«, aus dem Licht, aus dem Blickfeld gehen.

Laube, wer eine Arbeit rasch erledigt hat, kommentiert dies erleichtert: »Fertig is de Laube.«

Laubenpieper, Kleingärtner.

Laubfrösche, nannte man in Berlin vor 1848 die Gendarmen, welche grüne Uniformen trugen. Heute umgs. für grün Uniformierte wie z. B. Zöllner.

lauern, warten.

Laune, »Dit macht Laune.«, Spaß.

Lauseharke, Kamm

Lausekröten, »Die paar Lausekröten!«, das bißchen Geld.

Lauselümmel, Laus(e)bengel.

Lausenest, Dorf, Kleinstadt.

Leberwurst, »Der is beleidigt wie ’ne jekränkte Leberwurscht.«

Leib, »Jeh mir vom Leibe!«, laß mich in Ruhe.

Leichenstrümpfe, Würste.

Leichenwagen, drohend: »Bestell dir schon immer mal ’n Leichenwagen.«

Leierkasten, Drehorgel. Eine Leierkastendecke bezeichnet einen Mantel.

Leisetreter, Hausschuhe.

Leitungsheimer, für ein Glas Wasser.

leppern, sich, »Da leppert sich wat zusammen.«, da kommt etwas zusammen, z. B. an Geld.

lernen, anstelle von lehren.

letztens, neulich.

Leukoplastbomber, Kleinwagen.

Levkoi, im 19. Jh. für Lakai. Wortspiel zu Levkoje (gr. leukoion = Weißveilchen).

Lichter, Kerzen.

Lichterne, Laterne.

Lippe, »’ne Lippe riskieren«, vorlaut, frech sein.

Lippenkitzler, Bart.

Lippentriller pfeifen, trinken.

Lissy, blonde, Klobürste.

Loden, Locken, Haare, wenn sie ungepflegt sind. Mhd. Lode = grober Wollstoff.

Löffel, Ohren. auch Horchlöffel.
s. auch → Horchlöffel

löhnen, bzw. ablöhnen bezahlen.

Lorke, 1. dünner Kaffee. 2. allgemein für ein schlechtes Getränk.

loseisen, freimachen, befreien.

losschießen, »Schießen Se endlich los!«, sprechen sie endlich.

löten, »Da jibt’s nischt zu löten (am Holzeimer)« = Da ist nichts zu machen.

Lowise, Luise.

Luder, Schimpfwort, (mhd. luoder = Lockspeise, Schlemmerei, Gespött) Aas. »Du jemeinet Luder, du!«

Lümmel, 1. frecher Bengel und 2. Penis.

Lümmeltüte, Präservativ.

lumpen, wer sich »nich lumpen läßt«, ist nicht geizig, sondern spendabel. Die »paar lumpjen Fennje« meint »das wenige Geld«.

Lungentorpedo, Zigarre, starke Zigarette.

Lunte, wer »Lunte riecht«, der schöpft Verdacht. »Dit macht Lunte!«, das macht Spaß.

Lusche, jemand, der unfähig ist, der nichts kann.

Macher, der Leiter. »Kollege Meier ist der Macher von’t Janze.«

Macke, (jidd. makko = Schlag, Stoß). Wer »’ne Macke hat«, hat vielleicht einen Schlag gegen den Kopf erhalten und hat deshalb nicht alle Tassen im Schrank, sprich: er hat einen leichten Dachschaden. Ist an einer Sache »’ne Macke dran«, so ist sie beschädigt.

Macker, (jgdsprl.) Freund, irrer Typ. Vielleicht von ndl. makker = Genosse, Kamerad.

Madenkiste, Sarg.

madig machen, jemanden schlecht machen.

Mafiatorte, Pizza.

Maikeber, bezeichnet das Garde-Füsilierregiment in der Kaiserzeit, das alljährlich in der ›Maikäferzeit‹ zu den Paraden nach Berlin kam.

malle, dumm. Aus dem Ndl. im 14. Jh. entlehnt.

mampfen, 1. essen, 2. schwatzen.

man(t)schen, mischen, feuchte, flüssige oder halbflüssige Stoffe mit den Händen durchwühlen. Mutter zu ihrem Kind: »Mensch, mansch nich so in deinem Essen rum, sondern iß lieber.«

Männe, Abkürzung von Hermann, verallgemeinernd für Ehegatte.

Männeken, kleiner, schwächlicher Mann. Leitet sich nicht ab - wie immer wieder behauptet - von frz. ›mannequin‹, der beweglichen Gliederpuppe des Schneiders, sondern ist eine Zusammensetzung von hd. ›Mann‹ und dem nd. Diminutivsuffix ›-ken‹ (hd. -chen), also »Männchen«.

Manschetten haben, Furcht, Angst haben. Mit Bezug auf Manschetten = Handschellen, eigentlich die Handüberschläge am Hemdsärmel.

Marie, Geld. »Die Marie springen lassen.«, bezahlen, spendieren. Geht zurück auf den Maria-Theresien-Taler.

markieren, (frz. marquer) vortäuschen. Wer »’nen Dusslijen markiert«, stellt sich dumm.

maschucke, verrückt.
s. auch → meschugge

Masse, Menge. »Dit is ’ne janze Masse Bier.«

Massel, (hebr. masel = Schicksal, Glücksstern) Glück. »Da haste aber wirklich Massel jehabt!«

Matratze, »anne Matratze horchen«, schlafen. Ein Matratzenhorcher ist ein Langschläfer, Matratzenkino bezeichnet den Fernseher.

Matte, 1. lange Haare bei Männern und 2. Teppich. »auf der Matte stehen«, da sein. »Um 5 Uhr steh ick uff der Matte!« Vielleicht abgeleitet von der Matte des Boxrings: Wer »auf der Matte steht«, ist da und hängt nicht in den Seilen.

Mauke, (slaw.) 1. Fuß. Nach dem Fußballspiel oder wenn man allgemein viel gelaufen ist, kommt es vor, daß man dicke Mauken hat. 2. übelriechende Füße = Käsemauken. 3. große Schuhe und 4. Ball mit geringem Luftdruck.

mauscheln, (rotw.) heimlich betrügen.

Mäuse, Geld.

Mäuse melken, »Dit is ja zum Mäusemelken.«, zum Verzweifeln.

Mäusebraten, Kartoffeln mit Speck.

mausetot, völlig tot. Leitet sich nicht aus dem Frz. ›mot aussi tôt bzw. mort si tôt = sogleich tot) ab, sondern aus dem Nd. mu(r)sdod.

meckern, nörgeln. Ein Nörgelfritze ist ein Meckerkopp, eine Nörgeltante eine Meckerziege. Iterativ zu schallnachahmendem meckern = wie eine Ziege schreien.
s. auch → Nörgeltante

mehrére, mehrere.

Meile, »Dit riecht man zehn Meilen jejen ’n Wind.«, da stimmt etwas nicht.

Meiran, Majoran.

Meise haben, einen Vogel haben, verrückt sein, rumspinnen. »Der hat ’ne volle Meise.« Umgs. von Berlin ausgegangen.

melanklöterich, wehmütig. Zusammengesetzt aus melancholisch und nordd. klöterig = schlecht, schwächlich und mit Bezug auf frz. mélancolique.

melden, »Meier hat zuhause nüscht zu melden.«, nichts zu sagen.

Memme, Feigling. Von mhd. memme, mamme = Mutterbrust.

Menkenke, auch Menkenken 1. Geschrei, Umstände und 2. Blödsinn, Quatsch. Lautspielerische Substantivierung von ›mengen‹.

Merkwürden, Hochwürden. Als ironische Anrede: »Na, Euer Merkwürden, wie jeht’s?«

Merkwürdiges Viertel, Märkisches Viertel, Neubaukomplex im Norden Berlins.

meschugge, (jidd. meschuggo) verrückt, irre. »Dein Jequatsche macht ma janz meschugge.«

Meter, Mark (Geld).

Meucheleisen, Dolch.

Mief, schlechte Luft. Ein Miefquirl ist ein Ventilator oder eine einen üblen Geruch verbreitende Person.

Mieke, Schwester.

mies, (jidd. mis(er) = widerlich) schlecht, übel, widerlich. Ein Miesepeter ist ein ewig nörgelnder Mensch, ein Miesmacher ein Schwarzseher.

Milchreisbubi, kindlich aussehender Mann.

Mirabellenetui, Büstenhalter.

Mischpoke, (jidd. mischpocho = Stamm, Sippe, Familie) Verwandtschaft, Anhang mit leicht negativer Konnotation: »Jestern war schon wieder die janze Mischpoke da.«

Miß Tiefjekühlt, Miß Wackelarsch, Ehrentitel der Berliner für ihre Schönheitskönigin.

mitkriegen, verstehen.

mittenmang, dazwischen, drinnen, mittendrin.
s. auch → mang

Mitternachtsvase, Nachttopf.

Mittlerer Koofmich, Normalbürger. auch Koofmich.
s. auch → Koofmich

Molle, (nd. Mulde, Backtrog) Glas Bier. Ein Mollenfriedhof ist ein dicker Bauch, eine Mollekühle eine kühle Molle. Eine Molle mit Kompott ist ein Glas Bier und ein Kurzer.

Molleken-Doof, dümmliches Kind. Aus mollig und -ken und doof.
s. auch → mollig, → doof

Molly, gehackter, für Bulette.
s. auch → Bulette

Moneten, Geld (von Martha Kehl)
s. auch → Kies, → Asche

Mont(e) Klamotte, Spitzname für den aus Steintrümmern aufgeschütteten ›Insulaner‹ in Berlin-Schöneberg. Auch allgemein für eine Städtische Müllkippe.

Moppel, 1. Rollmops und 2. kleiner Hund. Moppelkotze bezeichnet hingegen Italienischen Salat.

Mopse, im 19. Jh. für Geld. Als Verb mopsen = stehlen.

Motte, »’ne kesse Motte« bezeichnet einen schlagfertigen Teenie. Wer »bis in die Motten pennt«, der schläft ziemlich lange und frönt nicht dem Spruch »Morgenstund hat Gold im Mund.«

Mottenfiffi, Perücke.

Mottenpost, Berliner Morgenpost (Tageszeitung).

Mücke, »’ne Mücke machen«, weglaufen; »Mücken locker machen«, bezahlen.

Muckefuck, Ersatzkaffee, verallgemeinernd auch Blümchenkaffee. Der Muckefuck wurde angeblich von den Hugenotten kreiert. Als Friedrich II. den Kaffeezoll drastisch erhöhte, halfen die französichen Gärtner den Berlinern aus der Bredullje: Aus den gerösteten Wurzeln der Zichorie verliehen sie dem verdünnten Kaffee eine tiefschwarze Farbe. Von daher ergibt sich die üblicherweise angegebene Ableitung aus frz. mocca faux = falscher Mokka. Es handelt sich indes um eine Zusammensetzung aus Mucken = brauner Holzmulm und fuck = faul, gleichbedeutend mit rheinisch ›Muckenfuck‹.
s. auch → Blümchenkaffee

Muckepicke, Lautmalerisch: Geräusch des Motors. Also: Motorboot;Motorrad;Auto. (von AnnZie)
s. auch → Nuckelpinne

Muckepinne, Motorrad, wie Nuckelpinne.
s. auch → Nuckelpinne

mucksen, mucken. Mnd. Intensivbildung »den Mund kaum auftun und halblaut murmeln«. »Mucks da nich’!«, sei ruhig.

mudicke, angefault. Von nd. muddig = faulig riechend.

Muffensausen, wer »Muffensausen hat«, der hat Angst.

Müllkutenindianer, Angestellter bei der Müllabfuhr.

Mürbchen, besonders zarter Fleischspieß.

Murmeln, im 19. Jh. für Geld.

Musspritze, Regenschirm.

mutterseelenallein, völlig allein, vielleicht abgeleitet von frz. moi tout seul = ich ganz allein oder zusammengesetzt aus Mutterseele = Mutter und mutterallein = ganz allein

Nabelficker, ein mit sich selbst beschäftigter Typ, Narziß.

nachgeschmissen, sehr billig. »Beim Schlußverkoof kriste de Klamotten nachjeschmiss’n.«

Nachtdroschke, Leichenwagen.

Nachteule, im 19. Jh. für eine alte, häßliche Frau, heute für eine Person, die die Nacht zum Tage macht.

Nachtmütze, verschlafener Mensch.

Nachtschattengewächs, wie Nachteule.
s. auch → Nachteule

nachtschlafend, zu nachtschlafender Zeit.

nachzotteln, langsam nachfolgen.

Nagel, »Mann, hat der ’n Nagel drin!«, ist der betrunken.

Nahkampfdiele, Lokal, Bar, Tanzfläche.

Nakedei, (got. naqadei = Nacktheit) nackte Person, insbesondere Kind. Nackedonien ist Mazedonien nachgebildet und meint einen Nacktbadestrand.

Nappkuchen, oder auch Nappsülze Trottel, jemand, der aus dem Mustopp kommt.
s. auch → Mustopp

Nase, gesprochen Neese. »Ham Se schon de Neese pleng (frz. plein = voll)?« Wenn nicht, »muß ick Ihnen noch paar Wörter unter die Neese reiben.« Ein Nasenfahrrad ist eine Brille, ein

Nasenkneifer, oder Nasenquetscher hingegen ein Sarg. Letzterer kam kurz nach 1750 in Preußen auf als »Sarg der Armendirektion«. Jener niedrige Billigsarg mit flachem Deckel wurde durch Friedrich den Großen in Zusammenhang mit der Reform der Armenverwaltung eingeführt.

Nasenwärmer, 1. Schnauzbart und 2. Halbschleier, der bis zur Oberlippe reicht.

Nassauer, im 19. Jh. für einen Geizkragen, heute für jemanden, der andere für sich bezahlen läßt. Bildung zu rotw. naß = ohne Geld sowie in Anlehnung an den Orts- und Landesnamen Nassau. Als Verb nassauern.

Natter, wer wie »’ne Natter reagiert«, ist äußerst empfindlich.

Nebbochant, (jidd.) Nichtskönner. Gebildet von umgs. ›nebbich‹, einem Ausdruck geringschätziger Ablehnung.

Negerpimmel, Blutwurst.

Negerschweiß, Bezeichnung für 1. Cola-Getränk und 2. Kaffee ohne Milch.

neppen, zu hohe Preise nehmen. Vielleicht von rotw. neppen = betrügen.

Neu-Deli, (ostberl.) Delikatläden.

nicht ohne, sehr gut. »Dit Essen war nich ohne.« »Der is nich ohne.«, vor dem muß man sich in acht nehmen, der hat Ahnung.

nichtsdestotrotz, nichtsdestoweniger.

nie, sehr gut. »Dit flutscht wie nie.«, das klappt sehr gut.

Niedertreter, Hausschuhe.

Nieselpriem, (nordd., omd.) langweiliger Mensch. Aus nieseln = leicht regnen und P(f)riem = Schusterahle.

Nixer, Versager. Berlinische Variante zu umgs. ›Nichtser‹.

nö(h)len, (nd,.) 1. zögern und 2. vor sich hinschmollen, nörgeln.

Nö(h)lepeter, oder Nö(h)lsuse Nörgler(in).

Nolle, Nollendorfplatz in Berlin-Schöneberg.

Nonneferzchen,
s. auch → Nunneferzchen

Nörgelfritze, Nörgler.

Nörgeltante, ist eine Frau, de oft meckert/sich oft beschwert. (von AnnZie)
s. auch → Nörgelfritze, → meckern

Noten, Schläge. »Keile nach Noten.«

Nuckelken, Lockruf für Kaninchen.

Nuckelpinne, herablassend für ein langsames Auto. Aus nuckeln = langsam sein und Pinne = Hebelarm am Stuerruder. Wie Muckepicke.
s. auch → Muckepicke

nuddeln, ursprünglich am Leierkasten drehen, heute für eine ungleichmäßige Drehbewegung ausführen oder eine mühsame Kleinarbeit verrichten.

Null uff’s Ferd, Nullouvert (beim Skatspiel).

Nulpe, willensschwacher Mensch, Schwächling, Dummkopf. Vielleicht von Null = unbedeutender Mensch oder obs. enne triebe Nulpe = eine trübe Wolke.

Nummer, »Dit is ’ne Nummer.«, das ist ein Typ!

Nunneferzchen, Kameruner. (Nonnenpförzchen)

Nusche, 1. Nase und 2. Mund, Fresse. »Krist glei’ eens inne Nusche!« Nebenform zu umgs. ›Nuschel, Nischel‹.

Nuttenbrosche, Spitzname für den Brunnen auf dem Alexanderplatz.

oben, »obenuff sein«, vergnügt sein.

Ober, 1. Oberkellner. Ironisch: Herr Oberkörper. 2. Regierender Bürgermeister von Berlin.

oberfaul, »An der Sache is wat oberfaul.«, die Sache hat einen Haken. Vielleicht von nd. aewerful = mehr als faul.

Obermimer, oder Obermotz geringschätzig für den Vorsteher oder Leiter einer Gruppe. »Der Obermima von’t Janze.«

Oberschweineöde, (ostberl.) Oberschöneweide.

öberste, oberste.

Oberstübchen, Kopf. »Der tickt nich richtig im Oberstübchen.«, der spinnt.

Ochsenpantoffel, Schimpfwort für eine Person.

Oderkähne, zu große Schuhe.

öfter, wenn einem ein Mißgeschick passiert: »Machen Se dit öfter?«

Ölgötze, schweigsamer und somit die Gesprächspartner langweilender Mensch. »Der sitzt da wie’n Öljötze.«

Olle, Alte(r), meistens für Ehegattin: »Meine Olle!« Liebevoll in der Wendung »mein(e) Olleken«.

Omme, 1. Kopf, 2. Fußball.

Onkel, großer Zeh. Wer »onkelt«, der verdreht beim Gehen den Fuß, von frz. ›gros ongle‹ = großer Zeh. Seit 1870 in Berlin belegt.

Onkel Pelle, clowneske Figur bei Kinderfesten.

Onkel, gelber, Rohrstock.

Ooge, berl. Aussprache für Auge.

Oper, »Quatsch bloß keene Opern.«, quatsch nicht dusselig, bleib sachlich.
s. auch → dusselig

organisieren, Im engeren Sinne stehlen, aber allgemein auch etwas besorgen.

Orient-Expreß, wie Istanbul-Express
s. auch → Istanbul-Express

Orje, Georg.

Ostseeforelle, Salzhering.

Pachulke, (poln. pacholek) grober, ungeschlachter Mensch. Im Mittelalter wurden im polnischen Raum die von der Stadt bezahlten Söldner ›pacholkowie‹ genannt. Später als verächtliche Bezeichnung für die in Lehndiensten stehenden Bauern. Interessanterweise werden in Polen die moskautreuen Kommunisten von der Bevölkerung ›pacholkowie Moskwy‹, also die Pachulken Moskaus genannt.

Package, (frz. bagage = Gepäck) Gesindel. auch Pack.
s. auch → Pack

Padde, im 19. Jh. für Frosch, heute allgemeiner für eine Person, die sich im Wasser tummelt, insbesondere ein Kind. Im 12. Jh. aus dem Ndl. übernommen.

Paddenpuper, Ausflugsdampfer. Basiert auf nd. padden = treten, schreiten, von dem ›paddeln‹ abgeleitet ist, und umgs. ›pupen‹.

Palme, »Der is ja mächtig uff de Palme.«, sehr aufgeregt. »Der bringt mich uff de Palme.«, der macht mich verrückt.

Pamel, Brot.

Pampe, (nd. Pamp = Brei, Modder) im 19. Jh. für schlechtes Essen, heute allgemein für eine weiche, breiartige Masse.

Pampu(t)schen, Schuhe. Abgeleitet von umgs. Babuschen = Hausschuhe, Filzpantoffeln, was auf frz. babouche = türkischer Schuh fußt, was wiederum auf türkisch ›pabutschi‹ zurückgeht.

Panne, »Der hat vielleicht ’ne Panne.«, der ist nicht ganz richtig im Kopf. Von frz. panne = Funktionsstörungen bei Maschinen, Motoren; vgl. auch être dans la panne = in der Patsche, Klemme sitzen.

Pantinen, (nd. Pantine = Holzschuh, Pantoffel) »Kipp nich aus de Pantinen, wenn de die Nachricht hörst.«, brich nicht zusammen, fall nicht um. Pantinenkintopp hingegen bezeichnet das Filzlatschenkino.
s. auch → Filzlatschenkino

Panzerplatte, für Bulette. Fußt auf umgs. Panzerplatte = Scheibe Hartwurst.
s. auch → Bulette

Pappchinese, alberner Mensch.

Pappe, wenn man »die Pappe hat«, nämlich den Führerschein, » is dit nich von Pappe«, nicht schlecht. Ob man das Gleiche von der »Pappe«, dem Trabbi, sagen kann, sei dem Leser überlassen.

Pappenstiel, »Dit is keen Pappenstiel.«, das ist nicht wenig, ist nicht gering zu veranschlagen.

par Order di Mufti, auf höheren Befehl.

Parteitagssprudel, (ostberl.) Springbrunnen auf dem Straußberger Platz.

Päsentierteller, »Ick sitz hier wie uff’m Präsentierteller.«, allen Blicken preisgegeben. Wer Gästen vorgestellt wird, wird »uff’m Präsentierteller jereicht«.

passen, gefallen. »Dit paßt ma jar nich, daß de noch nich jefrühstückt hast.«

patent, begabt, geschickt, in Ordnung. »Is ’n, janz patenter Kerl.«, was für ein Patentekel nicht gerade gilt. Ein Patentfatzke ist ein eingebildeter Mensch.

Patsche, Straßenschmutz. Im Pl. Hände. »In der Patsche sitzen«, keinen Ausweg finden, in Bredullje sein. Abgeleitet von der lautmalenden Interjektion ›patsch‹.
s. auch → Bredullje

Patz-Eule, Schimpwort für jemanden, der etwas verpatzt hat.

Pauke, 1. Schule, 2. Bauch. Ein Pauker oder auch Arschpauker ist ein Lehrer. Wer »ordentlich een’ uff ’de Pauke haut«, der macht einen drauf und ist im Geldausgeben sehr freizügig. Wer »mit der Pauke jepiekt is’«, der ist nicht recht bei Verstand.

Pechhengst, im 19. Jh. für Schuster.

pechös, mißlich, unglücklich.

Pedalenstiege, Fahrrad.

Pede, 1. Quecke, 2. Unkraut und 3. Haare. Ndl. Herkunft.

peesen, rennen, laufen.
s. auch → pesen

Pelle, (lat. pella, ndl. pel) Haut. »Jeh ma bloß vonne Pelle.«, laß mich in Ruhe. »Der sitzt ma uff der Pelle!«, der läßt mich nicht in Ruhe. Berliner Spezialität: Pellkartoffeln mit Leinöl. Verbreitung des Substantivs durch niederländische Siedler in der Mark.

pellen, jemandem eine Ohrfeige verpassen.

Penne, (lat. penna = Schreibfeder) 1. Schule, 2. Bett und 3. für eine liederliche Frau.

Penunse, (poln.) Geld.

per Tallje gehen, ohne Mantel gehen.

Persilschein haben, alles machen dürfen, wenn jemand »nich sauber tickt.« Früher in Anwendung auf die Personen, die nach 1945 entnazifiziert wurden, somit also reingewaschen waren (Persil = Bezeichnung einer Waschmittelmarke).

pesen, (lat. pes = Fuß) schnell laufen, rennen.

pet(t)ern, herumstochern.

Peter Lehmann, Petroleum.

petzen, anschwärzen. anpetzen. Von rotw. petzen = bei der Polizei anschwärzen. Seit Ende des 18. Jhs. stud. belegt.
s. auch → anpetzen

Pfanne, jemanden »in de Pfanne hau’n«, bedeutet, ihn entweder körperlich oder in einem Wortgefecht niedermachen.

Pfannkuchen, Gebäck, das außerhalb Berlins als »Berliner« bekannt ist. Ein »Pfannkuchen mit Beene« ist ein kleiner, dicker Mensch.

pfeffern, werfen. »Ich pfeffer dir gleich ’n paar!«, ich hau’ dir gleich ein paar runter.

Pfefferzimmer, Abstellraum, in den man alles »reinpfeffert«.

Pfeife, Idiot. »Wem die Pfeife ausjejang’n is«, der hat kein Geld oder keine Kraft mehr.

pfeifen, trinken. »Jeh’n wa noch een pfeifen?« Abgeleitet von der soldatischen Sitte, die Menge der Flüssigkeit in einer Feldflasche dadurch zu prüfen, indem man in die Flasche bläst.

Pfeifenheini, ist wie Pfeifenkopp ein Schimpfwort gegenüber einer körperlich unterlegenen Person.

Pferd, »Ick gloob, mich tritt ’n Ferd!«, Ausruf des Erstaunens, der Verwunderung. »Der Apfel fällt nicht weit vom Pferd.«

Pferdekur, Kur à la Dr. Eisenbart.

Pfingstochse, nach Trachsel (1873) ein »überreich mit Schmucksachen beladener Geck.« Heute allgemein für einen dummen Menschen.

Pflanze, gesungen mit der Melodie des ›Petersburger Marsches‹:

»Denkste denn, denkste denn,
Du Berliner Pflanze,
Denkste denn, ick liebe dir,
Nur weil ick mit dir tanze?«

Pflasterstein, ein harter Pfefferkuchen. Übertragbar auf alle zu hart gewordenen Gegenstände.

Pflaume, auch Pflaumenaugust oder Pflaumenede Versager, Nichtskönner. Aber auch Ball, Fußball. »Spielste mit Fußball?« - »Aber nich mit der Flaume, die de da inner Hand hast.«

Pforzmolle, Bett.

Pfote, auch Pote gesprochen Hand bzw. Fuß.

pfuschen, 1. schludrig arbeiten und 2. schwarz arbeiten.

picheln, (nd., omd.) stark trinken. Ursprünglich nach Pegeln (Eichzeichen) trinken, vgl. nd. ›enen goden Pegel supen‹.

Piefke, kleiner Junge, nach dem preußischen Musikmeister Piefke, der 1864 den Düppeler Sturmmarsch komponierte. Einfluß von nordd. Piefke = Pfeifchen im Sinne von kleiner Penis (des Knaben) ist nicht auszuschließen.

Piejatz, im 19. Jh. für Zigarre.

Pieke, »von der Pieke auf lernen«, von Anfang an und gründlich. (Picke = Spitzhacke)

piekfein, sehr fein, auserlesen. Leitet sich nicht - wie allgemein behauptet wird - aus dem Jidd. ab, sondern von der nd. Bezeichnung ›puk, pük‹, ursprünglich für eine feine niederländische Tuchsorte. Hat sich dann als Gütebezeichnung allgemein herausgebildet und ist schließlich zum anerkennenden Ausdruck geworden.

Piep, »Er kann nich mehr Piep sagen.«, keinen Ton mehr herausbringen. »Der hat’n Piep.«, der hat einen Vogel, der spinnt.

Piepe, (nd.) ursprünglich für eine Halm- oder Weidenpfeife, heute allgemein für Pfeife. »Dit is ma piepe.«, das ist mir völlig egal.

piepegal, völlig gleichgültig. Zusammensetzung aus piepe und egal.
s. auch → Piepe

Piepel, 1. kleiner Junge und 2. Penis. »Kinderschokolade biegt den Piepel gerade.« auch Piepe.
s. auch → Piepe

Piepen, Geld. »Viel Arbeet und wenig Piepen.« Verkürzt aus Piepmatz.
s. auch → Piepmatz

Piepmatz, Vogel, eigentlich Adler auf der Münze. »Wer ’nen Piepmatz hat«, der ist verrückt.

Pieps, »’n Pieps«, ganz wenig.

piesacken, quälen, peinigen, aber auch abgeschwächt für ärgern. Von nd. pisakken = schlagen, quälen, was sich ableitet von nd. Pessek = Ochsenziemer, eigentlich Geschlechtsglied des Stieres.

Piesepampel, charakterschwacher, ungeschickter Mensch. Vielleicht aus bammeln = schlaff herabhängen und Piesel = Penis, in Analogie zu Schlappschwanz.
s. auch → Schlappschwanz

pietschen, trinken. Von poln. pic oder tschech. pici = Blechkanne.

Pimpelfritze, bzw. Pimpelliese, -lotte jemand, der schnell friert.

pimpeln, frieren, empfindlich sein.

Pimperlinge, kleine Geldstücke, Geld.

pimpern, Petting ausüben. Von nd. pümpeln = stoßen.

Pinguin, wandelnder, Nonne.

Pinke, oder Pinkepinke (nordd., md.) Geld. Gleichbedeutend mit Penunse mit Bezug auf jidd. pinka = Geldbüchse und wahrscheinlich aus poln. pieniadze = Geld hervorgegangen.
s. auch → Penunse

Pinkel, »ein feiner Pinkel«, ein eleganter und arroganter Mann. auch Pinke und pinkeln.
s. auch → Pinke, → pinkeln

pinkeln, urinieren. Vgl. auch nd. Pink = Penis, eigentlich kleiner Finger.

Pinne, 1. kleiner Nagel, Stift, 2. Lüge. Auch als Verb: »Pinn uns nich wat vor.« Graf Pinne ist ein Sinnbild für den Schlemmer.

Pinscher, »Sie Pinscher!«, beschimpfende Anrede.

Pinsel, wie Pinkel.
s. auch → Pinkel

Pinsel-Heinrich, Spitzname für Heinrich Zille (1858-1929), durch dessen kritisch-satirische Bilder das »Milljöh« zeichnerisch und fotografisch dargestellt wurde.

Pinselschwinger, Maler.

Pinte, Kneipe. Von lat. pincta = Gemaltes, wohl das gemalte Eichzeichen. Ursprünglich Flüssigkeitsmaß, später dann Wirtshauszeichen.

Pionöse, (ostberl.) spöttisch für Pionierleiterin. Aus ›Pionierin‹ und ›Baletteuse‹.

pirseln, 1. urinieren und 2. eine Tätigkeit langsam (tröpfelnd!?) tun.

Pißkiste, Kinderwagen.

Pißnelke, Schimpfwort.

pladdern, stark regnen. Von nd. pladdern, pleddern = plätschern, in Strömen regnen.

plärren, (frz. pleurer, nd. blarren) weinen, schreien. Plärrliese weinendes Kind.

Plastenerz, (ostberl.) Regenmantel.

Plastepanzer, (ostberl.) Auto der Marke Trabant. auch Asphaltblase.
s. auch → Asphaltblase

Plastikschüssel, (ostberl.) wie Plastepanzer.
s. auch → Plastepanzer

Platschpampe, Schneematsch. Aus lautmalend platsch und Pampe.
s. auch → Pampe

Platze, »Da kann man sich ja die Platze ärgern!«, sich ärgern, bis man platzt. Rückbildung zu platzen = vor Wut, Zorn außer sich geraten.

Plau(t)ze, (sorb. pluca = Lunge) Bauch. »Sich die Plauze vollhau’n« meint viel essen.

Pleite, (jidd. plejte = Flucht, Rettung) Bankrott.

Plempe, 1. dünne Suppe, 2. Revolver und 3. Polizei.

plemplem, verrückt, irre.

Plerre, auch Plörre 1. dünner Kaffee. 2. Allgemein für gehaltlose Flüssigkeiten.

plieren, (nordd.) schielen. Plieroogen.

plinsen, früher blinzeln, heute weinen.

plümerant,
s. auch → blümerant

Plumpe, früher für Straßen-, Schwengelbrunnen. Bezeichnet den Stadtteil Gesundbrunnen im Bezirk Wedding.

Pocke, (nd. Blatter, Pustel) Fußball.

Pöker, Gesäß.

Polenshop, (ostberl.) für das ehemalige Warenhaus Centrum am Alex.
s. auch → Alex

Polente, Polizei.

Polier, nicht nur Maurerpolier, sondern auch (frz. parler = sprechen) Sprecher.

Politunten-Express, Polizeiwagen mit Politessen.

polken, Verwickeltes mit den Fingern hervorholen.

Polterkopp, gereizter, lauter Mensch.

pomade, pomadig, (pol. pomal) langsam.

Pomadenhengst, im 19. Jh. für Stutzer. Heute wie umgs. Pomadenbengel.

Pomperbüdel, Stoffhandtasche. Anlehnung an Pompadour = Euter; formähnlich mit der beutelförmigen Damenhandtasche.

Pomuchelskopp, Dickkopf.

Popelfahne, Taschentuch.

Popeline, kleines Mädchen, das in der Nase bohrt. Von frz. popeline = festes Gewand aus Garnen; nicht frz. ausgesprochen.

Portierzwiebel, kleiner Haarknoten, wie er früher von Portierfrauen getragen wurde.

Portjeesche, Hauswartsfrau.

Portjuchhe, Portemonnaie. Aus frz. ›portemonaie‹ und umgs. ›juchhe‹.

Porzellanpuppe, junges, hübsches Mädchen.

Posemuckel, 1. abgelegenes Dorf oder Kleinstadt. Geht zurück auf den Namen eines kleinen Dorfes im Kreis Bomst (Posen) Ende des 19. Jhs. 2. kleines Kind.

Posen, (nordd.) Federn. »Inne Posen jeh’n.«, ins Bett gehen. Von Pose = Federkiel, Schreibfeder, Bettfeder.

Pote, (nd.) Pfote, Hand.

Potsdamer, nach Trachsel (1873) ein beschränkter Mensch.

pover, gesprochen mit einem w, (frz. pauvre) arm.

Prachtschinken, für Bulette.
s. auch → Bulette

prahtschen, prahlerisch auftreten.

Pranken, große Hände.

präpeln, essen. »vor sich hinpräpeln«, etwas vor sich hintun.

Prenzelberg, (ostberl.) für den Bezirk Prenzlauer Berg.

preschen, rennen, eilen. Entstanden aus pirschen = jagen.

Presley-Verschnitt, (jgdsprl.) Möchtegern-Elvis.

priemen, langsam arbeiten. Von nd. Priem = Pfriem, Ahle.

Primeltopp, einfältiger Mensch.

Proletarier-Eisbein, Rollmops. auch Eisbein.
s. auch → Eisbein

Proletenbagger, Paternosteraufzug.

Propeller, 1. Kragenfliege, 2. Ohren.

Proppen, Propfen. Wer »uff’n Proppen sitzt«, ist in Verlegenheit.

Pröppke, »wie Pröppke« dasitzen, behaglich sitzen.

Prothese, »Du brauchst ja nich deine Prothese zu fletschen!«, du brauchst nicht zu lachen.

Protzkeule, (ostberl.) Fernsehturm in Berlin-Mitte.

Puckel, Buckel, Rücken. »Sie könn’ ma ’n Puckel runterrutschen.« »Lieber ’n Bauch vom Saufen als ’n Puckel vom Arbeeten.«

puckeln, sich, etwas Schweres tragen, sich abmühen.

puckern, rhythmisches Klopfen. »Et puckert und muckert.«, etwas, das sich in regelmäßigen Abständen bemerkbar macht und ausbrechen will, z. B. Kopfschmerzen.

puffern, tanzen. »Wir jeh’n heut puffern.«

pulen, herumfingern.

Pulle, (lat. ampulla) Flasche. »’ne Pulle eindreh’n«, eine Flasche Schnaps trinken.

pullern, oder pullo pullo machen 1. urinieren und 2. stark regnen.

Pupe, 1. früher für den Wächter im Park, 2. für einen Homosexuellen und 3. für ein abgestandenes Bier.

pupen, prahlen. Wer »aus der Schnauze pupt«, der stößt auf.

Puppenlappen, Stofflappen und Flicken zum Spielen. »Dir hau ick zu Puppenlappen!«, jem. schlagen, daß seine Kleidung in Fetzen hängt. Wer »zu Puppenlappen friert«, der zittert vor Kälte.

Puppenlappen hinschmeißen, alles hinwerfen, aufgeben

Puschel, fixe Idee, merkwürdige Angewohnheit.

Puseratze, Geld. »Ick hab keene Puseratze mehr.«, von etwas nichts mehr haben. Mit Bezug auf Ratz = Siebenschläfer oder frz. raté = das Versagen.

Pussel, nettes Mädchen, kleines Wesen. Vielleicht von pussen = küssen oder Puß = Katze.

Pusselfritze, jemand, der sich mit Kleinigkeiten abgibt.

pusseln, sich mit Kleinigkeiten beschäftigen. Nd. und ostd. Nebenform von ›bosseln‹.

Pusteblume, Dolde des Löwenzahn.

Pustekuchen, im Sinne von denkste, starke Verneinung, Ausdruck der Ablehnung.
s. auch → denkste

Pusterohr, Blasrohr.

Putelje, (frz. bouteille) Flasche.

Putenjunker, im 19. Jh. für einen jungen adligen Offizier vom Lande, der noch wenig Stadtschliff besaß.

Putenrennen, 1. Damenwahl beim Tanz. 2. (ostberl.) Frauentagsfeier.

quabbelig, (nd.) schwabbelig.

quackeln, tratschen, schwatzen. Verkleinerungsform von ›quaken‹, auch quatschen.
s. auch → quatschen

Quadder, Unsinn, leeres Geschwätz. Als Verb schwatzen, Nebenform zu quackeln.
s. auch → quackeln

quade, klein. Von nd. quade = jüngstes Kind in der Familie.

Quadratlatschen, große, ungeschlachte Füße.

Quadratschnauze, Person »mit ’ner großen Klappe.«

Quak(e), Kind. Abgeleitet von quaken, quackeln = schwätzen.
s. auch → quackeln

Qualmtüte, 1. starker Raucher. 2. Schwätzer.

quängeln, nörgeln. Ein Nörgler ist ein Quengelkopp.

Quanten, Füße oder auch Schuhe. Hängt vermutlich zusammen mit Quantum, von lat. quantus = groß.

Quarre, Kind. Substantivierung von quarren.
s. auch → quarren

quarren, schreien (von Kindern). Von mnd. quarren = grollende, brummende Töne ausstoßen, zunächst für die Lautäußerungen des Forsches belegt.

quasseln, (nd. quasseln, dwasseln = plappern, schwatzen) reden wie ein Wasserfall, also ununterbrochen quatschen. Wer am Telefon quasselt, hängt an der Quasselstrippe oder ist eine selbige.
s. auch → quatschen

quatschen, (nd. quat = böse, schlimm) zur Charakterisierung der nd. Sprechenden im 16. Jh., die auch als »Quatländer« bezeichnet wurden Quatsch reden, also unverständliches, dummes, albernes Zeug, Unsinn reden. Heute allgemein für viel, ununterbrochen reden. Ein Quatschkopf ist ein Mensch, der ungereimtes Zeug spricht. »Dit is ja Quatsch mit Soße.«, völliger Blödsinn.

Quengelfritze, nörgelndes Kind. Von umgs. quengeln = weinerlich Mißbehagen äußern. Auch Quengelkopp.

Quese, Blase unter der Haut. Quesenkopp wie Quatschkopf. Von nd. quessen = quetschen.
s. auch → Quatschkopf

Quetsche, 1. kleiner Laden und 2. ein Kofferradio. Vgl. engl. squeeze-box.

Quetschkommode, Ziehharmonika. auch Knautschkommode.
s. auch → Knautschkommode

quimen, kränkeln.

qurksen, ein gluckerndes Geräusch von sich geben.

Rabauke, frecher Junge. Entlehnt auch nl. rabauw = Schurke, Strolch, zusätzlich der nd. Endung -ken.

Rabenaas, Steigerung zu Aas, das dem Raben als Futter dient. Schimpfwort seit dem 17. Jh.
s. auch → Aas

Rachenputzer, scharfes Getränk.

Racker, Schelm, verschmitzte Person. Kind, das gern Schabernack treibt. Gehört zu mnd. racken = den Unflat zusammenfegen. Bereits im Mnd. wird das Substantiv als Schimpfwort benutzt. Geht in der 2. Hälfte des 18. Jhs. in die Literatursprache über und wird nunmehr in abgeschwächter Bedeutung auf Kinder angewandt.

Radaubruder, oder Radautüte Streit suchende Person.

Raffke, oder auch Raffzahn Neureicher, jemand, der in kurzer Zeit viel Geld zusammengerafft hat. In Berlin um 1920, vielleicht bereits in der Gründerzeit, gebildete Bezeichnung, die auf mhd. raffen = zupfen, eilig an sich reißen (und nd. -ken) zurückgeht.

Rahmkater, schmutzige Person.

Ralle, Bruder oder Schwester.

Rammröhre, im 19. Jh. für Zylinderhut.

ramponieren, beschädigen.

Randalle, Lärm. Jgdsprl. »Randale machen«, Zoff anfangen. Stud. zusammengezogen aus Rant, Rand = lärmender Spaß und Skandal.

Range, ungebändiges, freches, unerzogenes Kind. Im Frühneuhd. bezeichnet R. eine Sau, ein Mutterschwein. Seit Ende des 15. Jhs. als Schimpfwort, später abgeschwächt.

rangehen, »Da jeh ick nich ran!«, da traue ich mich nicht ran. Wer »janz schön ranjeht«, der nähert sich stürmisch einer Frau.

ranklotzen, forsch rangehen, intensiv arbeiten.
s. auch → rangehen

rantzen, schnell und wild tanzen.

Rasselbande, Kinder.

Ratten, (ostberl.) Bezeichnung für die als besonders brutal geltenden Schlägertrupps unter den Anhängern des BFC.

ratzekahl, entweder von frz. radical oder von »kahl wie ne geborene Ratte«. Etwas »ratzekahl aufessen«, wie von Ratten mit Stumpf und Stil auffressen. David Kalisch schreibt in der Berliner Posse »Einhunderttausend Taler« (1849) : »Sagt der Berliner Zwickauer zu seinem Kollegen: ›Andere Leute flanieren hin und her, des Morgens sind se konservativ, des Mittags sind se liberal und des Abends sind se ratzekahl!‹«

Rauchschwalbe, schmutzige Person.

Raupen, »Raupen im Kopp haben«, sonderbare Einfälle haben. Aus der Studentensprache des 18. Jhs.

Raupensammlung, Sammlung. »Die Briefmarke fehlt ma noch in meiner Raupensammlung.«

rausmachen, sich, größer, schöner, stattlicher werden. »Der Kleene hat sich janz schön rausjemacht.«

rausreißen, »Dit reiß mich ooch nich mehr raus.«, das hilft, nützt mir auch nichts mehr.

Reff, »’n ollet Reff«, ist ein altes Weib. Fußt auf nd. rif = Kadaver.

Regenschirm, »Ick bin jespannt wie’n Rejenschirm.«, also äußerst gespannt.

Register, »sie sind ja ooch schon ’n ollet Rejister.«, nicht mehr jung.

Reibach, (jidd. rewach = Zins) Gewinn.

rein, in der Grundbedeutung von ›herein, hinein‹ wird im Berlinischen rin gesprochen. »Immer rin in’t Vergnügen.«

reinbuttern, in etwas Geld hineinstecken.

reinknien, sich in eine Sache vertiefen.

reinriechen, sich oberflächlich bzw. nur kurz informieren.

reinschliddern, in eine Sache reinrasseln, hereinfallen. Fußt auf nd. schliddern = auf Schnee und Eis dahinrutschen.

reinschmoken, jem. eine Ohrfeige verpassen.

reinwürgen, »Wenn de so weitermachst, kriste eene rinjewürgt.«, erhälst du einen Verweis, einen Tadel.

Reitstall, sehr großes Zimmer.

remmeln, im 19. Jh. allgemein für einrammen, heute mit deutlicher Anspielung auf den Geschlechtsakt (= rammeln).

Remmidemmi, lautes Vergnügen, Krach, Durcheinander. »Mach nicht so’n Remmidemmi!« Fußt wahrscheinlich auf der schallnachahmenden Bezeichnung ›Rammerdammer‹ für den Steinmetz.

rendlich, reinlich.

Renne, 1. Rinnstein, 2. Dachrinne.

Rennsemmeln, Hausschuhe.

Rentnerkarren, auch Rentnerporsche Einkaufswagen, der aus einem fahrbaren Gestell und einer Tasche besteht. auch AOK-Chopper.
s. auch → AOK-Chopper

Resedatopf, im 19. Jh. für Zylinderhut.

Retourkutsche, Erwidern eines Vorwurfs. »Dit war ’ne Retourkutsche.«, eine schlagfertige Antwort. Leitet sich ab von der für die Hin- und Rückfahrt benutzten Kutsche.

riechen, wenn man etwas merkt, »riecht man den Braten«, wen man indes »nich riechen kann«, den kann man nicht leiden. Dies wäre allerdings kein Grund, zu ihm zu sagen: »Riech ma an meine Knospe!« und ihm gleichzeitig die Faust unter die Nase zu halten.

Riecher, Geruchssinn. Wer »den richt’jen Riecher hat«, der hat das richtige Gefühl für eine günstige Gelegenheit gehabt.

Riechkolben, auch Riechzinken (große) Nase.

Riegelotto, Rigoletto.

Rieke, 1. Freundin und 2. Kosename für Fredericke und Ulrike.

Ringelpietz mit Anfassen, Tanzvergnügen. Aus ringeln und slaw. -pie(t)z = singen.

riskieren, im 19. Jh. für trinken, heute »’ne Lippe riskieren«, frech, unverschämt sein.

rocken, (jgdsprl., engl. Rock’n Roll) tanzen.

Rockerwiege, Motorrad.

Röhre, 1. Wärmstelle im Kachelofen und 2. Fernseher. Wer »einen Braten inna Röhre hat«, bekommt ein Kind.

Rolle, jemanden »durch de Rolle dreh’n«, in die Mangel nehmen. »von der Rolle sein«, fertig, kaputt sein; jemanden »auf die Rolle schieben«, ihn verulken, zum Narren halten.

rote Socke, (ostberl.) spöttisch für Funktionär.

Rotunde, Bedürfnisanstalt. Wegen der Form auch Café Karo.

rubbeln, stark reiben. Von nd. Rubbel = Waschbrett.

Rübe, 1. Nase, Kopf und 2. Bruder. Eine rote Rübe meint nicht nur eine rote Nase, sondern auch eine rote Socke.
s. auch → rote Socke

rujenieren, ruinieren.

rumboddern, in aufgeweichtem Boden gehen.
s. auch → botten

rumflippen, (jgdsprl.) ausgelassen sein, mal hier mal dort sein.

rumfuchteln, mit einem Stock herumschwingen.

rumfuhrwerken, »Mußte ma da immer rumfuhrwerken!«, da reinfummeln, mich dabei stören.

rumfummeln, herumfingern.

rumhacken, »auf jemanden rumhacken«, ihn fortwährend tadeln.

rumhampeln, 1. sich ungebärdig bewegen und 2. tanzen. Beeinflußt von Hampelmann.

rumkrebsen,
s. auch → krebsen

Rummel, allgemein spöttisch für eine Festlichkeit.

rumschweigen, herumsprechen. »Dit hat sich schon rumjeschwiegen.«

Runzelzulage, Gehaltserhöhung der Beamten.

Rutsche, kleine Fußbank.

Sabberliese, 1. tratschende Frau und 2. unsauberes Kind.

Sabbermaul, auch Sabberfritze Quatschkopf.

sabbern, sabbeln, dummes Zeug reden. Iterativbildung zu mnd. sabben = geifern, speicheln.

Sachsengesocks, Schimpfwort für die Sachsen.

sachte, sachteken, behutsam, ruhig. »Immer sachte mit die jungen Pferde.«

Säcke, »Sach mal, haste Säcke vor de Türe?«, ironische Frage an jemanden, der eine Tür offen läßt.

Saftladen, Bezeichnung für eine miese Kneipe oder einen schlecht geführten Laden. Ursprünglich für eine Apotheke wegen des Verkaufs von Kräutersäften.

Salzhase, eingesalzener Hering.

Salzketer, Salzkuchen. »-keter« ist die entrundete Form von »Köter«, Hund.
s. auch → Salzkuchen

Salzkuchen, Brötchen aus Roggen- und Weizenmehl, Schusterjunge.
s. auch → Schusterjunge

Sammelsurium, (hd. sammeln und nd. sur = sauer und lat. Endung) Durcheinander, Mischmasch. In Anlehnung zu nd. ›Sammelsur‹, ein aus Speiseresten bestehendes, säuerlich schmeckendes Gericht. Scherzhafte Bildung aus der Studentensprache des 17. Jhs.

Sankristei, Sakristei.

Sardellen, Haare. Ursprünglich für spärliche Haarstränen.

Sargnagel, Zigaretten. Vgl. engl. coffin-nail.

Satansbraten, 1. für Bulette. 2. frecher Junge, Hallodri.
s. auch → Bulette

sauer, »Dit wird dir sauer uffstoß’n.«, schlecht bekommen. »Dit kannste dir sauer kochen.«, das kannst du für dich behalten. »Uff den bin ick janz schön sauer.«, böse, wütend.

Sauerkohlstampfer, oder auch Sauerkohlstampen dicke, plumpe, Beine.

Saunickel, schmutziger Mensch.

Saures, »Jib ihm Saures!«, Aufmunterung bei Prügeleien.

Sause, »’ne Sause machen«, zechen, einen trinken gehen.

Schachtel, »’ne olle Schachtel« ist eine alte und/oder häßliche Frau. Wohl nach frühnhd. schattel = weibliche Scham.

Schafsscheiße mit Speckkrabben, unschmackhaftes Essen.

Schale, wer sich »in Schale schmeißt«, der hat sich feingemacht, schick angezogen.

schalen gehen, Mülltonnen nach verwertbaren Abfällen durchsehen.

Schallee, Gelee.

Schamsel, (frz. mamselle) liederlich aussehendes Frauenzimmer.

Schamster, Freund einer Frau.

Schandschnauze, freches Mundwerk.

schappern, tanzen.

Schappipuffer, für Bulette.
s. auch → Bulette

scharmieren, (frz. charmer) liebkosen.

scharwenzeln, schmeicheln. Vom tschech. Hasardkartenspiel Straschak eingedrungen. Wenzel = bube, von cervey = rot.

schauderös, schauerlich.

schauern, scheuern.

schaukeln, »Wir werd’n dit Kind schon schaukeln.«, die Sache schon machen.

Schaukelpferd, wer »’n Jemüt wie’n Schaukelpferd hat«, der ist gutmütig.

Schaute, (jidd. schoteh = Narr) im 19. Jh. eine Vogelscheuche, ein häßlicher Mensch; heute für einen charakterlosen Menschen.

scheckig, »sich scheckig lachen«, sich krumm lachen.

Scheese, 1. (frz. port-chaise = Sänfte) schlechtes Auto und 2. Kinderwagen. Schesen schnell laufen, jagen, vielleicht von engl. to chase. auch Cheese.
s. auch → Cheese

Scheibenkleister, Umschreibung für Scheiße. »So’n Scheibenkleister!«, Ausruf der Verärgerung.

Scheich Ahmed, reicher Mann.

Schein, 100-Mark-Schein. Eine halber Schein ist ein 50-Mark-Schein.

Scheiß, (mask.) »So’n Scheiß!«, so ein Mist. Entstanden aus hd. Femininum »die Scheiße« und der nd. maskulinen Form »der Schiet«. Produktiv in vielen Zusammensetzungen, z. B.. Scheißangst, Scheißtyp, Scheißarsch, u.s.w.

Scheiße mit Reis, unschmackhaftes Essen.

Scheißständer, Beine.

scherbeln, veraltet für tanzen.

scheuern, 1. tanzen, feiern und 2. jemanden ohrfeigen. »Ick scheuer dir gleich ’n paar!«

Scheuerratte, Mädchen, das ständig tanzen geht, also eine ›Tanzmaus‹ ist.

Scheunendrescher, »essen wie’n Scheunendrescher«, viel essen.

schicker, (jidd.) betrunken.

Schickse, verächtlich für eine junge Frau. Von jidd. schekez = Gaul; ursprünglich bezogen auf christliche Frauen, die mit einem jüdischen Mann befreundet waren.

schieben, gehen, machen. »Schieb ab!«, hau ab.

schiel, schielend.

Schieleisen, Brille.

Schiepchen, Freund.

Schiepel, im 19. Jh. alter Hut.

Schillebold, Libelle.

Schimmer, Ahnung. »Der hat ja keen’ Schimmer!«

Schimpfe, Schelte. »Mutter, jibt’s Schimpfe, wenn ick zu spät komme?«

Schippe, Schaufel. Jemanden »uff de Schippe nehm’n«, ihn veralbern. »’ne Schippe ziehen«, den Mund verziehen als Ausdruck des Gekränktseins.

schiskojenno, (poln.) gleichgültig, egal.

Schißlaweng,
s. auch → Cislaweng

Schlabbertutti, oder Schlabbertutsch süße, weichliche Speisen.

Schlafittchen, jemanden »bei’t Schlafittchen kriejen«, ihn (am Rockkragen) festhalten, ihn packen, meist mit der Absicht, ihm die Leviten zu lesen.

schlagen, »Da schlag einer lang hin!«, Ausruf des Erstaunens.

Schlamassel, (jidd. masol = Glück), verfahrene, schwierige Situation. Wie Bredullje. »Da ham wa wieder den Schlamassel!«
s. auch → Bredullje

Schlammschieter, bzw. Schlammscheißer Schimpfwort auf eine Person.
s. auch → Scheiß

Schlampampe, (mnd. slampampen) 1. unordentliche, nachlässige Frau. 2. Unordentlichkeit.

Schlangenfraß, schlechtes Essen.

Schlapper, »Jib ma mal de Schlapper rüber.«, die Hausschuhe. Nordd. ›Schlappen‹, von nd. slappen = hängen lassen.

schleierhaft, rätselhaft.

Schleimscheißer, Kriecher, Schmeichler.

Schlenki, (ostberl.) für den Bus der Öffentlichen Verkehrsbetriebe, der aus zwei durch ein Gelenk verbundene Wagen besteht.

Schlesinger, Schlesier.

Schlidderbahn, Rodelbahn.

schliepig, wässrig in bezug auf Kartoffeln.

Schlimme Oogenwurst, Fleischwurst.

Schlitten, 1. Motorrad und 2. großes Auto. 3. Als Drohung: »Mit dem wer’ ick Schlitten fahr’n!«

Schlodderpamps, weiche Masse. Aus nd. sluddern = schlottern und Pamps (nd. pamps) = Brei. auch Pampe.
s. auch → Pampe

Schlorren, (nordd., ostpr.) Hausschuhe.

Schlössertöle, »Er heult wie ’ne Schlössertöle.«, wie ein Schloßhund, also ununterbrochen und heftig.

Schluckspecht, jemand, der viel trinkt bzw. viel trinken kann.

Schlummerkopp, Mensch ohne Energie.

Schlummerorgel, Radio.

Schlummerrolle, Geliebte, Freundin.

Schlumpe, (nordd.) Schlampe. Von schlumpen = schlaff herabhängen, Nebenform zu ›schlampen‹.

Schlunze, wie Schlumpe.
s. auch → Schlumpe

Schmackedutzie, Rohrkolben (Pflanze)

Schmalzlerche, Pfannkuchen.

Schmalzstulle, »Immer rüber mit de Schmalzstullen.«, immer her mit dem Geld. auch Stulle.
s. auch → Stulle

Schmalzstullentheater, billiges Boulevardtheater.

Schmatzipuffer, Liebling.

schmeißen, 1. werfen, geben. »Schmeiß ma mal de Kassette rüber.« 2. starten, anzünden. »Schmeiß mal den Ofen/Wagen an.«

schmettern, trinken.

Schmierage, Geschmiere.

schmuddelig, (nd. smuddelig) schmutzig.

schmulen, 1. verstohlen blicken. 2. in der Schule abgucken.

schmurgeln, brutzeln, braten.

schnabbelieren, mit Behagen speisen, schnabulieren.

Schnabberliese (auch: Schnatterliese), bezeichnet ein Mädchen oder eine Frau, die sehr viel redet. Auch: Schnatterliese (von AnnZie)
s. auch → schnabbern

schnabbern, viel sprechen, wie quasseln. So auch Schnabberliese.
s. auch → Schnabberliese

schnafte, ausgezeichnet, sehr gut.

Schnalle, 1. Bruder, 2. Freundin und 3. Kumpel.

schnallen, verstehen. »Inner Schule hab ick heut wieder ja nischt jeschnallt.«

Schnäpperken, ein Glas Schnaps. Von schnäppern = ein Glas Schnaps trinken. Substantivierung durch die nd. Endung -ken.

Schnapsdrossel, Trunkenbold. Dem Namen der Wacholderdrossel nachgeahmt.

schnasseln, (jidd. schasjenen) trinken.

Schnauze, wie in anderen Dialekten auch ein häufig benutztes Schimpfwort. »Ick polier’ dir gleich de Schnauze!« Eine frisierte Schnauze bezeichnet eine gewollt vornehme Sprechweise.

Schnauzenschaber, oder auch Schnauzenschinder Herrenfriseur.

Schneemann, Verkehrspolizist.

schneen, schneien.

Schneiderkarpfen, ironisch für Hering. Was dem Reichen der Karpfen, ist dem armen Schneider der Hering.

Schnelle, »uff de Schnelle«, schnell.

Schneppe, Schnepfe, Hure.

schnieke, (nd. snigger, snicker = munter, hübsch, zierlich) fein, elegant, schmuck, schneidig; überhaupt Ausdruck des Wohlgefallens.

Schniepel, 1. Frack, inbesondere im 19. Jh., und 2. für den Penis eines kleinen Jungen. Von nd. sniepeln = abschneiden.

schnippern, mit der Schere schneiden, schnippeln.

schnobbern, schlummern.

Schnodderschnauze, vorlautes Mundwerk.

schnorren, betteln, bei jemanden auf geschickte Art und Weise etwas abstauben.

Schnösel, sich vornehm gebender Mann bzw. vorlauter Junge. Abgeleitet von Schnodder, schnoddrig.
s. auch → schnoddrig

schnudd(e)lig, nett, liebenswert. Gehört zu Schnute und ist parallel zu schnoddrig.
s. auch → Schnute, → schnoddrig

schnulle, wie schnuddlig und davon abgeleitet.
s. auch → schnuddlig

schnuppe, gleichgültig, egal, einerlei. »Dit is’ ma schnuppe!« Von Berlin aus in der 2. Hälfte des 19. Jhs. verbreitet und heute umgs.

Schnute, Mund. »’ne Schnute ziehen«, schmollen. Nd. Entsprechung zu hd. ›Schnauze.‹

schocken, bezahlen. Von jidd. schuck = Mark, Geldstück.

Schorftörtchen,
s. auch → Bulette

Schornsteinfegerhelm, im 19. Jh. für Zylinder.

Schote, 1. Ohrfeige und 2. eine außergewöhnliche, meist nicht ganz korrekte Situation. »’ne Schote abzieh’n«, etwas tun, was nicht ganz korrekt ist.

Schotterlotte, betuchte Freundin. Fußt auf umgs. Schotter = Geld, analog zu Kies.
s. auch → Kies

Schreckschraube, »’ne olle Schreckschraube« bezeichnet eine meckernde Frau oder eine alte Jungfer.

Schreibebrief, offizieller Brief.

Schreiberholz, Bleistift.

Schreifritz, Freischütz.

Schrippe, Berliner Brötchenspezialität. Während eine verzauberte oder gebratene Schrippe die Bulette ebenso bezeichnet wie Schrippe im eigenen Saft, bezieht sich »’ne olle Schrippe« mitunter auf eine Frau. Vgl. frühneuhd. ›schripfen‹.
s. auch → Bulette

Schrippenarchitekt, Bäcker.

Schrippenpuffer, für Bulette.
s. auch → Bulette

Schrulle, alte Frau.

schubbern, 1. reiben, scheuern, 2. tanzen und 3. arbeiten. Von schubben, nd. und md. Varianten zu hd. ›schieben‹.

schuchteln, tanzen oder auch einen Einkaufsbummel machen.

Schudder, Schauder.

Schuhsohlen putzen, tanzen gehen.

schusselig, (omd.) fahrig.

Schusterjunge, Roggenmehlbrötchen. »Es regnet Schusterjungen.«, sehr stark.

Schusterpunsch, normaler Kaffee.

Schüttelroste, »uff de Schüttelroste gehen«, tanzen gehen.

Schwadilje, früher für alte Jungfer.

Schwangere Auster, Spitzname für die Berliner Kongreßhalle.

Schwefel, Streichholz.

Schwein, Schimpfwort. »Ick gloob mein Schwein feift!«, ich glaube, ich spinne. (Ausruf des Erstaunens)

Schweinebacke, oder auch Schweinepriester Schimpfwort für eine Person.

Schweinezucht, große Unordnung.

Schwelle, Schwester.

Schwenzelpfennige, heimlich gespartes Wirtschaftsgeld.

schwer schief geladen, stark betrunken.

Schwiegerpaul, Schwiegervater.

schwiemeln, ein liederliches Leben führen. Von nd. swimen = schweben.

schwiemlig, schwindlig. Von schwiemeln.
s. auch → schwiemeln

schwierige Geburt, »Dit war ’ne schwierige Geburt.«, eine nicht einfach zu bewerkstelligende Sache.

Schwindeljule, Bezeichnung für ein kleines Mädchen.

Schwindelpost, Als »Schwindelpost« bezeichnete man im Jahre 1870 die zahlreichen Extrablätter, die den Verlauf des Krieges nicht gerade wahrheitsgemäß berichteten.

schwoofen, tanzen. »uff’n Schwoof gehen« heute für tanzen gehen, im 19. Jh. auf einen öffentlichen Ball gehen. Von omd. Schwof = Dorftanz, was an mhd. sweif = schwingende Bewegung anknüpft.

Schwuchtel, Tunte, feminin wirkender Homosexueller.

schwuchteln gehen, tanzen gehen. Zu mundartlich schwuchten = schwanken, schaukeln.

Schwulitäten, »in Schwulitäten geraten«, in Schwierigkeiten kommen. Fußt auf nd. swul = drückend, ängstlich, beklommen.

Schwupper, Fehler, Versehen. Von umgs. Schwupp = kleine herausschwappende Menge.

Sechser, 5-Pfennig-Stück. Leitet sich ab von einer Münze, die früher sechs Pfenige wert hatte.

SED, (ostberl.) Selten etwas dran.

Seechbomme, Nachttopf.

Seelenziepen, Liebeskummer.
s. auch → ziepen

Seifensieder, »Mir jeht’n Seifensieder uff.«, mir geht ein Licht auf. Seifensieder = Kerze.

Selbstgestrickter, ein langhaariger Hund.

selbstgewachsen, »Die Blume is selbstjewachsen.«, sagt man, um ihre Qualität hervorzuheben.

selten, ungewöhnlich.

Semmeltörtchen, für Bulette.
s. auch → Bulette

Senfschnuller, Bockwurst.

Senge, Schläge, eine Tracht Prügel.

Senkel, Schnürsenkel. »nich alle uff’n Senkel ham« = verrückt sein.

Senkelhalter, Schuhe.

senkrecht, aufrecht.

Sesselpuper, Beamte(r).

setzen, »Es setzt gleich Keile!«, es gibt gleich Prügel.

Siebenklepper, Kind.

Siebenköpfige Raupe, »essen wie eine siebenköpfige Raupe«, viel essen.

Sieke, Musik. Abkürzung aus dem Liedvers »In Rixdorf is Musike...«

simelieren, nachsinnen.

Singepedemie, Singakademie.

Sitzkissen, türkisches Fladenbrot.

Sitzung haben, »’ne Sitzung haben«, zur Toilette gehen.

Socken, wer »vonne Socken is«, der ist überrascht, vielleicht so stark, daß er wegrennt, »daß de Socken qualm’n.« Als Beleidigung: »Du mieser Eimer Socken!« Siehe auch rote Socke.
s. auch → rote Socke

Sohle, »’ne Sohle uff’t Parkett lejen«, »’ne kesse Sohle dreh’n«, tanzen.

Sohlen, Schuhe.

Sohnemann, freundliche Anrede für »mein Sohn«.

Soße, »Is allet eene Soße.«, ist alles dasselbe.

spachteln, auch einspachteln viel und mit Genuß essen.

Spaghettis, 1. Italiener und 2. Haare.

Spekuliereisen, Brille.

Sperenzken, zögernde Einwände, Umstände. Von lat. sperantia = Hoffnung und nd. -ken in Analogie zu umgs. Sperenzchen und nd., md. Speranzen.

spillerig, dürr, dünn, hoch aufgeschossen.

Spinne mit Ei, Spinat mit Ei.

Spree-Athen, Beiname für Berlin.

Spreewasser, »wer mit Spreewasser jetauft is«, der ist ein »echter« Berliner.

springen lassen, »Läßte wat springen?«, spendierst du was?

Spritschleuder, U.S.-Auto.

Spucke, wem »die Spucke wegbleibt«, der ist sprachlos.

spulerig, dünn, mager. Von rotw. spulen = essen.

Stampe, (frz. estaminet) Kneipe.

Stamper, Beine. Fußt auf stampfen.

Stänkerfritze, zänkischer Mensch.

steckerig, holzig. Fußt auf mhd., mnl. stecke = Pfahl. Als Verb steckern = herumstochern.

Steckerling, Stichling.

steif, »Den laß ick am steifen Arm verhungern.«, der soll sich vorsehen.

steiler Zahn, hübsches Mädchen.

Steintal, (ostberl.) für das Nebengebiet Marzahn.

Stellage, Gestell.

Stelzen, Beine.

Stemmzeug, Messer und Gabel.

Steppke, kesser, kleiner Junge. Fußt entweder auf der nd. Verkleinerungsbildung zu hd. Stopf, Stopfen = Korken oder auf der nd. Form zu hd. Stiftchen = Knabenpenis.

stibitzen, stehlen. Vielleicht Einfluß von nd. stippen = sich eine Sache aneignen und mundartlich st(r)iezen = stehlen.

Stiebel, Stiefel.

stiek, langsam.

stieke, ruhig, still.

Stiesel, unhöflicher Mensch.

stiller Portier, Tafel im Hausflur mit den Namen der Mieter.

Stimmungsgemüse, Blumen.

Stinkadores, schlechte, stinkende Zigarren.

Stinkstiebel, Schimpfwort auf eine Person.

stippen, (nordd.) eintunken. Nebenform zu steppen = nähen.

Stoffel, früher für einen groben, derben, beschränkten Menschen, heute allgemein für einen schweigsamen, nicht kommunikativen Menschen.

Stoppelhopser, im 19. Jh. für den Soldaten bei der Infanterie.

stoßen, jemanden »aus’m Anzug stoßen«, verprügeln.

Stremel, Gewohnheit. »Er jeht immer nach seinem alten Stremel.« Nach Stremel = kleines Wegstück, von nd. Striemen = Streifen.

stremplich, (in irgendeiner Weise) nicht in Ordnung.

Stretsch, Streß.

striezen, oder auch stritzen stehlen.

Strippe, 1. Bindfaden und 2. Telefon. Im 19. Jh. für den Kümmelbranntwein zum Bier. Obs. Strüppe, von mnd. strippe = Riemen, Schlaufe, Schlinge.

Strippenzieher, Elektriker.

Strunze, (nordd.) abwertende Bezeichnung für Frau. Von ›stronzen‹, das Intensivum zu ›strotzen‹ ist.

Stubenpisser, Beamter.

stuckern, holpernde, polternde Bewegung beim Fahren eines Wagens z. B. über Kopfsteinpflaster.

stuken, stauchen, verhauen.

stuken, (nd.) jem. stoßem, stauchen. Auch jem. ein- oder runterstuken = ins Wasser stoßen, untertauchen.

Stulle, ursprünglich ein kleiner Brotlaib, heute für eine Schnitte Brot. Eine Klappstulle bezeichnet zwei aufeinandergelegte Stullen. Die erste Berliner Laubenkolonie bekam den Namen Trockene Stulle. Stulle fußt auf nl. stul = Brocken, Stück, Kloß Butter. Bemme und vgl. auch Stollen.
s. auch → Bemme

Stumpen, unteres Reststück, insbesondere einer Zigarre. Nd. Form für Stumpf.

stundenlang, »Dem könnt’ ick stundenlang inne Fresse hau’n.«, unentwegt, ohne Unterbrechung.

Sturmsäcke, Windbeutel.

sülzen, nörgeln, maulen, jemandem in den Ohren liegen.

Sülzneese, Nörgler.

Superhammer, Knüller.

Suppenschmiede, Kantine.

Suppenschüsseln, dicke Brillengläser.

Tablettschluse, Serviererin.

Tacheles, (jidd. tachlis = Endzweck) Tatsachen. »Tacheles reden«, zur Sache kommen.

Tachtel, Ohrfeige. Jemanden »eine tachteln«, eine runterhauen.

talp(s)chen, (nord.) ungeschickt mit den Händen fassen, auch antalpchen.

Tankstelle, Kneipe.

Tante, 1. Freundin, 2. Dame beim Kartenspiel und 3. Pfandhaus.

Tante-Emma-Laden, kleines Einzelhandelsgeschäft.

tapern, ungeschickt handeln. Nebenform zu talpen = schwer auftreten und tappen.

Tapetenflunder, Wanze.

tapsen, tappen.

Tatzen, Hände.

teckelig, krummbeinig. Als Verb ›mit den Fußspitzen einwärts gehen‹.

Teigaffe, herabsetzende Bezeichnung für Bäcker.

teilachen, (jidd.) ausreißen, flüchten.

Telespargel, (ostberl.) Spitzname für den Fernsehturm in Berlin-Mitte.

Teller bunte Knete, Pizza. (Verweist offensichtlich auch auf die gleichnamige Rockgruppe.)

Tellermine, für Bulette.
s. auch → Bulette

Tepper, ungeschickter Mensch. »Geschirr zerteppern«, in Scherben schmeißen.

Teppich, »Bleib’n Se uff’n Teppich.«, regen Sie sich nicht so auf, bleiben Sie ruhig.

Terke, Türke. In der scherzhaften Äußerung 1872 verzeichnet: »Hat keener kleenen Terken nich gesehen?«

tigern, »Ick muß schnell nach Hause tigern.«, sich beeilen, um nach Hause zu kommen.

Tingeltangel, Kennzeichnung der musikalischen Darbietungen von Vergnügungsstätten Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts. In einer »Berliner Publikümmerlichen Phantasie« heißt es: »Es wird ein Schimmer sich verbreiten, wie noch kein Auge ihn gesehen: Der Spittelkirche Glocken läuten und alle Wasserkünste gehn! Rings tönen Tingel-Tangel-Klänge. Fast glaubt man - wär’s nicht gar zu dumm, die Panke röche wen’ger strenge!« Vgl. auch schallnachahmend ›ting tang‹ für den Beckenschlag.

Tintenpisser, Schreiberling.

Tintenpropfen, im 19. Jh. für Zylinderhut.

Tippelchen, (Tüpfelchen) ganz kleiner Fleck.

Tippelschickse, Strichmädchen. auch Schickse.
s. auch → Schickse

Titkendreher, im 19. Jh. für Tütendreher oder Ladendiener.

Todesknolle, für Bulette.
s. auch → Bulette

Töle, (nd.) kläffender Hund.

Tomaten, »Du hast wohl Tomaten uff’n Oogen!«, du kannst wohl nicht richtig gucken.

töppern, Geschirr zerbrechen, auch zertöppern.

Torte, (jgdsprl.) Freundin, Frau, Partnerin, Geliebte.

Traberpastete, für Bulette.
s. auch → Bulette

Trampelloge, billigster Platz im Theater.

trampsen, trampeln.

Tränentier, Trottel.

Traute, Mut. Substantiv zu ›sich trauen‹.

Trecker, »Ick gloob mein Trecker humpelt!«, ich glaube, ich spinne.

Treppe, »Biste die Treppe runterjefall’n?«, hast du dir die Haare schneiden lassen.

Tretbretter, Schuhe.

Treter, Schuhe.

Tretewar oder auch Trittewar, Trottoir, Bürgersteig.

Tretmine, 1. Hundekot, der auf dem Bürgersteig liegt. »Achtung, Tretmine!«, paß auf, da liegt Hundekot. 2. für Bulette.
s. auch → Bulette

trie(t)zen, quälen, peinigen, inbesondere bei Prüfungen. Gehört zu nordd. Tritze = Rolle, Winde.

Triene, einfältiges Mädchen, auch für Schwuchtel.
s. auch → Schwuchtel

Triesel, Kreisel. Wem »trieselig wird«, dem wird schwindelig oder er ist betrunken.

Trittchen, Schuhe.

Trittewar (auch: Tretewar), Gehsteig

trommeln, angeben.

Tube, »uff de Tube drücken«, schnell fahren, aber auch mehr machen, als nötig ist.

Tucke, abfällig für Frau.

tuckeln, langsam fahren. Lautnachahmend für das Motorengeräusch. »Kiek mal, da kommt Kutte anjetuckelt!«, kommt Kutte langsam auf den Sprecher zu.

Tülle, (Ausguß der Kanne) abfällig für Frau.

Türkenkoffer, Plastiktüte.

Tüte, 1. mit leicht negativer Komponente für eine Person. 2. »Kommt nich inne Tüte!«, kommt nicht in Frage.

tuten, 1. trinken und 2. blasen. »Der hat ja von Tuten und Blasen keene Ahnung.«

Tütenschlund, Mund.

tutschen, trinken. Vielleicht von »an der Tutte (Titte) saugen« und parallel zu lutschen und nd. tuschen = saugen.

U-Bahn-Wurst, mal hell, mal dunkel, Fleischwurst.

übelnehmsch, empfindlich.

übergewicht, Gleichgewicht.

überlegen, ein Kind übers Knie legen und eine Tracht Prügel verabreichen.

überziehen, »Dir zieh ick een’s über.«, ich gebe dir eine Ohrfeige.

Ulster-Knöppe, für Buletten.
s. auch → Bulette

umbringen, wer »sich reineweg umbringt« für jemanden, der tut ungeheuer viel für ihn.

umgekehrt, »Umjekehrt wird’n Schuh draus.«

umknixen, mit dem Fuß umknicken.

umpusten, wer aussieht »wie zum Umpusten«, der sieht krank aus.

unegal, wenn jemand, der ungeschickt ist, etwas tun will: »Laß bloß deine unejalen Finger davon.«

ungelogen, ganz bestimmt.

ungeschickt, »Unjeschickt läßt grüßen.«

Unke, olle, Schwarzseher. Nach dem von den Brüdern Grimm aufgezeichneten Märchen von der Unke.

Untermieter, Floh.

Unterseeboot, Bückling.

unverschämt, heftig, frech, maßlos, dreist.

Vampirkiller, Knoblauch.

Vatermörder, früher für den spitz hochstehenden Hemdkragen.

Venus von Kilo, Venus von Milo, allgemein für eine dicke Frau.

veraasen, vergeuden.

verargen, verdenken, übel nehmen.

verballern, verhauen.

verbimsen, verhauen.

verboten, unmöglich. »Dit sieht ja verboten aus.« Vgl. engl. it looks forbidding.

verbraten, verschwenden.

verbrochen, »Wat haste nu wieder verbrochen?«, angestellt.

verbubanzen, durcheinander bringen Beispiel: Du hast das ganze Bett verbubanzt. (von petra-sieg@gmx.de)

verbumfiedeln, verschwenden.

verbummeln, die Zeit in Müßiggang zubringen.

verbuttern, vergeuden.

verdampfen, flüchten, weglaufen.

verdreht, verrückt, originell.

verdurften, oder auch verdünnisieren verschwinden.

verekeln, widerwärtig machen.

verfatzen, abhauen, weglaufen. Von ›Fatz‹, Nebenform zu ›Furz‹.

verfitzen,
s. auch → verheddern

verfügen, sich, sich entfernen.

verhackstücken, verprügeln.

verheddern, in Unordnung geraten. »Die janze Wolle hat sich verheddert.«

verheiraten, sich, »Du hast da wohl verheiratet.«, wenn man lange auf jemanden warten muß.

verhohnepiepeln, verhöhnen, verspotten.

verkieken, sich, in jem. sich verlieben. auch kieken.
s. auch → kieken

verklatschen, verleumden.

verklickern, jemandem etwas beibringen. Nebenform zu ›verkleckern‹.

verklieren, durch Schmieren verderben.

verkloppen, 1. verhauen und 2. verkaufen.

verknusematuckeln, »ein Mädchen vernaschen«. Aus umgs. verkosematuckeln und verknusen.
s. auch → verkosematuckeln, → verknusen

verknusen, (nd.) vertragen, mögen oder nicht mögen; eigentlich zermalmen, kauen, verdauen.

verkoddert, schmutzig, abgetragen.

verkohlen, verspotten, jemanden an der Nase herumführen.

verkorkst, »Die janze Sache is verkorkst.«, schief gelaufen, verdreht, ›versaut‹.

verkosematuckeln, liebkosen.

verkringeln, flüchten, weglaufen, abhauen.

verkrümeln, sich, sich vor etwas drücken, sich verstecken.

verkrunkeln, zerknittern.

verkudelt, zerzaust.

verleppern, sein Geld in kleinen Beiträgen vergeuden.

verloddern, Nebenform zu verludern.
s. auch → verludern

verludern, verschlampen, sein Äußeres vernachlässigen.

vermasseln, (jidd. masol = Glück, Glücksstern) »einem die Tour vermasseln«, einen Plan, ein Geschäft etc. zunichte machen.

vermickert,
s. auch → mickrig

vermißquiemt, (frz. mesquin = armselig) kränklich, heruntergekommen.

vermugeln, vertuschen.

verpecken, schlagen, durchhauen. Von Pecke = Stock, Gerte.

verpimpeln, verzärteln.

verplätten, durchprügeln.

verplempern, »sein Geld verplempern«, es sinnlos ausgeben, vergeuden. Berliner Kneipen-Spruch: »Mit dit Bezahlen verplempert man dit meiste Jeld.«

verposamentieren, Geld durchbringen.

verpusten, sich, Luft schöpfen.

verquast, »’ne verquaste Jeschichte«, eine verwickelte, zerfahrene Geschichte. Von nd. dwas = töricht bzw. quasen = dumm schwätzen.

verquer, ungelegen.

verratzt sein, verloren sein. »Ick bin verratzt und verloren!«

verrungenieren, oder verrujenieren ruinieren.

verscherbeln, verkaufen, etwas zu Geld machen. Im Sinne von etwas zu »Scherben«, zu Kleingeld machen.

verschimpfieren, verunstalten.

Verschiß, »in Verschiß geraten«, in Ungnade fallen.

verschludern, verschleudern.

verschmaddern, verschmieren. Von nd. ›schmaddern‹, Nebenform zu ›schmieren‹ und ›schmuddeln‹ ( schmuddlig).
s. auch → schmuddlig

verschmeißen, verlegen.

verschrecken, erschrecken.

verschütt gehen, verschwinden, verloren gehen. Basiert auf nd. schütten = einsperren.

versieben, verpatzen, durch Ungeschicklichkeit verderben.

versohlen, durchprügeln.

versuchsweise geboren, »Dit is versuchsweise geboren.«, ist ein Versuch.

vertobaken, verhauen.

verwichsen, verprügeln.

verzauberte Schrippe, für Bulette.
s. auch → Bulette

verzischen, 1. weglaufen und 2. ein Bier schnell trinken.

Vettel, alte Frau, Puffmutter.

viel zu ville, zu viel, mehr als ausreichend.

vierdoppelt, vierfach.

Violine, »Dit spielt keene Violine!«, das ist völlig egal, spielt keine Rolle.

Vogelagathe, Bezeichnung für Frau.

Vollkornschnitzel, für Bulette.
s. auch → Bulette

von wegen, »Haste jestern wat jetrunken?« - »Von wejen!« (starke Negation, Ablehnung)

vorbinden (sich jem.), sich jemanden vorknöpfen, zur Rechenschaft ziehen.
s. auch → vorknöpfen

vorknöpfen, »Den knöpp ick ma vor.«, den nehm’ ich mir vor, dem lese ich die Leviten, ziehe ihn zur Rechenschaft.

vorneweg, voraus.

Vorrede, »Halt da nicht lange mit de Vorrede uff.«, komm zur Sache.

wabbelig, flau, wackelig, quabbelig.

Wackelpeter, »Götterspeise« als Nachtisch, umgs. Wackelpudding.

Wade, »sich die Waden bescheißen« = übereifrig sein. »Ick krieg den Dot in beede Waden.« = Ich lach mich tot.

wälzen, »Dit is ja zum Wälzen.«, zum Kaputtlachen.

Walzer, »Dit spielt doch keen Walzer!«, das spielt doch keine Rolle.

Wampe, Bauch. »Sich die Wampe vollschlagen«, sich vollfressen.

Wamse, Schläge. Man denke an den Wams, der ausgeklopft wird, um den Staub zu entfernen.

Wanderbulette, Frikadelle im Brötchen.

Wanstrammeln, Bauchschmerzen.

Waschlappen, Schwächling, Feigling. Ein Dienstmädchen wurde im 19. Jh. als Waschlappen-Adjutant bezeichnet.

Wasser in die Ecke stellen, pinkeln gehen.

Wasserpollake, Pole. Ursprünglich für Schlesier.

wegschmeißen, »Dafür hab ick zwanzig Märker wegjeschmiss’n.«, ausgegeben.

wegschmelzen, 1. abhauen, weglaufen. 2. vor Rührung zerfließen.

Weiber schaukeln, tanzen.

weimern, klagen, jammern.

Weiße, Berliner Weißbier, helles, obergäriges Bier. Mit einem ›Schuß‹ Himbeer- oder Waldmeistersirup versüßt als Weiße mit Schuß bekannt.

Weißkäse, Quark.

Weltgeschichte, »Da hört sich doch die Weltjeschichte uff.«, da hört sich doch alles auf; Ausdruck der Empörung.

wenn, »Wenn schon, denn schon.«, emphatische Aussage hinsichtlich einer wenn-dann-Beziehung. »Machste dit heute noch fertig?« - »Na, wenn schon, denn schon!«

Wettkampf zwischen Bäcker und Schlächter, für Bulette.
s. auch → Bulette

Wichse, Schläge, Prügel. Auch verwichsen.

Wichser, Angeber.

Wichsgriffel, Hände, Finger. Die ›Griffel‹ zum ›Wichsen‹, zum Auf-Hochglanz-Bringen, aber auch mit Anspielung auf’s Onanieren.

Wickel, jemanden »bei’m Wickel nehmen bzw. kriejen«, ihn sich vorknöppen. Wickel meint die im Nacken zusammengezogenen Haare.
s. auch → vorknöpfen

widder, wieder.

wie, für als, sowie, sobald. »Meene Keule is jünger wie icke.«

wie noch nie, sehr. »Da hab ick jelacht, wie noch nie.«

Wiese mähen, Haare schneiden. Der Ausruf »Dann ist die Wiese grün!« meint, dann ist meine Geduld am Ende. Abgeleitet von der gleichbedeutenden Spielansage Pik; die Farbe ist im deutschen Kartenspiel grün.

Willem, Wilhelm. Wer »’nen dicken Willem« macht, der gibt an. Ein falscher Willem ist ein falsches Haarteil.

Wolke, »Dit is ne Wolke.«, das ist eine Wucht.
s. auch → Wucht

Wonneproppen, 1. ein immer strahlendes Baby. 2. mollige Blondine.

Wonneschaukel, Hochzeitskutsche.

Wrasen, Wasserdampf. Nd. Wort, das seit dem 18. Jh. von Berlin aus in die Literatursprache eingedrungen ist.

Wuchtbrumme, ›’ne dufte Biene‹, ein duftes Mädchen.

Wundertüte, Knallkopp, der immer wieder für Überraschungen sorgt.
s. auch → Knallkopp

wurachen, mit lauten Geräuschen herumarbeiten.

Würger, Krawatte.

zabberich, eifrig, ärgerlich.

Zacken, 1. ein Stück Brot und 2. wer »’nen Zacken (in der Krone) hat«, der hat einen Rausch.

Zadder, Bindegewebe im Fleisch. Zähes, mit Sehnen durchsetztes Fleisch ist zaddrig.

Zahnklempner, Zahnarzt.

Zahnreißer, für Bulette.
s. auch → Bulette

Zankdeibel, zänkischer Mensch.

Zanktippe, lautmalerisch für Xanthippe, die zänkische Gattin des griechischen Philosophen Sokrates. Verallgemeinernd für eine zänkische Frau.

zappenduster, 1. sehr dunkel und 2. aus, zu Ende.

Zaster, Geld.

Zauber, Schwindel, Aufführung. Kritisch über eine Tätigkeit: »Wat soll’n der Zauber?«

Zausel, olla Ssausel, merkwürdiger Mann

Zeck spielen, (mhd. Zecke = zwickendes Insekt), Greifen, Haschen, Kriegen, Fangen spielen, wobei der Fänger dem Gejagten einen leichten Schlag geben muß.

Zehlendorfdollar, Fünfmarkschein. (Mit Anspielung auf die in Berlin-Zehlendorf stationierten US-Soldaten.)

Zergerei, oder Zergelei fortwährende Neckerei. Von nd. tergen = reizen.

zerknautschen, zerknittern.

zerknirpseln, »Dir könnt’ ick zerknirpseln.«, dich könnte ich ›zerstückeln‹, fertig machen.

zerpliesert, zersaust.

Zerquetschte, »Zwanzig Mark und ’n paar Zerquetschte«, ein paar Pfennige.

zerteppern, zerschlagen, zertöppern. auch töppern.
s. auch → töppern

Zibbe, eigentlich Ziege, allgemein abfällig für Frau.

Zicke, »’ne olle Zicke«, dürre, störrische Frau. Auch Zimtzicke. »Mach doch keene Zicken.«, stell dich nicht so an oder mach keine Dummheiten. Berl. und omd. Variante zu Ziege.

Ziehe, Pflege, Erziehung.

ziepen, an den Haaren zupfen. Nordd. und ostd., gehört zu ›zupfen‹.

Zierlappe, oder auch Zieraffe affektierte Person.

Zierpuppe, Bezeichnung für eine Frau, die dem Mann als Schaustück dient.

Zigarrenfritze,
s. auch → Fritze

Zille, 1. Spreekahn. 2. Ostberliner Spruch: »Lieber von Zille gemalt, also vom Sozialismus gezeichnet.«

Zimmerberolina, pompöse Frau, nach der Figur der Berolina vom Alex.
s. auch → Alex

Zimmerlinde, Kollegin.

Zimtdriese, sich geziert verhaltende Person.

Zimtzicke,
s. auch → Zicke

Zinnober, »Wohin mit dem Zinnober?«, dem Kram.

Zippe, Zigarette. Wahrscheinlich von ›Zippel‹, der nd. Form zu ›Zipfel‹.

Zippelwilli, Fleischer. Bezieht sich auf die Wurstenden, die früher mitverkauft wurden.

Zitronenneger, Bezeichnung für Personen des asiatischen Typus.

Zitterjule, Beifahrerin auf dem Motorrad.

Zosse, altes Pferd, auch übertragen auf alte Frauen. Geht zurück auf jidd. sus = Pferd.

Zottel, verächtlich für Frau. Im Plural Haare. »Laß da mal de Zotteln schneiden.«

Zuchthauspastete, für Bulette.
s. auch → Bulette

zuckeln, langsam fahren, gehen. Auch »im Zuckeltrab fahren.« Nebenform von ›zockeln‹, das auf ›ziehen‹ beruht.

Zuckersand, feiner Sand.

Zumpel, Lappen. Im Plural Haare. auch Zotteln. Beruht auf Lumpen.
s. auch → Zottel

Zündelmänner, Feuerwehrmänner

Zünder, Nase.

Zurückzieher, »’n Zurückzieher machen«, etwas zurücknehmen, sich vor etwas drücken.

zusammentrommeln, einschrumpfen.

zweidoppelt, doppelt, zweifach gelegt.

Zwingtöppen, Schuhe. Aus Zwinge = Zange und (Fußball-)Töppen.

zwitschern, trinken. »een’ zwitschern jeh’n«, einen Schnaps trinken gehen.

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