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Linguistische Grundlagen

Hier finden Sie den sechsten und jüngsten Bereich von mediensprache.net: basix. Er soll den anderen insofern als Basis dienen, als er die notwendigen linguistischen Grundlagen zum Gegenstand hat. Der Bereich wird – wie die anderen – sukzessive ausgebaut und besteht aus den Bereichen Phonologie/Phonetik, Morphologie, Syntax, Semantik, Semiotik und Pragmatik. Sie finden hier auch etwas über die Themen Orthografie, Sprachökonomie und E-Learning.

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NEUOrthografie

Tipp: Ein paar Wörter über ›gute‹ Worte

Lachender Junge – durch ein Bonmot?

Mit der Redewendung »Kultur ist, was der Metzger hätte, wäre er Chirurg« hat uns Conrad Singer ein Bonmot beschert, also ein ›geistreich-witziges Wort‹ – Wort deshalb, weil Bonmot eine Zusammenziehung (Univerbierung) von frz. bon ›gut‹ und mot ›Wort‹ ist. Ausgesprochen und geschrieben wird die Wortverbindung französisch, also [bõˈmoː]. Mit diesem Wissen sollte das orthografische Wort keine große Herausforderung mehr darstellen, aber wie steht es mit dem semantischen (also der Bedeutung)? »Kürze ist des Witzes Seele«, soll William Shakespeare einmal gesagt haben, doch meinte er damit Einwort-Witze? Handelt es sich bei Bonmots nur um Äußerungen, die aus einem einzelnen Wort bestehen? Selbst mit der Beherzigung der Anregung Mark Twains »Was Adjektive angeht: Im Zweifelsfalle streiche sie aus« sollte ein Bonmot immer noch aus mehreren Wörtern bestehen. Und das ist auch gänzlich unproblematisch: Ein Wort hat nämlich (mindestens) zwei Bedeutungen, ein ›einzelnes (lexikalisches) Wort‹ und die ›Äußerung‹ (man denke etwa an das »Wort Gottes«). Beide Bedeutungen finden in dem jüdischen Sprichwort »Man soll Worte wägen, nicht Wörter zählen« ihren Niederschlag, an dem erkennbar ist, dass der Plural im Regelfall die Bedeutung spiegelt (Wort1/Wörter [selten Worte] vs. Wort2/Worte). In der zweiten Bedeutung ist also das Bonmot und auch das dt. Pendant Scherzwort zu verstehen. — Wenn Sie jetzt denken, dass diese Trennung aber nicht immer sauber vorgenommen wird, dann liegen Sie nicht schlecht: Der berühmte Satz »Ein Bild sagt mehr als tausend Worte« sollte eigentlich Wörter enthalten. (29.06.2020)

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Frederic Oepping beschäftigt sich in der Networx Nr. 88 mit dem Thema »Kleine Entfernung[k], großer Unterschied? Ein Vergleich der dialektalen Aussprachemerkmale zwischen Hannover und Herford«. mehr

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Kleine Entfernung[k], großer Unterschied? Ein Vergleich der dialektalen Aussprachemerkmale zwischen Hannover und Herford

Im deutschsprachigen Raum hält sich hartnäckig die Annahme, das beste Hochdeutsch würde in Hannover gesprochen. Dieser Auffassung widersprechend, widmet sich diese Arbeit der im dialektschwachen Raum Ostwestfalen liegenden Mittelstadt Herford mit der These, dass die Herforder dasselbe hochsprachliche Niveau wie die Stadt Hannover erreichen. Um dies zu überprüfen, wurde eine Vergleichsstudie mit 32 Herfordern in einem zehnminütigen Test durchgeführt. Die Studien beider Städte befassen sich mit denselben vier sprachlichen Merkmalen des Niederdeutschen. Die Probanden wurden nach Geschlecht, Alter und Schulabschluss differenziert.
Die Untersuchung zeigt, dass das hochsprachliche Niveau der beiden Städte vergleichbar ist. Bei zwei der vier Artikulationsmerkmalen zeigen die Herforder Sprecher eine geringere dialektale Realisierung auf, der Gesamtdurchschnitt weist lediglich eine Differenz von zwei Prozent zugunsten der Hannoveraner auf. Die sozialen Variablen zeigen ebenfalls eine geringe Differenz, sowohl zwischen den Städten als auch forschungsintern. Einzig beim Alter lässt sich ein signifikanter Unterschied feststellen, der aussagt, dass jüngere Sprecher weniger zur dialektalen Artikulation neigen als ältere.
Die Erhebung ist ebenfalls ein Beleg für die Annahme, dass die Hochsprachlichkeit im gesamtnorddeutschen Raum vergleichbar ist und Hannover diesbezüglich keine Sonderrolle einnimmt. Für Ostwestfalen ist dies die erste empirische Erhebung einer Stadtsprache. mehr

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Literatur

Neue Publikationen zum Thema

Oepping, Frederic (2020). »Kleine Entfernung[k], großer Unterschied? Ein Vergleich der dialektalen Aussprachemerkmale zwischen Hannover und Herford«. Nr. 88 in unserer Online-Reihe Networx. online lesbar

Schlobinski, Peterm (2019). »Berlinisch: variation and transformation processes of a city language«. Aufsatz im Sammelband The Sociolinguistic Economy of Berlin. Cosmopolitan Perspectives on Language, Diversity and Social Space. mehr

Heyd, TheresaFerdinand von MengdenBritta Schneider (Hg., 2019). The Sociolinguistic Economy of Berlin. Cosmopolitan Perspectives on Language, Diversity and Social Space. Berlin/Boston. mehr


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Kommentare zu dieser Seite

Vielen dank! Die Seite hat mir bei meienr BA-arbeit gut geholfen.
Freitag, 25. April 2014 Moyang
Die Infos sind sehr hilfreich, bitte unbedingt erweitern.
Samstag, 29. März 2014 Juliane_Briem
Sie sollten die Rubriken mit neuen Begriffen kodieren um seriöser zu wirken. Ausserdem sollten Sie das Seitendesign neu überarbeiten und links besser farblich hervorheben (:
Montag, 9. Juli 2007 Gast