NEUAus der Presse

Das »Publish or perish«-Diktat muss enden

Auch 5000 deutsche Forscher sollen in den letzten Jahren in »Raubjournalen« publiziert haben.

Die Empörung ist groß: Wissenschaftler zahlen für Publikationen in fragwürdigen Journalen, aber eine Prüfung findet nicht statt. Geschäftemacher kassieren ohne die dafür von einem Verlag erwartbare Gegenleistung der kritischen redaktionellen Begutachtung und Organisation eines Peer-Review-Verfahrens zu erbringen. »Der tiefere Grund dafür, dass sich dieses unseriöse Treiben überhaupt entwickeln konnte, liegt jedoch nicht an niederen Motiven auf Seiten der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Er liegt im systemimmanenten Fluch des »publish or perish« begründet, einem Prinzip, das noch ganz andere kritikwürdige Publikationsweisen befördert. Dazu gehören auch die Strategie der Salamipublikationen, bei der Forscher ihre wissenschaftliche Arbeit auf möglichst viele Aufsätze verteilen, um die individuellen Publikationslisten zu strecken, oder Co-Autorschaften aus Gefälligkeit.« [heute 08:07 ps; Quelle: Spektrum der Wissenschaft [Carsten Könneker]]

ARD Reportage: Fake Science – Die Lügenmacher, 23.7.18, 21:45 (extern)

Weitere News bei mediensprache.net:

... und viele weitere Nachrichten zum Thema finden Sie hier.


20 Jahremediensprache.net

Studie: Emojis verdrängen Emoticons

Nutzungsmotiv Sprachnachrichten Emojis und Sprachnachrichten liegen voll im Trend, allerdings mit geringen geschlechtsspezifischen Nutzungsmotiven – dies sind drei Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von forsa im Auftrag der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) und des Portals mediensprache.net. Die Studie mit einigen Infografiken ist kostenlos verfügbar als Networx 80.

Eine Zusammenfassung zentraler Ergebnisse finden Sie hier.

NEUOrthografie

Tipp: Tiptop ist nicht tipptopp
Fotobeweis

Um es vorwegzunehmen: Es ist auch uns ein Rätsel! Aber beginnen wir vorne: Selbst in der Schweiz gilt tipptopp laut Duden als »umgangssprachlich« – und das, obwohl es dort viel gebräuchlicher ist als in Deutschland oder Österreich. Womöglich ist die Klassifizierung auch dafür verantwortlich, dass die Schreibung so außergewöhnlich ist. Denn nicht tiptop ist korrekt, sondern zwei Doppel-p, also tipptopp. Warum? ... Ja, warum eigentlich? In der Regel hilft ein Blick in die Geschichte (und zur Herkunft) weiter, doch da müssen wir Sie enttäuschen: Entlehnt ist das Wort aus dem Englischen, wo es tiptop geschrieben wird, denn top bedeutet ›höchst, oberst‹ und tip ›Spitze‹, also ›höchst spitze, tadellos‹. Und nun wird's richtig konfus: top wurde auch isoliert ins Deutsche entlehnt, mit einem p: Er ist top frisiert. Die Doppel-p-Schreibung muss folglich an tip liegen; doch hier gibt es im Deutschen nur den Tipp, der mit der Spitze nichts zu tun hat, sondern von engl. tip ›anstoßen, leicht berühren‹ kommt – es gibt ja auch schlechte Tipps. War das einer? Na, zumindest wissen Sie nun, wie man tipptopp schreibt – eben erstaunlicherweise nicht tiptop! (16.07.2018)

Weitere Tipps unserer Expertin und Wortlisten gibt es im Orthografie-Spezial.

druckreif

Networx 82

Kathrin Weber et al. beschäftigen sich in der jüngsten Networx mit der Nr. 82 mit dem Thema »Verschriftung und Normierung – niederdeutsche WhatsApp-Kommunikation innerhalb einer geschlossenen SchreiberInnengruppe«. mehr

Reichen Sie eine zukünftige Networx ein!

NEUgedruckt

SMI-Band 11

Der Band »The Aesthetics and Multimodality of Style. Experimental Research on the Edge of Theory« von Martin Siefkeset al. ist da! mehr

Infos zur Buchreihe finden Sie hier.

Wörterbücher

Wort unklar?

Kennen Sie eigentlich das Wort Spam? Testen Sie unsere kleinen Wörterbücher zur Linguistik (1292 Lemmata), zu Medien/Technik (813) und zum Berlinischen (2291).

Oder fehlt etwas? Tragen Sie es nach.




EXTRAVideo

»Was geht app?!« – analog

Im Rahmen des Seminars »Media in Action« haben Studierende der Leibniz Universität Hannover in acht kurzen Einzelszenen Anwendungsmöglichkeiten von Handys aus der digitalen Welt in die analoge Welt übertragen und überspitzt szenisch dargestellt: Facebook, Monopoly, Twitter, WhatsApp, Google Maps, Google Suche und Selfies.

Weitere Audio- und Video-Inhalte finden Sie hier.




NEUPublikation im Fokus

Nicknamen international. Zur Namenwahl in sozialen Medien in 14 Sprachen

In der Onomastik und der Internetforschung wurden Nicknamen bisher stiefmütterlich behandelt. Dabei sind diese einzelsprachlich und kontrastiv zwischen unterschiedlichen Sprachen hochinteressant: und zwar im Hinblick auf Schriftsysteme, semantische und morphologische Aspekte. Wohl jeder Nutzer hat schon einmal überlegt, welchen Nick er sich zulegen möchte.

Der Band versammelt die Ergebnisse eines internationalen und sprachkontrastierend angelegten Projekts. Dabei analysieren die Beiträger analog aufgebaute Korpora nach gleichen (und auch sprachspezifischen) Parametern. Die Analysen decken die folgenden Sprachen ab: Arabisch (Marokkanisch), Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Kroatisch, Luxemburgisch, Niederländisch, Russisch, Schwedisch und Spanisch. mehr

Sie haben ein neues Buch zum Thema geschrieben? Stellen Sie es hier vor.

NEUAus den Bereichen
NEULiteratur

Neue Publikationen zum Thema

Siever, TorstenmPeter Schlobinskim (2018). »Tabellarische Zusammenfassung der Ergebnisse«. Aufsatz im Sammelband Nicknamen international. Zur Namenwahl in sozialen Medien in 14 Sprachen. mehr

Schlobinski, PetermTorsten Sieverm (2018). »Einleitung«. Aufsatz im Sammelband Nicknamen international. Zur Namenwahl in sozialen Medien in 14 Sprachen. mehr

Franco Barros, Mariom (2018). »Spanisch«. Aufsatz im Sammelband Nicknamen international. Zur Namenwahl in sozialen Medien in 14 Sprachen. mehr


Suchen Sie in 5515 Publikationen nach Ihrer gewünschten Publikation:

Ihre Publikation zum Thema fehlt? Sie können sie hier nachtragen oder hochladen.

online & free

Netzpublikationen

Sie suchen Literatur, die Sie sofort lesen können? Ohne Leihkarte und Mahngebühren! Sie haben 729 Titel zum Thema gefunden – jetzt einfach kostenlos downloaden. mehr

Oder stellen Sie Ihre hier zur Verfügung!

Update

Letzte Änderungen

Zehn mal Neues: Informieren Sie sich kurz und bündig über die letzten Änderungen bei mediensprache.net – die fünf neuesten Nachrichten und fünf jüngsten Artikel. mehr

Oder abonnieren Sie unseren RSS-Feed.

Willkommen

Zum Inhalt: Sprache und Medien

mediensprache.net bietet Ihnen Informationen zur Sprache in (vor allem digitalen) Medien und der Werbung, zur Sprachwissenschaft und zum Onlinepublishing. Wenn Sie sich einen ersten Überblick über die Inhalte verschaffen möchten, klicken Sie bitte hier.

Sie haben eigene Ideen? Dann wirken Sie mit und werden Sie Mitglied!

Ihre Meinung

Jüngste Kommentare auf der Website

Brot und Spiele
Montag, 18. Juni 2018 rasterm über /de/news/2018061898454.aspx
¹https://www.sciencedaily.com/releases/2018/05/180523133306.htm, ²https://www.nature.com/articles/s41562-018-0353-0, ³http://nlp.cs.rpi.edu/paper/nature2018.pdf, ⁴http://morteza-dehghani.net/, ⁵https://joehoover.github.io/cv/curriculum-vitae.pdf, ⁶https://at.linkedin.com/in/sabrina-manzey-9a88b0133
Samstag, 26. Mai 2018 rasterm über /de/news/2018052698423.aspx
Einige philologische Ergänzungen zu dieser Meldung. Der Pressetext-Artikel hängt vor allem von dem populärwisschenschaftlichen Sciencedaily-Artikel.¹ Sciencedaily fasste einen aktuellen Artikel aus Nature zusammen, der auch in einer freien Fassung verfügbar ist.²³ Die „Sprachwissenschaftler“ sind interessierte Laien aus der Psychologie und Frau Marenzy, die schon öfter solche Sachen verbreitet hat, ist auch nicht vom Fach.⁴⁵⁶
Samstag, 26. Mai 2018 rasterm über /de/news/2018052698423.aspx