NEUAus der Presse

Mit dem NetzDG organisierte Strukturen von Hetzern ermitteln

Betreiber sozialer Netzwerk sollen künftig ausfindig machen, inwieweit rechtswidrige Inhalte »bestimmte Nutzerkreise« besonders betrifft.

»Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Regierungsentwurf zur Änderung des an sich bereits heftig umstrittenen Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) auf den Weg gebracht. Die Initiative geht weit darüber hinaus, die Meldewege für Beschwerden nutzerfreundlicher zu gestalten und Auskunftsansprüche für gerichtliche Klagen durchsetzungsstärker zu machen. Über neue ›Transparenzregeln‹ sollen die Betreiber etwa auch Angaben gegenüber Forschern machen, inwieweit ›die Verbreitung von rechtswidrigen Inhalten zu spezifischer Betroffenheit bestimmter Nutzerkreise führt‹.« [gestern 09:26 ps; Quelle: heise online [Stefan Krempl]]

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20 Jahremediensprache.net

Studie: Emojis verdrängen Emoticons

Nutzungsmotiv Sprachnachrichten Emojis und Sprachnachrichten liegen voll im Trend, allerdings mit geringen geschlechtsspezifischen Nutzungsmotiven – dies sind drei Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von forsa im Auftrag der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) und des Portals mediensprache.net. Die Studie mit einigen Infografiken ist kostenlos verfügbar als Networx 80.

Eine Zusammenfassung zentraler Ergebnisse finden Sie hier.

NEUOrthografie

Tipp: Lagerkoller
Wutausbruch bzw. Lagerkoller

Wer in diesen Tagen allzu viel im Homeoffice arbeitet oder gar unter Quarantäne steht, dem droht ein Lagerkoller. Eben dieses Wort prägt zurzeit die Berichterstattung über die Folgen der Isolierung. Die Schreibung dürfte nicht schwerfallen – doch was bedeuten eigentlich seine beiden Bestandteile? Mit Lager ist ›Unterkunft‹ gemeint, was vielfältig kombiniert werden kann: Trainingslager, Flüchtlingslager, Zeltlager, Ferienlager etc. Einen Koller hat, wer aufgrund der einschränkenden Lagergrenzen negative Emotionen zeigt, etwa Wut oder Zorn. Verarbeitet ist dies in Frischs Mein Name sei Gantenbein oder Fusseneggers Zeit des Raben, wo »sie der Koller des Alleinseins [überfällt], die wilde Lust, aus der Stadt auszubrechen«. Nicht ausbrechen kann man etwa auch aus einer Raumstation (Weltraumkoller) oder anderen engen Grenzen: Höhlenkoller, Höhenkoller, Bunkerkoller etc. Im Duden ist das Wort als umgangssprachlich ausgewiesen. Es geht zurück auf althochdeutsch kolero ›Wut‹, und wer hier schon ahnt, dass es – wie auch die epidemische Infektionskrankheit Cholera – auf griechisch-lateinisch choléra ›Gallenbrechdurchfall‹ zurückgeht, hat vollkommen Recht. Auf der sich herausbildenden Bedeutung ›galliges Temperament, Zornesausbruch‹ basiert übrigens auch das Wort cholerisch: hier allerdings immer noch mit ⟨ch⟩ geschrieben. Ein Trost zum Abschluss: besser eine Wahl zwischen Koller und Corona als zwischen Pest und Cholera. (30.03.2020; Foto: Tikwa)

Weitere Tipps unserer Expertin und Wortlisten gibt es im Orthografie-Spezial.

NEUdruckreif

Networx 88
Cover der aktuellsten Networx 88

Frederic Oepping beschäftigt sich in der jüngsten Networx mit der Nr. 88 mit dem Thema »Kleine Entfernung[k], großer Unterschied? Ein Vergleich der dialektalen Aussprachemerkmale zwischen Hannover und Herford«. mehr

Reichen Sie eine zukünftige Networx ein!

gedruckt

SMI-Band 11
Cover des aktuellen Bandes SMI 11

Der Band »The Aesthetics and Multimodality of Style. Experimental Research on the Edge of Theory« von Martin Siefkeset al. ist da! mehr

Infos zur Buchreihe finden Sie hier.

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EXTRAVideo

»Was geht app?!« – analog

Im Rahmen des Seminars »Media in Action« haben Studierende der Leibniz Universität Hannover in acht kurzen Einzelszenen Anwendungsmöglichkeiten von Handys aus der digitalen Welt in die analoge Welt übertragen und überspitzt szenisch dargestellt: Facebook, Monopoly, Twitter, WhatsApp, Google Maps, Google Suche und Selfies.

Weitere Audio- und Video-Inhalte finden Sie hier.




NEUPublikation im Fokus

Deutsch in Sozialen Medien. Interaktiv, multimodal, vielfältig

Der Band dokumentiert die Vorträge der 55. Jahrestagung des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache, die unter dem Titel “Deutsch in Sozialen Medien: Interaktiv, multimodal, vielfältig” vom 12. bis 14. März 2019 in Mannheim stattfand. Die Beiträge des Bandes untersuchen, wie Soziale Medien Kommunikation und Sprache verändern und welche neuartigen kommunikativen Formen der Gebrauch sozialer Medien hervorgebracht hat. Kommunikationsmedien sind nie bloß technische Errungenschaften, sondern schreiben sich über ihren Gebrauch in unsere Kultur ein und verändern so unsere Verhaltensweisen und Wertvorstellungen. Soziale Medien vereinen sprachliche Aspekte mit multimodalen Kommunikationsformen wie Emojis[] und Hashtags[], mit denen verflochten uns die deutsche Sprache in Sozialen Medien begegnet. Die Beiträge des Bandes fragen sowohl nach den wissenschaftlichen Möglichkeiten der Erfassung dieser Modi als auch nach dem Zusammenspiel von sprachlichen und anderen semiotischen Ressourcen. Daneben ist der quasi-öffentliche Raum als Schauplatz dieser Kommunikation ein zentraler Aspekt der Beiträge. Unter anderem fragen die Beiträge nach den Auswirkungen, die die Kommunikation in Sozialen Medien auf unsere (schrift )sprachlichen Kompetenzen hat, nach der Vertrauenswürdigkeit Sozialer Medien und nach den Folgen die Soziale Medien auf gesellschaftliche und politische Prozesse haben. mehr

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NEULiteratur

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Schlobinski, Peterm (2020). »Sprache, Kommunikation und digitaler Wandel Bestandsaufnahme und Perspektiven«. Aufsatz im Sammelband Deutsch in Sozialen Medien. Interaktiv, multimodal, vielfältig. mehr

Marx, KonstanzeHenning LobinAxel Schmidt (Hg., 2020). Deutsch in Sozialen Medien. Interaktiv, multimodal, vielfältig. Berlin/Boston. mehr

Schmiderer, ClaudiaPeter J. Weber (Hg., 2020). „Lost in ...“ Digitalisierung. München. mehr


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¹https://www.sciencedaily.com/releases/2018/05/180523133306.htm, ²https://www.nature.com/articles/s41562-018-0353-0, ³http://nlp.cs.rpi.edu/paper/nature2018.pdf, ⁴http://morteza-dehghani.net/, ⁵https://joehoover.github.io/cv/curriculum-vitae.pdf, ⁶https://at.linkedin.com/in/sabrina-manzey-9a88b0133
Samstag, 26. Mai 2018 rasterm über /de/news/2018052698423.aspx