NEUAus der Presse

»Heißzeit« ist Wort des Jahres 2018

Die Wörter des Jahres werden 2018 zum 42. Mal in Folge von der Gesellschaft für deutsche Sprache bekannt gegeben.

Das Wort des Jahres 2018 ist Heißzeit. Diese Entscheidung traf am Mittwoch eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden. Sie thematisiert damit nicht nur einen extremen Sommer, der gefühlt von April bis November dauerte. Ebenfalls angedeutet werden soll eines der gravierendsten globalen Phänomene des frühen 21. Jahrhunderts, der Klimawandel. Nicht zuletzt ist Heißzeit eine interessante Wortbildung. Mit der lautlichen Analogie zu Eiszeit erhält der Ausdruck über die bloße Bedeutung ›Zeitraum, in dem es heiß ist‹ hinaus eine epochale Dimension und verweist möglicherweise auf eine sich ändernde Klimaperiode. Auf Platz 2 wählte die Jury Funklochrepublik. Vor allem im ländlichen Raum ist in Deutschland die Mobilfunkabdeckung vergleichsweise schlecht, was spätestens seit dem letzten Bundestagswahlkampf ein politisches Thema ist. Ob der neue Mobilfunkstandard 5G »an jeder Milchkanne nötig« sei oder nicht, wurde von Vertreterinnen und Vertretern der Großen Koalition intensiv diskutiert. Mit der Einführung von Ankerzentren (Platz 3) wollte die Große Koalition das Problem der unkontrollierten Migration in den Griff bekommen. Das Erstglied Anker steht hier nicht für Fixierung oder Sicherung wie beim Anker eines Schiffs, sondern für »Ankunft, Entscheidung, Rückführung«, ist also eine Art Akronym[] (ein Wort, das aus Anfangsbuchstaben oder -silben anderer Wörter gebildet wird). In einem Ankerzentrum sollen Flüchtlinge untergebracht werden, bis sie in Kommunen verteilt oder aber – nach Ablehnung ihres Asylantrags – in ihr Herkunftsland abgeschoben werden. [gestern 10:30 si; Quelle: GfdS; Foto: GfdS, CC0]

Plätze 4–10 und Begründung der Jury (extern)

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20 Jahremediensprache.net

Studie: Emojis verdrängen Emoticons

Nutzungsmotiv Sprachnachrichten Emojis und Sprachnachrichten liegen voll im Trend, allerdings mit geringen geschlechtsspezifischen Nutzungsmotiven – dies sind drei Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von forsa im Auftrag der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) und des Portals mediensprache.net. Die Studie mit einigen Infografiken ist kostenlos verfügbar als Networx 80.

Eine Zusammenfassung zentraler Ergebnisse finden Sie hier.

NEUOrthografie

Tipp: Re­keln oder rä­keln?
schlafende Hunde auf einem Bett

Ach, wie wäre es schön, man könnte am Montagmorgen noch eine Weile im Bett liegen bleiben und mit Behagen den Körper recken und dehnen, sich noch ein wenig im Bett rekeln. Dieses umgangssprachliche Verb stammt von dem seit dem 17. Jahrhundert bezeugten niederdeutschen Substantiv »Rekel«, das so viel wie ›hoch aufgeschossener, schlaksiger junger Mann; Flegel‹ bedeutet. Dies wiederum geht auf das mittelniederdeutsche »Rekel« in der Bedeutung ›Bauernhund, Dorfköter‹ zurück. Neben der Schreibung »rekeln« ist zudem die Schreibung »räkeln« zugelassen. In der ersten Person Singular kann man sowohl die Form »ich rekle/räkle mich« als auch »ich rekele/räkele mich« verwenden. Aber jetzt ist Schluss mit Räkeln, die Arbeit ruft! (10.12.2018)

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Naima Tahiri beschäftigt sich in der jüngsten Networx mit der Nr. 83 mit dem Thema »Nicknamen im Marokkanisch-Arabischen«. mehr

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»Was geht app?!« – analog

Im Rahmen des Seminars »Media in Action« haben Studierende der Leibniz Universität Hannover in acht kurzen Einzelszenen Anwendungsmöglichkeiten von Handys aus der digitalen Welt in die analoge Welt übertragen und überspitzt szenisch dargestellt: Facebook, Monopoly, Twitter, WhatsApp, Google Maps, Google Suche und Selfies.

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Prämissen und Paradigmen von Medienkritik: Versuch einer Kategorisierung

Medienkritik ist gewissermaßen das unsystematische, normative Pendant der Medienanalyse, wobei die Übergänge fließend sind. Denn ohne analytisches Instrumentarium kommt auch Medienkritik nicht aus. Entsprechend dem jewei- ligen Gegenstandsfeld, der medialen Entwicklungen und der historischen Kontexte hat Medienkritik unterschiedliche Intentionen, Ziele und Formen. Sie reicht von der meist arbiträren Kritik des einzelnen Werkes, Produktes oder Genres bis zur grundsätzlichen, kritischen Analyse des herrschenden Mediensystems oder sogar - als pars pro toto - bis zu dieses bedingenden und umgekehrt beeinflussenden Gesellschaftssystems. Gerade mit der anhaltenden Digitalisierung sind solche Entgrenzungen unausweichlich, aber auch analytisch erforderlich. In dem Beitrag werden diese Varianten der Medienkritik vorgestellt und in ihrer Funktion und Reichweite kategorisiert. mehr

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