Werbesprache

Klassische Werbeblöcke bei VoD

msn Movies: WerbungMit dem Aufkommen von Spielfilmen im Internet ist der Schritt zu einer Werbung, wie sie im Fernsehen zu finden ist, nicht weit. Mit »msn Movies« liegt – anders als bei Arcor oder der Telekom – eines der ersten Angebote von zugangsfreien Video-on-Demand-Filmen vor. Die einzige Voraussetzung für die Nutzung und damit das Betrachten der angebotenen Filme ist rein technisch: ein Internettbrowser mit aktueller Flashversion (9) und eine Internetverbindung. Die Filme müssen folglich mit Werbung refinanziert werden.

Derzeit (22.2.2009) befindet sich das Videoangebot von msn (http://movies.msn.de/) in einer öffentlichen Betaphase, was damit verbunden ist, dass eine relativ geringe Anzahl an Filmen aus den Bereichen Drama, Thriller, Komödie, Dokumentation und Klassiker verfügbar ist. Zudem sind die Werbeeinblendungen zum jetzigen Zeitpunkt nahezu auf Eigenwerbung beschränkt und dient damit sicherlich der Demonstration für künftige Werbung schaltende Kunden.

Diese Werbeeinblendungen erfolgen für jeweils 15 Sekunden bereits bei der ersten Vorauswahl eines Filmes, bevor der Film beginnt. Zuerst wird ein Trailer zur Vermittlung der Inhalte eingespielt. Dieser Schritt resp. diese Werbeeinblendung lässt sich allerdings überspringen, indem die Schaltfläche »Film gratis anschauen« angeklickt wird. So gelangt der Nutzer zum Filmbeginn, vor dem eine weitere Werbeeinblendung erfolgt, die sich – wie alle weiteren – nicht mehr unterbrechen lässt.

msn Movies: Unterbrechende Werbung mit CountdownWie bei einer DVD sind die Filme in Kapitel eingeteilt, die jeweils mit einer Werbeeinblendung beginnen. Dies geschieht nicht nur im laufenden Film, sondern auch beim möglichen Einstieg inmitten des Films durch die direkte Kapitelanwahl. Auch hier sind es Spots mit einer Länge von 15 Sekunden. Das Ende der Werbeeinblendung wird während des Spots durch einen Countdown angezeigt, der aufgrund der Kürze der Zeit das Abwenden vom Monitor vermeiden soll.

Ob die Einzelspots durch Werbeblöcke abgelöst werden, die mehrere Spots enthalten, ist nicht absehbar, jedoch nicht unwahrscheinlich. Aufgrund der Anzahl der Unterbrechungen ist eine mehrere Minuten umfassende Ausdehnung der Werbeblöcke allerdings nicht zu erwarten, zumal es sich beim derzeitigen Angebot um Filme der Kategorie handelt, die Videomagazinen wie SFT oder AudioVideoFoto Bild »kostenlos« beiliegen, d.h. um ältere oder wenig massenrelevante Filme wie Lost in Space (SFT 8/2005) oder The 13th Floor (SFT 2/2005).

Ad bei Clipfish: Ebenfalls vorgeschaltete Werbung mit CountdownGänzlich neu ist das Format im Internet jedoch nicht; bekannt ist es aus (nichtkommerziellen) Amateurvideos von Videoportalen wie Clipfish (Abb. links). YouTube hingegen verfolgt derzeit die Google-typische Strategie der kontextabhängigen Textwerbung (Abb. unten).

Ad bei YouTube: InVideoAdFazit

Mit dem Video-on-Demand-Angebot von msn geht das Fernsehen endgültig im Internet auf. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten stellen bereits seit längerem einige Sendungen im Internet als VoD[] zur Verfügung (http://www.zdf.de/ZDFmediathek und http://www.ardmediathek.de/) – hier natürlich werbefrei. Es handelt sich allerdings in der Regel um Eigenproduktionen wie Tagesschau/heute, Vorabendserien wie Rosenheim-Cops etc., die anders als etwa Sportsendungen nicht an von Dritten erworbene Vermarktungsrechte gebunden sind. Im Internet werden klassische Werbemodelle mit neuen Abrechnungsmodellen kombiniert: Denn im Internet können im Gegensatz zum Fernsehen exakte Angaben über die Zuschauer gemacht werden, und die Werbeerfolgsmessung ist in einer bislang nicht gekannten Form möglich.


Torsten Siever

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