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Hannover, 22.05.2012

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Schutz vor oder Geld für Werbung

Wie bei Werbung mittels Plakat und Anzeige ist ein vollständiges Umgehen von Internet-Werbemitteln praktisch unmöglich. Softwareseitig existieren nur wenige Möglichkeiten, wie etwa der von Siemens entwickelte WebWasher, der die Umgehung einiger Werbeeinblendungen erlaubt, oder Popup-Blocker wie der von Google.

Etwas schwieriger gestaltet sich die Abwehr von Spam- oder Junk-Mail; eine Ausblendung von Werbung in Newslettern ist derzeit noch gar nicht möglich - abgesehen von der Möglichkeit, Mails ins Nur-Text-Format konvertieren zu lassen. Einige E-Mail-Programme wie Microsoft Outlook bieten spezielle Junk-Mail- sowie frei definierbare Filter an, die E-Mails von aufgenommenen Adressen in gesonderten Ordnern speichert, sie farbig markiert oder löscht. Dies ist nicht nur mit Adressen möglich, sondern auch mit Texten im Betreff (wie Sex, Drugs oder Viagra), wobei dies zu unerwünschten Effekten führen kann. Wenn man beispielsweise E-Mails mit dem Wort Werbungfiltern lässt, wird auch ein interessanter Hinweis eines Bekannten mit dem Betreff Hier ein Link für Deine Arbeit zur Werbung automatisch gelöscht. Die Junk-Mail-Adressen eines Filters haben den Nachteil, dass sie stets auf einen aktuellen Stand gebracht werden müssen und nur bei solchen Junk-Mail-Absendern greifen, die keine 'falsche' Rückantwort-Adresse angeben und natürlich bereits eine Junk-Mail verschickt haben.

Auf der anderen Seite gibt es Unternehmen, die Software kostenlos zur Verfügung stellen und dafür Werbeflächen implementieren. Bei Programmen für das Internet ist etwa der Real-Player zu nennen (Streaming-Media-Client) oder Browser wie der Commerce Browser von freenet, bei dem Banner sogar Navigationselemente überdecken; ebenso werden Banner in die kostenlose Variante des Opera-Browsers integriert. Letzterer bietet umfangreiche Einstellungen zur Optimierung von ›interessierender‹ Werbung, zum Beispiel Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildungsgrad, Land und Interessengebiete wie Art/Cultural, Automobils, Books/Magazines, Computer/Games, Computer/Technology etc. Möchte man die 468x60 Pixel große Werbefläche abschaffen, hat man gegen Bezahlung hierzu immerhin die Möglichkeit.

Möchte man hingegen für das Betrachten von Werbung entlohnt werden, bieten verschiedene Firmen wie beispielsweise FairAd (http://www.fairad.de/) im Bereich von einem Zehntel bis etwa zwei Cent gezielte Werbeeinblendungen an. Die derzeit ›wertvollste‹ ist das E-Mercial, das im Vollbildmodus einem Fernsehspot ähnlich abgespielt wird (mehr zu Werbeformen). Darüber hinaus befindet sich stets eine Fair-Ad-Leiste im Vordergrund, die Werbung und Sponsoring zeigt. Um in den Genuss der Entlohnung für betrachtete Werbung zu kommen, wird allerdings die Preisgabe von mitunter sehr persönlichen Daten verlangt, die dazu dienen, für das Individuum optimale – zielgruppengerechte – Werbung zu präsentieren, denn nur dafür zahlen die Werbetreibenden Geld. Auch für das Handy gibt es Anbieter, die für empfangene, individualisierte Werbung Geld bezahlen (z.B. Mr.AdGood; http://www.mindmatics.de).

zur Rezeption und Abrechnung von Internet-Werbung

 

Torsten Siever

erstellt: 19.01.2002

 aktualisiert: 20.01.2005 

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