Digitale Kommunikation

Arten von Weblogs

Der Ur-Blog ist sicherlich das Online-Tagebuch, in dem persönliche Erfahrungs- und Zustandsberichte festgehalten werden. Öffentlich zugänglich muss dies nicht in jedem Fall sein, denn wie jede Webseite kann man Weblogs auch nur für einen bestimmten Personenkreis (mittels Nutzerkonten) öffnen. Natürlich lassen sich Blogs zu den verschiedensten Themen betreiben, so etwa als Nachrichtenlieferant, als Kritikgeber, als virtuelles Kochbuch oder als Softwareforum. Es lassen sich Weblogs allerdings auch funktional unterscheiden:

So wurden etwa während des letzten Golfkrieges Warblogs (War + Blog) von so genannten embedded reporters betrieben, die live aus den Kriegszentren berichteten und damit Bilder und Texte schneller als jede Zeitung liefern konnte. Zentral ist sicherlich auch der Aspekt, dass eine andere, etwa persönlichere Berichterstattung möglich ist, als dies eine renommierte Zeitung je zulassen könnte.

Auch als Fotoalbum lassen sich Weblogs betreiben, die unter dem Terminus Fotoblog gefasst werden. Vor allem zur Dokumentation von Reisen werden sie verwendet, wobei ›Reisen‹ sehr weit gefasst sein kann.

In diesem Zusammenhang spielt der Mobilfunk eine zunehmende Rolle, denn mittels Moblogs (mobile Blogs) kann man vom Ort des Geschehens direkt das Weblog aktualisieren, indem per Smartphone (mittels MMS oder Internetverbindung) erstellte Fotos und Text an den Server geschickt werden. Bevor sich Moblogs durchsetzen konnten, sind soziale Netzwerke wie Facebook[] oder Google[][]+ entstanden, die diese Funktion beinhalten und dafür genutzt werden.

Werden Filme statt Fotos verwendet, spricht man von Videoblogs, kurz Vlogs. Sie sind thematisch wieder gänzlich offen und können eine Art persönliches Filmtagebuch beinhalten, aber auch semiprofessionelle Kochshows oder Dokumentationen aller Art.

Eine beondere Form von Weblogs stellen Microblogs dar – der Prototyp: Twitter[].com. Microblogs sind aus micro+Weblog gebildet und zeichnen sich durch sehr kurze Postings (bei Twitter: Tweets[]) aus. Streng genommen stellen Microblogs aber eher eine eigene Kategorie dar, als dass man sie Weblogs unterordnen könnte.

Als weitere mobile Variante sei noch auf das Podcasting verwiesen, bei dem Musik und gesprochene Sprache (Moderation) gespeichert werden, sodass Sendungen ›on demand‹ erstellt werden können. Auch Lesungen oder Berichte sind denkbar.

Die Miniaturisierung ermöglicht mehr und mehr einen neuen Typus von Weblogs, bei dem das Leben nicht nur manuell punktuell, sondern permanent automatisch dokumentiert wird – mit Foto- oder mit Videokamera. Mit solchen Lifelogs ist es möglich, nicht vorhersehbare, später aber wichtige Momente zu archivieren. Größter Kritikpunkt daran ist die Tatsache, dass Dritte ungefragt gefilmt werden.

zur Sprache von textuellen Blogs

zur Sprache in Microblogs


Torsten Siever

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