SL: Fazit der Untersuchung
Sich dem komplexen Phänomen Second Life zu nähern bedarf wohl mehr als lediglich einer Analyse auf sprachlicher Ebene. Trotzdem sind wir mit der Fragestellung „Wie sieht (avatarbasierte) Kommunikation in SL aus?“ und anhand ausgewählter Merkmale und Hypothesen zu der Erkenntnis gekommen, dass die Kommunikation in Second Life mit den herkömmlichen Formen des Chats verwandt aber nicht gleichzusetzen ist. Liegt dies darin begründet, dass wir es hier mit einer Chatplatform zu tun haben, die um visuelle Elemente ergänzt ist? Obwohl in Second Life eine visuelle und räumliche Dimension vorhanden sind, findet man den Niederschlag letzterer in den typischen sprachlichen Ausdrücken wie Raumdeiktika eher selten. Die visuelle Komponente scheint jedoch zumindest der Menge an Themen, die diskutiert werden eine Basis zu liefern, die wiederum bei der Gesprächsintegration helfen kann und genug „Stoff” für phatische Kommunikation liefert. Dass speziellere Äußerungen wie Flaming oder Smileys, denen in der Regel klare Sprecherintentionen zugrunde liegen, von der visuell präsenten Gestaltung der Gesprächspartner beeinflusst werden, kann als nicht zutreffend bezeichnet werden. Ein Ergebnis unserer Studie mag demnach sein, dass die Popularität von Second Life nicht darauf zurückzuführen ist, dass der Kommunikation revolutionäre, neue Spielräume eröffnet werden. Die Magie von Second Life liegt offensichtlich mehr in etwas anderem als der Kommunikation. Die Vorstellung ein Second Life mit seinen chatverwandten und visuellen Interaktionsmöglichkeiten könne mit einem "First Life" in Konkurrenz treten betrachten wir - zumindest aus sprachwissenschaftlicher Sicht - als Illusion. zurück zur Einleitung und zum Inhaltsverzeichnis die Arbeit als PDF-Dokument herunterladen Stefan Frohwein, Christof Goldhammer & Anna Eggers
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erstellt: 27.04.2008
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aktualisiert: 02.06.2008
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