Digitale Kommunikation

Altersgruppenspezifisches Nutzungsverhalten von Bildzeichen bei WhatsApp

1 Einleitung

Gefühlte Wahrheit: Altersspezifische Verwendung von Bildzeichen
Abb. 1: Gefühlte Wahrheit (SMS von den Eltern; Quelle: SZ Magazin)

Die nebenstehende Abbildung aus der 20. Ausgabe des Süddeutsche Zeitung Magazins, veröffentlicht im Mai 2015, zeigt ein Phänomen, das wohl insbesondere jüngeren Menschen bekannt vorkommen dürfte. Dafür sprechen auch die rund 27.000 Gefällt mir-Angaben, die diese Abbildung im sozialen Netzwerk Facebook[] innerhalb kürzester Zeit bekommen hat. Bei Konversationen via WhatsApp[] mit den Eltern, der Oma, dem Opa, der Tante oder dem Onkel finden sich häufig Antworten, die mit einer Vielzahl an bunten Piktogrammen und Emoticons[] versehen sind. Besonders jüngere Personen können häufig nur bedingt Verständnis für dieses Nutzungsverhalten der älteren Generationen aufbringen, was die Abbildung mit dem Titel »Gefühlte Wahrheit« anschaulich zeigt. Doch wie steht diese Wahrnehmung im Verhältnis zur Realität? Um die Frage zu beanworten, wurde eine explorative empirische Studie zu der Thematik des Nutzungsverhaltens von Bildzeichen in zwei verschiedenen Altersgruppen entwickelt und durchgeführt. Mithilfe dieser Studie soll eine Überprüfung der »gefühlten Wahrheit« stattfinden und das alltägliche Phänomen anhand konkreter Daten untersucht werden. Die zugrunde liegende Hypothese lautet folglich:

WhatsApp-NutzerInnen der älteren Generation verwenden häufiger Bildzeichen als die NutzerInnen der jüngeren Generation.

Um dieser Vermutung nachgehen zu können, wird zunächst ein Überblick über die Geschichte der Bildzeichen gegeben und umrissen, wie sich der aktuelle Forschungsstand zu dem Thema darstellt. Auf dieser Grundlage wird dann das methodische Vorgehen vorgestellt, das für die Datenerhebung entwickelt wurde und in Kapitel 3 ausführlich erläutert wird. Wie in der obigen Abbildung bereits zu sehen ist, gibt es eine Fülle verschiedenster Bildzeichen, die eine Klassifizierung und Eingrenzung in Hinblick auf den Messenger-Dienst WhatsApp anschließend notwendig macht.

Ob die Ergebnisse der durchgeführten Studie die aufgestellte Hypothese letztendlich bestätigen oder widerlegen, wird durch die Auswertung des angelegten Korpus offengelegt. Diese Zahlenwerte werden anschließend interpretiert und im Kontext der zugrunde liegenden Fragestellung gedeutet. Eine zusammenfassende Schlussbemerkung sowie ein thematischer Ausblick mit weiterführenden Gedankengängen schließen sich daran an.

2 Theoretischer Hintergrund und aktueller Forschungsstand

Das klassische Emoticon :-), das man anfänglich auch häufig als »Smiley« bezeichnete (vgl. Albert 2015: 4), fand seinen Ursprung im Jahr 1982, als der Informatiker Scott Fahlman aufgrund eines Missverständnisses nach einer Möglichkeit suchte, Humor und Witz in Texten einheitlich kenntlich zu machen (vgl. Lischka 2007). Der Smiley in seiner Ursprungsform beschränkte sich jedoch in den Anfängen seiner Entstehung vor allem auf die Internetkommunikation (vgl. Albert 2015: 3). Seitdem haben sich die Medienkommunikation und ihre Möglichkeiten verändert und das Repertoire der Bildzeichen ist um ein Vielfaches gewachsen und hat sich in verschiedene Richtungen entwickelt, »[...] die Ausbreitung von Emoticons und vor allem ihre formale Differenzierung erfolgten aber erst durch die schriftliche Interaktion über Internetdienste oder Mobiltelefone.« (Albert 2015: 3). So benutzt man im asiatischen Raum beispielsweise andere Bildzeichen, so genannte Kawaicons (vgl. Shirai 2006), als es im westlichen Sprachraum der Fall ist und wie im vierten Abschnitt dieser Arbeit noch einmal näher erläutert werden wird. Doch Bildzeichen werden heutzutage nicht mehr ausschließlich durch Kombinationen von Satzzeichen und Buchstaben kreiert wie bei Emoticons und Kawaicons, sondern längst auch grafisch illustriert dargestellt. Unter anderem bedient sich der Messenger-Dienst WhatsApp dieser so genannten »Piktogramme«, welche sich großer Beliebtheit bei den NutzerInnen (im Beitrag stellvertretend für Nutzer und Nutzerinnen) der App erfreuen. Bildzeichen jeglicher Art sind somit aus der alltäglichen Schriftkommunikation via Internet oder Mobiltelefon nicht mehr wegzudenken, sodass sich mittlerweile auch innerhalb der entsprechenden sprachwissenschaftlichen Forschungsliteratur näher mit ihnen auseinandergesetzt wird.

So gibt es einige aktuelle Arbeiten, die sich damit beschäftigen, wie Bildzeichen verwendet werden, was sie im Detail ausdrücken sollen und welche Funktion sie dabei einnehmen. Bereits im Jahr 1998 existierte die Ansicht, dass »Smileys Gefühle ausdrücken« (Runkehl/Schlobinski/Siever 1998: 96) und dass »Emoticons [...] abstrahierte Zeichen für menschliche Gesichtsausdrücke dar[stellen], die durch die Mimik entstehen« (Püschel 2014: 58). Von Einigkeit hinsichtlich einer allgemeingültigen Definition von Bildzeichen innerhalb der Forschungsliteratur kann an dieser Stelle aber noch längst nicht gesprochen werden (vgl. Albert 2015: 5). Jedoch werden innerhalb der germanistischen Linguistik nicht mehr nur die klassischen Emoticons oder die asiatischen Kawaicons untersucht. Auch besagte Piktogramme des Messengers WhatsApp werden thematisiert, was sicherlich mit der zunehmenden Beliebtheit dieser App in Verbindung steht. Nicht grundlos wird in einem Artikel von Christa Dürscheid und Karina Frick behauptet, dass »WhatsApp auf dem Vormarsch« (2014: 161) sei. Dennoch wird auch hier das Themengebiet der Bildzeichen nur angeschnitten und im Grunde nicht näher erläutert, geschweige denn ausführlich untersucht oder hinterfragt. Einigkeit besteht lediglich darüber, dass in künftigen empirischen Untersuchungen die Frage nach der Häufigkeit der Verwendung von Bildzeichen zu berücksichtigen ist, mehr aber noch, in welcher Funktion sie in der WhatsApp- Kommunikation auftreten (vgl. 2014: 166).

Auch Georg Albert scheint der Ansicht zu sein, dass es im Bereich der Verwendung von Bildzeichen einige ungeklärte Fragen gibt, wenn er schreibt: »Das Verhältnis der Emoticons zum eindeutig sprachlichen Anteil der Mitteilungen, als deren Teil sie vorkommen, wird selten eingehend thematisiert, Kategorisierungsversuche haben eher vorläufigen Charakter.« (Albert 2015: 5). Genau an diese Fragestellungen soll die vorliegende Studie anknüpfen. Grundlage stellt daher die Frage nach dem Nutzungsverhalten von Emoticons und Piktogrammen in WhatsApp dar, welches spezifisch für die jüngeren und älteren NutzerInnen näher untersucht wird. Dass Bildzeichen ein Thema sind, das zunehmend an Relevanz gewinnt und einen gewissen Klärungsbedarf mit sich zieht, zeigt auch die Abbildung I, die laut des Süddeutschen Zeitung Magazins die gefühlte Wahrheit hinsichtlich des besagten Nutzungsverhaltens darstellt. Laut diesem Beispiel scheint zumindest in der allgemeinen Wahrnehmung eine Tendenz dahingehend vorhanden zu sein, dass Personen älterer Generation mehr Bildzeichen verwenden als es jüngere Personen tun. Im Folgenden soll daher untersucht werden, ob sich diese Tendenz anhand realer Daten bestätigen lässt. Auch wenn eine vollständige und zufriedenstellende Beantwortung obiger Fragen im Rahmen dieser Arbeit nur bedingt gewährleistet werden kann, so kann die vorliegende Studie zumindest als Vorläufer für weitere empirische Forschung dienen.

3 Material und Methodik

Vor dem Hintergrund des in dem Süddeutschen Zeitung Magazins erschienenen Artikels soll durch die folgende Studie die »gefühlte Wahrheit« auf ihre empirische Belegbarkeit hin getestet werden. Die Hypothese, dass WhatsApp-NutzerInnen der älteren Generation mehr Bildzeichen verwenden, als die NutzerInnen der jüngeren Generation stellt daher den Ausgangspunkt für den Aufbau der Datenerhebung dar. Um ein einheitliches Vorgehen zu gewährleisten, werden zunächst detaillierte sprachliche und außersprachliche Parameter festgelegt. In Bezugnahme auf die unten folgende Klassifizierung von Bildzeichen werden neben den klassischen Emoticons auch die Piktogramme mit und ohne Gesicht berücksichtigt. In die außersprachlichen Faktoren fließen daneben vorrangig das biologische Alter und Geschlecht der teilnehmenden NutzerInnen ein. So wird zunächst die Grenze zwischen den Generationen gezogen, um anschließend die jüngeren TeilnehmerInnen den älteren TeilnehmernInnen gegenüberstellen zu können.

Während die junge Gruppe alle NutzerInnen unter 35 Jahren einschließt, umfasst die ältere Gruppe diejenigen über 35 Jahre. Da das Geschlecht der berücksichtigten Personen für die vorrangige Hypothese zunächst als unerheblich einzustufen ist, werden sowohl männliche als auch weibliche Probanden in die Sammlung des Korpus einbezogen. Folglich besteht dieser aus Screenshots von WhatsApp Dialogen zwischen einer Konversation von jeweils einer Person der jüngeren Gruppe mit einer Person der älteren Gruppe. Um die Anzahl der Lexeme in den einzelnen Screenshots der Probandenpaare möglichst einheitlich gestalten zu können, werden von jedem Paar insgesamt vier Screenshots angefordert und anschließend ausgezählt. Dabei wird unter Lexemen in diesem Kontext die Anzahl der verwendeten Wortformen einschließlich der auftauchenden Bildzeichen verstanden. Damit eine im Rahmen der Studie größtmögliche Bandbreite an TeilnehmerInnen erreicht werden kann, dürfen die teilnehmenden WhatsApp NutzerInnen darüber hinaus nur in einem Probandenpaar vorkommen. Die Zielsetzung besteht darin, insgesamt mindestens 60 Paare und folglich insgesamt 120 Einzelpersonen zu berücksichtigen, um eine Tendenz im Nutzungsverhalten ermitteln zu können.

Infolge dieser vorab festgesetzten Variablen ergibt sich ein Korpus aus 60 Screenshots, die folgendermaßen gestaltet sind:

WhatsApp - exemplarischer Screenshot

Abb. 2: Exemplarische Screenshots von Whatsapp-Dialogen

Neben dem Alter der beiden an der Konversation beteiligten Personen wird das Geschlecht festgehalten und alle persönlichen Angaben zu Zwecken der Anonymität unkenntlich gemacht. Vier solcher Screenshots eines Probandenpärchens stellen die Grundlage für die Auswertung der beteiligten jüngeren und älteren Person dar.

Nach Abschluss der Datensammlung werden die benötigten Angaben anschließend in Tabellenform aufgeführt. Neben dem Alter und Geschlecht der Person aus der älteren und jüngeren Gruppe wird die Anzahl der verwendeten Lexeme, die Gesamtanzahl der verwendeten Bildzeichen, sowie die Anzahl der klassifizierten Bildzeichen verschriftlicht. Das Verhältnis der Schriftzeichen zu den Bildzeichen wird anhand dieser Angaben außerdem prozentual berechnet, um anschließend einen unabhängigen Wert gegenüberstellen zu können. Die Ergebnisse für die allgemeinen Durchschnittswerte beider Gruppen, sowie die Werte für die männlichen und weiblichen TeilnehmerInnen können so festgehalten werden und sind in Kapitel 5 einzusehen.

4 Allgemeine Klassifizierung

Setzt man sich zum Ziel das Nutzungsverhalten von Bildzeichen beim Messenger WhatsApp zu untersuchen, sieht man sich zunächst mit einer Vielzahl verschiedenster Bildzeichen konfrontiert. Durch unterschiedliche Entstehungsgeschichten, Herkunftsländer und Ausdifferenzierungen einzelner Programme und Apps existieren inzwischen verschiedenste Formen des ursprünglichen Smileys. Es ist daher notwendig an dieser Stelle den Begriff der Bildzeichen näher zu klassifizieren und einzugrenzen, zwischen welchen Bildzeichen innerhalb dieser Studie unterschieden wird.

In Abschnitt 2 wurde bereits kurz der klassische Emoticon :-) erwähnt, der im Allgemeinen auch als »Smiley« bezeichnet wird (vgl. Albert 2015: 10). Dieser um 90° gedrehte, vertikale Smiley besteht aus einem Doppelpunkt für die Augen, einer Klammer für den lächelnden Mund und einer Nase, die durch den Bindestrich repräsentiert wird und die aus Gründen der Einfachheit durchaus auch getilgt werden kann. So ergibt sich dann die leicht abweichende Version des ursprünglichen Emoticons, der Smiley :). Legt der Leser den Kopf schräg, erkennt er, dass es sich bei der Kombination aus Zeichen um die Darstellung eines lächelnden Gesichts handelt. Das negative Pedant :-( beziehungsweise :(, das wiederum ein trauriges Gesicht zeigt, ist genau wie der lächelnde Emoticon als eine der ältesten Variationen weit verbreitet.
Auch in dieser Studie werden die beiden Versionen des klassischen Smileys berücksichtigt und sein Auftauchen in den Screenshots gewertet.

Neben den Emoticons sind die ebenfalls kurz angesprochenen Piktogramme des Messenger WhatsApp von Bedeutung, mit deren Hilfe es möglich wird, seine Nachrichten nach Lust und Laune persönlich gestalten zu können. Unterschiedliche Apps und Programme in der Medienkommunikation nutzen verschiedene Bildzeichen, die teilweise mit herunterzuladenden Apps verknüpft sind oder von den Programmen selbst zur Verfügung gestellt werden. Die für den Messenger-Dienst WhatsApp nutzbaren Piktogramme, auf die sich in der vorliegenden Studie konzentriert wird, sind in unterschiedliche Kategorien eingeteilt, zu denen beispielsweise Pflanzen, Tiere, Verkehrszeichen, aber auch grafisch dargestellte Smileys beziehungsweise Emoticons gehören (vgl. Dürscheid/Frick 2014: 166). Eine Auswahl einiger Piktogramme ist in folgender Abbildung dargestellt:

Piktogramme in WhatsApp

Abb. 3: Piktogramme in WhatsApp (Dürscheid/Frick 2014: 167)

Angeglichen an die Möglichkeiten und den zeitlichen Rahmen der Studie wurde aus der vielfältigen Auswahl dieser Abbildung lediglich zwischen Piktogrammen mit Gesicht, zu denen die gelblich grafisch dargestellten Emoticons gezählt werden, und allen weiteren verbleibenden Piktogrammen unterschieden.

Der Vollständigkeit halber zu erwähnen sind abschließend diejenigen Bildzeichen, die ihren Ursprung im asiatischen Raum haben und auch als »Kawaicons« bezeichnet werden. Darunter fällt beispielsweise auch das bei WhatsApp vielgenutzte Zeichen ^^. Die japanischen Bildzeichen zeichnen sich dadurch aus, dass sie anders als das klassische Emoticon nicht um 90° gedreht sind und für den Leser daher vertikal lesbar sind (vgl. Shirai 2006). Die asiatischen Bildzeichen wären zwar durchaus auch innerhalb dieser Studie gewertet worden, sind jedoch in dem Korpus der gesammelten Screenshots nicht aufgetaucht. Diese Bildzeichen sind daher an dieser Stelle nicht weiter von Belang und werden im Folgenden keine weitere Erwähnung finden.

5 Deskriptive Darstellung der Ergebnisse

Bei der Auswertung der für das Korpus gesammelten Screenshots wurden den oben formulierten Kriterien entsprechend die auftauchenden Bildzeichen, sowie die Gesamtzahl der verwendeten Wortformen ausgezählt, um anschließend jeweils das prozentuale Verhältnis ausrechnen zu können. Dieser Wert gibt Aufschluss über das individuelle Nutzungsverhalten der Probanden und über die Verwendung von Bildzeichen bei WhatsApp. Da zwischen den vorab klassifizierten Bildzeichen unterschieden wird, wurden die jeweiligen Kategorien einzeln ausgezählt und in Tabellenform festgehalten, um detaillierte Informationen über das Nutzungsverhalten zu erhalten. Für jede der insgesamt 60 Konversationspartner ergab sich daher eine Tabellenspalte mit den relevanten Angaben:

NutzerIn Nr.1
Geschlechtweiblich
Bildzeichen gesamt52
Wortformen gesamt
(inkl. Bildzeichen)
189
Prozentualer Bildzeichenanteil27,51%
Piktogramm mit Gesicht9
Piktogramm ohne Gesicht43
Emoticon :-)0

Tabelle 1: Exemplarische Tabellenspalte (im Anhang als Zeile ausgegeben)

Erstellt wurden insgesamt zwei Tabellen in dieser Form, da in einer die Daten der älteren und in einer zweiten die Daten der jüngeren NutzerInnen festgehalten wurden. Der exemplarische Tabellenausschnitt zeigt zunächst stellvertretend, dass das klassische Emoticon sowohl mit als auch ohne Nase unbeliebter zu sein scheint als die farblich gestalteten Piktogramme. Während 25 der jüngeren TeilnehmerInnen das Emoticon benutzten, waren es in der älteren Generation nur drei NutzerInnen. Bei der Gesamtauswertung des Nutzungsverhaltens ergab sich aber folgendes Ergebnis (für die detaillierte Auswertung aller TeilnehmerInnen s. auch Anlage 1: Gesamtauswertung der Screenshots (Ältere Generation) (S. III) und Anlage 2: Gesamtauswertung der Screenshots (Jüngere Generation) (S. IV)):

 Teilnehmer JungTeilnehmer Alt
Anzahl gesamt6060
weiblich4744
männlich1316
Durchschnitt Bildzeichen gesamt7,9316,72
Durchschnitt Einheiten gesamt86,62120,12
Relativer Bildzeichengebrauch (in %)10,0414,08

Tabelle 2: Auswertungsergebnisse

Auch wenn das Geschlecht der TeilnehmerInnen für die Untersuchung der zugrunde liegenden Hypothese nicht von Bedeutung ist, wurde diese Angabe festgehalten, um die Option für potenzielle weiterentwickelte Fragestellungen aufrecht zu erhalten. Von der identischen Probandenzahl von 60 Personen in beiden Gruppen wurde daher die Anzahl der weiblichen und männlichen NutzerInnen notiert. Dabei wird deutlich, dass an der Studie größtenteils weibliche Probanden teilgenommen haben. Der Durchschnitt der insgesamt verwendeten Bildzeichen und Lexeme wurde im nächsten Schritt aber nicht geschlechterspezifisch, sondern für die Gesamtteilnehmerzahl von jeder Gruppe berechnet. Hierbei zeichnet sich bereits eine deutliche Tendenz dafür ab, dass die ältere Gruppe mit 16,72 durchschnittlich mehr Bildzeichen verwendet als die jüngere Gruppe mit 7,93. Im Verhältnis zu den verwendeten Wortformen gleicht sich dieser Wert zwar leicht an, im Endergebnis liegt die Nutzung der älteren TeilnehmerInnen mit 14,08% immer noch über der der jüngeren Gruppe, die bei der prozentualen Verwendung von Bildzeichen 10,04% erreicht.

Über diese Zahlenwerte hinaus konnte die Beobachtung festgehalten werden, dass die Bildzeichen unterschiedliche Funktionsweisen aufzuzeigen scheinen. Dabei stellte sich heraus, dass die Verfasser der Nachrichten die Bildzeichen entweder ergänzend zum Inhalt oder ersetzend für diesen verwenden. Die ergänzende Funktion, bei der das Bildzeichen den Inhalt der Nachricht ausbaut oder verstärkt, wurde wesentlich öfter beobachtet als die ikonische Schreibung, bei der das Bildzeichen eine ersetzende Funktion übernimmt. Konkret realisiert stellt sich der Einsatz der Bildzeichen in dieser Funktion folgendermaßen dar (Abbildung 4):

 ergänzende Funktion von Bildzeichen ersetzende Funktion von Bildzeichen
Abb. 4: Bildzeichen in
ergänzender Funktion
Abb. 5: Bildzeichen in
ersetzender Funktion

Der Beispielscreenshot zeigt deutlich, wie der Verfasser die Piktogramme genutzt hat, um die Inhalte der Nachricht jeweils zu unterstreichen und zu verstärken. Die Bildzeichen sind dabei aber nicht notwendig, um die Botschaft zu verstehen. Eine Ausnahme stellt der »❤-zige« Gruß am Ende des Screenshots dar, bei dem das Piktogramm in einer teilersetzenden Funktion den ersten Teil der Derivation repräsentiert, der durch die Endung »-zigen« komplementär ergänzt wird. Im Gegensatz dieser ergänzenden Funktion wird bei der ersetzenden Funktion der Inhalt allein durch das Bildzeichen transportiert (Abbildung 5).

Die Antwort des Konversationspartners enthält Teile, in denen der Inhalt der Nachricht lediglich durch das Piktogramm ausgedrückt wird und von dem Gegenüber ohne weitere Unterstützung interpretiert werden muss. Das Bildzeichen muss folglich »[...] die vom ,Sprecher' beabsichtigte Assoziation erzeugen können, wobei der Interpret dazu keine besonderen Kenntnisse oder Regeln benötigt« (Keller 1995: 125). Die TeilnehmerInnen der Studie tendierten dazu, die Bildzeichen überwiegend in der ersten, also in der ergänzenden Funktion zu verwenden. Vermehrt ist dies allerdings im Nutzungsverhalten der älteren WhatsApp-NutzerInnen aufgetreten.

6 Interpretation der Ergebnisse

Die Auswertung der gesammelten Screenshots aus dem Korpus bestätigt die anfangs aufgestellte Hypothese insofern, als dass die teilnehmenden NutzerInnen der älteren Generation im Durchschnitt tatsächlich mehr Bildzeichen verwenden, als es diejenigen der jüngeren Generation tun. Der Ursache dieses Nutzungsverhaltens ist aber weiterhin nachzugehen.

Um diese Frage angemessen beantworten zu können, gibt es mehrere Aspekte, die es zu beachten gilt. Zunächst wäre die Tatsache zu nennen, dass es sich gerade für ältere NutzerInnen bei dieser App und auch den zur Auswahl stehenden Bildzeichen aufgrund deren Entstehungs- und Entwicklungszeitraums gewissermaßen um »Neuland« handelt. Personen, die der älteren Altersgruppe angehören, sind nicht mit dem Internet aufgewachsen und lernen somit von Tag zu Tag mehr über dieses Phänomen und seine Möglichkeiten. Dazu gehören auch Smartphones mit Internetzugang und die damit verbundenen Apps. Wie oben erwähnt sind Bildzeichen zwar schon länger existent, ihre weite Verbreitung und weiter zunehmende grafische Ausgestaltung fand aber vor allem im letzten Jahrzehnt parallel zu der Entwicklung von Messenger-Diensten wie WhatsApp statt. Für die ältere Generation ist diese Möglichkeit der Nachrichtengestaltung daher in einem größeren Maße aktuell, als es für die jüngere Generation der Fall ist, sodass die Nutzung von diesen Diensten einen gewissen Reiz ausübt. Es eröffnet sich förmlich eine neue Welt und auch die Intention mit der Zeit gehen zu wollen, um sich der Mediennutzung der Jugend anzupassen, spielt sicherlich eine Rolle. In Anbetracht der Tatsache, dass laut neuerer Studien jeder zweite Jugendliche schon im Jahr 2012 ein Smartphone besaß und 91% der Befragten es unter anderem für die Kommunikation via WhatsApp nutzten (vgl. Dürscheid/Frick 2014: 163), ist der Wunsch der älteren Generation, hier mithalten zu wollen, nachvollziehbar.

Was gerade auch in Bezug auf die Nutzung von Bildzeichen von Relevanz zu sein scheint, ist neben der steigendenden Tendenz der Smartphone-Nutzung die Tatsache, dass Inhalte, aber auch Gefühle, auf schnellstem Wege verkürzt, aber auch unterstützend dargestellt werden können. Besagte Funktionsweisen wurden schon im vorigen Abschnitt erwähnt und erläutert. Doch auch gerade in Bezug auf diese Funktionen stellt sich die Frage, wieso die NutzerInnen die Bildzeichen eher in ergänzender als in ersetzender Funktion verwenden. Die mögliche Beantwortung dieser Fragestellung weist einen großen Interpretationsspielraum auf und es ist mit Sicherheit nötig, gerade in diesem Bereich weitere Forschung zu tätigen. Auch wenn auf der Basis der ausgewerteten Daten nur Vermutungen darüber anzustellen sind, wieso die älteren TeilnehmerInnen insgesamt häufiger auf Bildzeichen zurückgreifen, liegt zunächst der Grund der Praktikabilität nahe. So ermöglichen es die verschiedenen Variationen von Bildzeichen, Inhalte verkürzt darzustellen und an Schriftzeichen zu sparen. Auch wenn diese ersetzende Funktion von der älteren Generation in den vorhandenen Screenshots wenig genutzt wird, wird hier doch öfter auf diese Option zurückgegriffen als in der jüngeren Generation. Warum Bildzeichen dann nicht häufiger in ersetzender Funktion auftreten, könnte wiederum darin begründet liegen, dass diese für sich sprechenden Bildzeichen immer auch die Gefahr eines Missverständnisses beim Gegenüber bergen. So ist für die richtige Interpretation und damit das Verständnis der Nachricht dieselbe Assoziation des Bildzeichens beim Sender und Empfänger notwendig. Nicht umsonst sind Bildzeichen immer abhängig von dem kommunikativen Kontext und situativen Hintergrund und motiviert durch ihre Ähnlichkeit mit Gesichtsausdrücken, »[...] die ihrerseits konventionell mit verschiedenen Gefühlen in Verbindung gebracht werden« (Albert 2015: 7). Gleiches gilt für die teilersetzende Funktion, die bei der Auswertung der Ergebnisse an dem Beispiel »❤-zige« demonstriert wurde. Christa Dürscheid und Karina Frick halten in Bezug auf die einzelnen Funktionsweisen Folgendes fest:

»Ein solches ,Schriftbild' - im eigentlichen Sinne des Wortes - macht eine zusätzliche Interpretationsleistung erforderlich, weil der Empfänger der Nachricht die Piktogramme durch das Übertragen vom bildlichen in den sprachlichen Kode in den Text eingliedern muss. Auf der anderen Seite hat der Sender weniger Tippaufwand, da er das Zeichen lediglich mit ein bis zwei Klicks aus den angebotenen Abbildungen auszuwählen braucht« (Dürscheid/Frick 2014: 174).

Auf der kommunikativ sicheren Seite ist der Sender einer Nachricht also, wenn er den Inhalt durch Schriftzeichen ausdrückt und die Bildzeichen nur zur Unterstützung verwendet. Eventuell werden die Piktogramme und Emoticons aus diesem Grund häufiger in ihrer ergänzenden Funktion in Verbindung mit Schriftzeichen eingesetzt. Insgesamt scheint der Anreiz für die häufige Nutzung darin zu liegen, dass Emotionen verkürzt dargestellt werden können und die Nachricht damit auf schnellstem Wege schnell positiv oder negativ konnotieren können.

Schließlich ergibt sich aus der Auswertung der Screenshots die Frage, weshalb gerade ältere TeilnehmerInnen kaum das klassische Emoticon in seiner Form mit :-) oder ohne :) Nase verwenden. Die Ursache dafür könnte bei der geringeren Anschaulichkeit zu suchen sein. Im Gegensatz zu den Piktogrammen ist bei dem klassischen Emoticon das Gesicht nicht auf Anhieb, sondern nur mit einiger Vorstellungskraft und besonders dem entsprechenden Wissen über die Zeichenkombination zu erkennen. Sie sind zudem auf einige ausgewählte Gesichtsausdrücke beschränkt, die aus Zeichenkombinationen realisiert werden. Darüber hinaus ist das Repertoire der grafisch dargestellten Piktogramme in WhatsApp um eine Vielzahl höher als das der klassischen Emoticons. In der Auswertung ist außerdem zu erkennen, dass die Piktogramme ohne Gesicht bevorzugt benutzt wurden. Die älteren NutzerInnen bedienen sich im Gegensatz zu der jüngeren Generation überwiegend dieser Piktogramme ohne Gesichter und schöpfen so die Möglichkeit aus, verschiedene Lebensbereiche wie Lebensmittel, Verkehrsmittel oder Tiere darzustellen. Diese Tendenz, die sich weg von dem Einsatz klassischer Gesichtsausdrücke bewegt, könnte ein weiterer Grund für die geringe Verwendung des Emoticons :-) sein.

Letztlich zeigt die Interpretation der Ergebnisse in diesem Abschnitt, dass eine Reihe möglicher Erklärungsansätze für auftretende Fragen zu finden ist, welche es jedoch in weiteren empirischen Forschung weiter zu untersuchen und zu belegen gilt.

7 Schlussbemerkung und Ausblick

Wie bereits bei der Darstellung der Methodik und der Interpretation der Ergebnisse deutlich wurde, handelt es sich bei der vorliegenden Studie um ein Vorläufer-Projekt, das weiterführender Untersuchungen bedürfte. Dennoch konnte sie anhand der erhobenen Daten und ausgewerteten Screenshots die aufgestellte Ausganshypothese bestätigen, sodass sich im Rahmen der Untersuchung sagen lässt, dass eine Tendenz dahingehend zu erkennen ist, dass NutzerInnen des Messenger-Dienstes WhatsApp, die der älteren Generation angehören, durchschnittlich mehr Bildzeichen verwenden als die jüngeren Personen unter 35 Jahren. Dieses Ergebnis hängt sicherlich mit einer Vielzahl an Faktoren zusammen: Die Faszination für neuere Technologie und die damit verbundene Möglichkeit, Nachrichten kreativ zu gestalten und Emotionen verkürzt darstellen zu können, wurden als mögliche Ursachen zur Diskussion gestellt. Des Weiteren konnte festgestellt werden, dass sich beide Altersgruppen eher der Piktogramme, die die App zur Verfügung stellt, bedienen, als die klassischen Emoticons :-) beziehungsweise :) zu verwenden. Wird jedoch von ihnen Gebrauch gemacht, so ist dies überwiegend in der jüngeren Generation der Fall. Diese Tatsache lässt sich vermutlich darauf zurückführen, dass besonders jüngere Personen die Entwicklung des klassischen Emoticons aktiv miterlebt haben. Ältere TeilnehmerInnen sind hingegen häufig nicht mit den Zeichenkombinationen vertraut und erkennen infolgedessen die zugehörigen Gesichtsausdrücke und die jeweils dargestellten Gefühle nicht.

Auch die Funktionsweisen von Bildzeichen wurden näher untersucht und auf drei Funktionen eingegrenzt, die in den zusammengetragenen Screenshots verzeichnet werden konnten. Zunächst ist die ergänzende Funktion zu nennen. Dabei werden Bildzeichen häufig am Ende einer Textnachricht verwendet und erhalten dadurch einen kommentierenden Charakter. Bei der ersetzenden Verwendung handelt es sich um die zweite Funktion. Bildzeichen treten dabei als Ersatz für den ausformulierten Inhalt auf, sodass beispielsweise das Wort Uhr durch das Piktogramm einer Uhr ersetzt wird. Schließlich zeichnete sich auch die teilersetzende Funktionsweise als dritte relevante Funktion ab, bei der Teile eines Derivats oder eines Kompositums durch bestimmte Bildzeichen ausgetauscht werden. Festzuhalten ist insgesamt, dass innerhalb der 60 gesammelten Screenshots die ergänzende Funktion am Häufigsten nachgewiesen werden konnte. Dieses Ergebnis wurde vorrangig auf die Intention der Vermeidung von Missverständnissen von Seiten des Senders zurückgeführt.

Aus diesen zusammengefassten Ergebnissen der Studie leiten sich weiterführende Fragestellungen und Aspekte ab, die zukünftig von Interesse sein könnten. So wären die untersuchten Gruppen weiter auszudifferenzieren, um beispielsweise das Verhältnis der Geschlechter zu überprüfen. In Bezug auf das Beispiel des Süddeutschen Zeitung Magazins, das durch die Einteilung in Mutter und Vater bereits in diese Richtung lenkt, wäre dementsprechend zu untersuchen, inwiefern die weiblichen Nutzerinnen mehr Bildzeichen verwenden als die männlichen Nutzer. Infolge der bisherigen Ergebnisse müssten dann die weiblichen Nutzerinnen der älteren Generation die »meistverwendende Gruppe« von Bildzeichen sein. Neben diesem Aspekt könnte die Beziehung der Chatpartner untereinander als weiterer, beeinflussender Faktor überprüft werden. Dass Bildzeichen gemeinhin als konzeptionell mündlich (vgl. Koch/Oesterreicher 1985: 15-43) eingestuft werden, legt die Vermutung nah, dass eine persönlichere Beziehung der Konversationspartner auch eine größere Menge an Bildzeichen zulässt, als es in einer Konversation von sich weniger nahestehenden Gesprächspartnern der Fall wäre (vgl. Albert 2015: 6). In der durchgeführten Studie wurden Unterhaltungen einer Person der jüngeren mit einer Person der älteren Generation festgehalten. In dieser Konstellation verwendeten die älteren TeilnehmerInnen mehr Bildzeichen. Interessant wäre aber auch zu analysieren, inwiefern sich dieses Nutzungsverhalten in Konversationen zweiter Personen aus einer Generation verhalten würde. So wäre es denkbar, dass beide Gruppen die Bildzeichen anders verwenden, wenn sie mit Chatpartnern der gleichen Altersgruppe schreiben.

Neben der Abhängigkeit des Verhältnisses zum Gegenüber bieten Gruppenunterhaltungen, die von dem Messenger-Dienst WhatsApp angeboten werden, weiteren Raum für künftige Untersuchungen. An Konversationen dieser Art können beliebig viele Chatpartner beteiligt sein, sodass sie teilweise einen öffentlicheren Charakter bekommen können als die Privatunterhaltung zweier Personen. Inwiefern sich das Nutzungsverhalten der TeilnehmerInnen durch diese leicht angepasste Ausgangssituation des Chats verändert, wäre ebenfalls überprüfbar und könnte dem regulären Verhalten in privaten Konversationen gegenübergestellt werden.

Schlussendlich ist davon auszugehen, dass uns die verschiedenen Variationen an Bildzeichen in der Medienkommunikation noch lange erhalten bleiben werden und sie somit weiter an Relevanz gewinnen könnten. Auch aktuellere Studien diskutieren keineswegs eine Stagnation oder einen Rückgang in der Verwendung, sondern stellen vielmehr Tendenzen zur weiteren Ausbreitung und vermehrten Nutzung von Bildzeichen heraus (vgl. Dürscheid/Frick 2014: 174). In Anbetracht dieser zunehmenden Bedeutung können die dargestellten Gedankengänge mögliche Impulse für weitere Untersuchungen in diesem Themenbereich gesehen werden.

Downloads

Ergebnistabelle Ältere

Ergebnistabelle Jüngere

Datensammlung (Screenshots-PDF, 166 MB)


Kristin Tschernig & Katharina von Hertzberg

Zitierte Literatur

Albert, Georg (2015). »Semiotik und Syntax von Emoticons«. Aufsatz in der Zeitschrift für germanistische Linguistik. mehr

Dürscheid, ChristamKarina Frick (2014). »Keyboard-to-Screen-Kommunikation gestern und heute: SMS und WhatsApp im Vergleich«. Aufsatz in der Networx Sprachen? Vielfalt! Sprache und Kommunikation in der Gesellschaft und den Medien. Eine Online-Festschrift zum Jubiläum von Peter Schlobinski. mehr

Keller, Rudi (1995). Zeichentheorie. Zu einer Theorie semiotischen Wissens. Tübingen Basel. mehr

Koch, PeterWulf Oesterreicher (1994). »Schriftlichkeit und Sprache«. Aufsatz im Sammelband Schrift und Schriftlichkeit. Ein interdisziplinäres Handbuch internationaler Forschung. mehr

Lischka, Konrad (2007). »25 Jahre Seitwärts-Smiley: Ich bin ›smile‹-Emoticon«. Ein Online-Dokument. online lesbar

Püschel, Melanie (2013). Emotionen im Web. Die Verwendung von Emoticons, Interjektionen und emotiven Akronymen in schriftbasierten Webforen für Hörgeschädigte. Stuttgart. mehr

Runkehl, JensmPeter SchlobinskimTorsten Sieverm (1998). Sprache und Kommunikation im Internet. Überblick und Analysen. Opladen. online lesbar

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