Aus der Presse

Vorhersage von Verbrechen: wohl kaum

Auch die Polizei hat Big Data. Den Glauben, mithilfe von Analyse-Software auf künftige Verbrechen schließen zu können, hält der Kriminalsoziologe Reinhard Kreissl allerdings für naiv.

»Predictive Policing« ist für den Mitbergründer des Vienna Centre for Societal Security (VICESSE), Reinhard Kreissl, Blödsinn. »Die Fantasien, die bei vielen Polizeiobrigen vorherrschen, entbehren jeder Grundlage. Hinter Predictive Policing[] stecken finanzielle Interessen der Systemanbieter. Die langfristigen Effekte dieses Ansatzes sind sehr schwer abschätzbar«, sagt Kreissl. »Zu glauben, dass das Ergebnis eine Karte ist, auf der ich Einbrecher finden kann, ist naiv. So funktioniert das nicht. Predictive Policing[] Software ist keine Kristallkugel«, sagt Kreissl. Die Polizei habe zwar viele Daten, mit denen sie oft nichts anzufangen wisse, aber die Software sei selten die Lösung. »Es gibt ganz wenige gelungene Beispiele. Oft wird behauptet, dass die Verbrechensrate nach Einsetzen der Software gesunken sei. Bei genauerer Betrachtung hat das aber oft andere Gründe«, so der Soziologe. Gute alte Polizeiarbeit sei noch immer das beste Mittel gegen Verbrechen. [01.10.2015, 07:55 Uhr, Quelle: futurezone.at]

Torsten Siever

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