Aus der Presse

Taugt die Schnelllese-App Spritz wirklich?

Die Lese-App soll uns Texte bis zu viermal so schnell erfassen lassen. Das Start-up Spritz jedenfalls erlebt einen gewaltigen Medienhype.

"Die Besonderheit ist ein Display, in dem jeweils ein Wort nach dem anderem erscheint, in regulierbarer Geschwindigkeit. Dadurch, dass das Auge nicht mehr von Wort zu Wort springen muss, sondern auf der gleichen Stelle im Display verharren kann, soll sich beim Lesen jede Menge Zeit sparen lassen." Der Physiker und Leseforscher Ralf Engbert sieht jedoch das Textverständnis erheblich eingeschränkt: ",Lesen ist nicht Hören, das ist eine andere Art der Sprachverarbeitung. Normalweise variiert die Lesegeschwindigkeit je nach Passage, gerade bei längeren Texten. Wer eine Geschichte verstehen will, macht sich beim Lesen Nebengedanken, die mentale Aktivität ist mehr als das Verstehen einzelner Wörter. Zehn Prozent aller Sakkaden sind rückwärtsgerichtet, man schaut also in die Textregionen, die man bereits gelesen hat. Das geht bei Spritz gar nicht'." [08.04.2014, 09:18 Uhr, Quelle: Spiegel onlne [M. Böhm]]

Peter Schlobinski

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