Linguistische Anforderungen an WBT
(si) Die
Entwicklung eines Transkriptionssystems findet nicht in einem Vakuum
statt. Verschriftung gesprochener Sprache hat eine ausgeprägte
Tradition. Es haben sich verschiedene Systeme für unterschiedliche
Bedürfnisse herausgebildet. In der aktuellen Forschungslage wird jedoch
noch ein Desiderat hinsichtlich eines komfortablen und brauchbaren
EDV-System festgestellt. Vor dieser Folie wurde folgender
Anforderungskatalog entwickelt.
Anforderung 1
Videodaten sollen in
ihrer zeitlichen Abfolge insbesondere auf konversationsanalytische
Aspekte hin untersuchbar sein können. Jeder einzelne Sprecher soll grafisch als
eigenständige Einheit klar abgegrenzt repräsentiert werden. Ebenso soll
die Möglichkeit der Darstellung von nonverbalen Elementen für jeden
Sprecher einzeln möglich sein.
Lösungsansatz: Die Partiturnotation erweist sich hier als am
Besten geeignet. Zudem bietet die Computertechnik der (horizontal und
vertikal) scrollbaren Fenster eine ideale Folie, die auch die
Darstellung längerer Einheiten bzw. auch eine abänderbare Skalierung
erlaubt.
Anforderung 2:
Die Integration von Standbildern soll
gewährleistet werden, um das Aufzeigen nonverbaler
Kommunikationselemente zu ermöglichen.
Lösungsansatz: Es wird eine eigene Partiturzeile für Standbilder
angelegt. Aus Praktikabilitätsgründen wird sie in das Zeitformat der
grafischen Darstellung von Gesprächssequenzen (vgl. 3) integriert.
Gleichzeitig wird die Möglichkeit implementiert, einzelne Standbilder
durch Anklicken zu vergrößern.
Anforderung 3:
Da das Diktat der Zeit (insbesondere etwa bei
Fernsehwerbespots) besonders deutlich sichtbar ist, soll als
Skalierungsgrundlage eine Zeitleiste dienen. Damit gestaltet sich der
Einsatz äquidistanter Schrift schwierig, da sie durch ihre Anlage nur
schwer mit einem übergeordneten Darstellungsraster in Einklang zu
bringen sind. Gleichzeitig soll aber die Markierung der Längen einzelner
sowie der Überlappung von verschiedenen Gesprächssequenzen weiterhin
gewährleistet sein.
Lösungsansatz: Das Transkript hat sich der Zeitskala als feststehende
Einheit unterzuordnen. Die Notation der Gesprächslänge wird durch eine
je unterschiedliche Farbe für jeweils eine Partiturzeile gewährleistet.
Dabei wird eine Skalierung gewählt, die eine problemlose Integration der
gesprochenen Einheiten erlaubt.
Anforderung 4:
Das Transkriptionssystem soll insbesondere neben den
Grundanforderungen der Lesbarkeit für Nicht-Linguisten, der Robustheit
und der Ikonizität auch eine Darstellung sowohl in elektronischen als
auch in gedruckten Medien ermöglichen. Auf der Grundlage
diskursanalytischer Verschriftung muss für den Leser ohne größeren
Mehraufwand sowohl im Internet als auch in gedruckten Medien die selben
Notationsgrundsätze wiederfinden.
Lösungsansatz: Im Fokus der
sprachwissenschaftlichen Analysen der Videodaten auf mediensprache.net stehen dialogisch gestaltete
Werbespots. Diese wurden mit den Mitteln der konversationsanalytischen
Transkription verschriftet. Als Grundlage der
diskursanalytischen Verschriftung wird das GAT-System gewählt, da dies
sowohl für die Ausgabe auf dem Computer als auch auf gedruckten Medien
geeignet ist.
Beispiele
Beispiele liegen für die Bereiche 'animierte
Banner' und 'TV-Spots' (beide Werbesprache) vor:
Animiertes
Banner
Werbespot (Fernsehen)
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