Medienanalyse

Semiotik – Zeichenlehre

Die Semiotik ist die Wissenschaft von den Zeichenprozessen, wobei  Zeichen Informationen in Zeit und Raum übermitteln. Ohne sie wären Kognition, Kommunikation und kulturelle Bedeutungen nicht möglich. Einen generellen Überblick über die Zeichentheorie bietet zum Beispiel Keller 1995, der die Grundlage für den folgenden Text bildet.

Das Nachdenken über Zeichen und Zeichenprozesse ist so alt wie die abendländische Philosophie. Auch in anderen Kulturen findet sich früh eine Aufmerksamkeit auf die symbolische Verfasstheit ihrer Existenz. Die semiotischen Fragestellungen sind älter als alle wissenschaftlichen Einzeldisziplinen und daher geeignet, ihre Isolierung zu überwinden und ihre Spezialisierungen teilweise aufzuheben. Aber wenn wir von Wissenschaft im heutigen Sinn reden, so ist die Semiotik eine Wissenschaft des 20. Jahrhunderts, die den kulturellen Avantgardebewegungen viele Impulse verdankt. Zeichenproduktion, ihre Interpretation und Interaktionen sind Gegenstand der Semiotik.

Dabei beschäftigt sie sich keineswegs nur mit der menschlichen Kultur, sondern etwa auch mit Wahrnehmungs-, Orientierungs- und Interaktionsverhalten bei Tieren und Pflanzen, sowie mit Signalprozessen im Inneren von Organismen und Informationsverarbeitung in Maschinen. Die Semiotik als Grundlagen- und Metawissenschaft geht der Frage nach der Zeichenhaftigkeit natürlicher und kultureller (wie z.B. technischer) Phänomene nach. Dabei bietet sie unterschiedlichen Disziplinen und Praxisfeldern ein interdisziplinäres Forum an und stellt eine theoretische Grundlage für den Dialog zwischen den Kulturen bereit.


Torsten Siever

Zitierte Literatur

Keller, Rudi (1995). Zeichentheorie. Zu einer Theorie semiotischen Wissens. Tübingen Basel. mehr

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