Medienanalyse

Einführung in die Linguistische Medienanalyse

Die Vielfalt von Publikationen zum Themenkreis Medien und Medienanalyse spiegeln die Bedeutung dieser Disziplin wie auch das Interesse wider, das diesem Forschungs- und Lehrgebiet entgegengebracht wird. Bei der Befriedigung des Unterhaltungs- und Informationsbedürfnisses sind es die 'klassischen' drei Medien Presse, Radio und Fernsehen sowie das vergleichsweise neue Medium Internet, welche diesem Bedürfnis Rechnung tragen. Dabei ist der Fragenkatalog in dieser Disziplin weit gespannt: Stellen Medien die Wirklichkeit dar oder stellen sie gar Wirklichkeit her? Wie steht es um das in den Tagen digitaler Medien vieldiskutierte Problem des Wahrheitsgehaltes von Informationen, welche Einflüsse üben die Medien auf Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus?
Insgesamt ist dabei jedoch festzustellen, dass bisherige Arbeiten sich den anbietenden Fragestellungen aus rein medientheoretischer, soziologischer oder sozialpsychologischer Perspektive nähern. Eine Auseinandersetzung aus dem linguistischen Blickwinkel ist bislang nicht auszumachen. Diese Lücke zu schließen, hat sich die 'Einführung in die linguistische Medienanalyse' innerhalb der Reihe 'Studienbücher zur Linguistik' vorgenommen.
Der Band wird sich mit der Analyse der Medien Presse, Radio, Fernsehen und Internet beschäftigen und sich dabei an Lernende und Lehrende im akademischen Bereich wenden, wie auch an den allgemein Interessierten, der sich im Selbststudium Kenntnisse zur Thematik erarbeiten möchte. Ein einleitendes Kapitel wird vorab die Genese der vier Bereiche nachzeichnen und ihre je medienspezifische Entwicklung aufzeigen. Hier wird es ein Anliegen des Bandes sein, neben der rein geschichtlichen Darstellung auch einen knappen Überblick über die gegenseitige Beeinflussung der Medien zu bieten.
Im Hauptteil des Buches werden Fertigkeiten zur Analyse von Presse, Radio, Fernsehen und Internet gleichberechtigt aus linguistischer Perspektive dargestellt – angefangen von den grundlegenden Fertigkeiten wie Bildung von Korpora, deren Verarbeitungsmöglichkeiten (Konkordanzprogramme, Indizierung) und Aufbereitung (Transkriptionen) bis hin zur weiterführenden Fähigkeit, das gewonnene Datenmaterial einer linguistischen Medienanalyse unterziehen zu können. Dabei werden auch Grundlagen der quantitativen Analyse vermittelt, die das korrekte Arbeiten mit Daten und deren Auswertung ermöglichen.
Jedes Kapitel wird begleitet werden durch Aufgabenstellungen am Ende einer Einheit, die den Leser – insbesondere im Selbststudium – in die Lage versetzen soll, die erworbenen Kenntnisse an praktischen Beispielen zu prüfen, zu üben und damit zu festigen. Das Buch wird bemüht sein, eine umfangreiche kommentierte Bibliographie zu den Kernthemen ›Linguistik‹ und 'Medien' bzw. 'Medienanalyse' zu bieten, um hierüber – insbesondere den für Anfänger wichtigen – Einstieg in die für das Buch relevanten Teilgebiete erlangen zu können. Der Band wird abgerundet durch ein ausführliches Sach- und Personenregister mit Abkürzungsverzeichnis und Glossar.


Jens Runkehl

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Kommentare zu dieser Seite

sehr übersichtlich, mehr graphische Elemente wären evt noch wünschenswert
Donnerstag, 12. April 2012 Gast