Linguistik

Buchpublikation: Grammatikmodelle

In dem vorliegenden Buch "Grammatikmodelle. Positionen und Perspektiven" wird das Ziel verfolgt, in die grundlegenden grammatiktheoretischen Ansätze des 20. Jahrhunderts einzuführen. Im Zentrum stehen strukturalistische, generative, kognitive, funktionale, deklarative und kategorialgrammatische Ansätze. Dabei werden Ideen, Grundpositionen und -konzepte der wichtigsten Grammatiktheorien verfolgt, wobei erstens das sprachtheoretische Fundament bestimmt wird, zweitens die grammatiktheoretische Modellierung und drittens eine Exemplifizierung (vorwiegend am Passiv).

Dass der Versuch, eine Reihe von grammatiktheoretischen Modellen vorzustellen, in einer selektiven und punktuellen Darstellung mündet, ist zwangsläufig . Neben jenem Problem, die spezifischen Aspekte einzelner Theorien herauszufiltern und wissenschaftslogisch einzuordnen, stellt sich die Frage der Abgrenzung von Grammatiktheorien. Syntagmatische und paradigmatische Relationen bilden – abstrakt gesehen – das Fundament eines jeden Ansatzes. Eine Operator-Operand-Struktur lässt sich jeder Grammatiktheorie zugrunde legen wie auch Dependenz- oder Konstituentenstrukturen. Wenn in dem Buch unterschiedliche Paradigmen behandelt werden, dann wird nicht unterstellt, dass es keine Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Paradigmen gibt, vielmehr wird versucht, das konzeptuell Entscheidende unter einer Relevanzperspektive darzustellen. Der Begriff der Konstituenz ist im Langacker-Paradigma etwas anderes als im Chomsky-Paradigma, der Funktionsbegriff im Funktionalismus etwas anderes als in wahrheitswert-kompositionalen Ansätzen. Das Buch versteht sich also als ein Versuch, in die zentralen und konstitutiven Basisideen einzuführen. Die Grammatiken zum Deutschen werden dabei besonders berücksichtigt.

Inhalt

1 Einleitung

1.1 Sprachtheorie und Grammatiktheorie
1.2 Traditionen der Grammatikschreibung und -modellierung
1.3 Sprachtheorie, Grammatiktheorie, grammatische Beschreibung: ein unzeitgemäßes Beispiel
1.4 Fazit und weiterführende Literatur

2 Strukturalismus: Sprachsystem und Sprachstruktur

2.1 Saussure'sche Grundposition
2.2 Der amerikanische Strukturalismus
2.3 Formbezogene Grammatik und Oberflächensyntax
2.4 Variable Strukturen und Korrelation von Sprachstrukturen
2.5 Fazit und weiterführende Literatur

3 Dependenz und Valenz: Von der Dependenzrelation zur relationalen Grammatik

3.1 Dependenz: Fundierung durch Tesnière und Anwendung
3.2 Valenzkonzepte
3.3 Relationale Grammatik
3.4 Fazit und weiterführende Literatur

4 Generativismus: Chomskys Programm zur Erzeugung sprachlicher Strukturen

4.1 Automatentheoretische Fundierung der Grammatik
4.2 Standardtheorie
4.3 Universalgrammatik
4.4 Optimalitätstheorie
4.5 Exkurs: Die Kompetenz-Performanz-Kontradiktion
4.6 Fazit und weiterführende Literatur

5 Funktionalismus: Wie die Form an die Funktion gebunden wird

5.1 Bühler'sche Sprachtheorie
5.2 Pragmatische Funktion und funktionale Satzperspektive
5.3 Diskursfunktionale Ansätze
5.4 Sprachtypologische Perspektive und Universalien
5.5 Fazit und weiterführende Literatur

6 Kognitivismus: Vom Prototypenschema zur CRMS-Theorie

6.1 Kognitive Grammatik
6.2 CRMS-Theorie
6.3 Geschehenstypen und Sprachwissen
6.4 Radical Construction Grammar
6.5 Fazit und weiterführende Literatur

7 Kategorialgrammatik: Grundlegende Ideen und Anwendung in der IdS-Grammatik

7.1 Logiksprachliches Fundament
7.2 Kategorien und Konnexität
7.3 Anwendung in der IdS-Grammatik
7.4 Fazit und weiterführende Literatur

8 Deklarative Grammatikansätze

8.1 Merkmalstrukturen und Unifikation
8.2 Construction Grammar
8.3 Fazit und weiterführende Literatur

9 Entwicklungslinien

 

Verlagsinformationen

Das Buch ist in der Reihe Studienbücher zur Linguistik erschienen bei Vandenhoeck & Ruprecht.

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