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Hannover, 21.08.2008

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Was ist Pragmatik?

In der linguistischen Pragmatik [gr. pragmatike (téchne) = 'die Kunst richtig zu handeln' ] beschäftigt man sich mit Handlungs- und Situationsbezügen von sprachlichen Äußerungen sowie mit der Einbettung von Äußerungen in den sprachlichen Kontext. Das zentrale Paradigma der Pragmatik besteht zum einen in der Sprechakttheorie, zum anderen befasst sich die Pragmatik mit den sprachlichen Phänomenen der Anaphorizität und Indexikalität sowie den Präsuppositionen. Aufgrund des Situationsbezuges ist der Untersuchungsgegenstand in viel stärkerem Maße die gesprochene als die geschriebene Sprache und diese ist Untersuchungsgegenstand der Konversationsanalyse. Bemerkenswert ist, dass die lange Zeit anhaltende Fixierung der Sprachwissenschaft auf die geschriebene Sprache und die damit im Zusammenhang stehenden normierenden Grammatikkonzeptionen dazu geführt haben, dass die Pragmatik erst sehr spät als Arbeitsbereich der Linguistik akzeptiert wurde. Sie ist ein Kind des 20. Jahrhunderts, sie leitet sich philosophisch her von Aristoteles und der Stoa, von John Locke, Ludwig Wittgenstein in den 'Philosophischen Untersuchungen', von John L. Austin und John R. Searle und ihren Arbeiten zur Definition und Klassifikation von Sprechakten.

 

Peter Schlobinski

erstellt: 17.06.2006

 aktualisiert: 28.06.2006 

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