Orthografie

Tipps für korrekte Rechtschreibung

Vermaiden Sie Fehla! Unsere Rechtschreibexpertin Christina Siever (correctura.com) räumt häufige Rechtschreibfehler auf leichte Weise aus und klärt über typische Zweifelsfälle auf. – Sie haben eine Frage zur Orthografie? Schreiben Sie ihr an orthografie@mediensprache.net.

  • Chritina
    FotobeweisManche Fehler entstehen, weil schlicht das Wissen fehlt, wie etwas korrekt geschrieben wird. Und manche Fehler entstehen aufgrund von Unachtsamkeit – sie könnten folglich mit etwas Fürsorge vermieden werden. In den meisten Fällen hilft in diesem Fall die Rechtschreibprüfung in Textverarbeitungsprogrammen. Aber Achtung: Der Rechtschreibprüfung blind zu vertrauen wäre ebenfalls fatal. Einige Tippfehler werden von der Rechtschreibprüfung nicht erkannt und teils werden für korrekt geschriebene Wörter falsche »korrekte Schreibweisen« angegeben. Um einen fehlerfreien Text zu erhalten, sind also dennoch stets zwei bis vier achtsame Augen sehr hilfreich. ::-) (24.07.2017)
  • zugrunde vs. zu Grunde
    »zugrunde« oder »zu Grunde«? Beides ist korrekt. Wenn darauf ein Verb folgt, schreibt man immer getrennt: »zugrunde/zu Grunde gehen, legen, liegen, richten«. Wenn allerdings ein Partizip folgt, kann wahlweise getrennt oder zusammengeschrieben werden. Folglich gibt es dann hier drei verschiedene Möglichkeiten: »Die 1) zugrunde liegende oder 2) zu Grunde liegende oder 3) zugrundeliegende Regel.« (17.07.2017)
  • Eszett: GROẞ und klein
    FotobeweisBis vor Kurzem galt die Regel: Bei der Verwendung von Großbuchstaben wird das Eszett durch SS ersetzt, da es das ß nur als Kleinbuchstabe gab. Bereits 1879 wurde vorgeschlagen, das Eszett als Großbuchstaben einzuführen. Erst Anfang 2008 wurde das große Eszett als neues Zeichen in den Unicode-Standard aufgenommen (U+1E9E) und seit dem 29. Juni 2017 ist das große ẞ nun auch in der deutschen Rechtschreibung zugelassen. Neu kann also neben STRASSE auch STRAẞE geschrieben werden.
    Doch wann verwendet man das Eszett überhaupt? Die Regel ist einfach zu merken: Eszett steht nach langem Vokal oder Diphthong: »Straße« und »Fleiß« vs. »Tasse«. Nur wenn kein Eszett-Zeichen verfügbar ist, darf als Ersatz ein Doppel-S verwendet werden. In der Schweiz jedoch wird das Eszett grundsätzlich immer durch Doppel-S ersetzt. Doch bei Eigennamen wird das Eszett stets erhalten, auch in fremdsprachigen oder Schweizer Texten. (10.07.2017)
  • Majonäse, Ketschup, Wandalismus
    FotobeweisMajonäse, Ketschup, Wandalismus. Richtig, oder? Nein, denn zum 29. Juni 2017 wurde das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung aktualisiert. In der dritten Reform innerhalb eines Jahrzehnts hat der Rat für deutsche Rechtschreibung aufgeräumt: Einige bislang noch zulässige Varianten wurden gestrichen. Dazu gehören Anschovis, Frotté, Komplice, Majonäse, Wandalismus oder Ketschup – also vor allem Fremdwörter. Neu zugelassen sind dafür einige Bindestrichschreibungen, etwa im Fall von Ex-Regierungschef oder Co-Trainer. Relevant für die Entscheidungen war der Schreibgebrauch. (03.07.2017)

    Informationen zum Fehler
  • partiell und parziell?
    FotobeweisEs heißt substanziell, potenziell, sequenziell und folglich also auch parziell? Sieht nicht richtig aus? Ist es auch nicht. Zwar sind bei den Formen substantiell, potentiell, sequentiell mit der Rechtschreibreform auch die Varianten mit z zugelassen worden. Allerdings wurde damit die Schreibung transparenter gemacht, da das Stammprinzip Anwendung gefunden hat: Substanz > substanziell, Potenz > potenziell. Und damit ist auch schon die Antwort gegeben: Zu partiell existiert keine Substantivstammform Parz. Es zeigt sich also, dass sich die Ablehnung der Schreibung nicht mit der Herkunft begründen lässt: partiell ist zwar aus dem Französischen (partiel) entlehnt worden. Doch auch potentiell ist über frz. potentiel in die deutsche Sprache eingegangen. Dass sich die Schreibung mit t nicht generell – wo möglich – durchgesetzt hat, ist nicht unbegründet: Neben Potenz gibt es auch das Adjektiv potent. Dennoch ist die z-Schreibung sinnvoll: sequent ist im Duden als veraltet markiert, substant existiert gar nicht. (26.06.2017)

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