Orthografie

Tipps für korrekte Rechtschreibung

Vermaiden Sie Fehla! Unsere Rechtschreibexpertin Christina Siever (correctura.com) räumt häufige Rechtschreibfehler auf leichte Weise aus und klärt über typische Zweifelsfälle auf. – Sie haben eine Frage zur Orthografie? Schreiben Sie ihr an orthografie@mediensprache.net.

  • hundertprozentig, 100-prozentig, 100 %ig, 100%ig
    100 %Bei manchen Dingen ist man sich hundertprozentig sicher, bei anderen nicht so ganz. Wie wird zum Beispiel »hundertprozentig« geschrieben, wenn man die Ziffer 100 verwenden möchte? Es gibt zwei Möglichkeiten; einmal wird das Prozentzeichen ausgeschrieben, einmal nicht: 1) 100-prozentig und 2) 100%ig/100 %ig. Im ersten Fall muss ein Bindestrich gesetzt werden, da Zusammensetzungen mit einzelnen Buchstaben oder Ziffern immer mit Bindestrich verbunden werden. Im zweiten Fall wird laut dem Rechtschreib-Duden kein Leerzeichen verwendet, im Duden-Universalwörterbuch findet sich zudem die Variante 100 %ig. Mit Leerzeichen geschrieben werden muss auf jeden Fall, wenn man die Prozentangabe »100 %" macht. Hier empfiehlt es sich, ein (typografisch korrekt: schmales) geschütztes Leerzeichen zu setzen, damit nicht versehentlich ein Umbruch an dieser Stelle im Text auftritt. Übrigens: Man kann sich sogar mehr als hundertprozentig sicher sein, nämlich hundertfünfzigprozentig oder gar tausendprozentig! Diese Wörter werden umgangssprachlich in der Bedeutung »sehr stark ausgeprägt«, »äußerst groß«, »übertrieben« oder »fanatisch« verwendet. (27.03.2017)
  • bestmöglich oder bestmöglichst?
    FotobeweisDas Wort »möglich« ist ein Adjektiv, der Komparativ davon wird aber praktisch nicht gebraucht. Die Bildung des Superlativs »möglichst« dahingegen ist üblich, wobei »möglichst« nicht attributiv verwendet werden kann. Der Superlativ kann zudem nicht mit dem Superlativ eines Adjektivs verbunden werden. Es heißt also nicht »Der schnellstmöglichste Weg zum Bahnhof«, sondern »Der schnellstmögliche Weg zum Bahnhof.« Der Fehler wird so häufig gemacht, dass im Duden sogar »bestmöglichst« als falsche Form für »bestmöglich« aufgeführt wird. (20.03.2017)
  • gespalten oder gespaltet?
    FotobeweisWie lautet das Partizip Perfekt des Verbs »spalten«? Manch einer ist bei der Antwort vielleicht zwiegespalten und denkt: »gespaltet« oder »gespalten«? Beide Formen sind korrekt. Es gibt zwei Formen, da es sich bei »spalten« ursprünglich um ein starkes Verb handelte, die Ablautreihe lautete einst: »spalten, spielt, gespalten«. Heute lautet die Präteritumsform »spaltete«, und so kam auch das Partizip »gespaltet« hinzu. Insgesamt wird aber die Form »gespalten« häufiger gebraucht, insbesondere im adjektivischen Gebrauch: »Die gespaltene Türkei ist auch für Europa fatal.« Die Wahl hat man übrigens auch beim Partizip Perfekt der Verben »abspalten«, »aufspalten« sowie »zerspalten«. Wer aber »zwiegespalten« ist, kann niemals »zwiegespaltet« sein. (13.03.2017)
  • Oktogon
    Fotobeweis»Pentagon« liest man ständig, denn so heißt das nach seiner Form benannte neuntgrößte Gebäude der Welt. Wie aber nennt man ein Gebäude mit achteckigem Grundriss? »Oktagon« oder »Oktogon« – beides ist korrekt. Wann man dieses Wort braucht? Vielleicht, wenn man mal von einem Kind gefragt wird, welche Form das Stoppschild hat, und nicht nur »Achteck« antworten möchte. (06.03.2017)
  • Getrennt- oder Zusammenschreibung von »zu-Infinitiven«
    Immer wieder stelle ich fest, dass Unsicherheiten bezüglich der Getrennt- oder Zusammenschreibung von Infinitiven mit »zu« bestehen. Die Regel ist jedoch relativ einfach. Betrachten wir das Beispiel »zusammenschreiben« (in einem Wort schreiben) vs. »zusammen schreiben« (gemeinsam etwas schreiben):
    1) Wenn die Grundform zusammengeschrieben wird, so schreibt man auch den Infinitiv mit «zu» zusammen: »Der Duden empfiehlt, bestimmte Wörter zusammenzuschreiben, die Getrenntschreibung ist jedoch oftmals auch korrekt.«
    2) Schreibt man die Grundform getrennt, wird auch der Infinitiv mit »zu« getrennt geschrieben: »Jan und ich haben uns entschieden, das Buch zusammen zu schreiben.« (27.02.2017)

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