Orthografie

Tipps für korrekte Rechtschreibung

Vermaiden Sie Fehla! Unsere Rechtschreibexpertin Christina Siever (correctura.com) räumt häufige Rechtschreibfehler auf leichte Weise aus und klärt über typische Zweifelsfälle auf. – Sie haben eine Frage zur Orthografie? Schreiben Sie ihr an orthografie@mediensprache.net.

  • relaxed
    FotobeweisDas Wochenende, an dem man so schön entspannen konnte, ist leider schon wieder vorüber. Neudeutsch heißt diese Tätigkeit natürlich »relaxen«, doch wie lautet das dazugehörige Adjektiv? Sowohl »relaxed« als auch »relaxt« sind korrekt, allerdings nur in der prädikativen Verwendung: »Ich war gestern total relaxed/relaxt.« Dass es zwei verschiedene Formen dafür gibt, rührt daher, dass das Adjektiv »relaxed« (das englische Partizip von to relax) im Deutschen früher üblich wurde als das Verb »relaxen«. Die Form wurde aus dem Englischen unverändert übernommen und erst mit der Einführung des Verbs und des dazugehörigen Partizips kam später auch die Form »relaxt« hinzu. Während der Duden für das Adjektiv in prädikativer Verwendung die Form »relaxed« empfiehlt, ist diese in attributiver Verwendung nicht erlaubt. Hier muss zwingend die t-Schreibung erfolgen: »Die relaxten Frösche verbrachten einen schönen Sonntag.« (22.05.2017)
  • stattdessen/statt dessen
    Fotobeweis»stattdessen« und »statt dessen«, beides ist korrekt in der deutschen Sprache, aber wann wird welche Form gebraucht? Hier hilft die sogenannte Ersatzprobe weiter. Die zusammengeschriebene Variante – die übrigens weitaus häufiger vorkommt – ist dann korrekt, wenn man das Wort durch »dafür« ersetzen kann: »Das Buch wurde nicht auf Papier gedruckt, stattdessen (= dafür) steht es online zum Download zur Verfügung.« Die Wörter »statt dessen« dahingegen können durch »für den/das« ersetzt werden: »Der Kindergartenleiter ließ sich wegen Krankheit entschuldigen. Statt dessen (= für den) erschien eine Erzieherin zum Elternabend.« Aber aufgepasst, dreht man den Satz, dann heißt es wiederum: »Der Kindergartenleiter konnte nicht zum Elternabend erscheinen, stattdessen (= dafür) schickt er eine Erzieherin.« (15.05.2017)

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  • Tatar oder Tartar?
    Fotobeweis»Tartar« ist im Duden als falsche Schreibung für »Tatar« verzeichnet. Man versteht darunter sowohl Angehörige einer bestimmten in Russland beheimateten Bevölkerungsgruppe als auch das nach ihnen benannte Gericht aus rohem Rindfleisch. Es gibt allerdings auch eine dickflüssige kalte Sauce aus Maynonaise, vermischt mit Gewürzgurken, Schalotten, Petersile und Kapern, die sich »Tartarsauce« oder »Sauce tartar« nennt. Doch woher kommt das »r«? Die Tataren wurden einst als »Tartaren« bezeichnet, denn man verballhornte die Eigenbezeichnung des Volkes, indem man sie etymologisch auf das griechische Wort »Tartaros« zurückführte; die Tataren wurden somit zu denjenigen, die aus der Hölle kommen. Tartarsauce, das sei abschließend erwähnt, ist übrigens ein Helvetismus, in Deutschland kennt man die Sauce unter dem Namen »Remoulade«. (08.05.2017)
  • Schrit(t)tempo
    FotobeweisWas haben Schifffahrt, Betttuch und Schritttempo gemeinsam? Bei der alten Rechtschreibung existierte die Regel, Buchstabenhäufungen zu vermeiden, indem der dritte Buchstabe getilgt wurde: Schiffahrt, Bettuch und Schrittempo. Das Stammprinzip, das bei Stange/Stängel (statt früher Stengel) Anwendung findet, gilt auch für die Wortbildung resp. Zusammenschreibung, bei der jeder Bestandteil die eigene Schreibung beibehält. Zur besseren Lesbarkeit lässt sich die Häufung – wie generell zur Erhöhung der Transparenz hinsichtlich der Bildung – durch einen Bindstrich aufbrechen. Bei Tee-Ei ist diese Schreibung sogar trotz aller Kürze geboten (Teeei). (01.05.2017)

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  • tschüs oder tschüss?
    FotobeweisWie sagt man eigentlich zum Abschied? Heißt es »Tschüss«, »Tschüs«, »tschüss« oder »tschüs« sagen? Alle vier Varianten sind korrekt! Vom Duden bevorzugt werden jedoch die beiden großgeschriebenen Formen. Das Wort stammt übrigens aus dem Niederdeutschen (adjüs) und geht auf das spanische »adiós« (zu Gott) zurück. (24.04.2017)

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