Linguistik

Morphologie: Wortbildung

Die Morphologie kann in Flexion und Wortbildung differenziert werden. Während es bei der Flexion um die Codierung grammatischer Informationen geht, betrachtet die Wortbildung den Aufbau von lexikalischen Wörtern. So besteht Vogelhaus aus den Konstituenten Vogel und Haus.

Das Deutsche kennt viele Verfahren zur Bildung von Wörtern. Grundsätzlich wird zwischen drei zentralen Prozessen unterschieden: der Komposition, der Derivation und der Konversion. Bei der Komposition (Zusammensetzung) werden mindestens zwei Grundmorpheme miteinander kombiniert, bei der Derivation reicht eines, das mit einem Derivationsmorphem wie {heit, keit, ig, ung} verbunden wird. Ein besonderer Fall stellt die Konversion dar, bei der ein Wort ohne ein spezifisches Wortbildungsmorphem in eine andere Wortart umgesetzt wird (gehen > [das] Gehen). Weitere Wortbildungsprodukte, die hier behandelt werden, sind Kurzwörter, Wortkreuzungen, Zusammenbildungen und Klammerformen.

Ad-hoc-/okkasionelle Bildungen sind hierbei ad hoc gebildete Wortbildungsprodukte, während usualisierte lexikalisiert sind. Man spricht von Neologismen, wenn neue Wörter lexikalisiert, also von vielen Sprachteilnehmern verstanden und verwendet werden. Gegen die Bildung eines Wortes können Gründe vorliegen, etwa die Existenz eines anderes Wortes mit derselben Bedeutung; man spricht dann von Blockierung (*Schöne, da Schönheit exisiert).

Wortbildungstypen

Zu den wichtigsten Wortbildungsprozessen gehören die folgenden, über die weitere Informationen vorliegen:

Komposition (Typ Haus+tür) inkl.

Zusammenbildung (Typ blau+äug+ig) und

Klammerform-Bildung (Typ Grippe+[]+impfung)

Wortkreuzung (Typ Mecha[]+[]tronik)

Kurzwortbildung (Typ LKH)

Derivation (Typ häus+lich)

Konversion (Typ haus+en)

 

Flexion

Die andere Seite der Morphologie: Grammatische Informationen werden über Flexionsmorpheme kodiert. mehr


Torsten Siever

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