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Hannover, 03.09.2010

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Kleines Wörterbuch zur Linguistik

Dieses kleine Wörterbuch gibt Ihnen einen Einblick in die zentralen Begriffe der Linguistik. Es stellt keine statische Version dar, sondern wird sukzessive erweitert. Daran können auch Sie mitwirken: Nennen Sie uns einen fehlenden Begriff, wenn Sie mögen mit Definitionsvorschlag und Beispiel.

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Es konnten insgesamt 38 Einträge gefunden werden:

Tagging, weiter gefasst, die Aufzeichnung von Sprachdaten allgemein, enger gefasst, die nachträgliche Aufzeichnung von kategorisierten Wortformen, die in einem laufenden Text auftauchen.

tautosyllabisch (auch: tautosilbisch), Laute, die zu ein und derselben Silbe gehören.
s. auch Heterosyllabisch, Silbe

Temporalangabe, valenzunabhängige Temporalbestimmung wie "damals" im Unterschied zur Temporalergänzung wie "am Freitag", "drei Minuten" und so weiter.
s. auch Valenz

Tenuis, stimmloser Plosiv [p, t, k] im Unterschied zu den stimmhaften [b, d, g] (Media) und den aspirierten (ph, th, kh) Plosiven. (Plural: Tenues).
s. auch Media, Plosiv

terminal, am Ende stehend, [1] in der Generativen Grammatik bei der Konstituentenanalyse die nicht weiter teilbaren Endkonstituenten, [2] der fallende, die Grenze eines Aussagesatzes signalisierende Tonhöhenverlauf.

Terminus, genau und verbindlich definierter Fachausdruck innerhalb eines Fachgebiets oder einer Wissenschaft.

Text, unter viele Definitionen eine Definitionsmöglichkeit: Thematisch geordnete Äußerungsmenge, deren Umfang variieren kann, mit erkennbarer kommunikativer Funktion.
s. auch Textsorte

Textem, Grundgewebe von Texten, also die Texten zugrundeliegende abstrakte, theoretische Struktur.

Textsorte (auch: Textart, Texttyp), in Textlinguistik Bezeichnung für bestimmte Klasse von Texten, die sich jeweils durch bestimmte charakteristische Eigenschaften auszeichnen, also einem bestimmten Texttyp zuzuordnen sind.
s. auch Text

Thema, dasjenige, über das etwas gesagt wird, also der Ausgangspunkt des Satzes.
s. auch Rhema

Thema-Rhema-Gliederung (auch: funktionale Satzperspektive, kommunikative Gliederung, kommunikative Organisation, aktuelle Gliederung), kommunikative Organisation eines Satzes, gegliedert nach Thema (über das etwas gesagt wird = der Ausgangspunkt des Satzes) und dem Rhema (das, was über das Thema gesagt wird = die neue Information zum Thema).

thematische Progression, Entwicklung des Gesamtthemas eines Textes aus seinen in den einzelnen Sätzen angesprochenen Teilthemen. Die thematische Progression fragt also danach, wie sich das Gesamtthema eines Textes aus seinen Einzelthemen innerhalb des Textes entwickelt.

Themavokal (auch: Bindevokal), Bindevokal zwischen Wortstamm und Endung. Beispiel: 'red-e-t'

Thesaurus, Schatzhaus einer Sprache: [1] ein auf Vollständigkeit einer Sprache hin angelegtes Wörterbuch, [2] Wörterbuch, das nach Sachgebieten beziehungsweise Bedeutungsähnlichkeit gegliedert ist.

Theta-Rolle (auch: Thematische Rolle, Thematische Relation), Abkürzung für "Thematische Rolle", gibt an, welche spezifischen semantischen Beziehungen zwischen einer grammatischen Kategorie und ihren Ergänzungen bestehen.

Tilde, Kringel (~) in Form einer sich schlängelnden Schlange über Buchstabe zur Kennzeichnung einer besonderen Aussprache, in Lexikas als Wiederholungszeichen benutzt.
s. auch Diakritikon

Tilgung (auch: Eliminierung, Deletion), rekonstruierbarer Wegfall von sprachlichen Elementen auf dem Weg von der Tiefenstruktur zur Oberflächenstruktur. Beispiel: "Ein Auto rast in ein anderes Auto" > "Ein Auto rast in ein anderes"

Token, die tatsächlich genutzen sprachlichen Einheiten (Wörter) eines Satzes, Type bezeichnet hingegen, wieviele unterschiedliche Worte dabei benutzt wurden und gibt somit den genutzten Wortschatz wieder.
s. auch Type-token-Relation

Ton, [1] in der Akustik die hörbare einfache sinusförmige Schallschwingung mit definierter Schwingung, als Summe von Teiltönen als Klang bezeichnet, [2] Unterscheidungskriterium in Tonsprachen durch Varianz in der Tonhöhe.
s. auch Tonem, Tonhöhe, Tonsprache

Tonem, Tonabstufung (Tonhöhendifferenz) mit bedeutungsunterscheidender Funktion, so kann in Tonsprachen ein Wort je nach unterschiedliche Tonhöhe unterschiedliche Bedeutung haben.
s. auch Tonsprache, Tonhöhe

Tonhöhe, [1] in Akustik Zahl der Tonschwingungen pro Sekunde sowie die damit verbundene Wahrnehmungseigenschaft, [2] suprasegmentales Merkmal von Sprachen, [3] in Tonsprachen distinktives bedeutungsveränderndes Merkmal.
s. auch Tonsprache, Tonem, Suprasegmentales Merkmal

Tonsprache, Sprache, in der die Tonhöhe distinktive (bedeutungsunterscheidende) Funktion hat. Beispiel: Chinesisch, Vietnamesisch

Topik, [1] das, worüber etwas im Satz/Text gesagt wird, [2] in der Rhetorik die Lehre des Auffindens von Beweisgründen für die Argumentation.
s. auch Topikalisierung

Topikalisierung, Topikalisierung meint die Hervorhebung eines Satzglieds oder Satzgliedteils durch eine besondere Positionierung im Satz, meistens durch Anfangsstellung.

Topologie, allgemein Lehre von Orten/Ortslagen/Anordnung von Gegenständen im Raum, in Germanistik [1] Betrachtung der Wort- und Satzgliedstellung, [2] Betrachtung der sprachlichen Mittel, die räumliche Verhältnisse und Beziehungen wiedergeben.

Transfix, mehrteiliges Affix, das sich im Stamm verzahnt. In semitischen Sprachen häufig als Mittel zur Flexion genutzt, so wird im Arabischen zum Beispiel der nicht-wortfähige Stamm "kth" (schreiben) mithilfe des Transfix "aa" zum Aktiv Perfekt ("katak"), durch das Transfix "ui" zum Passiv Perfekt ("kutib").

Transformation, Umwandlung einer Satzstruktur in eine bedeutungsgleiche andere wie in "Das Mädchen ist schön" zu "das schöne Mädchen".

transitiv, Eigenschaft von Verben, die ein direktes (Akkusativ-)Objekt regieren wie "lesen", "sehen". Hier wird im Passiv das Objekt dann zum Subjekt.
s. auch Intransitiv

Transitivierung, Ableitung eines transitiven Verbs aus einem intransitiven Verb. Beispiel: liefern > beliefern, schimpfen > beschimpfen
s. auch Transitiv, Intransitiv

Transitiv-intransitives Verb (auch: labiles Verb, diffuses Verb), in Ergativsprachen ein sozusagen labiles Verb, das sowohl ergativisch als auch absolutivisch konstruiert wird.
s. auch Ergativsprache, Ergativ, Absolutiv

Transkription, Umschrift; Verschriftung von gesprochener Sprache.

Trochäus, metrische Einheit (Versfuß), die aus langen und kurzen beziehungsweise betonten und unbetonten Silben besteht. Beispiel: 'Arbeit (von Torsten Siever)
s. auch Daktylus, Jambus

Tropus (auch: Trope; Plural: Tropen, Tropoi), bildlicher Ausdruck, Wort oder Wortgruppe, die im übertragenen Sinn gebraucht wird. Häufige Tropen: Metapher, Metonymie und Synekdoche. Beispiel: Heine lesen für "Ein Werk von Heinrich Heine lesen" (Metonymie)
s. auch Metapher, Metonymie, Synekdoche

Turing-Maschine, 1936 von A.M. Turing entwickeltes Gedankenmodell zur Entwicklung einer Rechenmaschine, die den mathematisch arbeitenden Menschen simulieren sollte.
s. auch Turing-Test

Turing-Test, 1950 von A.M. Turing vorgeschlagener Test, bei dem ein Experte entscheiden muss, ob er gerade mit einem Menschen oder einem Computer kommuniziert.
s. auch Turing-Maschine

Turn, Sprecherbeitrag, Redebeitrag. Turn-Wechsel = Sprecherwechsel.

Type, Größe des in einer Äußerung/einem Text genutzten Wortschatzes, Token bezeichnet demgegenüber die Gesamtzahl der benutzten Worte.
s. auch Type-token-Relation

Type-token-Relation, Verhältnisbeschreibung von Gesamtwortzahl (token) einer Äußerung/eines Textes zum Wortschatz (token) dieser Äußerung/dieses Textes.
s. auch Type, Token

 

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