Lexikon

Kleines linguistisches Wörterbuch

Es konnten insgesamt folgende 41 Einträge zu dem von Ihnen gewählten Wortanfang t gefunden werden:

Tagging, weiter gefasst, die Aufzeichnung von Sprachdaten allgemein, enger gefasst, die nachträgliche Aufzeichnung von kategorisierten Wortformen, die in einem laufenden Text auftauchen.

tautosyllabisch (auch: tautosilbisch), Laute, die zu ein und derselben Silbe gehören.
s. auch → Heterosyllabisch, → Silbe

Temporalangabe, valenzunabhängige Temporalbestimmung wie "damals" im Unterschied zur Temporalergänzung wie "am Freitag", "drei Minuten" und so weiter.
s. auch → Valenz

Tempus (auch: Zeit), bezeichnet im Deutschen die verschiedenen Zeitformen (grob: Zukunft – Gegenwart – Vergangenheit). (von AnnZie)
s. auch → Futur, → Präsens, → Präteritum, → Plusquamperfekt, → Perfekt, → Infinitiv

Tenuis, stimmloser Plosiv [p, t, k] im Unterschied zu den stimmhaften [b, d, g] (Media) und den aspirierten (ph, th, kh) Plosiven. (Plural: Tenues).
s. auch → Media, → Plosiv

terminal, am Ende stehend, [1] in der Generativen Grammatik bei der Konstituentenanalyse die nicht weiter teilbaren Endkonstituenten, [2] der fallende, die Grenze eines Aussagesatzes signalisierende Tonhöhenverlauf.

Terminus, genau und verbindlich definierter Fachausdruck innerhalb eines Fachgebiets oder einer Wissenschaft.

Text, unter viele Definitionen eine Definitionsmöglichkeit: Thematisch geordnete Äußerungsmenge, deren Umfang variieren kann, mit erkennbarer kommunikativer Funktion.
s. auch → Textsorte

Textem, Grundgewebe von Texten, also die Texten zugrundeliegende abstrakte, theoretische Struktur.

Textsorte (auch: Textart, Texttyp), in Textlinguistik Bezeichnung für bestimmte Klasse von Texten, die sich jeweils durch bestimmte charakteristische Eigenschaften auszeichnen, also einem bestimmten Texttyp zuzuordnen sind.
s. auch → Text

Thema, dasjenige, über das etwas gesagt wird, also der Ausgangspunkt des Satzes.
s. auch → Rhema

Thema-Rhema-Gliederung (auch: funktionale Satzperspektive, kommunikative Gliederung, kommunikative Organisation, aktuelle Gliederung), kommunikative Organisation eines Satzes, gegliedert nach Thema (über das etwas gesagt wird = der Ausgangspunkt des Satzes) und dem Rhema (das, was über das Thema gesagt wird = die neue Information zum Thema).

thematische Progression, Entwicklung des Gesamtthemas eines Textes aus seinen in den einzelnen Sätzen angesprochenen Teilthemen. Die thematische Progression fragt also danach, wie sich das Gesamtthema eines Textes aus seinen Einzelthemen innerhalb des Textes entwickelt.

Themavokal (auch: Bindevokal), Bindevokal zwischen Wortstamm und Endung. Beispiel: 'red-e-t'

Thesaurus, Schatzhaus einer Sprache: [1] ein auf Vollständigkeit einer Sprache hin angelegtes Wörterbuch, [2] Wörterbuch, das nach Sachgebieten beziehungsweise Bedeutungsähnlichkeit gegliedert ist.

Theta-Rolle (auch: Thematische Rolle, Thematische Relation), Abkürzung für "Thematische Rolle", gibt an, welche spezifischen semantischen Beziehungen zwischen einer grammatischen Kategorie und ihren Ergänzungen bestehen.

Tilde, Kringel (~) in Form einer sich schlängelnden Schlange über Buchstabe zur Kennzeichnung einer besonderen Aussprache, in Lexikas als Wiederholungszeichen benutzt.
s. auch → Diakritikon

Tilgung (auch: Eliminierung, Deletion), rekonstruierbarer Wegfall von sprachlichen Elementen auf dem Weg von der Tiefenstruktur zur Oberflächenstruktur. Beispiel: "Ein Auto rast in ein anderes Auto" > "Ein Auto rast in ein anderes"

Token, die tatsächlich genutzte(n) sprachliche(n) Einheit(en) (Wortformen) eines Satzes; Type bezeichnet hingegen, wieviele unterschiedliche lexikalischen Wörter dabei benutzt wurden und gibt somit den genutzten Wortschatz wieder. Beispiel: freue, freust, freute (von Torsten Siever)
s. auch → Type-token-Relation, → Tokenfrequenz, → Type

Tokenfrequenz (auch: Gebrauchsfrequenz), Häufigkeit eines sprachlichen Tokens (im Regelfall eine Wortform) in einem Text(korpus). Zusammengefasst werden können Tokens unter einem Type (dann im Regelfall das lexikalische Wort). Beispiel: In »Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt« hat bleibt eine Tokenfrequenz von 2. (von Torsten Siever)
s. auch → Token

Ton, [1] in der Akustik die hörbare einfache sinusförmige Schallschwingung mit definierter Schwingung, als Summe von Teiltönen als Klang bezeichnet, [2] Unterscheidungskriterium in Tonsprachen durch Varianz in der Tonhöhe.
s. auch → Tonem, → Tonhöhe, → Tonsprache

Tonem, Tonabstufung (Tonhöhendifferenz) mit bedeutungsunterscheidender Funktion, so kann in Tonsprachen ein Wort je nach unterschiedliche Tonhöhe unterschiedliche Bedeutung haben.
s. auch → Tonsprache, → Tonhöhe

Tonhöhe, [1] in Akustik Zahl der Tonschwingungen pro Sekunde sowie die damit verbundene Wahrnehmungseigenschaft, [2] suprasegmentales Merkmal von Sprachen, [3] in Tonsprachen distinktives bedeutungsveränderndes Merkmal.
s. auch → Tonsprache, → Tonem, → suprasegmentale Merkmale

Tonsprache, Sprache, in der die Tonhöhe distinktive (bedeutungsunterscheidende) Funktion hat. Beispiel: Chinesisch, Vietnamesisch

Topik, [1] das, worüber etwas im Satz/Text gesagt wird, [2] in der Rhetorik die Lehre des Auffindens von Beweisgründen für die Argumentation.
s. auch → Topikalisierung

Topikalisierung, Topikalisierung meint die Hervorhebung eines Satzglieds oder Satzgliedteils durch eine besondere Positionierung im Satz, meistens durch Anfangsstellung.

Topologie, allgemein Lehre von Orten/Ortslagen/Anordnung von Gegenständen im Raum, in Germanistik [1] Betrachtung der Wort- und Satzgliedstellung, [2] Betrachtung der sprachlichen Mittel, die räumliche Verhältnisse und Beziehungen wiedergeben.

Transfix, mehrteiliges Affix, das sich im Stamm verzahnt. In semitischen Sprachen häufig als Mittel zur Flexion genutzt, so wird im Arabischen zum Beispiel der nicht-wortfähige Stamm "kth" (schreiben) mithilfe des Transfix "aa" zum Aktiv Perfekt ("katak"), durch das Transfix "ui" zum Passiv Perfekt ("kutib").

Transformation, Umwandlung einer Satzstruktur in eine bedeutungsgleiche andere wie in "Das Mädchen ist schön" zu "das schöne Mädchen".

transitiv, Eigenschaft von Verben, die ein direktes (Akkusativ-)Objekt regieren wie "lesen", "sehen". Hier wird im Passiv das Objekt dann zum Subjekt.
s. auch → intransitiv, → ditransitiv

Transitivierung, Ableitung eines transitiven Verbs aus einem intransitiven Verb. Beispiel: liefern > beliefern, schimpfen > beschimpfen
s. auch → transitiv, → intransitiv

transitiv-intransitives Verb (auch: labiles Verb, diffuses Verb), in Ergativsprachen ein sozusagen labiles Verb, das sowohl ergativisch als auch absolutivisch konstruiert wird.
s. auch → Ergativsprache, → Ergativ, → Absolutiv

Transkription, Umschrift; Verschriftung von gesprochener Sprache.

Triphthong, bezeichnet einen Dreifachlaut aus drei Vokalen ohne Silbengrenze. Beispiel: Miau, wow (von AnnZie)
s. auch → Diphthong, → Monophthong

Trochäus, metrische Einheit (Versfuß), die aus langen und kurzen beziehungsweise betonten und unbetonten Silben besteht. Beispiel: 'Arbeit (von Torsten Siever)
s. auch → Daktylus, → Jambus

Tropus (auch: Trope; Plural: Tropen, Tropoi), bildlicher Ausdruck, Wort oder Wortgruppe, die im übertragenen Sinn gebraucht wird. Häufige Tropen: Metapher, Metonymie und Synekdoche. Beispiel: Heine lesen für "Ein Werk von Heinrich Heine lesen" (Metonymie)
s. auch → Metapher, → Metonymie, → Synekdoche

Turing-Maschine, 1936 von A.M. Turing entwickeltes Gedankenmodell zur Entwicklung einer Rechenmaschine, die den mathematisch arbeitenden Menschen simulieren sollte.
s. auch → Turing-Test

Turing-Test, 1950 von A.M. Turing vorgeschlagener Test, bei dem ein Experte entscheiden muss, ob er gerade mit einem Menschen oder einem Computer kommuniziert.
s. auch → Turing-Maschine

Turn, Sprecherbeitrag, Redebeitrag. Turn-Wechsel = Sprecherwechsel.

Type, Größe des in einer Äußerung/einem Text genutzten Wortschatzes, Token bezeichnet demgegenüber die Gesamtzahl der benutzten Worte.
s. auch → Type-token-Relation

Type-token-Relation, kurz TTR, Verhältnisbeschreibung von Gesamtwortzahl (Token) einer Äußerung/eines Textes zum Wortschatz (Type) dieser Äußerung/dieses Textes. Meist entspricht dem Token die konkrete Wortform (freust, freue, freute), Type hingegen dem lexikalischen Wort (freuen). Gemessen werden kann die Ratio etwa mit dem MTLD (measure of textual lexical diversity). (von Torsten Siever)
s. auch → Type, → Token, → MTLD

Nicht das, was Sie gesucht haben? Fehlt ein Eintrag? Dann weisen uns bitte auf das Fehlen hin und klicken Sie hier. Oder verändern Sie die Suche:

Neue Suche

Geben Sie einen oder mehrere Suchbegriffe ein oder den Anfangsbuchstaben des gesuchten Wortes ein:

Neueinträge

Kennen Sie schon unsere Neulinge? MTLD, Tokenfrequenz, Iteration, Iterativbildung, Kiezdeutsch, Motivierung, Erbwortschatz, Rezipientenpassiv, Rektionskompositum, Implosiv, Index, ASCII, Adposition, Inkorporierung, Stammgruppe

Ihre Meinung

Kommentare zu dieser Seite