NEUAus der Presse

»So einfach ist es nicht.«

Mittels Big-Data-Psychometrie die Wähler manipulieren und damit US-Präsident werden oder den Brexit erwirken? Ein spannend zu lesender Artikel wirft Fragen auf.

Der viral überaus erfolgreiche Artikel über den Psychologen Michal Kosinski in der Schweizer Zeitschrift »DAS MAGAZIN« hat im Internet erneut eine Diskussion über die Möglichkeiten und Probleme von Big Data[] ausgelöst. Dem Bericht zufolge sollen sowohl die Brexit-Akteure als auch Donald Trump mithilfe der Marketingfirma Cambridge Analytica Persönlichkeitsprofile von zig Millionen Nutzern erstellt haben, um diese über Facebook[] in ihren politischen Ansichten zu manipulieren. Der Politikberater Yussi Pick, der zuletzt im Wahlkampfteam von Hillary Clinton in den USA mitgearbeitet hat, zweifelt an dieser Hypothese: »So einfach ist es nicht. Der Artikel tut so, als ob Micro-Targeting[] die größte Neuerfindung der Welt ist. Fakt ist, dass das ganz gezielte Ansprechen von Wählern natürlich auch von der Clinton-Kampagne gemacht wurde«. »Wie immer legitimiert ein Wahlsieg rückblickend sämtliche Maßnahmen einer Kampagne. Eine einfache Antwort für Trumps Sieg und Clintons Niederlage gibt es aber nicht«, sagt Pick. Dennoch konnte das Mikro-Targeting für eine starke Demobilisierung von Clinton-nahen Wählern in den letzten 8 Tagen vor der Wahl genutzt werden. So wurde verbreitet, dass man in diesem Jahr erstmals auch per SMS abstimmen könne. Latino-Wählern wurde suggeriert, »Deportierungsbeamte« würden inkognito als Wahlhelfer getarnt bei den Wahlurnen warten und ausländisch aussehende Bürger mit Abschiebung bedrohen. Ob eine Firma aber den Ausgang einer Wahl mittels Big Data[] bescheiden kann, ist fraglich. »Wenn Firmen [aber] tatsächlich derart detaillierte Persönlichkeitsprofile zur Verfügung haben und sie diese für personalisierte Wahlwerbung nutzen, ist das eine Gefahr für die Demokratie«, kritisiert der österreichische Datenexperte Wolfie Christl. Der manipulative Charakter eines solchen Vorgehens sei auch deshalb so schwer einzuschätzen, weil die Firmen weitestgehend im Dunkeln operieren würden. Im Beitrag wird behauptet, dass Cambridge Analytica Kosinskis Ocean-Modell kopiert habe. Mit dem Modell könne man »anhand von zehn Facebooks-Likes eine Person besser einschätzen als ein durchschnittlicher Arbeitskollege. 70 Likes reichen, um die Menschenkenntnis eines Freundes zu überbieten, 150 um die der Eltern, mit 300 Likes kann die Maschine das Verhalten einer Person eindeutiger vorhersagen als deren Partner. Und mit noch mehr Likes lässt sich sogar übertreffen, was Menschen von sich selber zu wissen glauben.« [07.12.2016 si; Quelle: futurezone.at]

Artikel über den Psychologen Michal Kosinski (extern)

Weitere News bei mediensprache.net:

... und viele weitere Nachrichten zum Thema finden Sie hier.


ConferenceTagung 2017

Sprachkultur im 21. Jahrhundert

Logo GfdS Im April 2017 findet in Hannover in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) eine Tagung zum Thema »Sprachkultur im 21. Jahrhundert« statt. Alle Vorträge, weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie hier.

Tagungsdaten: am 21. und 22. April 2017 im Leibnizhaus.


ConferenceViNM 2017

Visualizing (in) the new media

Logo What's up, Deutschland Im November 2017 veranstalten die Universitäten Neuenburg, Zürich und Bern im Rahmen des SNF-Projekts What's up, Switzerland? die erste internationale Konferenz, die den Schwerpunkt auf das Thema "Visuelle Kommunikation in den neuen Medien/über die neuen Medien legt. Mehr Informationen finden Sie auf der Tagungs-Website: http://www2.unine.ch/vinm2017

Das Poster mit dem Call for Papers (bis Februar 2017) finden Sie hier (PDF).

NEUOrthografie

Tipp: Danke schön, danke schön!

Wir möchten heute allen fleißigen Tipp-Lesern einmal Danke schön sagen und freuen uns, wenn die Tipps ankommen! – Wenn man jemandem »danke schön« sagt, schreibt man das auf alle Fälle getrennt, laut Duden kann man »Danke« sowohl groß- als auch kleinschreiben, wobei die Großschreibung präferiert wird. Wird die Formel jedoch substantiviert, das Dankeschön also, so schreibt man sie zusammen: Ein herzliches Dankeschön all unseren treuen Tipp-Fans! (05.12.2016)

Weitere Tipps unserer Expertin und Wortlisten gibt es im Orthografie-Spezial.

druckreif

Networx 75

Aline Meili beschäftigt sich in der jüngsten Networx mit der Nr. 75 mit dem Thema »Schriftliche Alltagskommunikation gehörloser Personen in der Deutschschweiz. Eine qualitative Korpusanalyse von WhatsApp-Nachrichten«. mehr

Reichen Sie eine zukünftige Networx ein!

NEUgedruckt

SMI-Band 9

Der Band »Chatbots. Eine linguistische Analyse« von Netaya Lotze ist da! mehr

Infos zur Buchreihe finden Sie hier.

Wörterbücher

Wort unklar?

Kennen Sie eigentlich das Wort Emoji? Testen Sie unsere kleinen Wörterbücher zur Linguistik (1222 Lemmata), zu Medien/Technik (804) und zum Berlinischen (2273).

Oder fehlt etwas? Tragen Sie es nach.




EXTRAVideo

»Was geht app?!« – analog

Im Rahmen des Seminars »Media in Action« haben Studierende der Leibniz Universität Hannover in acht kurzen Einzelszenen Anwendungsmöglichkeiten von Handys aus der digitalen Welt in die analoge Welt übertragen und überspitzt szenisch dargestellt: Facebook, Monopoly, Twitter, WhatsApp, Google Maps, Google Suche und Selfies.

Weitere Audio- und Video-Inhalte finden Sie hier.




NEUPublikation im Fokus

Computerspiele: Markt und Pädagogik

Computerspiele sind ein Teil unserer Gegenwartskultur geworden. Was ist davon zu halten? Auf der Suche nach Antworten werden in diesem Buch drei Schritte unternommen: Zunächst wird die Ausgangssituation, insbesondere der milliardenschwere Markt rund um die Computerspiele, beschrieben. Dann werden Erfahrungen aus der Beurteilung von Kinder- und Jugendliteratur, Kinofilmen sowie Brettspielen dargestellt und auf Computerspiele bezogen. Der dritte Schritt umfasst ein Spektrum von philosophischen Grundsatzüberlegungen über eine kritische Auseinandersetzung mit bereits publizierten Kriterienkatalogen bis hin zu einem neuen Vorschlag zur Beurteilung von Computerspielen. mehr

Sie haben ein neues Buch zum Thema geschrieben? Stellen Sie es hier vor.

Aus den Bereichen
NEULiteratur

Neue Publikationen zum Thema

Lettner, Franz (1996). »"Die Kraft von Tausend Wörtern" oder: Ein Computerspiel ist kein Buch«. Aufsatz im Sammelband Computerspiele: Markt und Pädagogik. mehr

Maaß, Jürgen (Hg., 1996). Computerspiele: Markt und Pädagogik. München. mehr

Conen, Dieter (1985). Wirkung von Werbesprache. Eine experimentelle Untersuchung zur Interaktion von Bild und Text. München. mehr


Suchen Sie in 5251 Publikationen nach Ihrer gewünschten Publikation:

Ihre Publikation zum Thema fehlt? Sie können sie hier nachtragen oder hochladen.

online & free

Netzpublikationen

Sie suchen Literatur, die Sie sofort lesen können? Ohne Leihkarte und Mahngebühren! Sie haben 655 Titel zum Thema gefunden – jetzt einfach kostenlos downloaden. mehr

Oder stellen Sie Ihre hier zur Verfügung!

Update

Letzte Änderungen

Zehn mal Neues: Informieren Sie sich kurz und bündig über die letzten Änderungen bei mediensprache.net – die fünf neuesten Nachrichten und fünf jüngsten Artikel. mehr

Oder abonnieren Sie unseren RSS-Feed.

Willkommen

Zum Inhalt: Sprache und Medien

mediensprache.net bietet Ihnen Informationen zur Sprache in (vor allem digitalen) Medien und der Werbung, zur Sprachwissenschaft und zum Onlinepublishing. Wenn Sie sich einen ersten Überblick über die Inhalte verschaffen möchten, klicken Sie bitte hier.

Sie haben eigene Ideen? Dann wirken Sie mit und werden Sie Mitglied!

Ihre Meinung

Jüngste Kommentare auf der Website

Ich bezweifle sehr stark, dass durch ein Smartphone-Verbot im Unterricht gleich der Untergang des digitalen Abendlandes (im Schulwesen) droht, wie Dr. Bernhard Rohleder befürchtet. Zum Einen dürfte sich die Nutzung digitaler Medien im Schulunterricht wohl (hoffentlich!) nicht nur auf das Smartphone beschränken. Zum Anderen sollte das Training von Medienkompetenz bei Schülern auch beinhalten, wann mal Pause ist mit ständiger Erreichbarkeit und Ablenkung.
Mittwoch, 30. November 2016 mathias über /de/news/2016113067794.aspx
Sehr gut umgesetzt!
Montag, 2. Mai 2016 sugeis über /de/websprache/2.0/wasgehtapp.aspx
Die Seite gefällt mir sehr gut. Aber.. da ich nicht Muttersprachlerin bin, fehlen mir sehr die Artikel bei den Substantiven. Ich hoffe das wird berücksichtigt und weiter bearbeitet. Danke im Voraus. MfG Jasja
Samstag, 12. März 2016 Jasja über /de/members/