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[2] Literaturverzeichnisse erstellen
[2.1] Einführung
[2.1.1] Im Lesefluß stören kurze Hinweise
weniger als die vollständigen Angaben zu Verfasser, Titel,
Erscheinungsort, Jahr bzw. URL, Verzeichnis, Dateiname etc. Letztere sollten
daher in einem eigenen Literaturverzeichnis für gedruckte wie für
elektronische Quellen zusammengestellt werden. Außerdem muß man
sich im Literaturverzeichnis selbst keineswegs auf eine bloße Auflistung
beschränken. Literaturverzeichnisse können die aufgeführten
Einträge z.B. nach Primär- und Sekundärquellen
aufschlüsseln, Nachweise können mit kurzen Kommentaren versehen
sein oder sie können durch Angaben, an welchen Stellen sie im Text
benutzt wurden, ergänzt werden. Ganz gleich wie ein Autor sein
Literaturverzeichnis realisiert, dem Leser wird auf jeden Fall durch
die Auflistung die gezielte Auswahl weitergehender Lektüre erleichtert.
[2.1.2] Im Gegensatz zu den Fußnoten ist die
Gestaltung der Literaturnachweise im Text wie auch die Form der
bibliographischen Angaben im Verzeichnis von Disziplin zu Disziplin und
von Land zu Land verschieden. Meine Vorschläge zur Gestaltung von
wissenschaftlichen Texten im World-Wide-Web sollen auf alle üblichen
Verfahren anwendbar sein. Ich persönlich halte die Angabe von Verfasser
und (abgekürztem) Titel im Text bzw. in den Fußnoten und die
Angabe der vollständigen bibliographischen Angaben im
Literaturverzeichnis für die beste Lösung. Man kann als Leser
einfach besser behalten worauf der Autor Bezug nimmt, wenn man "S.
Münz: HTML-Dateien selbst erstellen" statt "Münz
1997" liest. Aber wie gesagt, das Schema ist für viele
Lösungen geeignet.
[2.1.3] Im folgenden wird sich auch die Frage stellen,
ob die bibliographischen Angaben im Literaturverzeichnis mit einem Index
versehen werden. Hyperlinks ermöglichen dann den Sprung vom
bibliographischen Nachweis zu allen Stellen im Dokument, wo auf ihn
Bezug genommen wird. Ich will die Hypertext-Möglichkeiten von HTML
nicht bis zum Letzten ausreizen und sie erst recht nicht überziehen,
dahinter steckt folgende Überlegung: Suchmaschinen im Web erlauben es,
ein Großteil der Dokumente im Web in Sekundenschnelle auf bestimmte
Texte abzusuchen. Jemand könnte somit eine Suche nach "Bleuel UND
Online UND Publizieren" starten und erhielte dann die Adressen aller
Web-Dokumente, die "J.Bleuel: Online Publizieren im Internet" im
Literaturverzeichnis aufführen. Damit auf diese schnelle Suchanfrage
kein langes Lesen folgt, ist ein Index im Literaturverzeichnis sinnvoll.
[2.2] Schema zur Codierung
(Die Hyperlinks in diesem Abschnitt führen zu den jeweiligen
Erläuterungen in Abschnitt 2.3.)
Text Text Text
<A NAME="lorXXXX-YYYY"
HREF="lor.html#lorXXXX">
Bezeichnung (z.B. "J. Bleuel: Online Publizieren"
oder "Bleuel 1995")
</A>
...
<!-- lor begin -->
<HR>
<CENTERr><Hx>Literaturverzeichnis</Hx></CENTER>
<DL>
<DT><A NAME="lorXXXX">Bezeichnung
</A></DT>
<DD>
Eintrag (Literaturangabe mit ISBN, ISSN oder URL)
<BR><i>(ggf. weitere Informationen)</i>
<BR><A
HREF="dateiX.html#lorXXXX-YYYY">Text</A>,
<A
HREF="dateiX.html#lorXXXX-YYYY">Text</A>.
</DD>
... (der nächste Eintrag)
</DL>
<!-- lor end -->
[2.3] Erläuterungen zum Schema zur Codierung
(Die Hyperlinks der erläuterten Code-Bestandteile führen zum
Anfang des Schemas zurück.)
[2.3.1]
NAME="
-
Das Name-Attribut ist notwendig, wenn man vom Literaturverzeichnis aus jede
Stelle, an der ein Werk zitiert wird, mit einem Hyperlink erreichen können
soll. Wie gesagt empfehle ich die Realisierung, entscheidet man sich aber
dagegen, so ist natürlich dieses Attribut überflüssig.
[2.3.2]
lor
-
Die drei Buchstaben "lor" (beginnend mit kleinem L) identifizieren
Name- und HREF-Attribute sowie Kommentare als Anker bzw. Kommentare, die zur
Erstellung eines Literaturverzeichnisses verwendet werden. Es handelt sich
um die Anfangsbuchstaben der drei englischen Worte "list of
references".
[2.3.3]
XXXX
-
Die vier X stehen für eine vierstellige Ziffer, die den Eintrag im
Literaturverzeichnis identifiziert; die Ziffer wird bei Zahlen kleiner
1000 mit führenden Nullen ergänzt. (Eintrag 21 hieße somit
"0021".) Natürlich darf jede Ziffernfolge nur einmal
vorkommen, allerdings besteht nicht die Notwendigkeit, daß das
Literaturverzeichnis nach diesen Ziffern aufsteigend sortiert wird. Man
kann somit je nach Bedarf neue Angaben hinzufügen und an beliebiger
Stelle im Literaturverzeichnis einfügen. Ich habe vier Stellen
gewählt, damit die Konvention auch für größere
Projekte und Bibliographien brauchbar ist.
[2.3.4]
-YYYY
-
Da auf einen Eintrag im Literaturverzeichnis im Text mehrfach Bezug
genommen werden kann, muß für den Link vom Verzeichnis auf den
Text die Identifikationsnummer XXXX ergänzt werden. Dies geschieht
mittels einer genau wie XXXX formatierten Zahl, hier YYYY genannt.
Der Bindestrich zwischen den Zahlen dient der besseren Unterscheidbarkeit
der beiden Ziffernfolgen. Durch Nachstellen der Identifikation YYYY
können somit über die (automatische) Suche nach "lorXXXX"
alle Stellen zum Eintrag XXXX gefunden werden.
[2.3.5]
lor.html, dateiX.html
-
Lediglich bei kleinen Publikationen, die nur eine einzelne HTML-Datei
umfassen, sollte das Literaturverzeichnis wie vom Buchdruck her gewohnt
am Anfang oder Ende der Datei stehen. Ansonsten ist die Zusammenfassung
der Literaturangaben in einer eigenen, getrennten Datei zu empfehlen.
In diesem Falle muß das HREF-Attribut um die Angabe des Dateinamens
und ggf. des Verzeichnisses der Datei mit den Literaturangaben ergänzt
werden, hier ist als Beispiel die Bezeichnnung LOR.HTML genommen worden.
Der Name der Datei kann frei gewählt werden. Bei Rückverweisen
vom Verzeichnis zu den Textstellen werden dann die Dateinamen angegeben,
in welcher Datei sich das Ziel des Links befindet, z.B. "CAP01.HTML" und
"CAP02.HTML" etc. Dafür steht oben im Schema
"dateiX.html".
[2.3.6]
Bezeichnung
-
Wie gesagt (s.o. 2.1.2) ist die genaue Form der
Bezeichnung nicht festgelegt. Man sollte lediglich darauf achten,
daß auch ein Leser des ausgedruckten HTML-Dokuments die
Einträge im Literaturverzeichnis finden kann. Dazu ist vor allem
nötig, daß die Bezeichnung im Text und im Literaturverzeichnis
gleich lautet und im ganzen Dokument eindeutig ist.
[2.3.7]
<!-- lor begin -->, <!--
lor end -->
-
Der Teil des HTML-Codes, der das Literaturverzeichnis enthält, wird durch
die Kommentare "<!-- lor begin -->" und "<!-- lor end
-->" definiert. Dies geschieht zur Erleichterung einer automatischen
Bearbeitung des Quelltextes.
[2.3.8]
<HR><CENTER>>Hx>
Literaturverzeichnis</Hx></CENTER>
-
Der Leser sollte das Literaturverzeichnis deutlich erkennen können. Hier ein
Vorschlag, die konkrete Gestalt wird sich an der Gestaltung des Dokuments orientieren.
Es ist auch denkbar, daß das Verzeichnis selbst aus mehreren Abschnitten besteht
und weitere Überschriften folgen, z.B. nach Quellentexte und
Sekundärliteratur oder nach Themen geordnet. In diesen Fällen ist darauf zu
achten, daß die Überschriften nicht innerhalb einer definition-list vorkommen,
sondern für jeden Abschnitt eine eigenen Liste angelegt wird.
[2.3.9]
<DL>, </DL>
-
Die Auflistung der Einträge im Literaturverzeichnis werden als definition-list
ausgezeichnet. Es werden ja auch bestimmten Bezeichnungen bzw. Abkürzungen für
Literatur vollständige bibliographische Angaben zugeordnet, so wie in einem Term
(wofür dieser Tag ursprünglich vorgesehen ist) Definitionen zugeordnet werden.
Da die Numerierung der Anker-Attribute sowohl für den Leser unsichtbar bleibt als
auch für die Reihenfolge der Liste unerheblich ist, muß darauf geachtet werden,
daß die entsprechenden Paare Bezeichnung-Eintrag auch ohne Browser (z.B. bei
ausgedruckter Fassung) vom Leser ohne Schwierigkeiten in der Liste gefunden werden
können, z.B. durch alphabetiche Sortierung nach Bezeichnung.
[2.3.10]
<DT>, </DT>
-
Im Verzeichnis als definition-list übernehmen die Bezeichnungen, mit denen
im Text bzw. in den Fußnoten auf einen Eintrag Bezug genommen wird, die Rolle
des zu definierenden Terms oder definiens.
[2.3.11]
<DD>, Eintrag (Literaturangabe mit ISBN,
ISSN oder URL)</DD>
-
Es folgen als Definiens (gekennzeichnet durch "<DD>...</DD>")
die bibliographischen Angaben, so wie sie je nach Land oder Wissenschaft üblich
sind. Ich empfehle bei gedruckten Quellen die Angabe der ISBN und/oder ISSN. Diese
Nummern sind die einzigen Bestandteile bibliographischer Angaben, die weltweit
Standard sind und mit deren Hilfe eine Publikation eindeutig identifiziert werden kann.
Sie dürften in Zukunft bei Online-Recherchen in Bibliotheksdatenbanken von
großer Beudeutung sein. Sollte der Literaturhinweis Online als HTML-Dokument
verfügbar sein, so wäre der URL anzugeben. (Vgl. zu Web-Dokumenten auch
unten Abschnitt 2.4, WWW-Dokumente im Literaturverzeichnis.)
[2.3.12]
<BR><i> (ggf. weitere Inforamtionen)
</i>
-
Wenn über die eigentlichen bibliographischen Angaben hinaus Kommentare zur genannten
Quelle o.ä. hinzutreten sollen, empfiehlt sich die Aufgliederung des
<DD>-Abschnitts in mehrere Abschnitte. Hier wird ein erzwungener Zeilenumbruch und
kursive Schrift vorgeschlagen. (Ein eigener Absatz (<P>) führt m.E. bei den
meisten Browsern zu zu großen Zwischenräumen zwischen den Absätzen.)
[2.3.13]
<A
HREF="dateiX.html#lorXXXX-0001">Text</A>...
-
Ich empfehle im Literaturverzeichnis eine Zusammenstellung der Stellen, an denen auf
eine Quelle Bezug genommen wird (vgl.oben 2.1.3). Damit auch mit
einem Ausdruck gearbeitet werden kann, sollte der Text der Hyperlinks eine auch für
den Leser verwendbare Referenzierung bieten; wie eine solche für Browser und Leser
auswertbare Referenzierung realisiert werden kann, ist Gegenstand des folgenden Kapitels
(s. 3.). Hier will ich mich auf einen Vorschlag zum Layout
beschränken:
<A HREF="dateiX.html#lorXXX-0001">1.1</A>,<BR>,
<A HREF="dateiX.html#lorXXX-0002">2.0.3</A>,<BR>,
<A HREF="dateiX.html#lorXXX-0003">4.5</A>.<BR>.
Ergäbe etwa folgende "lesertaugliche" Darstellung im Browser:
1.1, 2.0.3, 4.5.
[2.4] Exkurs: WWW-Dokumente im Literaturverzeichnis
[2.4.1] Neben den üblichen gedruckten Quellen sind
heutzutage elektronische Texte auf vielfache Weise zugänglich. Zu zeigen wie diese
Texte zitiert werden, würde den Rahmen dieses Papers sprengen, hier soll
es nur um HTML-Dokumente im World-Wide-Web gehen. Für weitere
Informationen sei auf die Beiträge von Bleuel
verwiesen.1
[2.4.2] Die Angaben im Literaturverzeichnis dienen
natürlich zunächst einmal dazu, daß der Leser seinerseits die
benutzten Quellen einsehen kann. Aber neben der Aufgabe der Identifizierung
der Quelle greifen Vorschriften des Urheberrechts. Das Urheberrecht
fordert bei Zitaten die Angabe von Urheber, Titel, Seite, Erscheinungsort
und -jahr. Je nach Umständen sind auch die Nennung von Verlag, Zeitung
oder Zeitschrift, Informationsblatt oder Sendeunternehmen
erforderlich.2
Eine Beachtung dieser Regeln - mit Änderungen wie sie für
Web-Dokumente notwendig sind - dient aber auch der Identifizierung der
Quelle, da der Uniform Resource Locator (URL) alleine eine sehr
flüchtige Angabe ist: Einerseits kann sich die Adresse des
Servers ändern, andererseits haben häufig aufeinanderfolgende
Versionen eines Dokuments denselben
URL.3
Mit den genannten Angaben ist es möglich, "umgezogene" Dokumente
aufzufinden und festzustellen, ob der Autor dieselbe Version vor Augen hatte
wie sie der Leser zu sehen bekommt.
[2.4.3] Die folgenden Elemente sollten im Nachweis eines
Web-Dokuments vorkommen:4
- Name und Vorname des Urhebers, Autors
- Titel ggf. Untertitel des Beitrags
- Erscheinungsdatum, (Versionsnummer)
- (Verlag, Zeitschrift)
- Online im Internet: URL: "http://rechnerX/dateiY.html"
- Abrufdatum
Name und Vorname des Urhebers bzw. Autors und Titel und Untertitel des
Werkes sind gängige Praxis und benötigen keine weitere
Erläuterung. Das nach Urheberrecht erforderte Erscheinungsjahr
scheint mir nicht angemessen, Web-Dokumente ändern sich oft mehrmals
jährlich. Es sollte durch das Erscheinungsdatum ersetzt werden und
kann ggf. durch die aus dem Softwarebereich übernommene Praxis der
Versionsnummern ergänzt werden, sofern der Autor diese Angaben macht.
U.U. könnte auch ein Paar "Erscheinungsdatum - Datum der
letzten Änderung" angegeben werden. Wenn das Dokument Angaben
zu einem Verlag enthält oder die Eingruppierung in einer Site
erkennen läßt, die als Online-Periodikum zu einzustufen
ist, sind diese Angaben natürlich aufzunehmen.
Für Datumsangaben empfehle ich die Anwendung von DIN 50085, wonach das Datum in der Form "JJJJ-MM-TT"
angegeben wird, also z.B. 1997-08-10 für den 10. August 1997. Von der Angabe
in der Form 10.08.1997 ist abzuraten, da sie im englischsprachigen Raum als 8.
Oktober interpretiert wird; will man nicht den o.g. internationalen Standard
anwenden, wäre das Ausschreiben des Monatsnamens oder dessen
Abkürzung vorzuziehen (10 Aug./August 1997).6
Nach diesen Angaben folgt dann die Stelle, an der ein Web-Dokument zu beziehen
ist. Obwohl heutzutage die meisten es schon am "http://" erkennen
dürften, sollte man an der Bezeichnung "Online im Internet:"
festhalten, damit auf jeden Fall klar wird, worum es sich bei der Literaturangabe
handelt. Es folgt dann nach der Angabe "URL:" der Uniforme Resource Locator -
selbstverständlich als Hyperlink zu ihm selbst!
(Bei Zitaten wird die Angabe der Seite verlangt. Wie man vergleichbares mit
HTML-Dokumenten bewerkstelligt, ist Thema des dritten Kapitels, s.
3.)
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Fußnoten
1. Vgl. J. Bleuel: Zitieren von Quellen im
Internet. Damit ist die gedruckte Fassung (in
J. Bleuel: Online Publizieren im Internet,
S. 61-69. 164-166) überholt.
2. Vgl. G. Schulze: Meine
Rechte als Urheber, S. 83-84. 89-91.
3. Der URL identifiziert im eigentlichen Sinne nicht das Dokument,
sondern gibt an, auf welchem Rechner unter welchem Dateinamen eine Ressource
zu finden ist und mit welchem Protokoll sie über das Netz übertragen
werden kann. Aus diesem Grunde ist schon länger die Definition eines
Uniform Resource Name (URN) in der Diskussion (vgl.
J. Bleuel: Online Publizieren im Internet S. 63f und
W. Rieger: SGML für die Praxis, S. 270-273.),
der das Dokument als solches bezeichnen soll.
4. Mit diesen Angaben übernehme ich im wesentlichen die Vorschläge
von Bleuel (J. Bleuel: Zitieren von Quellen im
Internet), betreffend WWW gleichlautend im Buch,
(J. Bleuel: Online Publizieren im Internet,
S. 63.166.)
5. Vgl. Duden 21. Aufl. S. 76.
6. Diese Datumsangaben sind nicht mit dem Zeitstempel (timestamp) im - für
den Leser unsichtbaren - Kopf-Teil eines HTML-Dokuments zu verwechseln. Der
genannte Zeitstempel erfordert ein eigenes, bei R.
Fielding: HTTP Version 1.1, beschriebenes Format.
Aus: Grönemann, Olaf: Wissenschaftliches Publizieren mit HTML. Fußnoten,
Literaturverzeichnis, Zitate. (Version 1.0) (1997-10-06).
Online
im Internet: URL:
"http://ourworld.compuserve.com/homepages/Olaf_Groenemann/wphtml.htm"
© 1997 Olaf Grönemann,
E-Mail: Olaf_Groenemann@compuserve.com.
Homepage: http://ourworld.compuserve.com/homepages/Olaf_Groenemann/